Färoer-Inseln:
Die Färoer-Inseln liegen ca. 300 km nördlich von Schottland und ca. 430 km südlich von Island und bestehen aus 18 Inseln mit einer Fläche von 1.399 Quadratkilometern. Die Inseln sind vermutlich vulkanischen Ursprungs und die Landschaft ist von schroffen Felsen, tiefen, schmalen Fjorden und langgestreckten, tief eingeschnittenen Tälern geprägt.
Die Färoer-Inseln gehören politisch zu Dänemark, sind jedoch in vielen Bereichen autonom. Es leben ca. 45.000 Menschen dort, davon alleine 14.000 in der einzigen großen Stadt Torshavn auf der größten Insel Streymoy.

Island:
Island ist das jüngste Land und die zweitgrößte Insel Europas (entstanden vor 16-20 Mio. Jahren). Der noch immer aktive Vulkanismus verändert das Land und das Meer ringsherum stetig. Island liegt ca. 200 km von Grönland und ca. 800 km von Schottland entfernt auf den beiden Kontinental-Platten von Eurasien und Amerika. Die Fläche beträgt ca. 103.100 Quadratkilometer (die allerdings durch das Auseinanderdriften der Platten und auf Grund der Vulkanausbrüche stetig größer wird) und hat ca. 272.000 Einwohner, wovon ca. knapp die Hälfte in der Hauptstadt Reykjavik leben.

Das Land besteht aus 12.000 Quadratkilometer Gletscher, 3.000 Quadratkilometer Seen und 6.000 Quadratkilometern Lava sowie 4.000 Quadratkilometer Sandwüste.
Island besitzt den größten Gletscher Europas, den Vatnajökull (8.500 Quadratkilometer Eisfläche 500-800 Meter dick), den wasserreichsten Wasserfall Europas (100 Meter breit, 44 Meter tief), den Dettifoss, den größten Lavastrom Europas, den Odhahraun und den größten Dampfspucker Europas, den Geysir (60 Meter, sein kleiner Bruder Strokkur mit 20 Metern ist immer noch aktiv), der allen diesen Dampfspuckern der Welt seinen Namen gab.

Durch unsere Reise mit Motorrad und Zelt haben wir die Natur und die wunderschöne Landschaft mit den Extremen Feuer und Eis, Vulkanismus und Gletscher besonders intensiv erlebt.

Reiseverlauf:
Unsere Reise beginnt in Hanstholm (Norddänemark), wo man mit dem einzigen Fährschiff vom europäischen Festland aus, über die Färoer-Inseln nach Island gelangt (siehe auch Tipps).
Ein kurzer Aufenthalt von 1,5 Tagen (die Fähre sammelt in dieser Zeit Fahrgäste aus Bergen und den Shetlandinseln auf) lassen uns Zeit, die 2 Hauptinseln Streymoy und Eysturoy auf den Färoer-Inseln zu besichtigen, bevor das Schiff uns wieder aufnimmt und uns bei stürmischer See nach Island bringt.

In Island legt das Schiff in dem kleinen Hafenort Seydisfjördur an. Von dort gelangt man über einen kleinen Pass nach Egilsstadir, wo die Ringstrasse ("Inselautobahn") beginnt. Hier sollte man sich mit allem Notwendigen versorgen und den praktischen Führer über Camping-, Einkaufs- und Tankmöglichkeiten besorgen.

Unsere Rundreise beginnt in Egilsstadir und geht Richtung Süden an der Küste entlang zu den hübschen Fischerorten Djupivogur und Höfn (Campingplatz am Hotel). Ab Höfn schlängelt sich die Straße kilometerweit an dem riesigen Gletscher Vatnajökull vorbei, wo man immer wieder herrliche Ausblicke auf die Gletscherzungen hat.

Im Skaftafell Natinalpark (Campingplatz) erreicht man nach 30 min Fußweg den Svartifoss, der über senkrechte Basaltsäulen ("Orgelpfeifen") 10 m in die Tiefe fällt.

Die Ringstrasse verläuft nun mitten durch den Skeidhararsandur, welcher an der tiefsten Stelle von einer 900 m langen Brücke überspannt wird. Der Skeidhararsandur ist ein ebener und 60 km breiter Sander, der durch den Gletscherlauf 1996 bekannt wurde (haushohe Eisberge wurden durch den Ausbruch des Vulkans Barbunga und dessen Wassermassen Richtung Meer geschoben).

