down
Das Baltikum ist ein Naturparadies. Viele einsame Gegenden, Hochmoore, eine unverbaute Ostseeküste mit kilometerlangen Sandstränden und auch mal schroffen Felsen, Seen, Flüsse, Wäldern. Über 400 Vogelarten gibt’s hier, so findet man im Baltikum zum Beispiel überall Störche. In den Wäldern leben Hirsche und Biber, Luchse und vereinzelt auch noch Bären und Elche, die man aber nur äußerst selten zu sehen bekommt. Wir hatten bei den Waldtieren leider kein Glück.


Estland:

Blick auf Tallinn Mit einer Fläche von knapp über 45.000km² (Niedersachsen) ist Estland das kleinste Land im Baltikum. 90% der Landesfläche liegen unter 100 Höhenmetern, höchster Punkt ist Suur Munamägi mit 318m.
Die etwa 1,5 Millionen Einwohner leben überwiegend in den Städten, davon 400.000 in der Hauptstadt Tallin, deren wunderschöne und gut restaurierte Altstadt fast komplett von einer Stadtmauer umgeben ist. Heute ist in der kleinen Burg und im Schloss Domberg der Sitz der Regierung und des Parlaments.
Mehr als 1.500 Inseln, 7.000 Flüsse und Bäche, 1.000 Seen und zahlreiche Moore machen den nördlichsten der drei baltischen Staaten zu einem landschaftlich vielfältigen Land. Es gibt 4 Nationalparks, 18 Naturreservate / -parks und 1 Biosphärenreservat (Insel Hiiumaa). Die Bevölkerung ist stolz auf ihre Kultur, und obwohl die Esten oft reserviert und zurückhaltend wirken, tauen sie sehr schnell auf, wenn man sie über ihr Land befragt. In den Städten finden sich eine Vielzahl an Baustilen, darunter auch deutlich sichtbare Spuren der Hansezeit.
Wirtschaftlich ist Estland wohl bereits am weitesten fortgeschritten im Aufbau eines demokratisch-kapitalistischen Systems. Es gibt hier eine deutsche Prägung, die auf die Zeit der Beziehungen zu den Hansestädten zurückgeht und an der Architektur der Hauptstadt Reval/Tallinn noch deutlich sichtbar ist. Gleichzeitig hat Estland die größten Probleme mit der russischen Minderheit, die in gewissen Gebieten, wie im Narva, eine absolute Mehrheit stellt.
Sehenswert sind neben den grandiosen Landschaften die mittelalterliche Hauptstadt Tallin mit der fast intakten Stadtmauer und seinen roten Türmen, die alte Universitätsstadt Tartu (früher Dorpat) mit dem alten Stadtviertel rund ums Zentrum mit Rathaus und Domhügel, die Insel Saaremaa mit den Windmühlen, dem Meteoritenkrater und der Bischofsburg in Kuressare sowie Narva mit der Hermannsfeste.


Lettland:

Blick auf Riga Mit einer Fläche von 64.589km² etwas kleiner als Bayern und hat 2.5 Millionen Einwohner, davon leben 940.000 in der Hauptstadt Riga. Der höchste Punkt ist Gaizinkalns mit 312m. Die Hauptstadt Riga ist ebenfalls wie Tallin seit dem 13. Jahrhundert von Deutschen geprägt, ist sowohl wegen der "hanseatischen" Altstadt als auch des modernen Jugendstil-Stadtgürtels absolut sehenswert. Sie liegt an der Mündung der Daugava (dt. Düna) und ist die größte Stadt im gesamten Baltikum. Riga war lange Zeit ein wichtiges Mitglied der Hanse und Zentrum des Deutschen Ordens im Baltikum. Die UNESCO erklärte 1997 das historische Zentrum der Stadt zum Weltkulturerbe. Alleen mit Häusern aus der Zeit des Jugendstils, mehr als 140 Garten- und Parkanlagen, zahlreiche Denkmäler, ca. 50 Museen, Märkte, Straßenmusikanten und eine Vielzahl an Kultur und Geschichte haben Riga den Namen „Paris des Nordens“ eingebracht.Gleich hinter dem Wirtschaftsführer Estland kommt Lettland in der Baltischen Zollgemeinschaft.
Sehenswert sind neben Riga das Seebad Jurmala , der nahe gelegene Gauja-Nationalpark mit netten Örtchen, Burgen, Wälder, Flüssen und Bächen. Weiterhin sehenswert ist Liepaja mit der Altstadt, deren Häusern im Jugendstil und Neo-Klassizismus erbaut wurden sowie die Landschaft entlang des großen Sees, der noch wenig touristisch erschlossen ist.


Litauen:

Blick auf Vilnius Im Vergleich zu den beiden anderen baltischen Staaten liegt ganz Litauen unter 300m Höhe. Der Kalnas ist mit 292m die höchste Erhebung. Aber Litauen ist nicht nur das flachste, sondern mit 65.200km² (etwa die Größe Bayerns) auch knapp das größte der drei Länder mit 3,5 Millionen Einwohnern, von denen 600.000 in Vilnius leben.
An der Stelle, an der die Vilnia in die Neris fließt, liegt die Hauptstadt Litauens. Die Wahrzeichen der Stadt sind die Ruine der Burg von Gediminas auf dem gleichnamigen Hügel aus dem 14. und 15. Jahrhundert, sowie an ihrem Fuße die klassizistische römisch - katholische Kathedrahle Sankt Stanislaus mit ihrem etwas abseits stehenden 52m hohen Glockenturm, dessen Sockel zur ehemaligen Stadtbefestigung gehört. Die Altstadt, die sich an den Hängen auf dem linken Ufer der Neris hochzieht, hat eine Fläche von 360ha und zählt damit zu den größten und besterhaltenen Europas; seit 1994 zählt sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Viele Baustile wie Barock, Gotik und Renaissance hinterließen ihre Spuren. In Vilnius wurde im Jahre 1995 das weltweit erste Denkmal für den amerikanischen Musiker Frank Zappa errichtet.
Etwas hebt sich das ehemalige Großfürstentum Litauen von seinen beiden nördlichen Schwesterländern ab. Hier ist die Mentalität deutlich eigenständiger und weniger deutsch geprägt. Mit den Minderheiten gibt es weniger Probleme, auch wenn in der Hauptstadt Wilna/Vilnius der polnische Bevölkerungsanteil von rund 20 Prozent immer wieder Diskussionen auslöst. Wilna ist mit Riga und Tallinn nicht zu vergleichen. Touristisch steht Litauen noch hinter Estland und Lettland zurück. Seit Ende der 90er-Jahre hat die Wirtschaft im südlichsten baltischen Land einen erheblichen Aufschwung bekommen. Litauen stellt die Schnittstelle zwischen West und Ost dar.
Litauen hat 30 Regionalparks und 4 Naturreservate wo vor allem die "Kurischen Nehrung" und der Nationalpark „Aukstaitija“ zu erwähnen sind.
