Landesinformation down

Das madeirische Archipel gehört politisch zu Portugal, hat jedoch ein hohes Maß an Autonomie. Es liegt nördlich der Kanaren und ca. 500km weit vom marokkanischen Festland entfernt. Ca. 260.000 Einwohner gibt es hier, wovon ca. 110.000 Einwohner auf die Hauptsstadt Funchal entfallen. Die Inselgruppe besteht aus der Hauptinsel Madeira, der Badeinsel Porto Santo und 3 weiteren kleineren Inseln. Sämtliche Inseln des Archipels sind bergig und verdanken ihren Ursprung vulkanischer Tätigkeiten im Erdmittelalter. Der Pico Ruevo de Santana ist mit seinen 1861m die höchste Erhebung Madeiras. Im Westen breitet sich die Hochfläche Paúl da Sierra aus, im Osten die kleinere von Santo António de Sierra. Am Nord- und Südhang der Zentralkette liegen die großartigen, von hohen Felswänden umschlossenen Talkessel, deren Ausmündungen zum Meer hin tiefeingeschnittene Schluchten bilden.
Das angenehme Klima lässt zu jeder Jahreszeit eine üppige Blumen- und Pflanzenpracht gedeihen. Dadurch wird Madeira auch als „Blumeninsel im Atlantischen Ozean“ bezeichnet. Selbst im Winter fällt das Thermometer selten unter 18° ab und die Wassertemperaturen liegen zwischen 17° und 23°.
Aufgrund der wenigen Buchten, die zugängig sind, ist Madeira eigentlich keine Badeinsel, aber durch die vielen Gebirgsstraßen um so mehr eine ideale Insel zum Motorradfahren. Die Straßen sind im guten Zustand, allerdings oft schmal, steil und kurvig, Nebenstrecken sind gepflastert oder nicht geteert.

Reiseverlauf up down

Als Tourist landet man auf dem Flughafen von Funchal (mit kurzer Landebahn ins Meer hinaus) und hat hier den idealen Ausgangspunkt für Tagestouren, um nach und nach alle Straßen und Orte der Insel besichtigen zu können. In 4 großen Touren und einer Halbtagestour kann man (fast) alle Straßen Madeiras befahren.
Da man zumeist 6 volle Tage auf der Insel hat, empfiehlt es sich, einen ganzen Tag in Funchal zu verbringen. Ein weiterer Tag eignet sich für den morgendlichen Marktbesuch und der anschließenden Tour nach Curral das Freiras.
Oft ist aber auch noch am späten Nachmittag, nach der Rückkehr von einer Tour, Zeit, einen kleinen Bummel durch Funchal zu machen. Bei manchen Streckenabschnitten und Orten lässt es sich nicht vermeiden, dass diese, während den verschiedenen Touren, mehrmals besucht werden. Dies hat aber auch den Vorteil, dass man, in schon bekannten Bars und Restaurants, sich den hervorragenden Espresso und die Snacks erneut schmecken lassen kann. Es empfiehlt sich, entsprechend den Witterungsverhältnissen, einen Funchal-Besuch mit größeren und kleineren Touren zu mischen.

Funchal
 
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Funchal (von funcho = Fenchel) liegt malerisch an der Südküste inmitten einer reichen, subtropischen Vegetation. Es steigt an den Hängen eines, bis zu 1200m hohen, Gebirgszuges auf. Die steilen Bergstraßen sind mit rundem, glatten Basalt gepflastert und mit Mustern verziert.

Sehenswertes:

Palácio de SáoLourenco:
An der prächtigen Seepromenade Avenida do Mar erhebt sich der im 16. Jahrhundert erbaute Palast.

Jardim de Sao Francisco:
Schön angelegter Park mit einem reichen Bestand an Palmen und tropischen Pflanzen.

Quinta Vigia:
In dem rosafarbenen Gebäude wohnte einst die Kaiserin Sissi. Man kann aber nur den außerordentlich schönen Park besichtigen.

Kathedrale von Funchal:
Aus dem Jahre 1483 mit prachtvoller Innenausstattung.

Praca do Municipio:
Der dekorativ gepflasterte und von einem Brunnen geschmückte Rathausplatz wird umsäumt von barocken Gebäuden, der Kollegiatskirche Sao Joao Evangeliste, dem ehemaliges bischöfliches Palais, dem Stadtmuseum aus dem 18.Jhd. und der Kirche Sao Pedro.

