down
Öffentlicher Personennahverkehr in Kuba Kuba ist, mit ihren ca. 1250 km Länge und einer Breite von 160 km im Osten, bzw. 30 km im Westen, die größte und bevölkerungsreichste Insel der Karibik. Im Westen liegt der Golf von Mexiko, im Norden der Atlantik und im Süden das karibische Meer. Ihre Fläche von 110 922 km² (so groß wie alle neuen Bundesländer zusammen) erstreckt sich auf ein Gebiet, das durch die vielfältigsten Landschaftsbilder geprägt ist. Eine 7000 km lange Küstenlinie, faszinierende Landschaftsformen im Westen bei Vinales, im mittleren Südosten die Berge bei Trinidad, weiter im Südenosten die Sierra Maestra bei Santiago und ganz im Osten die tropischen Wälder bei Baracoa, sowie Kubas malerische alte Kolonialstädte sind die Höhepunkte einer Kubareise.
In Kuba leben ca. 11 Millionen Menschen, davon sind 65% Weiße, 10% Schwarze und 25% Mestizen. Die Hauptstadt ist Havanna, in der 2.163.130 Einwohner leben. 56% der Bevölkerung sind ohne Religionszugehörigkeit, 39% Katholiken, auch protestantische und jüdische Glaubensgemeinschaften gibt es. Die Landessprache ist spanisch, teils wird englisch in den Touristenorten gesprochen.
Die ehemalige spanische Kolonie Kuba wird 1901 unabhängig und 1902 zur Republik erklärt. Nach der Revolution1959 ist Kuba eine sozialistische Republik, die bis Februar 2008 vom Staatsoberhaupt Fidel Castro regiert wurde. Seit Februar 2008 hat Fidel aus gesundheitlichen Gründen das Amt an seinen Bruder Raúl Castro übergeben. Raúl lockert ein wenig das Leben und lässt Handys und private Computer zu. Der Zugang zum weltweiten Internet ist jedoch noch immer gesperrt.
Es gibt eine reiche Schicht, dann die Mittelschicht, zu der auch die meisten Casa Particular - Besitzer gehören, und die große Masse lebt sehr ärmlich. Vor allem im Osten und im Landesinnern erinnern die Lehm- und Strohhütten an die ärmlichen Gegenden in Afrika. Hier stehen keine Autos oder sonstige motorisierte Fortbewegungsmittel vor der Tür. Die Menschen gehen zu Fuß, wenige haben ein Fahrrad oder einen Ochsenkarren. Die „Busse“ der Bevölkerung sind LKW's oder Traktoren mit Anhänger, in denen die Menschen wie Vieh zusammengepfercht stehend transportiert werden. Die Pflüge werden teils von Menschen gezogen, nur selten gibt es einen Ochsen davor. Die berühmten alten Autos gibt es eigentlich nur in Havanna, Trinidad und Santiago.
up down
Frankfurt - Varadero (8050km) up down
In Kanada liegt noch Schnee Abflug um 15:00 Uhr von Frankfurt und Ankunft in Varadero um 19:30 Uhr. Passkontrolle und Zoll gehen zügig und ohne Probleme vor sich, tauschen 200 Euro und fahren für 40 CUC mit dem Taxi zum Hotel Oasis 1820. Wir bekommen unser All-inclusive-Bändchen angelegt, beziehen das Zimmer und schauen noch am Abendbuffet vorbei. Der Speisesaal sieht wie eine Bahnhofshalle aus und das Essen und die Getränke sind von niedriger Qualität. Am Pool ist Animation mit Salsa - Tanzkurs. Wir sind übermüdet und legen uns ab.
Varadero - Havanna (142km) up down
Übermütige Jugenliche am Melecon Das Frühstück ist o.k. und wir schauen uns danach noch kurz den Strand an. Dann rufen wir bei Cuba-Car an. Wir werden abgeholt zu einem anderen Hotel, zahlen 35 CUC für den vollen Tank, 3 CUC pro Tag für den 2. Fahrer und 10 CUC Versicherung. Um 11.00 Uhr haben wir dann unser in Deutschland vorbestelltes Auto, packen unsere Koffer hinein und fahren über Mantanzas an der Küste entlang Richtung Havanna. Wir halten für eine kurze Fotopause am Mirador mit Blick auf die hohe Brücke an. In Cojimar finden wir nur mit Hilfe des GPS die Hemingway Statue. Dann erreichen wir durch den Tunnel die Altstadt von Havanna. Auf dem Parkplatz Übermütige Jugenliche am Melecon beim Kloster von Francisco Assisi weist man uns in einen so engen Parkplatz (10 CUC für 2 Nächte) ein, so dass die Türen nicht mehr zu öffnen sind. Ich klettere aus der Heckklappe raus. Über ein kurzes Stück Kopfsteinpflaster in der Fußgängerzone erreichen wir das Hostal Valencia. Es ist ein nettes kleines Hotel mit Innenhof, gebaut wie ein marokkanisches Riad. Nach einer kurzen Pause durchstreifen wir die Gassen der Altstadt. In der Fußgängerzone der Obispo sind viele Touristen, entsprechende Läden und aus jeder Bar schallt die typische Kuba-Musik. Schrill bunt gekleidete alte Damen mit falschen Zigarren hoffen auf ein bezahltes Foto. Am Capitol kann man viele gut erhaltene alte Ami-Schlitten bewundern und fotografieren. Mit dem Coco-Taxi lassen wir uns zum Platz der Revolution fahren und anschließend wieder am Capitol absetzen. Wir durchstreifen nun die Nebengassen, die von den üblichen Touristen nicht begangen werden. Hier sind die Häuser sehr stark verfallen, und durch die offenen Türen und Fenster hat man einen erschreckenden Einblick in die Armut des Volkes. Durch die Paseo Marti wandern wir zum Castillo de San Salvador. Jugendliche springen dort ins Meer. Wir fotografieren einige beim Sprung und zeigen Ihnen dann die Fotos. Das spornt sie an, immer wieder zu springen und sich die Fotos anzusehen. Im Hotel essen wir eine Paella und werden dabei von einer Flamenco-Gruppe mit Musik und Tanz unterhalten. Dann wandern wir noch einmal durch die nächtlichen Gassen und in jedem Restaurant und jeder Bar spielt eine Band die obligatorischen Kuba-Lieder. Es herrscht ein „Buana Vista-Social Club-Feeling“
Havanna up down
John Lennon Denkmal Während wir frühstücken, kommt der Parkplatzwächter. Wir müssen das Auto wegfahren, da hier ein Baukran hin soll. Ich steige ins Auto, aber es springt nicht an. Die Batterie ist komplett leer. Gestern sind wir nach dem Tunnel mit angeschaltetem Licht hier angekommen und dann rückwärts aus dem Auto geklettert. Ich habe vergessen das Licht auszumachen. Die dünn strahlenden Rücklichter sind uns da nicht aufgefallen. Wir schieben das Auto weg und der Parkplatzwächter mit seinen Gehilfen organisieren ein abenteuerliches Kabel mit dessen Hilfe wir über die Batterie eines andern Autos unseres wieder in Gang bringen. Während der Motor weiterläuft, hole ich schnell die notwendigen Karten, Reiseführer und GPS aus dem Hotel und wir fahren hoch zur Fortaleza San Carlos und parken so, dass das Auto anrollen kann. In der Festung ist eine Reisemesse. Leider sind dadurch die Innenhöfe mit bunten Ständen, Reklame und Schirmen verstellt. Aber der morgendliche Blick auf die Altstadt ist grandios.
