Inhalt:
Allgemeines Literatur/Karten Straßenzustand
Motorrad Reisezeit/Temperaturen Veranstalter
Motorradtransport


Allgemeines:

Die hier durchgeführte Tour ist für den erfahrenen, gut trainierten Enduro-Fahrer geeignet. Die Tour kann auch mit Sozius bewältigt werden, ist dafür aber nicht ausgelegt.

Kirgisien kann ohne Probleme selbstorganisiert besucht werden. Das Problem ist der Motorradtransport. Eine uns bekannte Möglichkeit ist der Transport per Flugzeug (British Airways) nach Alma Ata in Kazachstan. Hier mußten 650 Dollar Bestechung für die Zollabfertigung bezahlt werden. Ob der Motorradtransport per Luftfracht nach Bishkek möglich ist, ist uns nicht bekannt. In jedem Fall muß in beiden Ländern aber mit ca. 1-2 Tagen Zollabfertigung gerechnet werden.

Ersatzkanister bzw. großer Tank sind erforderlich, da Tankstellen rar sind und oft nur Benzin von 76 Oktan zu bekommen ist. Die Menschen sind äußerst freundlich und stets am Motorrad interessiert. Nur wenige sprechen englisch, manchmal kann jemand deutsch, weil er als Soldat in der ehemaligen DDR stationiert war. Also geht die Verständigung über Lächeln und mit Händen und Füßen. Zelten kann man überall, wenn eine Yurte in der Nähe ist, sollte man mit Gesten um Erlaubnis fragen. Zeltplatz immer wieder sauber hinterlassen! Die Städte sind zumeist eintönig, dafür sind die Pässe, die Seen und das weite Land mit Menschen und Tieren sehenswert.

In China ist es nahezu unmöglich mit dem Motorrad ohne die entsprechenden Connections einzureisen. Die Chinesen im Gebiet um Kashgar sind zumeist Uighuren und Mongolen mit islamischer Kultur, eher Orientalen als die reservierten Ost-Chinesen. Sie sind freundlich, lächeln und sind etwas schüchtern. Die von der Regierung angesiedelten Han-Chinesen sind bei den Uighuren nicht besonders beliebt, besetzen aber die Schlüsselpositionen bei allen staatlichen Stellen. Nur wenige sprechen englisch, auch hier ist die Gestik gefragt.

Pakistan kann auch selbstorganisiert besucht werden. Hier bietet sich ebenfalls Luftfracht für das Motorrad an. Das Tankstellennetz in Nordpakistan ist nicht besonders gut, manchmal gibt es nur ein paar Liter, also Ersatzkanister oder großer Tank ist von Vorteil.

Die Hunza-Travel Agentur hinterließ bei uns einen guten Eindruck. Von ihr stammte das Begleitfahrzeug für unseren Deosai-Plains-Ausflug (sehr zuverlässig und gut durchorganisiert).

In Pakistan bietet sich eher die Hotelübernachtung an, da es in dem Gebirge am KKH kaum Möglichkeiten zum Zelten gibt. Bei der Fahrt zu den Deosai-Plains gibt es Hotels in Skardu und ansonsten auf den Plains herrliche Zeltmöglichkeiten.

Die Menschen (sprich Männer, da die Frauen sich nicht außer Haus aufhalten oder dann nur verschleiert) sind sehr kontaktfreudig und freundlich. Durch die Ortschaften sollte man langsam durchfahren und nicht durch Raserei die Leute provozieren. Die Kinder winken und kommen stets zum anhaltenden Motorrad gelaufen. In den großen Städten sprechen einige englisch, im Gebirge die verschiedenen, dem persischen verwandten, Urdu-Sprachen. Die Begrüßung „as-salaamu aleikum“ und die Antwort „uwa aleikum as-salaam“ bewirken Bewunderung und die Frage, ob man Urdu spricht. Diese kleinen Worte wirken sehr positiv.
Inhalt

Veranstalter:

Die Reise wurde von Nils Hallenberg von der Firma active-tours organisiert und durchgeführt.

Der ganze Papierkram wie Visa und Motorrad-Papiere (u.a. 23 Passbilder und Formulare für jedes Land in doppelter Ausführung) wurden für alle 4 Länder (Kasachstan, Kirgisien, China und Pakistan) von Herrn Hallenberg organisiert. Auch das scheinbar Unmögliche, mit dem eigenen Motorrad nach China einzureisen, mit Erstellung eines chinesischen Führerscheins, Zulassung des Motorrads in China incl. chinesischem Nummernschild wurde durch ihn arrangiert.
Ein Carnet de Passage für das Motorrad war nicht erforderlich. Vom Veranstalter wurde eine Gruppenbürgschaft gestellt. Durch das Fehlen eines Carnet gab es beim Rücktransport der Motorräder von Paktistan nach Deutschland Probleme.

Die Reise war mit Vollverpflegung, in Kirgisien mit Zeltübernachtungen und in China und Pakistan mit Hotel- oder Yurten-Übernachtung.

