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Fes: Bab Boujloud Marokko hat eine Fläche von 458.730 km² (Deutschland ca. 357 000 km²) mit ca. 30,5 Mio. Einwohnern. Die Hauptstadt Rabat hat 1,4 Mio. Einwohner und liegt am Atlantischen Ozean. Das ehemalige französische Protektorat wurde 1956 unabhängig als Konstitutionelle Erbmonarchie und nennt sich nun Königreich Marokko. Neben Marokkanern, stellen die Berber mit ca. 40% die zweitgrößte Volksgruppe. Sie sind die Nachkommen der europid-mediterranen Ureinwohner Nordwestafrikas mit eigenen Sprachen und Kulturen. Das Nebeneinander der beiden großen Volksgruppen ist unproblematisch. Eine Minderheit von rund 3% der Bevölkerung bilden die "Haratin", Nachkommen schwarzafrikanischer Sklaven. Die traditionsreiche jüdische Gemeinde ist in den letzten Jahren auf nur noch 6.000 bis 7.000 Angehörige geschrumpft. Ferner leben etwa 65.000 Ausländer, überwiegend Franzosen und Spanier, in Marokko. Siedlungsschwerpunkte der marokkanischen Araber sind die Küstengebiete im Westen und Norden, während die Berber vornehmlich die Gebirgsregionen und den Süden des Landes bewohnen. Die Haratin sind häufig in den Oasen anzutreffen. Fast 99% der Marokkaner sind sunnitische Muslime.

Die Sprachen sind arabisch, französisch und die verschiedenen Berbersprachen.

Marokko wird im Norden vom Mittelmeer und im Westen vom Atlantik umspült. Die Straße von Gibraltar trennt an der schmalsten Stelle nur 13km Marokko von Spanien. Im Osten und Süden grenzt es an Algerien und im Süden an das umstrittene Gebiet der Westsahara. Es gibt 4 Gebirge: das Rif, den Mittleren, den Hohen und den Antiatlas. Die höchste Erhebung, der Djebel Toubkal (4.165m) liegt im Hohen Atlas. Im Süden des Landes beginnt die Sahara.

Sehenswert sind zum einen die grandiosen Landschaften in den Gebirgen mit ihren Felsformationen, Schluchten, Pässen, Bergsträßchen und einsamen Oasendörfern. Des weiteren fasziniert der Süden mit den Dünen der Sahara im Erg Chebbi und südlich von Zagora, sowie die wunderschönen Oasenlandschaften mit riesigen Palmenhainen und der typischen Lehmarchitektur der Kasbah’s und Ksar’s. Eintauchen in die orientalische Welt kann man vor allem in den 4 Königsstädten Rabat, Meknes, Fez und Marrakesch. Eine besondere Mischung von Orient und Europa sind die portugiesisch und spanisch anmutenden Städte wie Tetuan, Chefchaouen, El Jadida, und Essaouira.

Da die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Orte und Landschaften in den Reiseführern (siehe auch Tipps) sehr gut beschrieben sind, gehen wir hier nicht weiter darauf ein. In unserer Tourbeschreibung befinden sich ebenfalls reichliche Hinweise zu den Attraktionen und Sehenswürdigkeiten Marokkos.
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Frankfurt - Malaga up down
Alpenpanorama Abflug von Frankfurt nach Malaga mit Air Berlin. Trotz des zu erwartenden Chaos der Eincheck-Kontrolle ging alles schnell und reibungslos vor sich. Alle elektronischen Gegenstände wie GPS, Handy, Ladegeräte, Kameras und Chip-Speichermedien konnten mit ins Handgepäck genommen werden. Es herrscht ideales Flugwetter. Wir können u.a. Heidelberg und die Alpen von oben genießen und erreichen kurz nach 20.00 Uhr Malaga. Mit dem Taxi wollen wir zum Hotel Las Vegas fahren. Unterwegs ruft Hamster an, dass der Motorradtransport just in diesem Moment angekommen ist und die Verladung nicht am Hotel stattfinden kann sondern weiter draußen an einer Schnellstraße am Meer. Wir versuchen den nur spanisch sprechenden Taxifahrer zu bewegen, dort hinzufahren. Er will nichts verstehen und schmeißt uns mitten in der Stadt raus. Wir erhalten die GPS-Position von Hamster und versuchen es mit dem nächsten Taxi. Der Taxifahrer lässt sich zuerst auf unsere Navigation ein. Dann aber folgt er dieser nicht mehr und bringt uns zum Busbahnhof. Die Weiterfahrt wird kompliziert, er fährt wie er will und wir steigen dann schließlich entnervt 3km Luftlinie vor dem Ziel aus. Zu Fuß erreichen wir endlich die Mopeds und es geht zurück zum Hotel. Wir checken kurz ein, dann geht es noch mal raus zur Bodega zum Abendessen.