Das Auto springt ohne Murren wieder an und wir fahren entlang des Malecon noch einmal zum Plaza de la Revolution und weiter zum John Lennon Denkmal und anschließend zurück zum Hotel. Nach einer kurzen Pause laufen wir zum Kathedralenplatz und zu den beiden Stammkneipen Hemingways. Auch hier gibt es wieder Live-Musikgruppen und das Abendessen nehmen wir in einem Restaurant an der Obispo ein. Zurück Richtung Hotel spielt wieder in jeder Bar und in jedem Restaurant eine Band mit den immer gleichen Liedern. Im Hotel gibt es wieder die Flamenco-Gruppe, der wir bei einem Getränk noch ein wenig zuhören.
Havanna - Playa Larga (194km) up down
Absacker im Hof Mit Hilfe des GPS finden wir zügig den Weg aus Havanna raus Richtung Santa Clara, allerdings nicht auf der Autobahn sondern so weit es geht auf der parallelen Nebenstrecke durch die Dörfer. Nach San Nikolas geht es dann auf die Autobahn. Sie ist leer, aber es gibt Esel- und Ochsenkarren, Bushaltestellen mitten auf der Bahn und viele trampende Menschen. An einer Polizeikontrolle werden wir dazu aufgerordert, ein junges Mädchen mitzunehmen. In Jagüey Grande lassen wir das Mädchen raus und fahren von der Autobahn ab, Richtung Süden nach Playa Larga. An der Tauchbasis erfahren wir, dass das einzige Hotel seit 2 Jahren wegen Renovierung geschlossen ist. In dem kleinen Nest gibt es nur wenige Unterkünfte. Der Tauchguide vermittelt uns zu einem Casa Particular und Günter macht für den Nachmittag noch einen Tauchgang aus. Wir beziehen das Zimmer und nach einer kurzen Pause fahren wir zur Tauchbasis. Der Tauchguide lädt selbstverständlich seine Tauchutensilien in unser Auto und ich fahre die beiden ca. 16km entlang der Schweinebucht nach Süden (siehe auch Website Tauchsportclubs Leimen e.V.). Während die beiden tauchen, schwimme und lese ich ein wenig. Dann geht es zurück, wir laden den Tauchguide an der Tauchbasis ab und fahren zu unserer Unterkunft. Im Innenhof gibt es alles, um die Tauchutensilien auszuwaschen und aufzuhängen. Wir sitzen dann zusammen mit unserer Gastfamilie im Innenhof, unterhalten uns mit etwas englisch, Spanischlexikon, Händen und Füßen. Es werden kleine Leckerbissen und natürlich Rum angeboten. Abends erhalten wir Lobster mit Reis, Salat, Gemüse, Obst und Getränke. Anschließend gibt es noch mal zusammen mit der Familie einen Absacker im Hof, bis uns die Moskitos zu arg werden.
Playa Larga up down
Schweinefüterung Wir fahren wieder zur Tauchbasis. Diesmal fährt der Tauchguide mit seinem eigenen Kleinbus. Es gibt noch zwei Schnorchler und einen weiteren Taucher. Wieder geht es ca. 23km Richtung Süden der Schweinebucht entlang. Am gestrigen Tauchplatz steigen die Schnorchler und der andere Taucher aus. Wir fahren noch weiter Richtung Süden. Während die beiden wieder tauchen verbringe ich diesmal die Zeit mit Schnorcheln. Dann fahren wir zum 2. Tauchspot und haben ein wenig Pause, ruhen uns im Schatten auf den Liegen aus. Nach dem 2. Tauchgang geht es zurück und wir sammeln unterwegs die Leute von heute Morgen wieder ein. An der Tauchbasís gibt es eine Bar, an der wir noch etwas trinken. Anschließend fahren wir zurück zu unserem Casa Particular.
Nach dem Auswaschen der Tauchutensilien sitzen wir wieder im Innenhof. Dann zeigen uns unser Herbergsvater Pipi, seine Tochter und sein Enkel ihren Garten und ihre Schweinefarm. Die Tochter, die ein wenig englisch spricht, fragt uns dann, ob wir mit Ihren Eltern heute Abend zur Disco fahren könnten. Also geht es nach dem wieder leckeren und reichlichen Abendessen zur ca. 30km entfernten Karaoke-Disco. Die 5 CUC Eintritt zahlen unsere Herbergseltern. Wir sitzen am Tisch und neben Bier und Limo wird von Pipi eine Flasche Rum auf den Tisch gestellt. Lautstark spielt man westliche Popmusik. Der Tisch füllt sich mit leeren, von Günter und Pipi getrunkenen Bierdosen. Zwischendurch lädt Pipi hier und da ein paar Männer auf ein Glas Rum ein und versucht sich bei der lauten Musik zu unterhalten. Diese Männer, in ihren Anzügen und mit Goldkettchen behangen, sehen etwas mafiös aus. Hier werden wahrscheinlich die notwendigen Freundschaften aufrechterhalten und evtl. neu geknüpft. Die Musik wechselt dann zur kubanischen Rap- und Popmusik und wird immer lauter. Die jungen Leute tanzen und die aufreizend angezogen Mädels reißen sich die Jungs auf. Schließlich wechselt die Musik zur allgemeinen, auch in Europe üblichen, Disco-Musik und ist nun ohrenbetäubend laut geworden. Eine Unterhaltung ist nun völlig unmöglich.
Nachdem mit allen wichtigen Männern ein Glas Rum getrunken wurde, gibt Pipi das Zeichen zum Aufbruch und es geht zurück nach Playa Larga. Dort geht es erst noch zum Getränke-Kiosk. Hier wird noch ein Sixpack Bier mitgenommen, das vor dem Haus auf der Veranda, zusammen mit der Tochter, dem Schwiegersohn und uns vernichtet wird.
Playa Larga - Trinidad (246km) up down
Musiker in Trinidad Nach dem reichhaltigen Frühstück und dem Zusammenpacken verabschieden wir uns herzlich. An der Küste entlang geht es nach Playa Giron. Ab hier beginnt eine ca. 37km lange üble Schlagloch-Teer-Schotterpiste. Erst in Yaguarramas wird die Straße wieder besser. In Cienfuegos besichtigen wir den maurischen Palast und die St. Marti Plaza. Anschließend fahren wir an der Bucht entlang zum Leuchtturm beim Playa Rancho Luna mit Blick auf die gegenüberliegende Burg. Auf einer kleinen Straße geht es nach San Anton und von dort nach Süden an der Küste entlang nach Trinidad.