Sehenswert sind neben Wilna die im Galve-See gelegene Wasserburg Trakai mit dem mittelalterlichen Ortskern und alten Holzhäusern sowie die zweitgrößte Stadt Kaunas mit der mittelalterlichen Altstadt und dem Rathaus und dessen 53m hoher Turm. Weiterhin ist es ein Muss den Kreuzberg Nahe der Stadt Šiauliai zu besichtigen und natürlich die Kurische Nehrung. Dies ist wohl der bekannteste und auch mit der schönste Teil des Landes und ist eine der eigenwilligsten Küstenregionen der Ostsee. Die Gegend ist gut touristisch erschlossen und die restaurierten Holzhäuser in Nidda sind eine Augenweide. Es ist das Sylt Litauens, nur die Preise sind (noch!) ganz normal.


Kaliningrad:

Kaliningrad Das Kaliningrader Gebiet, Teil der ehemaligen deutschen Provinz Ostpreußen mit der Stadt Königsberg, ist der westlichste Verwaltungsbezirk der Russischen Föderation. Die Region ist räumlich vollständig vom russischen Kernland abgetrennt. Umgeben ist sie von den Ländern Polen und Litauen, im Westen und Norden bildet die Ostsee eine natürliche Begrenzung.
Mehr als 400 Kilometer trennen die Exklave vom russischen Kernland. Bis Moskau sind es 1289km, bis Berlin rund 600.
Mit einer Fläche von 15.100km² entspricht das Gebiet ungefähr der Größe Schleswig-Holsteins. Im Norden und Westen trennen schmale Landstreifen - die Kurische und die Frische Nehrung - mit bis zu 70 Meter hohen Dünen das Kurische und das Frische Haff von der Ostsee ab. Ein Bodenschatz hat das Kaliningrader Gebiet berühmt gemacht: Rund 90 Prozent der weltweit bekannten Vorkommen an Bernstein lagern hier in 35 bis 40 Metern Tiefe.
Sehenswert sind Teile von Kaliningrad wie der große Dom auf der Insel, ein paar alte Stadttore und die neue orthodoxe Kirche. Ansonsten bietet die Stadt wenig. Die Kurische Nehrung ist stark bewaldet und dadurch sind die erhofften Ausblicke auf Haff und Meer nicht zugänglich. Die Orte sind nicht touristisch erschlossen, nur 2 überteuerte Hotels im letzten Ort vor der Grenze gibt es. Der Grenzübergang ist hier offen.


Sankt Petersburg:

Feuerwerk in Sankt Petersburg Prunkvolle Paläste, prächtig schimmernde Hausfassaden, geschwungene Brücken, vergoldete Kuppeln und Turmspitzen von Kirchen und Katheralen strahlen den ehemaligen Prunk und Pomp und prägen gleichzeitig den Charme der Stadt. Besonders aufgepeppt haben Stadtväter und Investoren die alte Prachtstraße, den Newskij-Prospekt, die Champs-Élysées Russlands. Diese Prachtstraße führt mit ihren vielen Brücken über die Kanäle der Stadt. Nicht ohne Grund wird die Stadt auch "Venedig des Nordens" genannt. Sehenswert sind die zahlreichen klassizistischen, gotischen und barocken Kirchen, Kathedralen, Schlösser und Rathaus Die Hauptader der Neustadt ist der Gedimino prospektas. Hier reihen sich zahlreiche Cafés, Restaurants, Kaufhäuser, Kioske und kleine Verkaufsstände, an denen man nahezu alles bekommt, aneinander. Weiterhin sehenswert ist der Schlossplatz oder Alexanderplatz, der größte und imposanteste Platz, und zugleich eine Art architektonische Krone der nördlichen Metropole Russlands. Hier befindet sich u.a. der Winterpalast. Ein weiteres Muss ist natürlich etwas außerhalb der Stadt der Katharinenpalast mit einem wunderschönen Park und dem Bernsteinzimmer.
up down
Heidelberg - Blomberg (374 km) up down
Wetterleuchten Vollbepackt starten wir um 17:00 Uhr Richtung Blomberg. Unterwegs noch kurz tanken und an den Kassenautomat. Kurz vor der Autobahnauffahrt fällt Günter auf, dass er seinen Fotoapparat vergessen hat, also erst mal zurück.
Die Straßen sind voll, aber wir können uns mit dem Motorrad durchschlängeln. Nach ein paar kräftigen Regenschauern mit imposantem Wetterleuchten erreichen wir um 22.40 Uhr Blomberg. Bei Hamster’s erwarten uns noch Bagger und Liane und ein leckeres Abendessen.
Blomberg - Bielsko (590 km) up down
9.40 Uhr fahren wir aus Blomberg raus, es gleicht dem Auszug der Gladiatoren aus Rom: winkende Menschen am Fenster und Straßenrand. Es ist leicht bewölkt bis sonnig mit angenehmen Temperaturen. In Kostryn geht es problemlos über die polnische Grenze, wir tauschen Geld und erreichen dann nach 590km Miedzychod/Bielsko, wo Edelgards Bruder uns in seinem Haus empfängt. Nach dem Abendessen sitzen wir noch draußen und genießen den warmen Sommerabend bei polnischem Bier und stechenden Mücken.
Bielsko - Danzig/Sobieszewo (370 km) up down
Gdansk: Großer Holzkran Abfahrt um 9:45 Uhr, noch mal tanken und es geht zügig auf polnischen Straßen mit tiefen Spurrillen und vielen Ortsdurchfahrten nach Gdansk. Es ist angenehm warm und teils sonnig. Auf den Wiesen und Dächern sehen wir massenhaft viele Störche. In Danzig fahren wir erst zur Westernplatte und dann machen wir noch ein Kurzbesuch in der Altstadt um den danziger Holzkran zu besichtigen.
Die alte Hansestadt Danzig, eine der ältesten Handels- und Industriestädte an der Ostsee, liegt fünf Kilometer oberhalb der Weichselmündung in der Danziger Bucht. Das Weichseldelta mit der Danziger Region war im Laufe der Jahrhunderte bis in die Gegenwart Schauplatz wechselvoller Ereignisse. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der historische Stadtkern von Danzig zu 90% zerstört. Polen baute die Innenstadt teilweise wieder auf.
An der Ostsee entlang Richtung Kaliningrad finden wir bei Sobjieszewo eine Bar mit Campinghütten. Für 25 Sloty pro Person mieten wir uns eine 4-Personen-Hütte im hinteren Bereich, wo wir unsere Mopeds angekettet und außer Sichtweite von der Straße neben unser Hütte stellen können. In der Bar essen wir und lassen den Tag vor unserer Hütte mit einem Bier ausklingen.
Danzig - Kurische Nehrung (kaliningrader Gebiet) (360 km) up down
Über Elblag und einem Abstecher nach Braunsberg mit Besichtigung der Kirche erreichen wir um 11.30Uhr die polnisch/russische Grenze. Hier muss man ein Ein-Ausreiseformular ausfüllen, wir brauchen eine Versicherung fürs Motorrad (4 Wochen 930 Rubel), und die Jungs müssen an verschiedenen Schaltern Papiere vorzeigen, eintippen und abstempeln lassen. Wir tauschen 100 € und erhalten 3350 Rubel. Nach 2 Stunden ist die Prozedur überstanden und wir fahren nach Kaliningrad. Ein kurzer Regenschauer macht die Fahrt auf dem sehr ruppigen Kopfsteinpflaster, den abgesenkten Kanaldeckeln und hervorstehenden Straßenbahnschienen nicht besonders einfach. Bei Sonnenschein erreichen wir dann die große Kirche und die Straßen sind wieder abgetrocknet.