Malaga - Tanger - Tetouan (257km) up down
Warten auf die Fähre Kilometer fressen über die Schnellstraße. Wir erreichen Algeziras um 12:30. Die Jungs holen Tickets für die Fähre (199 € hin und rück für 1 Moped und 2 Personen), es ist die Schnellfähre, die um 13:30 Uhr losfahren soll. Wir versuchen am Checkhäuschen etwas im Schatten zu stehen, denn die Sonne brennt erbarmungslos auf uns nieder. Es kommen ständig Fähren, aber keine wird zur Abfahrt befüllt. Gegen 13:30 Uhr erfahren wir, dass heute keine Schnellfähre mehr geht oder erst sehr spät (wir verstehen leider kein spanisch und hier spricht niemand eine andere europäische Sprache). Wir tauschen die Tickets mit Aufpreis für eine normale Fähre um, die angeblich um 14:30 fahren soll. Auch hier warten wir wieder in der brütenden Sonne und endlich geht es um 16:15 Uhr auf die Fähre, die dann eine halbe Stunde später losfährt. Nach 1½ Stunden Fahrt erreichen wir Tanger. Selbsternannte Guides füllen für uns die Formulare gegen Bakschisch aus und die Jungs müssen noch mal zur Polizeistation und eine Nummer in den Pass für Ihre Mopeds eintragen lassen. Der Zollbeamte lässt uns lange zappeln und nach gut einer Stunde fertigt er uns endlich ab. Hier können wir die Uhren 2 Stunden zurückstellen und so fahren wir zügig aus Tanger hinaus an der Küste entlang auf der S704 Richtung Ceuta. Leider ist es diesig und ein Blick vom Cap Malabata hinüber auf Tanger lohnt leider nicht. In Ksar al Seghir verlassen wir die Küste und fahren auf schmaler Teerstraße, der S601, nach Tetouan. Nach kurzer Orientierung finden wir das Hotel Paris, wo wir nebenan die Mopeds in einer Garage für 130 DH für beide Nächte abstellen können. Die Zimmer sind einfach aber ok. (pro DZ 305 DH). Ein Mann vor dem Hotel berichtet von einem großen Hochzeitsfest der Berber und will uns dort hinführen. Er geht mit uns kreuz und quer durch die Altstadt. Wir wollen zum Fest und vor allem etwas essen. Es gibt viele Menschen in der Stadt und Absperrungen aber von dem Hochzeitsfest keine Spur oder es ist schon vorbei. Aber wir essen gut gegenüber der Kirche. Nachts hören wir Musik und Trommel eines privaten Hochzeitsfestes. Günni geht bewaffnet mit der Kamera auf Suche des Festes, das er dann auch findet.
Tetouan up down
Wächter vor dem Königspalast Wir frühstücken in einem kleinen französischen Café um die Ecke und schlendern anschließend gemütlich durch die Medina. Die weißen Häuser der Altstadt sind oft mit niedrigen Torbögen verbunden und schmale Gassen zweigen links und rechts ab. Es gibt kaum Touristen hier und die Stadt ist noch weites gehend ursprünglich. Daher sind die Angebote in den kleinen Läden auch nicht touristisch geprägt, sondern enthalten die Alltagsgegenstände der Marokkaner. Am Platz Hassan II. sind vor dem Königspalast Absperrungen vom Fest des Vortages. Die Wächter in ihren Uniformen stehen vor dem Palast und lassen sich bereitwillig fotografieren. Von einem kleinen Café aus betrachten wir den Trubel der vielen Leute, essen eine Kleinigkeit und schlendern noch mal durch die Medina. In der Imbissbude neben dem Hotel essen wir eine Kleinigkeit zu Abend bevor wir zu Bett gehen.
