FÈZ (1 Mio Einwohner) ist die älteste der vier Königsstädte und geistiges Zentrum des Landes. Neben der Al Azhar-Universität in Kairo ist die Kairaouyine Moschee die älteste islamische Universität. Seit 1976 steht sie mit der gesamten Altstadt von Fèz Al-Bali unter dem Schutz der UNESCO als Weltkulturerbe.

Fèz besteht aus 3 Stadtteilen:
  1. Ville Nouvelle (Neustadt aus der französischen Protektoriatszeit),
  2. Fèz Al-Jdied (von den Meriniden gegründet, mit dem Königspalast, Boujeloudgärten und der Mellah) und
  3. Fèz Al-Bali (ältester Stadtteil aus dem 9.Jh., umgeben von einer intakten Stadtmauer mit wunderschönen Toren, bestehend aus dem Gassengewirr und der Kairaouyine-Moschee).
Fèz Al-Bali liegt in hügeligem Gelände, die engen Gassen sind deshalb teilweise mit Treppen versehen. Daher ist der komplette Innenbereich für Autos nicht zugänglich. Alle Transporte zur Versorgung der Menschen, Märkte und Läden werden mit Eseln und Menschen vollzogen. Anders als Marrakesch gibt es nur wenige imposante Gebäude (wie die Kairaouyine und Andalusia Moschee, die Zawiya Mulay Idriss, der Königspalast und die Stadttore), die äußerlich im Stadtbild erkennbar sind. Viele wunderschöne Paläste, Madrasen , Funduks jeglicher Art, Gerber- und Färberviertel liegen versteckt in der Stadt mit unscheinbaren Außenfassaden. Der Reiz dieser Stadt liegt in den Souk-Gassen wie den beiden Hauptachsen Taala Kabiera (große Steige) und Taala Saghiera.(kleine Steige), den kleinen Läden (Hanuts), den Handwerker-Vierteln und den äußerst freundlichen (und nicht aufdringlichen) Menschen.
Einen guten Überblick über die Stadt kann man sich im Norden von einem Hügeln mit dem Borj Nord und im Süden von einem Hügeln mit dem Borj Sud verschaffen oder durch eine Stadtrundfahrt entlang der Mauer.

Die Stadtbesichtigung durch Fèz Al-Bali beginnt man am besten am Bab Boujeloud. Man gelangt über die Taala Kabiera oder Taala Saghiera über den Henna-Souk und den Kisserien zur Kairaouyine-Moschee und -Madrasa. Südlich dieser Moschee gelangt man zu dem Handwerker- und Färber-Viertel und südöstlich der Moschee am Fluß entlang zu den großen Gerbervierteln. Ein weiterer Höhepunkt ist der Bereich um die Andalusier-Moschee.

Die Tour durch Fèz Al-Jdied beginnt man am besten am Königspalast. Danach geht es an der rechten Flanke durch die breite Straße Rue Bou Khessissat an den Balkonhäusern vorbei bis links das mächtige Bab Semmarin kommt. Nach rechts geht es in das ehemalige Judenviertel, die Mellah und dem jüdischen Friedhof und links durch das Tor durch die Souk-Gasse Grande Rues de Fèz Al-Jdied entlang der Mauer des Königpalastes bis zur Makina mit den verschiedenen Toren . Von dort ist man gleich in den Boujloud-Gärten

Auch die Ville Nouvelle hat ihren Reiz, wenn man durch die breite Avenue Hassan II schlendert, mit den vielen Cafés und Einkaufsmöglichen in den alten Protektorats-Häusern.

Anreise, Unterkunft, Restaurants und sonstiges siehe Tipps

Stadtmauerrundfahrt:
(Kutsche/Taxi/zu Fuß, oder immer wieder Teilstücke)

Borj Nord oder Hotel Meridien / Meridien-Gräber:
Hinfahrt mit dem Taxi, zurück Rückfahrt laufen oder wieder Taxi. Das beste Licht zum Fotografieren ist am späten Nachmittag. Auch Nachtaufnahmen sind von hier beeindruckend.

Borj Sud:
Hinfahrt mit dem Taxi. Für die Rückfahrt Taxi warten lassen, da hier keine Taxis vorbeifahren oder laufen. Das beste Licht zum Fotografieren ist der frühe Morgen, aber auch der Nachmittag hat seinen Reiz.