Am Gletschersee Jökulsarlon kann man den kalbenden Gletscher betrachten oder mit einem Boot zwischen den riesigen Eisbergen hindurch bis an Gletscherabbruch fahren.

Weiter geht unsere Reise, vorbei an dem Lavagebiet Eldraun, dem größten Lavafluss, der je aus einem Vulkan floss. Heute ist er mit Moosen und Steinpflanzen überzogen. Wir erreichen Hrifures mit der letzten Tank- und Versorgungsmöglichkeit, bevor man sich auf die Hochlandtor begibt. Hier sollte man sich auch nach dem Strassenzu- bzw. Wasserstand der Flüsse erkundigen.

Ab hier geht es über die schönste aller Hochlandpisten, der F22, nach Landmannalaugar. Diese Piste schlängelt sich zwischen den beiden Gletschern Vatnajökull und Myrdasjökull hindurch. Die Strecke ist nur mit geländegängigen Autos bzw. Motorrädern befahrbar, da neben dem schlechten Straßenzustand unzählige Flüsse durchquert werden müssen, die je nach Wasserstand unpassierbar sein können.

Gleich am Anfang der F22 gelangt man zur Feuerspalte Eldgja, die aus einem ca. 30 km langen, offen Graben besteht. In der Nähe befindet sich der Ofaerufoss, der in 2 großen Fallstufen in die Schlucht stürzt. 1993 ist die natürliche Brücke bei der Schneeschmelze eingestürzt.

Landmannalaugar, in dem Fjallabak-Naturschutzgebiet gelegen (Campingmöglichkeit), ist ein Gebiet mit Thermalquellen und grandioser Landschaft mit farbenprächtigen Gesteinen, moosbewachsenen Hängen und tiefblauen Kraterseen. Es ist ein Höhepunkt einer jeden Islandreise. Dementsprechend ist leider die Ruhe dahin und viele Touristen tummeln sich in dem warmen Fluss, der an einer Stelle Badewassertemperaturen aufweist, da sich dort eiskalte Gletscherfluten mit heißen Thermalquellen vermischen. Trotz Rummel ist dieses Gebiet und vor allem die Strecke dort hin und weiter Richtung Süd-Westen ein unbedingtes Muss.

Die Hochland-Piste F22 führt von Landmannalaugar weiter nach Westen, ebenfalls mit vielen Flussdurchfahrten, zum Zwillingswasserfall Hjaparfoss.

In dem Thermalgebiet um Selfoss, werden mit der Kraft des Vulkanismus in großen Treibhäusern Südfrüchte und Obst angebaut. Überall stößt man auf kleine Geysire und heiße Quellen, aus denen sich die Isländer, zum Teil sehr improvisiert, heißes Wasser und Energie ins Haus holen. Zu den wenigen historischen Gebäuden gehört der Pfarrhof Oddi und das Torfgehöft Keldur, das aus dem späten Mittelalter stammt. Die Wände sind aus Torf und Stein gebaut und die Dächer mit Steinplatten gedeckt.

Von hier geht es zu einer Rundfahrt auf die Halbinsel Reykjanes. Von den Thermalquellen in diesem Gebiet wird Reykjavik und die gesamte Halbinsel mit Energie versorgt. Die Blaue Lagune bei Grindavik, ist ein See, in dem das überschüssige heiße und schwefelhaltige Wasser des Kraftwerkes aufgefangen wird. Hier kann man in über 40 Grad heißem Wasser, mit einem surealistisch anmutendem dampfendem Kraftwerk im Hintergrund, baden.

Reykjavik (Campingplatz) ist mit ihren ca. 110.000 Einwohnern die nördlichste und eine der kleinsten Hauptstädte der Welt, jedoch in Bezug auf die Fläche pro Einwohner die größte. Die Stadt, am Südufer der Faxafloi-Bucht gelegen, lädt zu einem Bummel durch die Parks, am Stadtsee und zwischen den bunten Holzhäusern mit ihren Vorgärten ein. Auffallend und unübersehbar ist die große Hallgrimskirche, die neueren Datums ist und von dessen Turm man einen guten Blick auf die Stadt hat.