Als lokale Reiseveranstalter waren beteiligt:
ITMC Tien Shan Travel in Kirgisien, Xinjiang-Travel in China und Hunza-Travel in Pakistan.

Die Reise war, was nicht angegeben wurde, ein Prototyp. Daher stimmte das Preis-Leistungsverhältnis nicht, d.h. die Reise war viel zu teuer. Es gab viele Pannen und unnötige Unannehmlichkeiten. Auch wurden viele im Katalog genannten Eigenschaften der Reise und Versprechen, die von Nils Hallenberg im Vorfeld der Reise an die Reiseteinehmer gegeben wurden, nicht eingehalten:
Ein Gespräch der Reisegruppe mit dem Veranstalter Nils Hallenberg am 7.Tag der Reise zur Klärung dieser Punkte, brachte keine Besserung.
Das Verhalten von Herrn Hallenberg während der gesamten Reise lässt erwarten, dass diese Probleme auch bei künftigen Reisen auftreten werden.
Inhalt

Motorrad:

Die Strecke wurde auf einer völlig serienmäßigen BMW R80 GS, Baujahr 1991, Kilometerstand vor der Reise 76.500km gefahren. Vor der Fahrt wurde das Motorrad mit neuen Reifen, Metzeler Enduro 3, ausgestattet (eine etwas geländetauglichere Bereifung wäre besser gewesen).
Am Ende der Tour, nach ca. 4100km, war das Federbein, es war das erste und das Lenkkopflager defekt. Die hinteren Blinker sind auf der Wellblechpiste von der kirgisisch/chinesischen Grenze nach Kashgar abvibriert.
In Höhen über 3500 m nahm der Motor unter 3000U/min kein Gas mehr an und ging dann auch öfters einfach aus. Der hintere Reifen muss erneuert werden.
Inhalt

Motorradtransport (hin):

Der Transport der Motorräder wurde über active-tours mit der Spedition Milizer & Münch (M&M) in Stuttgart getätigt. Die Motorräder wurden 7 Wochen vor Reisebeginn, am 26.06.2000, in Stuttgart bei M&M verpakt. Die Paletten kamen von BMW und das bauen der Holzkisten wurde von den Teilnehmern selbst mit Hilfe eines Schreiners durchgeführt, der dies zum ersten mal machte. Die Kisten wurden dann in einen Container gepackt und per LKW und sibirischer Eisenbahn nach Bishkek, der Hauptstadt von Kirgisien, gebracht.

Inhalt

Motorradtransport (zurück):

Der Rücktransport der Motorräder sollte ebenfalls im Container erfolgen. Ab Islamabad per Bahn nach Karatchi, von dort per Seefracht nach Hamburg.

In Islamabad gab es dann Probleme bei der Verladung und mit der Zollabfertigung der Motorräder, die zum größten Teil vom Veranstalter verursacht wurden. Auf die Einzelheiten soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Der aktuelle Stand ist derzeit folgender:

24.09.2000:
Die Motorräder stehen seit dem 08.09.2000 in Islamabad beim Zoll (keine Carnet). Wenn der Zoll die Motorräder frei gibt, werden diese per Luftfracht nach Frankfurt gebracht.


Hier die Chronik der weiteren Ereignisse:
29.09.2000:
Brief von Nils Hallenberg, in dem der Transport der Motorräder für den 03.10.2000 angekündigt wird, wobei auf den in Islamabad vereinbarten Aufpreis für den Lufttransport nochmals 5% draufgeschlagen wurden. Die Motorräder sollen bis 06.10.2000 abgeholt werden, da sonst DEM 8 pro 24 Stunden Lagerhaltungsgebühren pro Motorrad bezahlt werden müssen.


02.10.2000:
Fax von Nils Hallenberg mit folgendem Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Schild,

soeben erhielten wir die Nachricht aus Pakistan, dass die Sendung wie mitgeteilt mit PK761 am 03.10.00 nicht geflogen wird, sondern erst mit einem späteren Flug. Um Teillieferungen (.. mit erheblichen Mehrkosten) zu vermeiden wurden die Frachtdokumente als eine geschlossene Sendung ausgestellt. Nach Bekanntgabe der neuen Flugdaten kommen wir in der Angelegenheit zurück. Wir bedauern diese Verzögerung.

Mit freundlichen Grüssen
Active Tours
Nils Hallenberg


05.10.2000:
Brief an Nils Hallenberg:
Da die versprochene Transportdauer von 10 Tagen nicht eingehalten wurde und auf Grund des Faxes vom 02.10.2000 auch mit einem baldigen Transport nicht zu rechnen ist, Frist von 14 Tagen gesetzt. Wird bis dahin das Motorrad nicht geliefert, wird Schadensersatz wegen Nichterfüllung in Form einer Nutzenausfallsentschädigung geltend gemacht.