Über holprige Sträßchen erreichen wir an der Kurischen Nehrung den Eingang zum Nationalpark in Zelenogradsk. Stolze 1480 Rubel müssen wir als Eintritt für 4 Personen bezahlen. Ein Polizist mit Langeweile überprüft die Papiere fürs Motorrad und ihm fällt noch ein, dass er den Erste-Hilfe-Koffer sehen will. Edelgard zeigt das kleine Ortlieb-Set mit dem er sich zufrieden stellt. Wir kramen in unseren Koffern, lenken ihn ab und Edelgard steckt uns ein weiteres Erste-Hilfe-Set zu, dass wir dann als unseres dem Polizisten aus dem Koffer zaubern. Er gibt sich mehr oder weniger zufrieden damit.
Anstatt der erhofften Blicke auf beidseitiges Meer fahren wir durch dichten Wald. Ab und zu gehen ein paar Schlamm- und Schotterpisten zu Dörfern ab. Nirgendwo gibt es einen Hinweis auf einen Campingplatz. Im letzten Ort vor der russisch/litauischen Grenze (Rytacij) fahren wir dann auf Schotterpisten hinein und fragen an den beiden Dorfhotels nach Übernachtungsmöglichkeiten. Die Preise für die Zimmer sind immens hoch (2400 - 2800 Rubel pro DZ). Beim letzten Hotel können wir für stolze 20 € (für alle zusammen) zelten und haben Toilettenmitbenutzung vom Hotel. Wir sind müde und stimmen diesem Wucher zu. Beäugt von den Dorfbewohnern bauen wir unsere Zelte auf, kochen uns ein Süppchen und wandern noch kurz zum Strand. Hier ist noch nichts hergerichtet für Badegäste.
Kurische Nehrung - Vilkaviskas (265km) up down
Neue orthodoxe Kirche in Kaliningrad Zurück geht es wieder durch den Wald am Tor des Nationalparkes vorbei nach Zelenogradsk. Dort suchen wir vergeblich eine Straße am Meer entlang Richtung Westen. Also geht es etwas nach Süden und dann auf Schotterpisten wieder Richtung Meer. Die Teerstraßen sind allerdings auch nicht viel besser. Nur selten erhaschen wir einen Blick zum Wasser. Den im Reiseführer beschriebenen Aufzug an der Steilküste von Swetlogorsk finden wir nicht. In einer Bar machen wir einen Mittagsstopp und essen für 560 Rubel Soljanka und Borscht. In Jantarri finden wir durch Nachfragen die Bernsteinmine. Eine Besichtigung würde aber ein größerer Akt werden mit Genehmigung beim Kombinat usw. und das ganze Gelände macht auch keinen einladenden Eindruck. So fahren wir Richtung Kaliningrad zurück. Dort Kochen im Hotelzimmer gibt es noch einmal einen kurzen Fotostopp an der neuen orthodoxen Kirche und wir quälen uns durch den Stadtverkehr quer durch die Stadt bis ans Ostende. An der dortigen Polizeikontrolle interessiert man sich sehr fürs GPS und wir versuchen mit Gesten klar zu machen, was es ist. Auf der A229 fahren wir Richtung Grenze und kaufen unterwegs an der Straße Pfifferlinge und Blaubeeren ein und tanken noch einmal. Eine ganze Stunde stehen wir in der Schlange, bis uns eine Zollbeamtin nach vorne winkt. An der litauischen Grenze sind wir in ein paar Minuten mit Pass und Fahrzeugschein durch. Wir tauschen Geld und da wir keinen Campingplatz finden, quartieren wir uns im nächsten Ort Vilkaviskas für 70 Lit ohne Frühstück pro DZ im Hotel ein. Die beiden Mopeds ketten wir auf der Straße vor dem Hotel zusammen. Aber was machen wir jetzt mit den Pilzen und den Blaubeeren, die wir auf dem Campingplatz am Abend kochen wollten. Wegwerfen ist uns zu schade, also brutzeln wir die Pilze mit unserem Gaskocher im Zimmer und essen die leckeren Blaubeeren als Nachtisch. Anschließend sitzen noch bis 23.00 Uhr draußen in der Bar nebenan. Nachts regnet es.
Vilkaviskas - Kaunas (200km) up down
Kloster Pazaislis Das Frühstück kostet extra (16 Lit). Morgens ist es noch bewölkt und wir fahren Richtung Kaunas. Unterwegs machen wir einen Besichtigungstopp beim Kloster Pazaislis. Am Kaunauer Meer suchen wir vergeblich den in der Karte eingezeichneten Campingplatz. Man kann zwar an vielen schönen Punkten am Wasser mit viel Mücken campen, aber wir suchen etwas, wo wir unser ganzes Gepäck lassen können. Also fahren wir wieder Richtung Kaunas und finden in Rumsiskus ein sehr gutes Minihotel für 100Lit pro DZ mit einem sehr reichhaltigen Frühstück. Später erfahren wir, dass man auch im Garten zelten kann. Dann fahren wir nach Kaunas und parken am Rathausplatz. Das nette Städtchen mit der Burg lohnt sehr zur Besichtigung. Nach 3 Stunden Besichtigung essen wir leckeren Elch am Rathausplatz im Restaurant „Medziotoju Uglija“ für 140 Lit alle zusammen mit Getränke. Dann suchen wir vergeblich den Aussichtspunkt auf dem Aleksos-Hügel. Die Bahn, die hinaufführt, hat leider schon zu. Dann fängt es tierisch an zu regnen und der Blick von der anderen Uferseite auf Kaunas ist nicht mehr so gut. Also geht es im strömenden Regen zurück zum Hotel, wo es nicht geregnet hat und die Sonne scheint.
Kaunas - Plungo (300km) up down
Schloss bei Rauda Es ist bewölkt und nach dem reichhaltigen Frühstück fahren wir auf die Umgehungsstraße von Kaunas und schaffen es beim 2. Versuch die richtige Abfahrt nach Juhberka zu erwischen. Die Straße geht laut Karte an der Memel entlang mit den berühmten Memelschlössern. Doch man hat nur selten einen Blick auf den Fluss. Das erste Schloss ist nicht so sehenswert. Das zweite finden wir nicht auf Anhieb und fahren einen Hügel hinauf. Das trübe Wetter bietet keinen besonderen Blick auf die Memellandschaft. Das dritte Schloss bei Rauda besichtigen wir dann endlich. Es ist groß und sehr schön. Das 4. Schloss ist schon sehr verfallen und wir machen nur ein Foto von außen. Danach biegen wir von der Straße nach Norden Richtung Raseiviai ab. Es regnet nun heftig und die Landstraße bietet dadurch keinen schönen Blick in die Landschaft. An einer Raststätte fahren wir nach einem kleinen Imbiss auf die Autobahn A12 nach Šiauliai zum Berg der Kreuze (Kryiu Kalnas). Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen. Am Berg der Kreuze ist richtig Touristenrummel mit Bussen und Verkaufsständen von Kreuzen und Souvenirs. Es fehlen nur noch die Imbissbuden. Es ist ein komisches Gefühl sich auf den Hügel hindurch zwischen den Tausenden von Kreuzen zu bewegen. Danach geht es auf der A11 Richtung Palanga im Sonnenschein. Unterwegs essen wir etwas in Plungo und finden ein Hotel in Berzas für 80 Lit das DZ. Der russiche Mann von der Rezeption zeigt uns mürrisch einen Platz für die Mopeds im abschließbaren Innenhof. Er wird erst etwas freundlicher, als wir geduscht aus den Zimmern kommen und nun wohl etwas zivilisierter aussehen.