Nördlich von Reykjavik geht die Reise an den beiden Fjorden Hvalfjördhur und Borggarfjördhur zum Fischerort Borganes, wo man die Walfangstation besichtigen kann. Hier haben wir uns entschieden, statt in das Fjordgebiet auf der norwestlichen Halbinsel über Isafjödhur nach Norden zu fahren, die Hochlandpiste F37 zu nehmen. Deshalb geht es zurück ins Landesinnere in den Thingvellir-Nationalpark (Campingplatz) mit dem großen Thingvallavatn und der historischen Almannagja, der Allmännerschlucht. In dieser Schlucht versammelten sich die Goden, die hier vor 1000 Jahren Gesetze verkündet und Recht gesprochen haben.

Von hier geht es auf die Hochlandpiste zunächst nach Haukadalur (Campingplatz), in das Thermalgebiet des großen Geysirs. Der Große Geysir spuckte bis 1916 alle 15 min eine bis zu 60 m hohe Wassersäule aus. Er gab allen heißen Springquellen der Erde den Namen. Sein kleiner Bruder, Strokkur, ist noch aktiv und treibt alle 5-10 min eine 20 m hohe Wassersäule aus seinem Schlund. Hier erlebt man den Vulkanismus hautnah. Auch dies ist ein Muss einer jeder Islandreise und dementsprechend muss mit viel Rummel gerechnet werden.

Eine weitere Attraktion ist der knapp 10 km entfernte "goldene Wasserfall", der Gullfoss. Er bricht über 2 Stufen (1. Stufe 15 m, 2. Stufe 20 m) in eine 35 m tiefe Schlucht, die er in den letzten 10.000 Jahren 2,5 km lang und bis zu 70 m tief gegraben hat. Viele halten ihn für den schönsten Islands.

Über eine imposante Hochlandtour, der F37, geht es nach Norden zwischen den beiden Gletschern Langjökull und Hofsjökull hindurch. Auf dem Abstecher zum Sommerskigebiet Kerlingarfjöll, muss man noch mal eine tiefe Wasserfurt durchqueren.

Weiter auf der F37 gelangt zum Thermalgebiet Hveravellir (heißes Tal), wo blubbernde Schlammlöcher, Möchtegern-Geysire und Solfatarenfelder hautnah zu erleben sind.

Auf der Weiterfahrt wandelt sich die karge vulkanische Landschaft in grüne Wiesen, auf denen die berühmten Islandpferde grasen.

Im Norden angelangt, wo der Fluss Heradhsvötn in den Skagafjödhur mündet, liegt das guterhaltene Torfgehöft Glaumbaer aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Es besteht aus 9 Einzelhäusern und einer Kirche. Die Abdeckung des Daches mit Torf und dem daraufliegenden dichten Wurzelwerk aus Gras bilden eine verfilzte, wasserabweisende Schicht. Diese Bauweise wurde bis Anfang des 20.Jahrhunderts beibehalten.

Während die Nordküste am Skagafjördhur noch klar ist, hat sich der Eyjafjördhur nach Akureyri völlig in Wolken eingehüllt, so dass uns die größte Stadt des Nordens im Nebel verborgen bleibt.

Nur wenige Meter, wo die Ringstraße den Fluss Skjalfandanafljot mit einer Eisenbrücke überquert, stürzt der Götterfall (Godhafoss), mit enormen Wassermassen, 12 m in die Tiefe. Von dort erreicht man bald das beliebte Touristenziel, den Mückensee (Myvatn-See, Campingplatz). Hier laufen die eurasische und amerikanische Platte auseinander und die Region ist deshalb, wegen den allgegenwärtigen vulkanischen Vorgängen, Islands größte landschaftliche Attraktion. Kraterlandschaften, Solfatarenfelder, Lavafelsen, Kraterseen, Erdspalten und ein geothermisches Kraftwerk sind im näheren Umkreis zu besichtigen.

Lohnenswert ist eine Rundfahrt um den See, der Besuch von Dummiborgir (bizarre Lavatürme im See), Maar Viti (Kratersee mit smaragdgrünem Wasser), das geothermische Kraftwerk und das Gebiet um Krafla mit der berühmten Krafla-Spalte, die wegen akuter Ausbruchgefahr gesperrt war und die wir deshalb leider nicht besichtigten konnten.