Mercado dos Lavradores:
Der Haupteingang ist mit schönen, blau-weißen Kachelbildern geschmückt. Im Innern gruppieren sich die Marktstände auf zwei Ebenen um einen weiten, mit Bäumen bestandenen, Innenhof. Die Wände sind ebenfalls reichlich mit Kacheln verziert. Hier ist täglich Markt, aber das größte Angebot herrscht freitags und samstags, wenn auch die Bauern der Umgebung ihre Ware anbieten. Man sollte nicht versäumen, hier die vielen verschiedenen exotischen Früchte zu probieren und sich von den Händlern zeigen lassen, wie und was man von den einzelnen Früchten essen kann.

Fischmarkt:
Gleich neben dem Marktgebäude, ist zwar nicht für empfindliche Nasen geeignet, aber lohnenswert.

Gassengewirr des alten Viertels:
Das Altstadtviertel schließt sich gleich hinter der Markthalle an, mit kleinen Läden, Bars und Handwerksstätten.

Forteleza de Sao Tiago:
Es liegt am Ende der Zona Velha, in der kleinen, ehemaligen Hafenbucht des Fischerviertels.

Die Klöster Santa Clara und die Quinta das Cruzes.

Tour 1
 
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Funchal - Ribeiro Frio - Faial - Porto Cruz (EN101) - Portela - Camacha (EN102) - Funchal

Auf der EN400 geht es in zahlreichen Kehren mit berauschenden Aussichten auf Funchal und die Bucht nach Monte.

Monte (450-600m ü.M.) Luftkurort.
Sehenswertes:
Die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte,
zahlreiche stattliche Quintas mit prächtigen tropischen Gärten,
der idyllische Largo da Fonte (Brunnenplatz).
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eine Korbschlittenfahrt (siehe Bild Nr. 9 in der Galerie) nach Funchal zu unternehmen.

Über die EN103 geht es weiter über Ribeiro Friro (Forellenzucht) an die Nordküste nach Faial.

Faial (150m ü.d.M) mit Weinterrassen, Zuckerrohr- und Gemüsefelder.
Sehenswertes:
Eine schöne Aussicht genießt man von der Kirchenterrasse.
Die Halbinsel Ponta de Sao Lourenco.

Um den 590m hohen Berg herum geht es auf der EN101 über Porto da Cruz bis Portela. Ab hier geht es kurvenreich auf der EN102 über Faja das Vaca und Joâo Ferino nach Camacha.

Camacha (715m ü.d.M.)
Sehenswertes:
Ortsbild mit hübsch gestaltetem Dorfplatz, dem Largo da Achada
Restaurants mit regionalen Spezialitäten
Herrlicher Blick auf die Südküste

Von hier geht es kurvenreich weiter bis Monte. Dort sind wir den geraden Weg, den die Korbschlitten nehmen, den Berg hinunter, zurück nach Funchal gefahren.

Tour 2
 
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Funchal - Machico (EN102/EN207) - Ponte de Lourenzo (EN101-3) - Santana - Sâo Vincente (EN101) - Serra de Agua - Ribeira Brava (EN104) - Funchal (EN214)

Wir verlassen Funchal auf der kurvenreichen Strecke EN102 nach Norden, Richtung Camacha und biegen kurz vor Faija da Vacas zum Luftkurort Santo António da Serra auf die EN207 ab. Hier genießt man den herrlichen Blick vom dem in den Fels gehauenen Aussichtspunkt Miradouro dos Ingleses. Weiter geht es zur Küste, entlang des ins Meer gebauten Flughafens und mit Abstecher nach Santa Cruz.

Santa Cruz, ein recht ursprünglicher, alter Fischerort.
Sehenswertes:
Das Rathaus aus dem 16.Jhd.
Das Gerichtsgebäude.
Die kleine Festung von 1706.

Dann geht es an der Küste entlang, über Agua de Penha, mit dem Aussichtspunkt Miradouro Francisco Álvares Nóbrega, nach Machico.