Plungo – Nidda (180 km) up down
Kurische Nehrung Das Frühstück kostet noch mal 10 Lit pro Person extra. Im strömenden Regen fahren wir nach Kleipeda und dort geht es auf die Fähre für 35 Lit hin und zurück (für die Motorräder und Personen) auf die Kurische Nehrung bis Nidda. Die Straße liegt hier zumeist an der Küste mit Blick auf die Nehrung und die einzelnen Orte haben touristische Infrastruktur. Am Eingang des Nationalparks zahlen wir 14 Lit für alle, also 1/10 des Preises von der russischen Seite aus. Auf dem Campingplatz von Nidda gibt es keine freien Zimmer und auf Nidda den durchweichten Campingplatz haben wir keine Lust. Die Touristeninformation im Ort findet für uns eine Privatunterkunft mit 2 Zimmern und einem Bad, alles zusammen für 200 Lit und die Mopeds können wir nachts in die Garage stellen. Wir bringen das Gepäck in unsere Zimmer und fahren zum Aussichtspunkt auf die Dünen. Wir haben Glück und es hat aufgehört zu regnen. Dann spazieren wir bei Sonnenschein durch den Ort Nidda, der mit seinen renovierten bunten Holzhäuschen fast wie einen Puppenstadt aussieht. In einem kleinen Restaurant direkt am Wasser essen wir zu zivilen Preisen eine Kleinigkeit. Dann fahren wir zum Ortsanfang und besichtigen das Haus des Schriftstellers Thomas Mann. Anschließend fahren wir nochmal zurück bis zum 1. Ort am Anfang der Nehrung (Jundkrante). Diesmal können wir den Blick und die Orte im Sonnenschein sehen, was auf der Hinfahrt nicht möglich war. Zurück nach Nidda schaffen wir es auf den letzten Tropfen Benzin zur einzigen Tankstelle der Kurischen Nehrung, kaufen ein paar Biere, die wir mit einem Salat in unserem Zimmer vernichten.
Nidda - Riga (490 km) up down
Trockenlegung Nach dem Frühstück im Zimmer fahren wir im strömenden Regen los zur Fähre. Es hört auf zu regnen und es geht weiter auf der A13 über Palanga an der Küste entlang nach Norden. Die Grenzformalitäten auf litauischer und lettischer Seite gehen schnell und reibungslos vor sich. Wir sind halt in der EU. Lettland empfängt uns allerdings mit Regen. In Liepaja ist es wieder trocken und zwei Mädels wollen unbedingt mit Günter und Moped fotografiert werden. Sie haben einen Heidenspaß und wir auch. Weiter fahren wir im Nieselregen an der Küste nach Norden. In Jurnkalna kann man die „Steilküste“ nur im Nebeldunst bewundern. Trotz Regen und Kälte gibt es dort zwei Menschen, die unerschrocken im Meer baden. Weiter geht es über Kuldaja nach Talsi. Der Regen hält uns davon ab, die kleinen Orte zu besichtigen. Wir tanken noch mal und fahren zügig auf der A9 nach Riga. Der City-Campingplatz (6Lv p.P.), der sich auf einem Sportplatz befindet, ist sehr voll und erinnert uns eher an ein riesiges Zeltlager. Wir finden das ABC-Camping-Hotel, wo auf einer kleinen Wiese gezeltet werden kann. Leider sind alle Zimmer heute nacht belegt, aber wir buchen für die nächste Nacht je ein DZ und zelten heute nacht noch auf der Wiese (4Lv). Es ist trocken und Edelgard und Hamster haben Zeit ihre Klamotten zu trocknen, die Gepäckrolle war nicht richtig dicht. Anschließend essen wir eine Kleinigkeit im Hotel.
Riga up down
In der Altstadt von Riga Nachts regnet es nicht und so können wir das Zelt morgens nach dem Frühstück trocken zusammenpacken. Unser Gepäck dürfen wir schon in unseren Zimmern (35LV pro DZ) unterstellen. Dann geht es los zur Stadtbesichtigung. Wir parken bei der Tankstelle nahe beim Schloss (Rifas Pilis). Riga zeigt sich heute im Sonnenschein von seiner besten Seite, wer hätte das gestern noch gedacht. Die Altstadt mit ihren engen Gassen ist weitestgehend restauriert, nur hier und da gibt es noch Gerüste. Auf die Aussichtsplattform der Peterskirche in 72 m Höhe kann man mit dem Aufzug (2LV p.P.) hinauffahren. Von hier oben genießen wir den wunderschönen Blick auf die Dächer der Altstadt. Den ganzen Tag verbringen wir in der Altstadt von Riga. Sehenswert sind u.a. die drei ältesten Häuser „Drei Brüder“, die Straße Gilda Laukums mit ihren bunten Häusern, der Dom Baznika mit Platz, das Schwarzhäupterhaus, etliche Kirchen, das Freiheitsdenkmal und die Albertostraße, in der wir gegen Abend zum Essen hinausfahren. Im Haus der belgischen Botschaft gibt es das kaukasische Restaurant. „Urargu“. Es ist sehr urig aufgemacht und das Essen schmeckt lecker. Nach dem Panoramafoto der Altstadt vom anderen Ufer aus fängt es an zu schütten und wir erreichen durchnässt das Hotel.
Riga - Ulen (280 km) up down
Burg in Thuraida Wir brauchen eine halbe Stunde bis wir Riga hinter uns lassen. Über Sigulda geht es in den Gauja-Nationalpark (ohne Gebühren), der mit Wäldern und Flüssen durchzogen ist. Eine Hauptattraktion ist die mächtige Burg in Thuraida, die wir besichtigen (2LV pP). Weiter geht es quer durch den Park über Cesius nach Stolpe und Limbasi zur Kirche und weiter über Tuja bis zur Grenze Estlands. Auch hier geht alles wieder schnell vor sich, wir tauschen Geld und kaufen fürs Abendessen ein. Weiter geht es an der Küste entlang und kurz vor Ulen biegen wir auf den ausgeschilderten Campingplatz ab. Hier kann man auch Hütten mieten. Da es aber sonnig ist, ziehen wir das Zelt vor. Irgendwie erinnert mich die Landschaft an Finnland. Trotz Sonne und Campingplatz am Meer hat niemand Ambitionen zu schwimmen. Wir brutzeln unser Abendessen und genießen den Abend bei einem Bier.