Vom Myvatn-See aus gelangt man in den Jökulsargljufur-Nationalpark zu dem gewaltigen, etwa 45 m hohen Dettifoss. Er ist ca. 100 m breit und, mit einer Wasserführung von 200 Kubikmeter Wasser/Sekunde, der wasserreichste Wasserfall Europas.

Wir folgen dem Jökulsa Canyon, der größte Canyon Islands, nach Norden. Im Bereich des Dettifosses ist die Landschaft sehr rauh und wild, weiter nördlich verliert der Canyon an Höhe. Im berühmten Basaltsäulengebiet am Ufer des Jökulsa kann man die beiden Säulen Karl und Kerling bestaunen.

Auf der Halbinsel Tjörnes gelangt man zu dem malerisch gelegenen Fischerort Husavik (2.500 EW) mit bunten Häusern und einer ungewöhnlich gestalteten Kirche.

Zurück über den Myvatn-See, erst über die Ringstraße Richtung Osten, dann auf die F88 nach Süden abbiegen, die ins Landesinnere, teilweise am Jökulsa entlang, führt. Dann beginnt die schwarze Lavawüste, der Burfellshraun und der Odadhahraun mit unendlich scheinenden Lavafeldern in 500-700 m Höhe. Die meisten Laven sind über 5.000 Jahre alt. Auf der Fahrt bietet sich ständig ein Blick auf den schönsten Berg Islands, Herdhubreid (1682 m). Dort wo der Jökulsa wieder auf die Straße trifft liegt die Oase Herdhubreidarlindir. Hier sollte am eine kleine Wanderung durch den Canyon zum Wasserfall machen.

Auf Kies- und Sandpisten geht es weiter zur Kalderalandschaft des Askja (Campingmöglichkeit). Diese Kaldera umfasst 42 Quadratkilometer und könnte eine Stadt wie Neuss verschlucken. Der dort liegende kalte Kratersee Öskjuvatn(11 Quadratkilometer) in 1053 m Höhe ist mit 220 m Islands tiefster See und 1875 entstanden.

Daneben liegt der Vulkan Viti mit milchig grünem 35-38 Grad warmen Wasser, der beim gleichen Ausbruch entstanden ist.

Zurück geht es über die F98 an die Nordostküste zum guterhaltenen Torfgehöft Burstafell, das erst 1966 aufgegeben wurde und seither als Museum dient. Das Gehöft geht auf das Jahr 1532 zurück und wurde 1770 nach einem Brand neu errichtet.

An der Ostküste am Vopnafjödhur gibt es eine Kolonie von Papageitauchern, die an den Klippen brüten. Unentwegt stürzen sie sich ins Meer und kommen mit von kleinen Fischen gefüllten Schnäbeln zum Füttern ihrer Jungen zurück. Man braucht schon etwas Geduld, um die scheuen Vögel fotografieren zu können.

Der Hellisheidi-Pass ist über eine Schotterpiste mit 24% Steigung nur mit geländegängigen Fahrzeugen zu erreichen. Die Aussicht in die Bucht wird uns durch eine tiefhängende Nebelwand versperrt. Talwärts erreicht man Egilstadir, wo unsere Fahrt auf der Inselautobahn ihren Anfang genommen hat.

Bei einer Rundfahrt um den langgestreckten See Lagarfljot kann man einen Abstecher zum dritthöchsten Wasserfall Islands, dem Hengifoss, machen. Das Wasser fällt 118m tief über stark rotgefärbte Gesteinsschichten.

Von Egilstadir geht über den kleinen Pass nach Seydisfjödhur, wo sich auf dem Campingplatz alle, auf die Fähre wartenden Reisenden, treffen. Bis tief in die Nacht werden die erlebten Geschichten und Abenteuer untereinander ausgetauscht. Eine isländische Rockband, die ihre Songs zum besten gibt, untermalt die Abschiedsstimmung. Am nächsten Tag bringt uns die Fähre in 3 Tagen ohne Unterbrechung auf das europäische Festland nach Dänemark zurück.