Medina von Fèz Al-Bali:
Die Stadtbesichtigung durch Fèz Al-Bali beginnt man am besten am Bab Boujeloud. Hier läßt man sich mit dem Taxi hinfahren. Von der blauen Seite (Foto nachmittags) geht man durchs Bab und gelangt in den Fußgängerbereich auf die grüne Seite (Foto vormittags). 10 m später biegt man links und gleich wieder rechts in die Taala Kabiera ein. Sie ist die Hauptader, die das Bab Boujeloud mit dem Zentrum verbindet. Dieser quirlige Weg, der bergab zur Kairaouyine-Moschee führt, ist gesäumt von kleinen Hanuts, in denen gearbeitet und verkauft wird. Es werden Touristenartikel aber auch Dinge für den täglichen Gebrauch angeboten. Die Hanutbesitzer sind freundlich und nicht aufdringlich. In drangvoller Enge werden Transporte jeglicher Art und in jede Richtung durch vollbepackte Esel und Menschen durchgeführt.
Am Anfang der Taala Kabiera stützt ein Holzgerüst das alte Haus des Glockenspiels, von dem man nichts mehr erkennen kann. Rechts gegenüber liegt die von außen unscheinbare Madrasa Bou Inania, die nur durch das ebenfalls unscheinbare Tor (wenn geschlossen, läuft man meist vorbei) zu erkennen ist. Leider ist diese Madrasa sehr vom Verfall bedroht und man ahnt stellenweise nur noch ihre imposante Architektur. Trotzdem sehenswert und durch den Eintritt trägt man zur Erhaltung bei.
Rechterhand kommt man an der Moschee Cherabine vorbei, danach kommt der Touristen-Palast Palais de Merinides (rechterhand) der eine Besichtigung wert ist. Mittags werden dort die Touristenmassen abgefüttert (siehe auch Info Tipps). Kurze Zeit später mündet die Taala Saghiera ein und kurz danach beginnt der Henna-Souk. Hier sollte man rechts abbiegen und gelangt durch den Tischler-Souk zum Nejjarine Platz. Dort befindet sich der zierliche Nejjarine Brunnen und der 3-stöckige Nejjarine Funduk. Beide sind renoviert.
Im Funduk befindet sich ein Museum mit Holzstücken und Instrumenten. Eintritt 10 DH. Auf dem Dachgeschoß gibt es eine kleine Teestube und einen herrlichen Blick auf und über die Dächer von Fèz.
Zurück zur Taala Kabiera zweigt am Henna-Souk (linkerhand) ein Souk-Weg zum Bab Guissa ab. Entlang dieser lohnenswerten Gasse ist der Lebensmittel-Souk mit Gemüse, Fleisch (auch lebende Hühner) und Garküchen angesiedelt.
Bleibt man jedoch auf der Taala Kabiera, so kommt man direkt am Anschluß des Henna-Souks, auf den Attarine Souk, an dem linkerhand ein weiterer Touristenpalast, der Dar Saada, liegt. Dieser ist ebenfalls eine Besichtigung wert. Auch hier werden mittags die Touristenmassen abgefüttert. Jetzt beginnen rechts und links die Kisserien. In diesem Labyrinth, das mittags und nachts komplett verschlossen wird, gibt es Stoffe, Kleider, Babuschen usw. Hat man sich dort durchgewühlt und wieder die Taala Kabiera erreicht, liegt an deren Ende die Madrasa Attarine, eine Koranschule aus der Merinidenzeit. Der Besuch ist lohnenswert (Eintritt 10 DH), da Ihr Zustand besser ist als die der Bou Aninia.
Rechts neben der Madrasa Attarine liegt die Kairouyine Moschee selbst. Das Hauptportal ist meist geöffnet und den "Ungläubigen" sei ein Blick in den Moschee-Innenhof gegönnt. Man kann die Moschee umrunden, indem man die Gasse zwischen der Madrasa Attarine und der Moschee hindurch geht. Rechts gibt es (sofern das Tor geöffnet ist) wieder einen schönen Blick in den Innenhof der Moschee. Der Weg geht rechts an der Moschee entlang weiter. Links gibt es ein paar typsiche alte, nicht restaurierte Funduks, heute mit Läden für Touristen-Artikeln, aber nicht uninteressant. Rechts hat man (sofern das Tor geöffnet ist) einen weiteren Blick in das Innere der Moschee. Der Touristenpalast "Palais de Fèz", der gegenüber diesem Eingang liegt und von dem man den berühmten Blick in die Moschee von oben hatte, ist nicht mehr zu besichtigen, da er innen ausgebrannt ist. Die Renovierung wird wohl noch dauern. Weiter geht die Gasse wieder rechts um die Moschee herum und man gelangt auf den Platz der Kessel-Macher. Dieser Platz eignet sich zum Verweilen, ein Baum spendet Schatten und die Treppenstufen dienen als Sitzgelegenheit.
Geht man von hier wieder rechts um die Moschee herum aufwärts, gelangt man zurück zum Hauptportal. Geht man über den Platz die Stufen hinunter halbrechts in die kleine Gasse weiter, so erreicht man, gesäumt von Hanuts und linkerhand der Madrasa Seffarine (leider immer geschlossen), den Färber-Souk. Der dort gelegene Fluß ist nur durch die Brücken zu erkennen.
Geht man vom Platz der Kessel-Macher direkt links weiter, erreicht man das Gerberviertel. Einige Häuser bieten, gegen ein kleines Entgeld, die Möglichkeit, vom Dach einen lohnenswerten Blick von oben in die Gerberei (eine Besichtigung der Lederläden ist dabei zwangsläufig eingeschlossen).