Ulen - Insel Saaremaa (Kuressaare) (307 km) up down
Zelten mit Meerblick Bei Sonneschein packen wir zusammen und erreichen mittags über Pärnu und Lälula die Fähre (200 EEK für alle) nach Saaremaa. Nach einer halben Stunde Überfahrt fahren wir auf der vorgelagerten Insel Vormsi vom Schiff. Dort machen wir Mittag und besichtigen noch die Straußenfarm. Über den Damm fahren wir an der Küste entlang nach Norden über eine Naturstraße mit lockeren Steinen nach Orissare, Jaani und Hida. Dann durchs Landesinnere vorbei an einer alten Windmühle und weiter zum Meteoritenkrater in Haeska. Um zu der Ansammlung von alten Windmühlen zu kommen, müssen wir noch einmal nach Norden nach Varja. Dann fahren wir auf einer Schottenpiste über Pamma und Eikla nach Kuressare zum Campingplatz (50 EEK) nahe dem Flughafen, wo wir mit Meerblick zelten. Das Haupthaus ist im skandinavischen Stil erbaut und hat neben ein paar Zimmern zum Übernachten einen Aufenthaltsraum und die sanitären Einrichtungen. Schon im Nieselregen stellen wir unsere Zelte auf und zum Abendessen nutzen wir den Aufenthaltsraum im Haus. Danach wird es wieder trocken und wir wandern zur Bodega am Hafen.
Kuressare - Tallin (307km) up down
Warten auf die Fähre Bei trockenem Wetter bauen wir das Zelt ab und besichtigen noch in der Stadt die mächtige Bischofsburg. Danach geht es Richtung Fähre. Auf der Insel Vormsi kaufen wir noch ein und essen einen Imbiss. Wir kommen zwar noch rechtzeitig an der Fähre an, aber kurz vor uns entscheiden die Fährmänner, dass die Fähre voll ist. Wir müssen auf die nächste warten, die eine Stunde später kommt.
In Hapsaala schauen wir uns die verfallene Burg und die alten unrenovierten Holzhäuser an, essen eine Pizza und weiter geht es auf der 17 Richtung Tallin. In Tallin fahren wir in die Altstadt durch die engen Gassen zur Touristen-Info und erkundigen uns nach Campingplätzen. Der City-Campingplatz ist wie in Riga auf einem Sportplatzgelände und wenig einladend. Wir fahren weiter raus zum Campingplatz beim Fernsehturm. Wir mieten dort eine kleine Holzhütte für 4 Personen (530 EEK pro Nacht).
Tallin up down
Am Zentralmarkt Wir frühstücken auf der kleinen Terrasse und rufen meine Freundinnen Isa und Marianne an, die bei Helsinki wohnen. Sie kommen um 12:00Uhr mit der Fähre in Tallin an. Wir fahren bei warmen und sonnigen Wetter zur Altstadt auf einen bewachten Parkplatz nahe des Fährhafens. Dann laufen wir bis kurz vor 12.00 Uhr durch die wunderschöne Altstadt. Hier sind fast alle Häuser renoviert und die engen Gassen mit Straßencafes und wunderschönen Fassaden bieten eine herrliche Atmosphäre. Wir beginnen bei dem Stadmauerturm der „dicken Margarete“ und klettern in der mittelalterlichen Zentralmarkt Olaikirche auf den Turm, wo wir einen herrlichen Ausblick über die Altstadt und ihre Stadtmauer und Türme mit den roten Ziegeln haben. Dann geht es noch durch ein paar Gassen u.a. zu den „Drei Schwestern“. Dann wird es Zeit, zum Hafen zu gehen. Dort dauert es dann noch eine ganze Weile bis die beiden kommen. Sie haben die Gelegenheit genutzt und hier günstig Alkohol eingekauft, den sie aber erst in Helsinki am Hafen in Empfang nehmen können. Die Wiedersehensfreude ist groß, ich habe die beiden schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen. Sie waren schon öfters in Tallin und so erkunden wir zusammen die Altstadt weiter, nach einem kleinen Imbiss im Straßencafe. Erst geht es zur Aussichtsplattform auf den Domberg (Toompea) mit Burg hinauf. Beeindruckend sind vor allem die orthodoxe Alexander Nevski Kathedrale. Weiter geht es durch die engen mittelalterlichen Gassen mit immer wieder hübschen Häusern und wir erreichen schließlich den Zentralmarkt mit zahlreichen Biergärten. Gegen Abend essen wir dann im Beer-House. Unser Essen kommt zügig, aber Isa und Marianne müssen über eine Stunde auf ihre Pizza warten. Dann begleiten wir die beiden zur Fähre und es gibt einen Abschied mit Tränen, denn wer weiß wie lange es diesmal wieder dauert, bis wir uns wieder sehen. Wir laufen zum Parkplatz, bezahlen 100 EEK Gebühren und fahren zum Fernsehturm. Für 50 EEK pro Person befördert uns der Aufzug bis in die Aussichtsetage mit Restaurant. Die Sonne steht schon sehr tief und wir können nur noch für einen kurzen Moment den Blick genießen und fotografieren. Dann geht es zurück zum Campingplatz.
Tallin - Narvin (282km) up down
Schlammschlacht Es ist bewölkt, wir bepacken unsere Mopeds und fahren unfreiwillig eine Runde um den Fernsehturm, bis wir auf die A2 nach Narva kommen. Mittlerweile scheint die Sonne. Die Straße ist sehr holprig und es gibt viele Baustellen. Dann fahren wir von der Hauptroute ab an die Küste zum Wasserfall bei Jägah, der allerdings nichts besonderes beeindruckend ist. Dann geht es bis kurz vor Kothlajärve auf die E20. Dort wieder zur Küste durch hübsche Dörfer mit Blick auf die „Steilküste“ zum Valaste Wasserfall. Dieser Wasserfall fällt 20m imposant die Schlammschlacht Steilküste hinunter ins Meer. Dann wandelt sich die Straße in eine Schotterpiste und die Fahrt wird schließlich zur Schlammschlacht. Der Regen der vergangenen Tage hat die Straße aufgeweicht und zusätzlich viele große Pfützen entstehen lassen. Kurz vor Sillaumare kommen wir wieder auf die A2. In Laagne fahren wir auf den Campingplatz des Laagne Hotels (125 EEK pro Zelt). In dieser Region leben vorwiegend Russen und wir werden den Eindrucks nicht los, das dies wieder an der Abzockerei erkennbar ist. Die Duschen, die anfänglich mit im Preis inbegriffen waren und sich im Schwimmbadbereich, befinden werden jede halbe Stunde teurer und es gibt nur noch Informationen in kyrillischer Schrift.
Hier wollen wir kein weiteres Geld für unser abendliches Bier lassen und Günter fährt zur nächsten Ballerbude. Er vergisst den Kofferdeckel zu befestigen und verliert ihn unterwegs. Zusammen mit Hamster fahren sie den Weg noch einmal ab und anschließend laufen wir die Hälfte des Weges ab und durchsuchen vor allem den Straßenrand. Nichts zu machen, der Deckel ist weg. Dann kochen wir zu Abend und genießen noch ein wenig den Abend beim Bierchen.