Tetouan - Chefchaouen (114km) up down
Auf dem Marktplatz von Chefchaouen Nach dem Frühstück verlassen wir Tetouan Richtung Küste. Entlang der Steilküste geht es mit herrlichen Ausblicken und auf guter Teerstraße (S608) bis Oued Laou. Hier ist heute Markttag und die Straßen sind voller Menschen und Eselskarren. Dann führt eine Teerstraße (S8304) durchs Gebirge mit wunderschönen Blicken in die Schlucht. In Chefchaouen fahren wir auf den nördlich über der Stadt gelegenen schattigen Campingplatz (116 DH pro Nacht für alles). Hier fühlt man sich in die 60ger Jahre zurückversetzt. „Hippies“ mit Gitarren und Rasterlocken bevölkern diesen Platz. Edelgard hat Durchfall und so bleiben Hamster und sie auf dem Campingplatz während Güter und ich uns aufmachen in die Altstadt. Ein schnuckeliges blau-weißes Städtchen empfängt uns. Auf dem großen Platz vor der alten Kasbah gibt es zahlreiche Cafés. Von dort aus beobachten wir bei einem Tee à la Menthe die vorbeigehenden Menschen. Dann schlendern wir noch durch die engen Gässchen. Hier gibt es schon einige Touristen und die Läden sind dem entsprechend ausgestattet. Aber man kann hier ohne Anmache in Ruhe schauen und fotografieren. Auf dem Marktgelände kaufen wir noch Obst, Gemüse, Brot und Getränke für das Abendessen ein und fahren zurück zum Campingplatz, wo uns Hamster und Edelgard sehnsüchtig erwarten, denn die beiden haben Hunger. Wir kochen zusammen und verziehen uns anschließend ins Zelt. Nebenan wird noch dezente Musik gemacht und gesungen. Die Hippies sind eben zahm geworden.
Chefchaouen – Fez (238km) up down
Kalligrafie Wir verlassen Chefchauen Richtung Süden und haben noch mal einen tollen Blick auf die Stadt. Erst geht es 18km auf der P28 Richtung Meknes und dann biegen wir auf die kleine Schotterstraße (S 2639) in die Berge ab. Diese wird im Moment neu gemacht und ist sicherlich bald komplett geteert. Dann endet die Straße an einem Stausee, der leider auf unseren Karten nicht eingezeichnet ist. Der Ort Fes-el Bali ist im Staudsee verschwunden. Eine üble Schotterstraße führt entlang des Stausees in Richtung Fez. Die Hitze ist unerträglich, das Thermometer zeigt 54° in der Sonne, aber es gibt keinen Schatten. An der KTM kocht das Benzin und läuft am Überlauf raus. Den Sprit, den wir in einer kleinen Ortschaft unterwegs getankt hatten, stinkt zudem erbärmlich. Dann erreichen wir endlich wieder eine Teerstraße (P26) und kommen gegen 17:00 Uhr am Ostende von Fez an. An einer Teestube erfrischen wir uns und fahren Richtung Westen zum Hotel Batha, das wir dann auf Anhieb finden. Es ist ausgebucht und es gibt nur noch ein 4-Bett-Zimmer. Güter und ich waren hier schon mal und so handle ich den Ursprungspreis von 120€ auf 100€ mit Abendessen herunter und reserviere für die nächste Nacht gleich 2 Doppelzimmer. Vor dem Hotel stellen wir die Mopeds bei einem Wächter ab. Wir genießen den erfrischenden Pool und beim Abendessen erwischt Hamster und mich der Durchfall. Die ganze Nacht gibt es Gedränge auf dem einzigen WC.
Fez up down
Über den Dächern von Fez Etwas geschwächt und noch längst nicht wieder fit geht es erst zum Bab Boujeloud und weiter geht es durch die Taala Saghira über den Nejjarine - Platz zur Kairouane Moschee. Von dort zum Färber- und Gerberviertel. Hier kann man in den Häusern von oben herab den Gerbern bei der Arbeit zusehen.
Eigentlich wollen wir zurück durch die Taala Kabira, aber irgendwie haben wir die „Abfahrt“ verpasst und tauchen tief ins Fez al Bali ein. Seit Neuem gibt es beschilderte Rundwege und so hangeln wir uns anhand der Schilder durch das Gassengewirr zurück zum Hotel. Wir ziehen in unsere DZ um und machen etwas Siesta in der Mittagshitze. Es ist hier in Fez quälend heiß und meinem Gedärm geht es immer schlechter. Am Nachmittag fahren wir mit dem Taxi zum Königspalast. Leider ist das Tor eingerüstet. Dann schlendern wir in Fez al Jadid durch die Mellah und durch das Bab Dekaken durch die Souks Richtung Makina. Eigentlich wollen wir durch den Jardin Boujeloud zurück, aber die Tore sind geschlossen. Die drei essen etwas in einem kleinen Dachrestaurant am Bab Boujeloud während ich mich schon ins Zimmer begebe. Ich esse nur ein Stück Banane und versuche viel zu trinken.