Machico
Sehenswertes:
Die ursprünglich manuelinische Pfarrkirche Nossa Senhora da Conceicao.
Die alte Hafenfestung Nossa Senhora do Amparo.
Das Fischerviertel Banda d’Alérn.

Kurz hinter Machico zweigt die EN103-3 zur Halbinsel Ponta de S. Lourenco ab. Man passiert den alten Walfangort Canical.

Ponta de S. Lourenco (0-322m ü.d.M.), hier genießt man einen herrlichen Rundblick über die regenarme Landschaft und die nahgelegenen Inseln.

Wir fahren auf dem gleichen Weg zurück bis kurz vor Machico, dann auf die EN101. Die Straße windet sich den Portela Pass (602m) hinauf und erreicht über Porto Cruz und Faial (siehe Tour 1) in vielen Kehren Santana, das in der fruchtbarsten Gegend Madeiras liegt und mit einer schönen Blumenpracht umgeben ist.

Santana (420m ü.d.M.)
Sehenswertes:
Das malerische Ortsbild
Die strohgedeckten spitzgiebligen Häuser, die Casas de Colmos
Der Aussichtspunkt vom kleinen Berg Garajoa.

Weiter geht es die Nordküste entlang. Die Straße verläuft hoch über dem Meer mit vielen Kehren und mit immer wieder herrlichen Ausblicken bis Sao Vicente.

Sao Vicente (350m ü.d.M.) malerischer Ortschaft am gleichnamigen Fluss gelegen.
Sehenswertes:
Das sehr geschlossen wirkende Ortsbild.
Die Barocke Pfarrkirche Igreja do Santo Vincentius aus dem 17. Jhd.

Ab hier biegt man ins Landesinnere auf die EN104 ab. Die Straße windet sich zum Boca da Ecumeada hinauf, durch eine großartige Berglandschaft mit prächtigem Blick auf die Serra de Água (1405m ü.d.M.). Entlang des Flusses Ribiera Brava fällt die Straße hinab zum gleichnamigen Ort an der Südküste.

Ribiera Brava (30-180m ü.d.M.) Fischerstädtchen mit gepflegtem Ortsbild.
Sehenswertes:
Das Ortsbild: Häuser mit bunten Fensterläden, schmiedeeisernen Balkongittern und gegliederten Fassaden.
Igreja Sao Bento, reizvolle Dorfkirche aus dem 16.Jhd. mit gepflastertem Platz.

Auf der alten Straße EN214 geht es Richtung Osten nach Capanário mit der bemerkenswerten Kirche aus dem 17.Jhd. Ein Abstecher zum Cabo Girao ist ein Muss. Hier stürzt die 589m hohe Felswand senkrecht zur Küste und soll Europas höchste Steilküste sein. Weiter geht es Richtung Osten zum bekannten Weinort Estreito de Camara de Lobos. Über den malerisch gelegenen Fischerhafen Camara de Lobos (Wolfsschlucht) geht es an der Küste entlang nach Funchal.

Tour 3
 
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Funchal - Ribeira Brava (EN 101) - Sao Vicente (EN104) - Seixal - Poto Moniz (EN101) - Rabacal (EN204) - Madalena do Mar(EN208) - Funchal (EN214)

Weil eine lange Tour bevorsteht, fahren wir zeitig los. Diesmal geht es über die EN101 nach Ribeira Brava. Von dort geht es über die EN104 zum Pass Boca da Encumeada nach Sao Vicente (siehe Tour 2). Weiter fahren wir an der reizvollen Küstenstraße entlang nach Seixal, das inmitten von Weinterrassen gelegen ist. In Ribeira da Janela (450m ü.d.M.) erheben sich 3 Felsklippen aus dem Meer. Wer Wanderfreund ist, kann hier eine 4-stündige Wanderung entlang der Levada da Central da Ribeira da Janela machen. Wir fahren weiter nach zum Fischerdorf Porto Moniz, das auf einer weit ins Meer vorspringenden Felszunge liegt.

Porto Moniz (10-280m.ü.d.M.)
Sehenswertes:
Der Leuchtturm auf der vorgelagerten Insel Ilhéu Mole.
Das Ortsbild mit Fischerhäusern.
Restaurants mit vorzüglichen Fischgerichten.
Das Naturschwimmbecken, wer hier die Badehose mit hat, sollte sich den Badespaß gönnen.