Narvin - St. Petersburg (150 km) up down
Provisorischer Kofferdeckel Wir ersetzen den fehlenden Deckel durch eine Gummimatte und verschnüren diese gut mit vielen Zurrbändern. Diese Konstruktion hält bis zum Ende der Reise und erweist sich sogar als Wasserdicht.
Die Fahrt geht weiter bis nach Narva. Dort finden wir den Grenzübergang nicht auf Anhieb. Er ist etwas merkwürdig ausgeschildert. Die Ausreise aus Estland ist zügig erledigt, vor der russischen Grenze gibt es allerdings eine lange Schlange auf einer Brücke. Mit etwas mulmigen Gefühl fotografiere ich die Herrmannsfeste, auf die wir von der Brücke aus einen guten Blick haben, stehen doch überall Schilder, daß das Fotografieren verboten ist. Nach einer Stunde schlangestehen gehe ich zum Schalter und hole bei einer netten Beamtin schon mal die Ein-/Ausreiseformulare und die Beamtin prüft schon mal unsere Pässe und die Papiere sowie die Versicherung für die Mopeds. Die Passkontrolle, die Einreiseformalitäten und der Zoll dauern fast zwei Stunden, dann können wir nach Russland einreisen. Kurz hinter der Grenze gibt es eine Polizeikontrolle. Hamster’s internationaler Führerschein, der in den Augen der Polizisten nicht ganz korrekt ist, gibt Anlass, 40 € Wegezoll zu erheben, ohne Quittung selbstverständlich. Die Straßenräuber, vor denen uns unsere Bekannten vor der Abreise immer gewarnt hatten, entpuppen sich also als schlecht bezahlte Polizisten.
Warten an der Grenze Die Straße hat tiefe Spurrillen und viele Schlaglöcher, die Beschilderung ist ausschließlich in kyrillischer Schrift, auch in der Touristenstadt Petersburg. Unser Stadtplan enthält nur den Innenstadtbereich und wir halten an, um uns irgendwie zu orientieren. Sofort halten ein paar junge Leute und sprechen uns auf Englisch an. Sie schenken uns ein Stadtplanheft (in kyrillisch natürlich) der den ganzen Großraum von St. Petersburg enthält und uns später noch viele gute Dienste erweist. Außerdem nennen Sie uns 2 Hotels, die Tschesme-Kirche nahe an einer Metrostation liegen. Hier revidieren wir unser Urteil über die mürrischen und korrupten Russen. Mit Hilfe des Stadtplans navigiere ich uns zum 1. Hotel. Edelgard und ich erkundigen uns nach dem Preis. Dann fahren wir zum 2. Hotel. Dort ist aber alles viel teurer. Also zurück zum 1. Hotel. Wir müssen für die 3 Tage im Voraus zahlen (2800 Rubel pro Nacht und DZ). Dann kehren wir zu unserem Urteil über die mürrischen Russen zurück: Die Jungs fahren die Mopeds vors Hotel, damit wir alles nicht verschließbare Gepäck in die Zimmer bringen können. Der Parkplatzwächter gestikuliert aufgeregt und zeigt uns immer wieder, dass wir verschwinden sollen. Wir packen weiter ab. Dann holt er die englischsprechende Rezeptionsdame, die uns ebenfalls in einem scharfen Ton mitteilt, dass wir die Motorräder vom Platz wegfahren sollen, weit weg auf die Straße. Wir teilen ihr mit, dass wir das nach dem Entladen sofort tun werden. Nein, es muss sofort sein .Und außerdem müssen wir sofort für jedes Moped 600 Rubel bezahlen, 3 Tage im Voraus für die Bewachung. Ich werde zornig und sage, dass wir Kunden sind und erst abladen und erst Geld tauschen müssen, dann sehen wir weiter. Damit hat sie wohl nicht gerechnet und zieht ab. Nun können wir in Ruhe alles abladen und bringen die Sachen ins Zimmer. Beim Parken der Motorräder lässt dann unser Wachmann noch einmal seine Macht spielen uns schickt die Jungs hin und her mit den Mopeds, bis sie an einem definierten Platz bleiben können.
Nach dem Duschen machen wir noch eine Runde um den Block vorbei an der rosa Tschesme-Kirche und dem Moskowskaja Platz mit einem riesigen Lenin-Denkmal und essen noch eine Kleinigkeit.
Stankt Petersburg up down
In der Metro Das Frühstück ist äußerst spärlich und post-sozialistisch organisiert. Bei Regen laufen wir zur Metrostation (10R pro Jeton). In der U-Bahn haben wir das Problem, dass die Station nur an einer einzigen Stelle in jedem Bahnhof angeschrieben (auf kyrillisch selbstverständlich ) sind und das zum Teil sehr klein und unscheinbar. Wir neben den Plan aus dem Reiseführer und zählen die Stationen mit und steigen tatsächlich, wie gewollt, in Gorkowskaja aus. Es nieselt so vor sich hin und die Stadt ist voller Menschen und Polizisten. Zuerst besichtigen wir die Moschee und laufen zum Wasser. Dann geht es zur Insel, auf der eindrucksvoll die Peter- und – Paul-Festung mit der gleichnamigen Kathedrale liegt. 120 Rubel kostet der Eintritt für die Kathedrale. Dann laufen wir auf der anderen Seite der Insel zurück zur Stadt. Mittlerweile scheint die Sonne, Musikgruppen Hochzeitsgesellschaft spielen und es gibt ein Feuerwerk. Heute ist das Fest der Marine, das seit Jahren zum ersten Mal wieder gefeiert wird. Wir klappern die ganze Innenstadt ab und sind überwältigt von den riesigen Prunkbauten, die uns fast erschlagen. Also von der Admiralität zum Ehernen Reiter, zur St. Isaak-Kathedrale zum riesigen Schloss. Weiter zum Winterpalast. Unterwegs sehen wir viele Hochzeitsgesellschaften und die dazugehörigen Stretch-Limousinen. So viele dieser Stretch-Limousinen auf einmal haben wir noch nie gesehen, sogar ein Hammer fährt in Stretchversion vorbei. Durch die engen Kanäle manövrieren die Bootsführer die Touristenmassen. Es erinnert wirklich an Venedig. An einer Brücke springen sturzbetrunkene junge Männer in den Fluss. Überall torkeln Besoffene durch die Innenstadt, einige wollen fotografiert werden und stellen sich in Pose. Dann geht es noch zur Blutkirche mit ihren besonders verzierten Kuppeln, zum Ingenieurspalast und zu einem alten riesigen Kaufhaus im Arkadenstil am Newski Prospekt. Nach der Besichtigung essen wir hier zu Abend und fahren dann mit der Metro Linie 1 ein paar Stationen hinaus. Die Bahnhöfe der Stationen sind prunkvoll ausgestattet, am besten haben uns die Station 2 und 4 gefallen. Dann geht es zurück zum Hotel.