Fez up down
Medersa Bou Nania Da es mir immer noch sehr schlecht geht, beschließen wir, noch einen Tag hier zu bleiben. Ich erwäge sogar, nach Hause zu fliegen. Leider erreiche ich meinen Hausarzt in Deutschland nicht, der macht auch gerade Ferien. Ich verbringe den ganzen Tag im klimatisierten Zimmer und für die anderen ist relaxen am Pool und bummeln im Souk angesagt. Falls sich morgen früh meine Gedärme beruhigt haben, wollen wir, angesichts der großen Hitze nicht wie geplant nach Meknes fahren, sondern versuchen in die Berge zu kommen. Dort ist es hoffentlich etwas kühler.
Fez - Midelt (252km) up down
Im Ski-Gebiet von Mischschliffen Es geht mir etwas besser und den Gedanken an die Rückreise habe ich erst mal wieder verworfen. Wir packen zusammen und bezahlen insgesamt 240€ für alle 3 Nächte, einmal Abendessen und 3 mal Frühstück, mein Handeln hat sich gelohnt.
Erst geht es Richtung Ifrane auf der P24 in den Mittleren Atlas und wie erwartet ist das Klima hier angenehm in den Wäldern. Weiter geht es auf einem landschaftlich sehr schönen Abstecher nach Mischschliffen, wo es auf 2150m ein Ski-Gebiet gibt und es uns schon fast zu kalt wird. Die Häuser hier erinnern mehr an den Schwarzwald als an Marokko. Dann erreichen wir die P21 und es geht weiter Richtung Süden. Am Kratersee machen wir eine kurze Mittagspause und fahren in Midelt Richtung Cirque de Jaffar raus. In der Auberge Jaffar treffen wir auf den deutschsprachigen Besitzer und nehmen uns 2 Zimmer für je 250 DH. Die Auberge ist im Kasbah-Stil erbaut und liegt günstig, wenn man Ausflügen in die Gorge Jaffa machen möchte. Hier oben in den Bergen ist es angenehm kühl. Edelgard hat ein paar Kätzchen entdeckt, die sie fotografiert hat. Mit beiden Händen zeigt sie mir, wie groß die Kätzchen sind und vergisst die Kamera, die dann zu Boden fällt. Das Abendessen genießen wir mit ein paar Bierchen auf der Terrasse.
Midelt – Erg-Chebbi up down
Im Innenhof der Auberge Dune D’or Nach dem Frühstück geht es zurück nach Midelt und wieder auf die P21 weiter durch den Mittleren Atlas. Die landschaftlich schöne Strecke führt entlang von Flusstälern mit Oasen und im Ziz-Tal verengt sich das Tal. In Er-Richidia machen wir eine Essenspause bevor wir uns nach Erfourd aufmachen, wo wir unsere Mopeds noch mal auftanken. Dann geht es auf der neuen Teerstraße Richtung Merzouga. An der Abfahrt zur Auberge Dune D’or fahren wir ca. 6km auf der Sandpiste Richtung Erg. Teilweise ist der Sand hart, wird aber durch einige längere weiche Sandpassagen unterbrochen. In der ersten Auberge, die wir ansteuern, könnten wir im Innenhof zwar zelten, aber leider gibt es keinen Schatten. So fährt Günter alleine die Auberge Dune D’or an, um die Lage dort zu peilen. Wir müssen uns ja nicht alle durch die Mittagshitze der Wüste quälen, falls es dort nichts gibt. Nach einer viertel Stunde kommt schon der Anruf von Günter aufs Handy. Wir können hier zelten und es gibt schattenspendende Bäume im Innenhof. Die Sanitäranlagen im Haus dürfen wir mitbenutzen. So macht Edelgard mir etwas Platz auf dem Seitenwagen und wir fahren zu dritt durch den Sand zur Auberge Dune D’or. Da das Eingangstor der im Kasbah-Stil errichtete Auberge restauriert wird, passt Hamsters Gespann nicht durch. „Makin Muschkila“- ein Stützpfeiler wird kurzerhand entfernt und mit etwas Jongliererei passt das schon.