Das von Pipi vorgeschlagene Casa ist voll, aber wir finden ein anderes nicht weit entfernt. Nach einer kurzen Pause klettern wir auf den Glockenturm des ehemaligen Franziskanerklosters. Von hier hat man einen guten Rundblick über Trinidad und zu den Bergen. Rund um den Plaza Mayo stehen viele alte Kolonialgebäude. Auf den Treppenstufen vor dem Casa de la Trova spielt eine Life-Band. Hier setzen wir uns auf die Treppenstufen und hören zu. Nachdem sie aufgehört hat zu spielen ist auch Zeit fürs Abendessen.
Wir duschen, essen und gehen dann noch mal kurz auf den Platz vor dem Casa de la Trova. Hier spielt wieder eine Life-Band, der wir noch einige Zeit zuhören.
Trinidad - Topes de Collantes - Trinidad (180km) up down
Straße in den Topes de Collantes Nach dem Frühstück fahren wir in die Bergwelt des Nationalparks von Topes de Collantes. Die Straße schlängelt sich in Serpentinen zum Mirador auf 750m hoch. Vorbei am Kurhotel fahren wir bis Manicaragua und biegen dort auf die kleine Straße nach Westen Richtung Cienfuegos ab: Die Teerstraße durch die bewaldete Bergwelt ist mit vielen Schlaglöchern versehen. In Cumanayagua biegen wir nach Süden ab und stoßen auf die Hauptroute Richtung Trinidad. Da wir diese Straße gestern schon gefahren haben, biegen wir gleich wieder ab auf die im GPS ausgearbeitete Route über eine kleine Straße durch die Berge nach Osten. An der Abfahrt gibt es eine Polizeikontrolle und unser Nummerschild wird aufgeschrieben. Kurz danach nehmen wir noch einen Bauern mit, der bis kurz vor Mayari mitfährt. Bis hierhin ist die kleine Teerstraße trotz vieler Schlaglöcher noch relativ gut Hat sich tapfer geschlagen befahrbar. Dann wird sie extrem schlecht, geht in eine Wellblech-Schotterpiste über und wird dann zur ausgewaschenen Piste. Steile Auf- und Abfahrten mit tiefen Rinnen und dicken losen Steinen warten auf uns. Wir überlegen schon, ob wir nicht besser umkehren. Das GPS zeigt nur noch 20km Luftlinie bis zum Kurhotel von heute Morgen. Die Piste teilt sich mehrfach und trotz GPS-Führung sind wir nicht ganz sicher, ob wir noch richtig sind. Wir müssen dicke Steine wegräumen und zirkeln im Schneckentempo über die Schotterpiste. Dann stehen wir vor einer Abzweigung, wo uns unser GPS auch nicht mehr mit der Richtungsangabe weiterhelfen kann. Jetzt geht auch der Tacho am Auto nicht mehr. Na ja, wir haben ja unser GPS, das sowohl die Geschwindigkeit als auch die Kilometer anzeigt. Nur 8km trennen uns noch vom Kurhotel und Teerstraße. Wir nehmen die etwas „besser“ aussehende Piste. Sie führt uns hinab zu einem geschlossenen Hotel und endet dort. Also geht es den steilen Berg wieder hinauf und dann doch auf der schlechten Piste weiter, die uns dann nach einigen sehr steilen Auf- und Abfahrten und zirkeln um Steine und durch Furten zur Teerstraße bringt. Das kleine Auto hat die Allradpiste geschafft.
In Trinidad angelangt, sucht Günter den Stecker des Tachometers, der sich vielleicht bei der Allradpiste gelockert hat, findet ihn aber nicht. Der Sohn unser Pension versucht Cubacar in Varadero anzurufen aber leider geht keiner ans Telefon. Hier in Trinidad haben wir keine Adresse oder Telefonnummer. Dann fahren wir eben ohne Tachometer, wir haben ja das GPS, das auch die Geschwindigkeit anzeigt. Das ist wichtig, denn es gibt viele Geschwindigkeitskontrollen unterwegs.
Es ist schon Zeit fürs Abendessen und danach gehen wir wieder zur Treppe vor dem Casa de la Trova. Wir bekommen noch einen kleinen Teil von einer Band mit, dann beginnt ein Schnulzensänger. Da verziehen wir uns doch lieber in unser Casa.
Trinidad - Camagüey (259km) up down
ÖPNV auf Kuba Nach dem Frühstück erhalten wir noch viele Adressen zum Übernachten und fahren durch schöne Palmenhaine und Wald nach Sancti Spiritus. Dort durchstreifen wir das nette Städtchen zu Fuß und fahren dann über Jatibonico und Ciego de Avila weiter zügig nach Camagüey. Auf der ganzen Strecke sehen wir keinen alten Ami-Schlitten auf der Straße, Individalverkehr gibt es so gut wie keinen, nur ein paar Fahrräder. Pferdefuhrwerke und LKW’s, auf deren Ladefläche die Menschen wie Vieh zusammengepfercht stehen, ersetzen den öffentlichen Nahverkehr.
Wir sind gewarnt worden, dass es in Camagüey viele Schlepper gibt. Und tatsächlich haben wir am Anfang der Stadt gleich mehrere auf dem Fahrrad neben uns, die uns alle signalisieren, wir sollen hinter ihnen her fahren. Da unsere neue Adresse parallel zu einem eingespeisten Punkt im GPS ist, können wir zügig durch die Stadt navigieren und hängen alle Schlepper schließlich ab. Vor dem Casa steht ein Mann mit einer Visitenkarte des Hauses und erklärt uns, dass es voll wäre. Er soll uns im Auftrag der Senora zu einer Freundin des Hauses bringen. Irgendwie kommt er uns komisch vor und ich will dennoch klingeln. Er lässt mich nicht an die Klingel und beteuert immer wieder, er solle uns in eine andere Unterkunft bringen, dieses Casa wäre voll. Mit Mühe schiebe ich ihn weg und klingle dennoch. Der Mann verschwindet sofort und im Haus freut man sich schon auf unsere Ankunft. Wir werden erwartet, denn Senora Rosa aus Trinidad hat schon unsere Ankunft telefonisch angekündigt. Ich erzähle mit Händen und Füßen, was sich vor der Türe abgespielt hat und man ist entsetzt über die dreiste Form, Kunden abzuschleppen.
Nach dem Willkommensgetränk bringen wir das Gepäck ins Zimmer und das Auto wird in eine Privatgarage gebracht. Nach einer kurzen Pause laufen wir durch die Stadt mit ihren Kolonialgebäuden und imposanten Kirchen. Unterwegs gibt es einen kurzen, heftigen Regenguss. Danach geht es zurück zu unserer Unterkunft. Nach dem leckeren und reichhaltigen Abendessen, genießen wir noch den kleinen schönen Garten. Die Senora bemüht sich, langsam spanisch zu sprechen und so können wir noch ein wenig über unsere Reise in Kuba „reden“. Mit meiner Idee, französische Wörter spanisch auszusprechen kann ich mich erstaunlich gut verständlich machen.