Auf der Weiterfahrt, entlang einer Felswand, durch Tunnel und unter Wasserfällen hindurch, bieten sich herrliche Ausblicke auf Porto Moniz und die nördliche Steilküste.
Nach Santa Madalena biegen wir auf die Hochstraße EN204 ab, die durch den Parque Naturel da Madeira führt. Fonte de Pedra liegt auf 1022m und Fonte de Bisco sogar auf 1320m. Es lohnt auf jeden Fall ein Abstecher nach Rabacal, das in atemberaubender Landschaft in waldreicher Umgebung inmitten der Paul de Serra liegt.

Rabacal (1064m ü.d.M.)
Sehenswertes:
Vinte e Cinco Fontanes (25 Quellen) mit Weihern, in einer ¼-stündigen Wanderung entlang der Levadas zu erreichen.
Levada do Risco eine ½-stündige Wanderung zu den gleichnamigen Wasserfällen und spektakulärsten Katarakten Madeiras.

Zurück auf der EN204 geht es an der „Kreuzung“ Richtung Süden auf der kurvenreichen EN208 nach Ponta do Sol hinunter zur Südküste. Wieder auf der EN101 geht es über Ribeira Brava auf der Schnellstraße zurück nach Funchal.

Tour 4
 
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Funchal - Ponto do Sol - Calheta - Ponta do Pargo Porto Moniz (EN101) - Hochstraße EN209 - Boca da Encumeada - Ribeira Brava (EN104) - Funchal (EN101)

Auch dies ist eine lange Tour, die diesmal Richtung Westen führt. Wir fahren wieder auf dem schnellsten Weg bis Ribeira Brava. Danach geht es die EN110-10 an der Küste entlang, die unter Wasserfällen und durch Tunnel hindurch und über Ponta do Sol führt und nach Madalena do Sol wieder auf die EN101 trifft, die ebenfalls direkt an der Küste entlang führt. Ab Faja do Mar kann man entlang der Küste über die EN213 in das Hafenstädtchen Calheta fahren, oder auf der kehrenreichen EN101 bleiben. In Calheta, das inmitten von Weinterrasen und Bananenkulturen liegt, sollte man die Pfarrkirche besichtigen, deren Holzdecke im Mudéjarstil geschmückt ist und die weiterhin eine orientalistische Ornamentik aufweist. Die Straße windet sich zum Aussichtspunkt Estreito da Calheta, deren manuelische Dreikönigskapelle Capela dos Reis Magos aus dem 16. Jhd. schöne Holzmalereien aufweist. In Kehren, durch wundervolle Bergwaldlandschaft, führt die EN101 an Prazeres vorbei, mit den ursprünglichen Natursteinhäuser aus Basalt. Die Straße läuft weiterhin kurvenreich weit oberhalb der Küste bis Ponta do Pargo (473m ü.d.M., Ort der Delfine). Vom Leuchtturm hat man eine gute Aussicht über die Westspitze der Insel. Über Achadas da Cruz erreicht man Porto Moniz (siehe Tour 4, heute die Badehose dabei?). Von dort fahren wir bis Ribeira da Janela. Hier zweigt die Piste EN209 ab, die mit vielen Kehren, Schotter und Steinplatten durch den Parque Natural da Madeira auf die Hochebene von Paul da Serra führt. Durch Nebel, orkanartigen Wind und eiskalten Regen sehen wir leider wenig von der Landschaft. In Boca da Encumeada ist die Sicht wieder ok und wir fahren, die uns nun schon bekannte Strecke über Ribeira Brava, zurück nach Funchal.

Tour 5
 
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Funchal - Curral das Freiras (EN107) - Funchal

Wir verlassen Funchal über die EN103 und biegen in die EN106 ein, die bei Chanora auf die EN107 trifft. Ein Abstecher zum Aussichtspunkt Eiro do Serrado (1026m) lohnt sich, um vom Parkplatz aus in 10 Gehminuten einen atemberaubenden Blick in den Talkessel zu erhaschen. Dann windet sich die Straße in vielen Serpentinen und durch Tunnel abwärts in den fruchtbaren Talkessel des von Felsabbrüchen umschlossenen Curral das Freiras

Zurück geht es auf gleichem Weg.