12.10.2000:
Brief von Nils Hallenberg, undatiert, aus dem folgendes hervorgeht:
Es gibt immer noch Schwierigkeiten mit der Zollabfertigung. Der Agent von Hunza Travel bittet deshalb Nils Hallenberg nach Islamabad zu kommen und die Reisepässe der Reiseteilnehmer mitzubringen.
Nils Hallenberg will am 18. oder 19. Oktober fliegen und bittet um die Zusendung des Passes.


12.10.2000:
Reisepass an Nils Hallenberg gesandt.


14.10.2000:
Brief von Nils Hallenberg, undatiert, mit folgendem Inhalt:

Eine Bitte:
Falls vorhanden bitte Fotos von:
- den Motorrädern die sich jetzt in Islamabad befinden (8 Stck)
- mit irgend einem Hintergrund aus dem Zollhof in Sust
an mich schicken

Unter anderem diese Fotos, Originalpässe usw. werden bei einem Besprechungstermin bei General Parves Musharaf, Pakistan Army, vorgelegt.

Vielen, vielen Dank im Voraus


25.10.2000:
Der von mir im Schreiben vom 05.10.2000 gesetzte Termin ist ohne jede Reaktion von Seiten Nils Hallenberg verstrichen.
Angesichts der geänderten Situation nochmals einen Termin bis 05.11.2000 gesetzt und, da das Motorrad bis jetzt nicht eingetroffen ist, ab dem 21.10.2000 einen Nutzungsausfall von kalendertäglich DEM 60,00 geltend gemacht.


26.10.2000:
Brief von Nils Hallenberg:
Am 21.10.2000 wurden die Motorräder zolltechnisch geklärt und stehen nun in der Halle von PIA in Islamabad zum Transport bereit.
Die ersten zwei Motorräder sind bereits in Frankfurt angekommen. Die restlichen Motorräder sollen am 31.10.2000 in Frankfurt ankommen.


31.10.2000:
Anruf in Frankfurt bei M&M:
Es wurden keine Motorräder geliefert. Eine Lieferung erfolgt nur, wenn im Flugzeug Platz vorhanden ist. Da die PIA nur zweimal in der Woche die Strecke Islamabad Frankfurt in einem kombinierten Fracht/Passagierflug bedient, ist die entgültige Lieferung weiterhin offen.


08.11.2000:
Brief von Nils Hallenberg:
Die Motorräder sind nun in Europa. Drei Motorräder befinden sich in Manchester, die restlichen drei in Paris. Die Motorräder werden nun per LKW nach Frankfurt transportiert.
Erwartete Ankunft: Donnerstag 09. November 2000.


09.11.2000:
Anruf von M&M aus Frankfurt:
Das Motorrad ist in Frankfurt und kann abgeholt werden.



Inhalt


Straßenzustand:

Kirgisien:
Es gibt wenige Teerstraßen, die die großen Orte/Städte miteinander verbinden. Diese sind meist langweilig und durch viele Schlaglöcher nicht unbedingt empfehlenswert. Die meiste Strecke der Reise verlief auf loser Schotterpiste und festgefahrenen Schotterwegen. Zu rechnen ist stets mit größeren und kleineren Flussfurten.

China:
Die Straße von der Grenze nach Kashgar ist eine schlimme Wellblechpiste mit feinem Mehlstaub. Neben dem Gerüttel wird man von vorausfahrenden LKW´s eingenebelt und ein Überholmanöver wird zum Blindflug.
Vor und in Kashgar und auf der Strecke bis zum Kunjerab-Pass gibt es Teerstraße.

Pakistan:
Der KKH ist von der chinesischen Grenze bis Gilgit schlecht geteert und immer wieder gibt es durch Erdrutsche bedingte Schotterpassagen. Ab Gilgit bis Islamabad ist der KKH in relativ gutem Zustand.
Abstecher vom KKH nach Skardu: Teerstraße mit Schotterpassagen.
Strecke von Skardu auf die Deosai Plains: Anspruchsvolle Schotterpiste.

Inhalt

Reisezeit/Temperaturen:

Beste Reisezeit ist Juli bis September. Wir hatten, bis auf einen Vormittag, Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad Celsius mit herrlichem Sonnenschein-Wetter, nachts in 3 700m und 4 200 m gab es leichten Frost. Ein guter Daunenschlafsack mit leichter Thermo-Wäsche war ausreichend. In einer Motorrad-Gore-Tex-Kombi mit T-Shirt drunter kam man selbst in 4 700 m ins Schwitzen.
Trotzdem Thermo-Wäsche mitnehmen, es wird schlagartig kälter bei schlechtem Wetter und Regen.

Inhalt

Literatur/Karten:

Lonely Planet: Central Asia (Kirgisien, China .Region Xingjang)
Lonely Planet: Karakoram Highway (Nordpakistan und Kashgar)
Lonely Planet: Pakistan
Mai´s Weltführer 25: Pakistan


Folgende Karten geben einen guten Überblick:

Freytag & Bernd: Zentralasien     1:1 750 000
Kümmerly + Frey: GUS (Kirgisien, Kashgar, Nordpakistan)    1:5 000 000
Nelles Map: Himalaya     1:1.500 000

Inhalt