Camagüey - Manzanillo (325km) up down
Im Zentrum von Manzanillo Nach dem reichhaltigen Frühstück gibt es einen herzlichen Abschied und natürlich wieder neue Adressen für die folgenden Stationen unserer Reise.
Zügig geht es über Las Tunas nach Bayamo. Die Gegend und Ortschaften werden immer ärmlicher, die Menschen arbeiten auf den Feldern ohne technische Hilfsmittel, motorisierte Fahrzeuge fehlen fast vollständig. Der Pflug oder der Karren werden von Ochsen gezogen, manchmal ziehen auch die Menschen selbst die Pflüge.
Von Bayamo fahren wir auf kleinen Straßen nach Manzanillo. Hier gibt es eine Abfahrt mit Hinweisschild zu dem Küstenort Marea del Portillo, unserem nächsten Ziel. Wir hatten unsere Route dort hin eigentlich anders geplant, aber wenn er hier so groß ausgeschildert ist, könnten wir ja eigentlich diese Strecke fahren. Bis zum Flughafen ist die Straße groß und gut ausgebaut, dann wird sie immer schlechter, mit vielen Schlaglöchern und nach 24km hinter Manzanillo wird sie zur Schotterpiste. Wir kommen nur noch schlecht voran und nun sind an den Abzweigungen auch keine Hinweisschilder mehr. An einer Abzweigung ist die Straße so ausgewaschen, dass wir beschließen, zurück nach Manzanillo zu fahren, denn bei dem Straßzustand und mit diesem Auto erreichen wir im Hellen auf keinen Fall mehr die Küste.
Wir haben zwar eine Adresse in Manzanillo, aber keinen Stadtplan und keinen Punkt im GPS. Im Stadtzentrum frage ich dann beim Museum nach der Straße. Die Dame kennt die Straße nicht, aber sofort ist ein junger Mann zur Stelle und weiß den Weg. Es ist schon früher Abend und es wird bald dunkel und so nehmen wir den „Schlepper“ diesmal in Kauf. Er heißt Eugenio und spricht gut deutsch und führt uns zu der gesuchten Adresse. Die Senora aus Camagüey hatte angerufen und unser Kommen angekündigt, aber leider ist das Zimmer belegt. Eugenio führt uns zu seiner Tante, die sogar 2 Zimmer zu vermieten hat. Eugenio und wir werden herzlich empfangen, doch leider sind diese Zimmer auch belegt. Es ist wirklich seine Tante, wie ich aus ihren Gesprächen miteinander heraushören kann. Wir sind halt spät dran und in Manzanillo gibt es nur 8 Casa Particulares. Die Tante telefoniert die anderen Adressen noch durch, aber leider ist alles voll. Wir machen aber hier das Abendessen klar und Eugenio begleitet uns bis zum einzigen Hotel „Guacanayobo“, das etwas außerhalb am Plaza de la Revolucion liegt. Eugenio möchte kein Geld, aber ich gebe ihm Fahrgeld für das Taxi zurück zur Stadt.
Im Hotel empfängt uns wieder die Unfreundlichkeit der staatlichen Touristeneinrichtungen. Das Zimmer kostet 43 CUC inklusive Frühstück. Nachdem wir unsere Koffer mal wieder selbst hoch geschleppt haben, beziehen wir das passable Zimmer. Dann fahren wir zurück zur Stadtmitte, zum Hauptplatz. Nach einem kurzen Rundgang geht es zurück zur „Tante“, deren Adresse wir nun Dank GPS leicht zurückverfolgen können. Dieses ist das einzige Casa Particular, das wir kennengelernt haben, das von dunkelhäutigen Kubanern geführt wird. Das Abendessen ist etwas einfacher als sonst aber gut und Eugenio kommt auch dazu. Er ist interessiert, sich mit uns zu unterhalten, mehr über Deutschland zu erfahren und seine deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern. Er arbeitet in der Hotelbranche und beantwortet nur ängstlich und zögernd unsere Fragen zur politischen Lage in Kuba. Er kann bis zu 20 Jahren Gefängnis für seine Antworten erhalten. Er hat deutsche Freunde, denen er einen Brief geschrieben hat. Er bittet uns, diesen mitzunehmen und ihn in Deutschland zu versenden, da er sich das Porte nicht leisten kann. Wir gehen mit ihm nach Hause, um den Brief zu holen. Hier erwartet uns die Armut der schwarzen Kubaner: ein abbruchreifes Haus, mit breiten Rissen in der Fassade und mit Balken abgestützt. Es steht nur noch der fordere Teil, der hintere ist beim letzten Hurrican zusammengebrochen. Innen sind keine Zwischendecken und Trennwände mehr vorhanden. Der Blick nach oben geht direkt durchs löchrige Dach zu den Sternen. Hier wohnt Eugenio zusammen mit seinem kranken Onkel in einem abgetrennten Holzverschlag. Sein ganzes Hab und Gut passt locker in unseren kleinsten Koffer. Auf der anderen Seite der Holzwand lebt noch eine Familie. Diesen Einblick bekommt man als Tourist gewöhnlich nicht zu sehen. Wir nehmen den Brief mit, verabschieden uns, tauschen unsere Mailadressen aus und wir versprechen, uns von Deutschland aus zu melden. Dann geht es zurück in unser Hotel.
Manzanillo - Santiago de Cuba (266km) up down
Auf der Küstenstraße Nach dem Frühstück bezahlen wir unser Zimmer und es geht zügig auf guter Straße über Media Luna, unserer GPS-Route folgend, nach Pilon. Die Überquerung der Sierra am westlichen Ende ist nicht sonderlich spektakulär, aber die Straße ist in Ordnung und wir kommen gut voran. In Pilon ändert sich der Straßenzustand drastisch. Die komplette Küstenstraße bis Santiago ist vom letzten Hurrican stark zerstört und nicht wieder repariert worden. Teils ist sie komplett weggerissen und wir fahren über dicke Steine und Geröll im Zickzackkurs an der Küste entlang. Entschädigt werden wir durch die spektakuläre Aussicht auf die Sierra und die Küste. Bei einer Brücke sind die Stützpfeiler eingeknickt und wir sind nicht sicher, ob wir darüber fahren sollen. Es kommt uns auch kein Auto entgegen, Defekte Brücke aber wir probieren es trotzdem, was bleibt uns anderes übrig?
Erst etwa 10 km vor Santiago wird die Straße besser. Nach 6 Stunden Fahrt erreichen wir dann Santiago. Es dauert etwas, bis wir durch das Einbahnstraßengewirr endlich unser Casa Particular erreichen. Der Sohn spricht englisch und wir beziehen das Zimmer zur Straße, das auch einen eigenen Eingang hat, das zweite Zimmer ist ebenfalls belegt.