Zurück kann man entlang der Kairaouyine Moschee und die Taala Kabiera oder Taala Saghiera zum Ausgangspunkt Bab Boujeloud. Oder entlang der Kairaouyine Moschee ein Stück über die Taala Saghiera über den Lebensmittel-Souk zum Bab Guissa. Oder weiter vom Färber-Souk über den Fluß zur Andalusia-Moschee und weiter zum Bab Ftouh oder Bab Khoukkha. An all diesen genannten Endpunkten kann dann der Weg zurück zum Hotel mit dem Taxi erfolgen. Die Beschreibung der o.g. noch nicht erklärten Wege folgt untenstehend.

Eine weitere lohnende Möglichkeit vom Bab Boujeloud ins Zentrum zu gelangen, ist der Weg durch die Taala Saghiera. Dazu geht man, ebenfalls von der blauen Seite kommend, durch das Bab Boujeloud hindurch. Die Gasse macht einen Knick nach rechts, vorbei an den kleinen Restaurants und besonders guten Teestuben, dann knickt die Gasse links ab, an einer Bank biegt man links in die Taala Saghiera ein. Auch diese Gasse geht bergab, gesäumt von Hanuts und belebt durch die Transporte der Esel und Menschen Richtung Zentrum. Am Anfang geht es an der Moschee Bou Inania vorbei und man kommt zum Touristen-Palast Palais Mnebbi. Eine liebevolle Führung in deutsch erklärt vieles über diese Art der alten Paläste in Fèz und deren Erhaltung. Auf dem Dach hat man einen Blick auf und über die Dächer der Altstadt. In der Nähe des Nejjarine Platzes trifft diese Gasse wieder auf die Taala Kabiera. Beide Strassen haben Ihren Reiz und man sollte, sofern die Zeit dazu besteht, durch beide schlendern.

In das Andalusier-Viertel mit der Andalusier-Moschee (die älteste nach der Kairaouyine Moschee) und der Madrasa Es-Sahrij kommt man am einfachsten, in dem man sich mit dem Taxi zum Bab Ftouh oder zum Bab Khouka fahren lässt. Ausgehend vom Bab Ftouh, das selbst sehr mächtig und imposant ist, geht man durch das Tor über den Platz halblinks. Dort gabelt sich die Strasse. Durch die linke Gasse erreicht man die Madrasa Es-Sahrij, durch die rechte erreicht die Andalusier-Moschee. Ausgehend vom Bab Khoukha geht man gerade aus bis zum Platz, dann halblinks hinauf und danach rechts Richtung Moschee.

Der neue Palast Palais de Fèz liegt am Bab el Jdied. Auf der Dachterasse, auf der auch ein Restaurant ist, hat man einen schönen Blick vom Süden auf die Stadt.

Die Tour durch Fèz Al-Jdied beginnt man am besten am Königspalast. Danach geht es an der rechten Flanke durch die breite Straße Rue Bou Khessissat an den Balkonhäusern vorbei, bis links das mächtige Bab Semmarin kommt. Nach rechts geht es in das ehemalige Judenviertel, die Mellah und zum sehenswerten Judenfriedhof. Links durch das Tor geht es in die Souk-Gasse Grande Rue de Fèz Al-Jdied. In dieser Souk-Gasse biegen immer wieder Innenhöfe und andere Souk-Gassen ab. Vorwiegend werden hier Stoffe, Kleider, Babuschen und Textilien verkauft. Von den Schneidern kann man sich aus dem erworbenen Stoffen alles nähen lassen und dabei zuschauen. Vorbei geht es an den beiden Moscheen El-Hamra (die rote, aber wo ist sie rot?) und an El-Beida (die weiße, wo ist diese weiß?) bis zur Makina und den Toren Bab Dekaken und Bab Es-Seba.Von dort kommt man gleich in den Boujeloud-Gärten. Diese Gärten sind etwas verwahrlost und auch die berühmten Wasserräder sind zerfallen.

Auch die Ville Nouvelle hat ihren Reiz, wenn man durch die breite Avenue Hassan II. schlendert mit den vielen Cafés und Einkaufsmöglichen in den alten Protektorats-Häusern.