St. Petersburg - Katharinenpalast - St. Petersburg (54 km) up down
McDonald Pizza Hut Nach dem Frühstück geht es mit den Mopeds zum Katharinenpalast. Dank des geschenkten Stadtplans finden wir den Weg auf Anhieb. Auf dem ersten ausgeschilderten Parkplatz lässt man uns nicht parken. Dann finden wir einen Parkplatz in einem Hinterhof, ebenfalls in der Nähe des Eingangs. Der Eintritt zum Park des Palastes kostet 100 Rubel pro Person. Dann suchen wir den Eingang des Palastes. An verschiedenen Stellen stehen Menschenmassen an. Wir fragen einen Wärter nach der Kasse und er fragt uns, ob wir einen englische Führung wollen. Wir sagen zu und haben somit (500 Rubel pro Person) eine exklusive Führung für uns vier, asynchron zu den Touristenströmen. Eine nette Russin erklärt uns alles gut. Es ist der Prunk pur: 1 Tonne Blattgold wurde hier verarbeitet. Der Höhepunkt ist trotz der großen und prunkvollen Sälen das Bernsteinzimmer, in dem man leider nicht fotografieren darf. Es ist klein aber trotzdem überwältigend. Danach wandern wir noch durch den riesigen Park, in dem überall noch Prunkbauten stehen. Außerhalb des Parks mit Blick auf den Palast gönnen wir uns etwas Ruhe in einem Café.
Firmenschild Hamster und ich arbeiten bei bei einem internationalen Telekomunikationsunternehmen, das seit kurzem ein Off-Shore Büro in Sankt Petersburg hat. Wir telefonieren und eine deutschsprechende Kollegin sagt uns die Adresse. Sie arbeiten noch bis 18:00 Uhr, jetzt sind es kurz nach 17.00 Uhr. Auf unserem geschenkten Stadtplan suchen wir die Adresse und ich navigiere uns dort hin. Dort angekommen finden wir die Hausnummer nicht. Wir telefonieren noch mal, alle Angaben wie Häuser, Plätze usw. finden wir nicht. Ein Blick auf den Stadtplan zeigt uns dann, dass wir in der falschen Ecke von Stankt Petersburg gelandet sind, nur an wenigen Buchstaben unterscheidet sich dieser Stadtteil von dem richtigen. Wir haben die kyrillischen Buchstaben zu lax übersetzt. Also schnell durch das Stadtgewühle zum richtigen Standort. Mittlerweile ist es kurz nach 18.00 Uhr. Natalia Lapkina empfängt uns. Obwohl sie in Eile ist und nach Hause möchte, zeigt sie uns die Büros. Nur noch wenige Kollegen sind da. Dann verabschieden wir uns und fahren nach einem Imbiss zurück zum Hotel.
Stankt Petersburg - Kallasti (388 km) up down
Am Peipussee B&B-Unterkunft Wir kommen um 10.00 Uhr los und fahren erst Richtung Flughafen und von hier weiter nach Süden, dann auf die M20 bis Gatcina und auf der P38 über Volosova wieder auf die E20. Es schüttet unterwegs und diese Strecke ist etwas weiter als direkt auf die E20, dafür ist die Straße besser, nicht so ausgefahren durch die LKW’s. Auch fährt man mehr durch kleine Ortschaften. Kurz vor der Grenze müssen wir bei der Tanke für 120 Rubel ein Talon kaufen - wozu, auf der Hinfahrt wurde das nicht verlangt? Die Zollbeamtin erkennt uns wieder und wir sind in 30 Minuten fertig. Direkt hinter der Grenze fängt es an zu schütten, wir essen derweil etwas in einem überdachten Straßenrestaurant. Als es wieder trocken ist, fahren wir zum Aussichtpunkt mit Blick auf die Herrmansfeste und die russische Grenze. Danach gehts durch Narva bis Johvie über die B32 bis zum Peipussee. Ab hier geht es 24km über Schlammpiste. Die Piste führt direkt am See entlang, aber der Wald versperrt die Sicht darauf. Wir halten an und laufen zum See, der eher einem Meer gleicht, denn wir sehen die anderen Ufer nicht, weder nach Süden noch nach Westen oder Osten. Wir fahren weiter am See entlang nach Süden Richtung Tartu auf der B43 bis kurz vor Kallasti. Dort finden wir ein B&B mit Campingplatz. Angesicht des drohenden Regens gönnen wir uns für 500 EEK eine kleine Hütte mit 2 Zimmern. Dann scheint doch noch die Sonne und wir können unsere nassgewordenen Sachen trocknen und ein wenig mit der netten Wirtsfamilie plaudern.
Kallasti - Aluksne (257 km) up down
Schneechaos Für 40 EEK pro Person gibt es ein opulentes Frühstück und bei schönem Wetter fahren wir weiter bis Tartu. Hamster bleibt im Straßencafé beim Rathausplatz und passt auf die Mopeds auf. Wir drei laufen bei herrlichem Wetter durch das alte Städtchen hinauf zum Burgberg und weiter durch die engen Gassen. Das berühmte „Schiefe Haus“ können wir zunächst nicht finden, erst als wir zu dem Café, in dem Hamster auf uns wartet, zurückkehren sehen wir es, es steht gleich daneben. Wir essen eine Kleinigkeit und fahren weiter durch ein Waldgebiet, durchzogen mit Bächen, nach Vörse. Dann geht es auf eine Schotterpiste, wir wollen den höchsten Berg des Baltikums (310m) finden. Wir wissen nicht welcher der Hügel es nun wirklich ist. Egal, die Strecke durch den Wald war schön und weiter geht es über die lettische Grenze nach Aluksne. Dort essen wir in einer Gaststätte und suchen den Campingplatz (10 Lat für alle) bei Kolbergis, der direkt am See liegt. Dort stellen wir die Zelte auf, duschen wunderbar warm in der Sauna und genießen den Sonnenuntergang am See.
Aluksne - Zarasei (324 km) up down
1500 Jahre alte Eiche Es ist trocken und wir fahren Richtung Gulbene, Madona und weiter nach Jekabpils. Dort gelangen wir ans Ufer der Daugava. Die Straße führt bis Daugavpils am Ufer entlang, aber man hat auch nur selten einen Blick auf den Fluss. In Zarasei geht es über die litauische Grenze und wir machen noch einen Abstecher nach Stelmuze. Dort führt eine kleine Straße bis dicht an die Grenze zurück, zur dicken 1500 Jahre alten Eiche und der komplett aus Holz erbauten Heiligkreuzkirche. Dann fahren wir wieder zurück zu einem ausgeschilderten neuen Zeltplatz (14 Lit für alle) am See. Kurz vor dem Regen schaffen wir noch die Zelte aufzubauen und genießen die neuen Duschen. Dann ist es wieder trocken und Edelgard und ich holen im Ort ein paar Flaschen Bier, die wir im Aufenthaltsraum zum Abendessen genießen.