Unser Tachometer geht ja schon seit Trinidad nicht mehr und wir fahren zum Hotel Santiago de Cuba, wo wir Cubacar finden. Der Mechaniker findet sofort den versteckten Tachometersensor, der sich wirklich nur gelockert hatte. Also hat sich das Problem schnell gelöst und wir fahren in die Stadt zurück und parken am Plaza de Dolores. Von hier aus erkunden wir die Altstadt. Ständig will uns ein selbsternannter Führer die Stadt zeigen. An der Kathedrale betteln viele Frauen nach Seife oder Geld.
Nach der Besichtigung geht es zurück zu unserer Unterkunft, duschen und Abendessen im Garten. Eigentlich kann man zu Fuß zum Casa de la Trova laufen, aber meine Füße sind kaputt, so fahren wir wieder zum Plaza de Dolores, fotografieren die angeleuchteten Gebäude und natürlich die Kathedrale und laufen zum Casa de la Trova. Die Fenster sind offen und man kann die Musikgruppe von außen genießen. Es ist wieder die übliche Musik und einige Paare tanzen dazu. Ab 22:00 Uhr werden die Fensterläden geschlossen und es kostet Eintritt. Wir fahren zurück und legen uns schlafen.
Santiago - El Cobre - Santiago (65km) up down
Kolibri Nach dem Frühstück fahren wir zur Kathedrale von El Cobre. Früh morgens liegt sie in sehr schönem Fotolicht. Vorbei an den „Parkeinweisern“ unten am Berg fahren wir bis vor die Kathedrale. Hier kann man kostenlos parken. Im Innern besichtigen wir die berühmte „schwarze Madonna“ und fahren anschließend zu dem im Nordwesten von Santiago gelegenen Friedhof „Santa Ifigenia“. Hier liegen einige berühmte Kubaner wie Jose Marti und Manuel de Cespedes in riesigen Mausoleen. Es ist interessant die reich verzierten Grabanlagen in Marmor zu besichtigen. In der Stadt genießen wir im Cafe vom Plaza de Dolores ein kaltes Getränk und schauen dem Treiben zu. Anschließend fahren wir den gut ausgebauten und beschilderten Weg zur Festung El Morro hinaus. Die Sonne brennt hier erbärmlich heiß und so fällt die Besichtigung entsprechend kurz aus.
Zurück zur Stadt zum Plaza de Dolores nehmen wir die kleine Uferstraße. In der Stadt sind die bettelnden Menschen und selbsternannten Führer heute besonders nervig. Im Cafe schreiben wir Postkarten und Musiker kommen von Tisch zu Tisch und erhoffen sich ein paar Pesos für ihre Darbietung. Wir werfen die Postkarten in den Briefkasten und fahren zurück zu unserer Unterkunft. Im Innenhof schreibe ich noch die letzten Postkarten und Günter versucht, Kolibris zu fotografieren. Aber es ist schwierig, die kleinen schnellen Vögel vor die Linse zu bekommen. Nach dem Abendessen geht es noch mal zum Casa del la Trova. Auch heute werden wieder die üblichen Kuba-Songs gespielt. Wir hören ein wenig zu und machen uns dann auf den Heimweg.
Santiago de Cuba - Baracoa(233km) up down
Kinderkarussel Nach dem Frühstück fahren wir noch mal an der Post vorbei und werfen die restlichen Postkarten ein. Dann geht es über La Maya und ein Stück Autobahn nach Guantanamo. Von hier fahren wir auf einer kleinen Straße zur Küste. Hier ist überall Fotografierverbot, alles eingezäumt und an jeder Ecke steht Militär. Es gibt nicht die geringste Chance irgendetwas von der amerikanischen Enklave zu sehen. An der Küste ist die Straße gut ausgebaut und in Cajobabo biegen wir ab ins Landesinnere. Die ebenfalls gut ausgebaute serpentinenreiche Straße führt durch einen üppigen Wald mit riesigen Bäumen den Pass hinauf. Nach ca. 6 Stunden Fahrt erwartet uns in Baracoa die Gastfamilie. Das Auto wird in den Garten gefahren und das Tor davor geschlossen. Nach einer kurzen Pause steigen wir die Stufen hinauf zum Castillo Hotel. Von hier hat man einen schönen Blick über Baracoa, die Küste und den berühmten Tafelberg, der allerdings jetzt, am späten Nachmittag, im Gegenlicht liegt. Danach geht es in das Zentrum und am Malecon gibt es ein großes Fest. Man nennt es hier Karneval, aber wir würden es Kirmes nennen, denn verkleidet ist hier niemand. Es gibt zahlreiche Trink- und Essbuden, Flohmarktstände und natürlich laute Musik. Karussells für die Kinder und Erwachsene, bei denen der deutsche TÜV in Ohnmacht fallen würde und Mietfahrräder, Roller und Dreiräder sind die große Attraktion. Hier, ganz im Osten, ist die Bevölkerung sehr arm und Kinder freuen sich, wenn sie einmal im Jahr Dreirad auf dem Karneval fahren können.
Zurück im Casa genießen wir ein gutes Abendessen und die Senora spricht langsam und in einfachen Sätzen mit mir, sodass wir uns gut unterhalten können. Im schönen Garten lebt der grüne Papagei Rita. Er ist zutraulich und darf sich tagsüber frei bewegen, da er einen Flügel gestutzt hat. Nachts kommt er dann ins Haus.
Baracoa - Holguin (247km) up down
Small Talk Neben dem üblichen Frühstück mit Eiern und frischen Früchten gibt es noch eine Tasse mit heißer richtiger Schokolade. Wir verabschieden uns herzlich, auch vom Papagei Rita und fahren noch einmal zum Castillo Hotel hinauf. Morgens früh ist das Licht auf den Tafelberg hervorragend. Dann geht es die ersten 50 km auf sehr ruppiger Straße entlang der Küste nach Moa. Die Landschaft ist toll und erinnert uns, wegen den Strohhütten/häuschen und den sehr dunklen Bewohnern und leider auch wegen der großen Armut, sehr an Afrika. Entlang der Sierra del Cristal fahren wir über relativ gute Straßen mit immer wieder größeren Schlaglochpassagen durch Saqua de Tanamo und Mayari nach Holguin. Auch diese Fahrt dauert wieder ca. 6 Stunden. Auch hier werden wir wieder von der Gastfamilie erwartet und beziehen im 1. Stock ein Zimmer mit eigener Terrasse. Das Auto wird wieder in eine Privatgarage untergebracht. Nach einer kurzen Pause durchstreifen wir das Zentrum mit den wenigen Sehenswürdigkeiten. Holguin ist eigentlich wie fast jede Stadt in Kuba: ein zentraler Platz mit wenigen Kolonialen Gebäuden so wie ein paar Kirchen. Man hat schnell alles erkundet. Nach dem Abendessen stehen wir noch draußen auf der Straße zusammen mit den Nachbarn, ein Kubaner, der schon 30 Jahre in Deutschland lebt. Wir unter unterhalten uns ein wenig und natürlich geht die Rumflasche wieder reihum. Wir sprechen übers Tauchen und man empfiehlt uns nach Guardalavaca zu gehen. Hier würde ein neues Touristenzentrum wie in Varadero aufgebaut. Casa Particulares gibt es dort aber nicht, nur teure All Inclusive Hotels. Sie können gar nicht nachvollziehen, dass wir so etwa gar nicht mögen.