Auf der Terrasse im Schatten mit Blick in die Dünen und reichlich Getränke versuchen wir mit der Hitze fertig zu werden. Die Jungs haben angesichts der großen Hitze keine Lust, etwas mit den Mopeds in den Sanddünen herumzufahren. Günter wandert raus in die Dünen, um ein paar Fotos zu machen. Wir kochen uns etwas und legen uns schlafen. Damit etwas mehr Luft in die Zelte kommt haben wir das Überzelt weggelassen. In der Nacht werden wir wach und dicke Regentropfen fallen ungebremst auf uns nieder. Wir sind etwas verdutzt: Regen in der Wüste mitten im Sommer? Bewaffnet mit Taschenlampen ziehen wir das Überzelt auf. Als dies geschehen ist, hat es auch schon wieder aufgehört zu regnen. Die nassen Schlafsäcke sind schnell trocken, denn es ist auch nachts noch sehr heiß.
Erg Chebbi -Thineghir (232km) up down
Zu Besuch bei Ali Morgens bezahlen wir die Getränke und für den „Campingplatz“ können wir geben was er uns Wert ist, zusammen geben wir dann 120 DH. Wir packen zusammen und wir fahren zurück auf der Sandpiste zur Teerstraße nach Merzouga. In Erfourd machen wir Café-Pause, tanken und kaufen Getränke und Essen für unterwegs ein. Durch eine bizarre Mondlandschaft führt anfangs die Teerstraße S3451 nach Tinejdad. Dann säumen riesige Oasen den Weg. Auf der P32 erreichen wir dann Thineghir.
Vor 5 Jahren war ich mit meiner Freundin hier bei Ihrer „marokkanischen Familie“. Ich finde rasch das „Maison Berbere“ und besuche Ali. Er freut sich riesig und wir werden auf einen Tee in seinem Teppich-Laden eingeladen. Edelgard und Hamster bekommen eine Vorführung der verschiedenen Teppiche aller Regionen Marokkos und die Erklärung dessen spezieller Herstellung und Verwendung. Wir erkundigen uns noch nach der Route in die Thodra-Schlucht und erzählen natürlich von unserer Reise und der noch vor uns liegenden Tour. Danach verabschieden wir uns von Ali, er begutachtet noch unsere Mopeds und gibt uns seine Visitenkarte mit. Wir können Ihn stets anrufen, egal was passiert und wir Problemen haben, er wird uns helfen.
Wir fahren raus aus Thineghir und es gibt einen Wolkenbruch. Unter einem Vordach stellen wir unter und warten ab, bis es wieder trocken ist. Es ist ein komisches Wetter hier in Marokko. Auf dem Campingplatz an der Auberge Soleil schlagen wir unser Nachtlager auf. Der Platz ist schattig, sauber und hat einen Pool. Wir kochen etwas und legen uns nach einem kleinen Umtrunk ab.
Thineghir - Agoudal - Dades-Schlucht up down
Lehmpfützendurchquerung Bei schönem Wetter fahren wir los in die Schlucht. Die Furt durch den Fluss ist nun betoniert. Trotzdem ist die Einfahrt in die enge Schlucht fantastisch. Die geteerte Straße schlängelt sich nun faszinierende 50km lang entlang des Flusses und später hinauf auf die Berge bis Ait Hani. Dort biegen wir ab und es folgen 35km Schotterpiste mit einigen Schlammdurchfahrten bis Agoudal. Der Regen der letzten Nacht hat hier noch einige weitere Schlammpassagen hinterlassen, doch wir werden mit fantastischen Ausblicken in die Schlucht und die bizarre Bergwelt entschädigt. Unterkunft in 2190m Höhe Es erinnert uns an die Gebirgsformationen des Jebel Shams im Oman. Im kleinen Oasenort Agoudal biegen wir nun nach Süden in die Dadesschlucht ab. Die Piste führt anfangs durch ein Flussbett und ist dementsprechend ruppig und steinig. Es ist heiß, das Benzin kocht und läuft mal wieder an der KTM über. Wir müssen eine Zwangspause einlegen.10km hinter Agoudal wird die Piste lehmig und es fängt an zu regnen. Die Stollenreifen werden zu Slicks und die Fahrt hinauf zum Pass wird zur Tortour. Wir machen eine Pause und fahren nach kurzer Lagebesprechung ein Stück zurück, wo neben der Passtrasse etwas flaches Terrain ist. Hier könnten wir evtl. die Zelte aufbauen. Edelgard funktioniert ihren Sonnenschirm als Regenschutz um und wir warten den Regen ab. Sofort sind 2 Hirtenjungen da und beäugen uns belustigt. Als es aufhört zu regnen und die Sonne ein wenig den Boden angetrocknet hat, versuchen wir noch ein Stück zu fahren. Es fängt wieder an zu regnen, auf dem Pass (2190m) angelangt, bauen wir dann im Regen die Zelte auf und verkriechen uns dann mit dickem Pullover in einen leerstehenden Viehunterstand. Dort können wir vor Regen und Wind geschützt ein warmes Süppchen kochen und den Tag bei einem wärmenden Cola-Rum noch mal passieren lassen. Eben noch glühende Hitze und nun Regen bei 10°. Trotz rutschiger Schlammpiste gab es landschaftlich wunderschöne Einblicke in die Berge und die Schlucht.