Zarasei - Trakai (257 km) up down
überfüllter Campingplatz Es regnet die ganze Nacht und wir packen unser nasses Zelt zusammen. Nach einer kurzen Fahrt mit Nieselregen wird es dann aber trocken. Auf kleinen Straßen, zum Teil mit Schotter, fahren wir durch Wälder und an vielen Seen vorbei zum Nationalpark Aukstaitija. Wir durchqueren in allen Richtungen den Park, in dem es kleine ursprüngliche Dörfer, viele Flussläufe und Wald gibt. Dann erreichen wir Wilna und fahren aber weiter nach Westen zum Campingplatz (alles für 132 Lit und 2 Tage) nach Trakai, der direkt am See liegt mit herrlichem Blick auf die Wasserburg von Trakai. Der Platz ist völlig überfüllt, da es in der Gegend an diesem Wochenende eine Hundeschau gibt. Trotzdem sind die sanitären Anlagen sauber. Nach einem Erkundungs- und Fotospaziergang am See entlang, richten wir uns unser Abendessen und genießen dann den Blick auf die Burg vom Restaurant aus bei einem Bier. Als wir zu unserem Platz zurückkommen sind wir von Zelten und Autos umzingelt, unsere Mopeds wurden verschoben, damit noch mehr Leute Platz finden konnten. Nun ist es rappelvoll hier.
Zwangspause auf dem Campingplatz up down
Es regnet Zocker Morgens schüttet es wie aus Kübeln und wir frühstücken im Restaurant. Leider bleibt das Wetter so und wir bleiben hier sitzen und spielen Karten, in der Hoffnung, dass es irgendwann noch aufhört zu regnen. Nur Günter wagt sich ab und zu in den Regen und schaut nach den Zelten. ALs es am späten Nachmittag immer noch stark regnet, geben wir die Hoffnung auf, Essen im Restaurant und lassen hier den Nachmittag und Abend weiterhin beim Kartenspiel ausklingen. Wir nutzen eine Phase, in der es etwas weniger schüttet, um uns bettfein zu machen und ins Zelt zu klettern. Gott sei Dank ist alles im Zelt trocken geblieben.
Trakai - Wilna - Trakai (81 km) up down
Zappa-Denkmal Es ist trocken aber bewölkt und wir beschließen heute unsere Tour zur Burg und nach Wilna zu machen. Wir verlängern unseren Aufenthalt auf dem Campingplatz um eine Nacht und fahren ins Dorf Trakai. Hier ist richtiger Touristenrummel, unzählige Busse, alle Parkplätze sind besetzt. Im Ort finden wir ein kleines Plätzchen für die Mopeds. Auch in der Burg ist viel los, der Eintritt kostet 4 Lit pro Person und noch mal 4 Lit fürs Fotografieren. In den engen Gängen ist langes anstehen angesagt. Überall riesige Menschentrauben. Uns nervt das und wir brechen die Besichtigung vorzeitig ab.
Wir fahren weiter nach Wilna und finden einen Parkplatz in Altstadtnähe. Mit der kleinen Bahn ( 2LIT Pro Person) geht es auf den Burgberg. Hier haben wir bei gutem Wetter schöne Rundumsicht auf die Stadt. Danach durchstreifen wir die Altstadt. Hier ist noch längst nicht so viel restauriert wie in den beiden anderen baltischen Hauptstädten. Die Stadt wirkt auch ganz anders durch die großen zum Teil im römischen Stil erbauten Gebäude. Dann holen wir unsere Mopeds und fahren zum Zappa-Denkmal. Günter als Zappa-Fan muss hier natürlich ein Foto machen. Nun fahren wir zurück zum Campingplatz, kaufen unterwegs Kartoffeln und Quark ein und am Straßenrand noch frische Pfifferlinge. Der Campingplatz ist leer geworden. Heute können wir unser Abendessen im trockenen brutzeln und genießen.
Trakai - Bielsko (830km) up down
Achtung Spurrillen Nachts regnet es wieder und so müssen wir am Morgen die Zelte nass zusammen packen. Auf der A7 fahren wir bis Marijampole und dann nach Süden auf die A5 zur Grenze nach Polen. Die Ausreise aus Litauen und die Einreise nach Polen geht schnell und reibungslos. In Augustow fahren wir nach Westen durch die Masuren bis Olsztyn. Die vielen Seen sind touristisch gut erschlossen und die Ursprünglichkeit, wie wir sie im Baltikum erlebt haben, ist hier nicht mehr vorhanden. Hier lohnt nur der Stopp für eine kleine Trink- und Esspause. Die Straßen haben tiefe Spurrillen aber sind wenig befahren und wir kommen gut vorwärts. Wir erreichen Turun noch am frühen Nachmittag und beschließen durchzufahren bis nach Bilsko. In Inowraklav verlassen wir die große Überlandstraße und fahren nach Westen über Zinn und Wagrowiec nach Rogozno. Ab Smalatulu fahren wir schon in der Dämmerung über einspurige Sträßchen und durch kleine Dörfer. Traktoren ohne Licht begegnen uns und fast hätten wir einen Fuchs überfahren, der gerade die Straße überqueren will. Völlig übermüdet erreichen wir gegen 22.00 Uhr in Bilsko das nun leere Haus von Edelgards Bruder, der mit seiner Familie wieder in Deutschland ist. Die Mopeds kommen in die Garage, wir holen nur unser Nachtzeug, essen und trinken noch etwas. Die Jungs haben noch etwas Lust, sich mit den gefahrenen Tracks und Fotos zu beschäftigen. Wir Mädels fallen übermüdet ins Bett.
Bielsko up down
In Bielsko Wir schlafen aus, frühstücken und bauen unsere nass eingepackten Zelte im Garten zum Trocknen auf. Es ist sonnig und trocken, aber die Hitze vom Anfang des Urlaubs ist weg. Wir sortieren das Gepäck, und kurz vor einem mächtigen Regenschauer können wir die getrockneten Zelte wieder zusammenpacken. Anschließend machen wir einen Einkaufsbummel und Ortsbesichtigung durch Bielsko. Edelgard hat einige Aufträge, verschiedene Lebensmittel und Zigaretten für die Familie, Freunde und für sich selbst mitzubringen. Nachmittags besuchen uns die Schwiegereltern von Edelgards Bruder mit ihrem anderen Enkelchen. Mit Händen und Füßen beschreiben wir in etwa unsere Reise und Zeigen am Laptop einige Bilder. Das ist der Vorteil der Digitalfotografie. Die Jungs spielen die verschiedenen Bilder noch gegenseitig auf den Laptop und Memorystick. Nach einem guten Essen mit frisch geräuchertem Fisch, Kartoffeln und Salat lassen wir den Tag ausklingen.
Bielsko - Blomberg (590 km) up down
Begegnung am Straßenrand Wir schlafen aus, packen das Nachtzeug zusammen und fahren nach Blomberg. Wir machen einen kleinen Umweg zu Baggers neuem Haus, das z.Z. noch im Rohbau ist. Hier gibt es noch einiges zu tun. Edelgards Mutter hat uns was gekocht, Liane und Bagger besuchen uns und wir lassen den Tag bei vielen Erzählungen und neuen Urlaubsplänen ausklingen.
Blomberg - Heidelberg (374 km) up
Nach einem ausgiebigen Frühstück packen wir zusammen und es geht Richtung Heidelberg. Wir machen noch einen kurzen Halt in Heppenheim bei Touratech-Mitte und kaufen einen neuen Deckel für die Alu-Box. Am Nachmittag erreichen wir Heidelberg.