Holguin - Playa Santa Lucia(175km) up down
Fertig machen zum Tauchen Bis Las Tunas geht es auf guter Straße zügig voran. Die Strecke nach Manati verwandelt sich bald in eine katastrophale Schlaglochpiste. Nach Manati ist die Strecke öd und einsam, ohne Besiedlung und am frühen Nachmittag erreichen wir Playa Santa Lucia, das auf einer Halbinsel liegt. Wir fahren zur Tauchbasis „Shark’s friend Diving“. Hier herrscht eine totale Hektik und die Vorbereitungen für den letzten Tauchgang des Tages findet gerade statt (siehe auch Website Tauchsportclubs Leimen e.V.). Günter gibt das Brevier ab, holt die Tauchsachen aus dem Auto, zieht sich an und erreicht so gerade noch das Boot. Ich fahre derweil noch einen guten Kilometer bis zum letzten Hotel der Landzunge, dem „Escuela Hotel“. Ich buche uns für 2 Nächte ein und man lässt mich mehrmals vom Auto zum weit entfernten Bungalow alle Koffer und sonstigen Taschen alleine schleppen. Das Zimmer ist in Ordnung und man schaut auf den nicht sonderlich einladenden Strand und das Meer. Nach dieser schweißtreibenden Aktion habe ich Durst und man ist sichtlich genervt, dass ich mir an der Bar ein Wasser kaufen will. Ich fahre zurück zur Tauchbasis und warte auf Günter. Auch hier an dem Kiosk ist man ebenso unfreundlich und schließt sofort den Laden, nachdem man mir widerwillig eine kubanische Limo verkauft hat.
Nachdem die Taucher zurück sind, werden die Tauchsachen ausgewaschen und Günter bucht den morgigen Tauchgang. Die anderen Taucher ziehen sich in ihr All Inclusive Hotel zurück und wir fahren zu unserem. Vor dem Hotel an der gegenüberliegen Seite der Straße gibt es den Kiosk „El Rapido“ mit Sitzmöglichkeiten. Hier erhält man mit Freundlichkeit die Getränke. Da es außerhalb der Hotels kein Restaurant gibt, essen wir halt in unserem. Es ist preiswert und es ist in Ordnung. Sogar die Bedienung ist heute Abend freundlich.
Playa Santa Lucia up down
Ein kleines Dankeschön Nach dem Frühstück geht es los zur Tauchbasis und der heutige Tauchspot zu den Bullenhaien wird mit einem Kleinbus angefahren. Ich kann auch mitfahren. An unserem Hotel vorbei geht es auf einer Schotterstraße durch einen Wald und dann an der Küste entlang zu einem kleinen Dorf. Hier wird der Fisch für die Haifütterung gekauft und weiter geht es bis zum Ende der Landzunge. Die Taucher gehen hier von Land aus ins Wasser. Es sind noch 2 Frauen mitgefahren, die nicht tauchen, so schwimmen wir ein wenig und unterhalten uns. Die Taucher kommen strahlend zurück, denn es gab ein paar Bullenhaie. Zurück zur Tauchbasis und warten auf den nächsten Tauchgang mit viel Taucherlatein. Nach dem Nachmittagstauchgang überredet der Tauchguide Günter, am nächsten Morgen den Haitauchgang doch noch einmal mitzumachen. So fahren wir zum Hotel, verlängern unseren Aufenthalt noch mal um eine Nacht.
Am Morgen hatten wir in unserem Zimmer Trinkgeld für das Reinigungspersonal hingelegt. Als wir nun in das Zimmer kommen erwartet uns eine Überraschung: Auf unserem Bett befindet sich, als ein kleines Dankeschön, ein aus Handtüchern gefaltetes Kunstwerk.
Wir essen wieder im Hotel, wo denn sonst?
Playa Santa Lucia up down
Imbissbude El Rapido Nach dem Frühstück geht es wieder zur Tauchbasis und von dort mit dem Bus zum Haispot. Ich habe diesmal die Schnorchelausrüstung mit und vertreibe mir die Zeit mit schnorcheln. Hier gibt es allerdings nur wenig Fische und bei der Rückkehr der Taucher lange Gesichter: es hat sich kein einziger Bullenhai blicken lassen.
Zurück an der Tauchbasis unterhalten wir uns mit einer deutschen Familie, die hier im All Inclusive Hotel untergebracht ist. Sie sind genervt von der allabendlichen Animation und ebenso vom unfreundlichen Hotelpersonal. Außer den Hotels gibt es hier nichts, so vertreiben wir uns noch ein wenig die Zeit am „El Rapido“. Hier wird laute Pop-Musik gespielt, die die Jugendlichen hierhin zieht. Das Imbissbudenessen lockt uns nicht sonderlich und so essen wir wieder mal im Hotel.
Playa Santa Lucia - Cayo Coco - Moron (407km) up down
Regenzeit in Kuba Auf guter Straße geht es zügig über San Miguel de Baga, Lugareno, Esmeralda bis Moron durch menschen- und vor allem fahrzeuglose Gegend. Kurz vor Moron biegen wir nach Norden zum Damm ab. Hier gibt es eine richtige Passkontrolle und Befragung, sowie 2 CUC Gebühr. Die Fahrt über den Damm ist schön, rechts und links seichtes Meer mit vielen Vögeln und Mangroven. Cayo Coco hat einen neuen Flughafen für die Touristen, die dann auf kurzen Wegen in die im Norden der Insel gelegenen Hotels verschwinden. Die Fahrt nach Westen geht durch den Nationalpark Naturel el Bogo. Wir fahren bis zum Punta del Perro und drehen dann um. Als wir zurück auf dem Damm sind, bauen sich vor uns dunkle Wolken auf. Am Ende des Damms müssen wir erneut 2 CUC bezahlen und Moron empfängt uns mit Wolkenbrüchen. Es gießt aus Eimern und die Straßen stehen unter Wasser. Die Kinder freuen sich und spielen im Wasser, die Frauen schöpfen unermüdlich Wasser aus den Wohnungen. Wir beziehen unsere Unterkunft, das Auto wird in den Garten gefahren und Senora Gina spricht gut englisch. So schnell wie das Wasser gekommen ist, verschwindet es auch wieder aus den Straßen. Wir bummeln durch den Ort und viele freundliche Menschen sprechen uns an. Eine Gruppe Dominospieler lässt sich gerne fotografieren und mit Händen und Füßen treiben wir ein wenig Konversation. Dann geht es zurück zur Unterkunft und Gina hat leckeres Abendessen gekocht, das wir in dem Patio einnehmen. Dann sitzen wir noch lange mit Gina zusammen, sie will vieles erfahren, ihr englisch verbessern und kann uns viel über Kuba erzählen.