Dades-Schlucht - Boumalne de Dades up down
Warten auf das Unwetter In der Nacht hat es nicht mehr geregnet, aber es ist morgens mit 10° sehr frisch. Beim Frühstück genießen wir den herrlichen Blick in die Felsschlucht und zeitig um 8:30 Uhr fahren wir die Passstraße hinunter ins Dades-Tal. Immer wieder genießen und fotografieren wir die bizarren Felsen und Einblicke in die Schlucht. Die Schotterpiste ist anstrengend und von Zeit zu Zeit überholen wir kleine Eselskarawanen, die von Frauen und Mädchen meist singend geführt werden. Sie haben Brennmaterial und Gräser als Viehfutter in den Bergen gesammelt. Nach ca. 50km Piste gibt es dann Teer. Es geht noch einmal einen Pass hinauf und oben auf dem kleinen Plateau gibt es ein Aussichtsrestaurant. Ein Angestellter ist von einem Skorpion gestochen worden und wir werden nach Medikamenten gefragt. Wir haben nur Aspirin als Schmerzmittel und raten ihm, dass er mit dem nächsten Auto zum Arzt nach Boumalne fahren soll. Er ist sehr aufgeregt und beruhigt sich erst, als wir ihm erzählen, dass er davon nicht stirbt, sondern neben den furchtbaren Schmerzen im schlimmsten Fall, Lähmungserscheinungen im Arm für ein paar Tage haben kann. Bald kommt ein Auto und er wird mitgenommen. Wir trinken etwas und Günter filmt Hamster und Edelgard wie sie die Serpentinen hinunterdonnern. Unten im Tal angekommen weitet sich die Schlucht und wunderschöne Kasbahs säumen den Weg. In Boumalne tanken wir und Hamster säubert sein Gespann vom Match der Vortage. Auf dem schattenlosen Gelände der Auberge Le Soleil campen wir, nachdem ich den Preis etwas herunter auf 20 DH pro Person gehandelt habe. Während wir die Zelte aufbauen kommen schwarze Regenwolken immer näher. Auf der Terrasse mit Blick über den Ort bei einem Salat und Getränken warten wir auf den Regen. Vom Wolkenbruch bleiben wir verschont, es gibt hier nur kurz einen Regenschauer. Abends essen wir lecker Tajine im Restaurant des Hotels.
Boumalne de Dades - Agdz up down
Reifenpanne Wir packen die Zelte zusammen und frühstücken in einem kleinen Restaurant im Ort. Nach ca. 10km auf der Hauptroute nach Thineghir kommt die Abfahrt nach Iknounia. Die ersten 18km sind geteert, dann folgen 13km gute Piste bis zur Abfahrt nach Nkob. Hier beginnt eine 52km lange üble und steinige Piste bis auf den Pass von 2300m hinauf. Günter schrammt einen dicken Steinblock mit dem Koffer, der Stein gibt nach und es gibt nur eine Beule im Koffer. Belohnt werden wir auf dieser Piste durch die Ausblicke in eine wundervolle Landschaft und dem Bergmassiv des Saghro. Oben auf dem Pass haben 2 Berbermädels ein kleines Café und wir legen hier eine kleine Rast ein. Auch der Abstieg in die Ebene ist landschaftlich atemberaubend. Auf der Ebene angelangt fährt Günter zügig bis kurz vor Nkob und wir erreichen Reifenpanne die Teerstraße. Wir warten hier auf Hamster und Edelgard. Aber es dauert und dauert und wir sehen keine Staubwolke. Auch für eine Zigarettenpause ist nun die Zeit schon zu lange. Wir fahren mit einem unguten Gefühl zurück. Nach ca. 5km sehen wir die beiden. Edelgard hat eine Warnweste an und sie bauen gerade das Hinterrad aus, das so platt ist, dass es