Moron - Matanzas (387km) up down
Reifenpanne Nach dem Frühstück zeigt uns Gina noch ihren alten Chevrolet, den sie wieder fahrtüchtig machen will. Eigentlich hätte sie lieber einen neuen, modernen Wagen, aber dazu fehlt ihr das Geld. Sie kann es kaum verstehen, dass wir ihren alten Wagen schöner finden und bieten uns einen Tausch der Fahrzeuge an. Was wohl Cubacar dazu sagen würde?
Über Caibarien geht es nach Remedios. In dem kleinen schmucken Örtchen machen wir eine Pause. Es gibt wieder mehr Autos, auch die alten Amischlitten sind hier wieder häufiger zu sehen. Hier gibt es große Agrarflächen und es wirkt nicht mehr so ärmlich wie im Osten.
In Santa Clara finden wir dank des eingespeisten Punktes im GPS schnell das Denkmal von Che Guevara. Zimmer mit Aussicht Es herrscht eine ehrfürchtige Atmosphäre. Das Lied Commadante Che Guevara wird sehr getragen gesungen und in einer Endlosschleife über Lautsprecher ausgestrahlt. Im kleinen Mausoleum liegen nun die Gebeine von Che und Fotos zeigen einen patriotischen Che und seine Weggefährten. Danach geht es über Colon nach Cardenas. Es gibt hier keine Casa Particulares, so suchen wir nach dem Hotel Dominica, das im Reise Know How beschrieben ist. Wir finden die Adresse, aber das Hotel existiert nicht mehr. Ich frage noch in einem El Rapido Restaurant, ob es irgendwo ein anderes Hotel oder eine sonstige Unterkunft gibt. Dies ist kein Touristenort und somit gäbe es hier nichts Derartiges. Also fahren wir weiter Richtung Matanzas. An einer Tankstelle dann eine unangenehme Überraschung: Die Karkasse des rechten hinteren Reifens löst sich ab. Wir ziehen das Reserverad auf und fahren weiter.
In Matanzas finden wir sofort das an der Hauptstraße von Havanna nach Varadero gelegene Casa Particular aus dem Reise Know How. Wir werden wie immer freundlich empfangen und die alte Senora spricht deutsch, da sie früher einmal in der DDR war. Das Zimmer ist ruhig zum Meer hin gelegen mit Balkon und das Auto unserer Gastfamilie wird schützend hinter unseres in die Einfahrt zum Garten gestellt. So schön hatten wir es nicht erwartet. Durch die Sucherei in Cardenas ist es spät geworden, wir duschen und genießen beim Sonnenuntergang am Meer das Abendessen auf dem Balkon.
Matanzas - Vinales (292 km) up down
In Vinalez Nach dem Frühstück fahren wir los. Diesmal aber südlich an Havanna vorbei bis Cardelarie und biegen dort ab nach Soroa. Entlang dieser Straße gibt es viele Casa Particulares. Am Mirador parken wir und laufen ca. 2km den Berg hinauf. Unterwegs hat man schöne Ausblicke auf das Umland. Auf dem Mirador hat man einen fantastischen Rundumblick, die im Reiseführer versprochene Sicht auf beide Meere hat man allerdings nicht.
Zurück am Parkplatz sagt man uns, dass es nicht lohnt zur Cascade zu wandern, da er völlig ohne Wasser sei. Den hier angeschlossenen Orchidienpark besichtigen wir nicht mehr, da auch dafür die falsche Jahreszeit ist.
Wir fahren weiter auf einer relativ guten Straße mit ein paar Schlaglöchern bis Bahia Honda. Dort entdecken wir ein Häuschen von Cubacar und erkundigen uns, wo wir einen neuen Ersatzreifen bekommen. Hier hat er keinen Reifen, aber man will uns einen gegen 18.00 Uhr nach Vinales bringen und gibt uns die Adresse eines Casa Particulares (Aracelys Fernandez), wo der Reifen am Abend hingebracht werden soll. In Vinalez tanken wir und beziehen das von Cubacar benannte Casa. Wir warten, essen zu Abend und sitzen noch im Essraum bei einem Bierchen, während die Gastfamilie in ihrem Wohnzimmer zusammensitzt und lateinamerikanische Pop-Musikvideos anschaut. Der Reifen wird uns nicht gebracht. Wir gehen zu Bett.
Vinales - Maria La Gorda (171 km) up down
Ein Leguan fühlt sich unwohl Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren zum Aussichtspunkt beim Hotel Las Jasminas. Hier hat man den in Allen Reiseführern abgebildete Blick auf die berühmten Kegelberge. Dann geht es mitten durch die wunderschöne Landschaft der Cordillera de Guaniguanico Richtung Maria La Gorda. An der Küstenstraße nach Maria La Gorda sehen wir einen Leguan über die Straße ins Gebüsch verschwinden. Dann hält vor uns ein Kleinbus mit Touristen, der Wildhüter fängt einen Leguan den alle besichten aber nicht fotografieren dürfen. Erst als er ihn loslässt und weg von dem Tier ist, dürfen wir Fotos machen.
Maria La Gorda besteht nur aus den Appartements und der Tauchbasis. Wir erhalten einen Holzbungalow im hinteren Teil der Anlage mitten im Buschwald gelegen. Nachdem wir uns eingerichtet haben geht es zur Tauchbasis. Günter kann am Nachmittag noch einen Tauchgang machen (siehe auch Website Tauchsportclubs Leimen e.V.)
Maria La Gorda up down
Margaretes kleiner Freund Günter taucht an den 4 Tagen insgesamt 10 Mal. Für mich gibt es viel Ruhe und mein Tagesablauf richtet sich zum einen nach Günters Tauchgängen sowie dem Frühstück und Abendessen der Anlage. Wenn es möglich und sinnvoll ist, fahre ich auf dem Boot mit hinaus zum Schnorcheln, oder ich schwimme oder lese am Strand. Meist jedoch sitze auf der Terrasse unseres Bungalows oder wandere durch den Busch und beobachte die zahlreichen Vögel und Kriechtiere, die sich im Gebüsch und den Bäumen Nahrung suchen. Die kleinen schnellen Kolibris schaffe ich nicht vor die Linse zu bekommen, dafür aber einen großen Leguan. Außerdem habe ich Freundschaft mit einem kleinen rot getigerten Kater geschlossen, der mich oft begleitet und nachts vor unserem Bungalow schläft. Morgens läuft er dann mit uns zum Frühstück, um seinen Anteil neben den anderen vielen Katzen vom Frühstück der Touristen zu erhalten. Abends nach dem Abendessen sitzen wir meist noch mit den anderen Tauchern in der Bar. An einem Abend auf dem Heimweg zum Bungalow huscht ein Almiqui ins Gebüsch.