mit einem Finger eingedrückt werden kann. Das Gepäck kommt runter von der KTM und das Hinterrad wird auf den Gepäckträger festgezurrt. Günter fährt mit Hamster nach Nkop und wir beiden Mädels packen die Campingstühle aus und warten. Es fängt an zu regnen und Edelgard spannt den Sonnenschirm über uns aus. Inzwischen sind ein paar Kinder gekommen und schauen uns an, als ob wir von einem anderen Stern sind. Nach ca. 1,5 Stunden kommen die beiden mit repariertem Reifen zurück. Sie lachen sich kaputt, wie wir beiden Mädels unter dem Sonnenschirm sitzen. Jetzt wird noch das Beiwagenrad ausgebaut und dies wird als Hinterrad genommen, das reparierte Rad kommt dann an den Beiwagen. Dann fahren wir zur Teerstraße und dort erreichen wir nach 38km das Draa-Tal. Von Dort fahren wir nach Agdz und finden den Campingplatz an der Kasbah. Leider ist er nicht so idyllisch wie beschrieben, er ist verlassen und verkommen. Im Ort hatten wir noch den Campingplatz Tuareg ausgeschildert gesehen. Er ist nicht sehr ansprechend, die sanitären Anlagen nicht besonders einladend. Aber es ist spät, die Angestellten sind nett und wir bauen unsere Zelte auf. Wir sind mal wieder die einzigen Gäste. Im Berberzelt gibt es einen Tee und wir plauschen ein wenig. Nach dem Abendessen fallen wir müde ins unsere Schlafsäcke.
Agdz - Zagora (Tamgroute) - Agdz up down
Zeltplatzromatnik Wir frühstücken und lassen die Zelte stehen, denn wir machen einen Tagesausflug nach Zagora. Die Fahrt führt uns durch das Draa-Tal mit seinen Palmenhainen und vielen zum Teil sehr zerfallenen Kasbahs. In Zagora fotografieren wir das Timbuktu-Schild, das allerdings eine Nachbildung ist, da das Original verschwunden ist. Wir fahren weiter bis Tamgroute zur Auberge Jnan, die von einer Schweizerin geleitet wird und die ich vom letzten Jahr noch kenne. Leider ist die Patronin zur Zeit in der Schweiz, aber die Bediensteten erkennen mich wieder und ich unterhalte mich mit dem Patron. Wir essen eine Kleinigkeit zu Mittag und besuchen dann Abdullah. Auch ihn kenne ich vom letzten Jahr, er ist ein Berberchef dieser Gegend und hat einen Touristenladen gegenüber dem Wasserturm. Er freut sich riesig, mich wieder zu sehen. Wir werden auf Tee mit Safran und Datteln eingeladen. Auch sein Sohn freut sich mich wieder zu sehen. Ich habe ein paar Fotos mitgebracht vom letzten Jahr. Sein Sohn zeigt uns den Berberschmuck und erklärt uns, aus welcher Region er kommt und zu welchen Anlässen die einzelnen Stücke getragen werden. Wir kaufen hier unsere Geschenke für zuhause. Abdullah lädt uns zum Essen ein und wir sollen die Nacht hier bleiben. Wir lehnen ab, da wir gerade zu Mittag gegessen haben und unsere Zelte ja in Agdz stehen. Nach einer großen Verabschiedung machen wir uns zurück auf den Weg nach Agdz. Irgendwann gibt es eine Abfahrt in die Palmenhaine und wir fahren dort erst auf Teer, dann auf schmalen Lehmsträßchen mit dubiosen Brücken über die Kanäle, geleitet vom GPS, wieder zurück zur Hauptstraße. In Agdz trinken wir etwas im Café und kaufen fürs Abendessen auf dem Markt ein. Zurück auf dem Campingplatz essen wir zu Abend und verziehen uns bald ins Zelt, da die Mücken arg lästig sind.