Maria La Gorda - Vinales (175km) up down
Vale Son In der letzten Nacht hat es stark geregnet. Nach dem Frühstück verabschiede ich mich noch mal vom kleinen Kater und wir fahren los. Die Küstenstraße ist voller roter Krabben. Aber sobald man anhält, verschwinden sie in Windeseile ins Gebüsch. Wir brauchen mehrere Versuche, bis wir einige vor der Kamera haben. In Pinar del Rio fahren wir zur Tabakfabrik, die aber gerade Mittagspause hat, erst in einer knappen Stunde können wir wieder hinein. Am Auto ist wieder ein Schlepper auf dem Fahrrad, er will uns zu einem Casa bringen. Wir erklären ihm, dass wir hier gar nicht übernachten wollen und fahren los, denn wir wollen uns in der Wartezeit den Palacio Guasch ansehen. Der Schlepper verfolgt uns mit dem Fahrrad und wir machen uns einen Spaß daraus, ihn durch das Einbahnstraßengewirr abzuhängen. Aber irgendwo taucht er immer wieder an einer Ecke auf. Dann gibt er auf und wir machen ein paar Fotos vom skurrilen Palast. Dann geht es zurück zur Zigarrenfabrik. Hier erwartet uns unser Verfolger. Wir grüßen und kaufen gegenüber der Fabrik die Eintrittskarten (5 CUC pro Person). In der Zigarrenfabrik gibt es eine sehr interessante Exklusivführung für uns in Englisch. Draußen grüßen wir noch mal unseren neuen „Freund“ und fahren dann nach Vinales. Diesmal fahren wir zu der Villa, die uns von Baracoa empfohlen wurde. Doch gerade vor 5 Minuten hatten 2 Australierinnen sich eingemietet. Es gibt einen heftigen Regenguss und wir werden mit frisch gepresstem Mangosaft bewirtet. Die Gasteltern sprechen nur spanisch und ich bemühe mich, meine bislang erlernten Sprachkenntnisse anzuwenden. Wir berichten, was wir schon alles in Kuba erlebt und gesehen haben. Die Dame des Hauses bedauert, dass wir nicht die Übernachtungsgäste sind, da die beiden anderen Mädels nur englisch sprechen. Nach dem Regenguss geht die Senora mit uns zwei Häuser weiter zu einer Freundin, die ebenfalls ein Casa Partikular hat. Hier sind wir im Innenhof in einem Nebengebäude sehr gut untergebracht. Es ist noch früher Nachmittag und wir fahren zur Cueva del Indio. Zu erst zu Fuß und dann mit dem Boot geht es entlang von Stalaktiten und Stalagmiten. Von Fledermäusen gibt es leider keine Spur. Diese Besichtigung lohnt nur, wenn man noch nie in einer Höhle war. Dann fahren wir zurück zum Ort und trinken etwas in der Bar des Casa de la Cultura. Hier genießen wir noch die letzten Stücke einer jungen Band, die mal nicht die übliche Touristen-Kuba-Musik macht. Wir kaufen ihnen eine CD ab und unterhalten uns noch ein wenig mit ihnen. Es seien zwar viele Touristen in Vinales, aber die meisten nur als Tagestouristen und somit ist das Casa de la Cultura mehr für die Kubaner selbst. Wir gehen zu unserer Unterkunft zurück, essen lecker zu Abend und schlendern noch einmal zum Casa de la Cultura. Draußen auf dem großen Platz wird laute Disco-Musik gespielt und die Jugendlichen des Ortes tanzen oder sitzen mit Getränken auf der Treppe. Im Innenhof des Hauses laufen Musikvideos, Jugendliche sitzen an den Tischen oder tanzen. Wir sind mit Abstand die ältesten hier, trinken ein Bier bzw. Limo und laufen durch die unbeleuchteten Gassen mit Hilfe unserer Taschenlampe zurück zur Unterkunft.
Vinales - Havanna (255km) up down
Schnellimbiss auf kubanisch Nach dem reichhaltigen Frühstück versucht Günter noch mal Kolibris zu fotografieren, die hier in der Bougonvillia nach Nektar suchen. Dann verabschieden wir uns und fahren zügig nach Havanna. Als wir wieder durch Pinar del Rio kommen, werden wir von unserem neuen „Freund“ auf das herzlichste begrüst und er begleitet uns mit dem Fahrrad durch die Stadt. Unterwegs auf der Autobahn stehen überall Leute und bieten ganze gebratene Hähnchen und Spanferkel an. Im Norden der Altstadt von Havanna suchen wir nach einem Casa Partikular und finden in der Calle Refugio die Villa Refugio. Hier gibt es zwei Zimmer, ein Duschbad für beide und auf dem Dach im ersten Stock gibt es eine kleine Bar mit Sitzgelegenheit.
Wir laufen zum Parque Luz Cabbellero, schlendern durch den Souvenirmarkt und kaufen mit den übriggebliebenen CUC’s noch etwas für die Daheimgebliebenen ein. Dann fahren wir zum Friedhof Cristobal Colon in Vedado. Schlendern ein wenig zu den berühmten Gräbern, aber irgendwie hat uns der Friedhof von Santiago besser gefallen. Dann stellen wir das Auto in eine Garage nahe unserer Unterkunft und laufen noch mal zum Capitol und weiter durch die Obispo. In einem Restaurant kehren wir ein, essen zu Abend und machen noch ein paar Nachtaufnahmen bevor wir zurück zur Unterkunft laufen.
Havanna - Varadero Flughafen (140km) up
Nach dem Frühstück holen wir unser Auto aus der bewachten Garage. Unser Rückflug ist erst spät abends und das Auto muss auch erst gegen 18.00 Uhr am Flughafen abgegeben werden. So verbringen wir den Vormittag noch in Havanna. Wir fahren den Malecon entlang, dann zum Plaza de La Revolution und anschließend mitten durch die Stadt zum Plaza de Armes. Dort schlendern wir noch mal durch die Gassen, besichtigen das Bacardi-Haus mit fantastischem Blick über Havanna und fahren dann zur Paseo di Marti und parken vor einem Biergarten. Hier trinken wir noch was, kaufen ein paar Kekse gegenüber im Laden ein und machen uns dann durch den Tunnel an der Küste entlang auf nach Matanzas. Kurz hinter dem Ort halten wir an, packen noch ein paar Kleinigkeiten um und verstauen das GPS bei den Tauchsachen. Am Flughafen fahren wir zu Cubacar und können problemlos das Auto samt defektem Reifen wieder abgeben. Im Flughafen gibt es kaum Gelegenheit, die restlichen CUC’s auszugeben. Man ist hier auch wieder sichtlich genervt, wenn man am Kiosk eine Limo und Eis kaufen will. Dann geht es ins Flugzeug und nach einer Nacht mit wenig Schlaf landen wir am frühen Nachmittag in Frankfurt.