Agdz - Ouarzazate (160km) up down
Warten auf die Patronin Nach dem Frühstück geht es wieder durch das Draa-Tal nach Norden. Bald steigt die Straße an und es geht auf den Pass hinauf. Hier gibt es schöne Einblicke, wie die Draa sich Ihr Bett in den Felsen gezwängt hat. In Ouarzazate steuern wir die Villa Kerdabo an, in der ich letztes Jahr mit meinen Freundinnen war. Der Patron, der selbst Motorradfahrer ist und einige Male bei der Paris-Dakar-Ralley mitgefahren ist, macht heute einen Ausflug mit Gästen. Seine Frau wird aus dem Ort herbeigerufen. Die Preise für die Zimmer sind noch teurer wie letztes Jahr und sie lässt nicht viel mit sich handeln. Schade, so fahren wir in den Ort zurück und quartieren uns für 250 DH pro DZ im Hotel Amlal mit Klimaanlage ein. Nach einer kurzen Pause mit Wäsche waschen essen wir im Restaurant nebenan eine Kleinigkeit. Dann fahren wir zur Kasbah Taourirt und besichtigen die mächtige Anlage (10 DH pro Person). Anschließend trinken wir im Café nebenan einen Tee und fahren danach zurück zum Hotel. Im Restaurant Massimi essen wir lecker zu Abend und es gibt auch Bier, das der Kellner gegenüber aus dem Supermarkt holt. Danach laufen wir noch durch den Souk und ich finde den Stand von Mustafa nach ein paar Irrungen wieder. Sein Cousin betreut den Stand und sagt uns, dass Mustafa zur Zeit in Essouira ist.
Ouarzazate - Marrakesch up down
Hotel Yasmine Nach dem Frühstück und Tanken geht es erst Richtung Marrakesch und in Tazentoute biegen wir auf die Teerstraße nach Ait Ben Haddu ab. Kurz vor Erreichen des Ortes hat man einen schönen Blick auf den Qsar mit seinen vier gut restaurierten Kasbahs und den anderen Lehmhäusern die dicht gedrängt und malerisch an einem Berghang kleben. Da ich schon zweimal hier war, erkläre ich mich bereit, die Mopeds zu bewachen. Auch Hamster will in der glühenden Mittagshitze auf die Kletterei verzichten. Wir setzen uns vors Cafe und trinken etwas. Günter und Edelgard ziehen mit den Kameras los. Nach eineinhalb Stunden kommen die beiden abgekämpft und durstig zurück. Nach einer Erfrischung im Cafe geht es dann weiter Richtung Teluet. Nach kurzer Fahrt endet die Teerstraße in einer sehr steinigen und ruppigen Bergpiste. Immer häufiger muss ich absteigen, da die Steintreppen immer steiler und schmaler werden. Nur die grandiose Landschaft und die idyllisch gelegenen Ortschaften entschädigen uns für die Strapazen. Wir haben 70km Piste hinter uns und noch lange nicht den Pass erreicht. Wir wissen nicht, ob das alles noch extremer wird. Für das Gespann sind einige Passagen zum Teil sehr eng. An einer etwas breiteren Stelle machen wir eine Pause, da uns eine Eselskarawane entgegenkommt. Fast hätten die breit beladenen Esel Günters Moped in die Tiefe gestürzt. Günter kann die KTM gerade noch festhalten. Wir Mädels beschließen, zum Verdruss der Jungs, dass wir umkehren. Also die 70km Piste zurück und in der nächsten Ortschaft erfrischen wir uns bei einer Cola von den Strapazen. Abwärts sind die Steinstufen einfacher zu befahren, wir wären wohl besser die Strecke in umgekehrter Richtung gefahren.
Wir lassen Ait Ben Haddu links liegen und biegen auf die N9 nach Marrakesch ab. Die Straße schlängelt sich zum Pass hinauf. Kurz vor erreichen des Tizn-n-Tizt geht die Straße nach Telout ab. Hier wären wir rausgekommen, wenn wir nicht umgekehrt wären. Da ich schon zweimal in Teluet war, fällt es mir nicht so schwer, diese Kasbah zu versäumen.
Auf dem 2260m hohen Pass Tizn-n-Tizt hat man einen wunderschönen Ausblick in die umliegende Gebirgslandschaft. Auch auf der Weiterfahrt hinunter Richtung Marrakesch, auf einer serpentinenreichen Straße, hat man immer wieder schöne Ausblicke. Kurz vor Marrakesch gibt es noch mal einen Tankstopp und eine Erfrischung, gegen 20.00 Uhr erreichen wir die Königsstadt. Zur Orientierung fahren wir auf die Kutubia zu. Hier kennen wir uns aus (wir und insbesondere ich, waren schon öfters in Marrakesch), die Stadt ist rappelvoll und wir steuern über Umwege das Hotel Chams an, da die direkte Straße gesperrt ist. Leider ist das Hotel ausgebucht. Ich telefoniere und versuche es in den kleinen mir bekannten Riads Ghalia und Sheherezade. Beide sind ebenfalls voll. Dann suche ich im Reiseführer nach Hotels in der Neustadt und werde im Hotel Yasmin fündig. Hier gibt es noch DZ für 380 DH inklusive Frühstück. Wir finden schnell den Platz, aber nicht das Hotel. Ich frage an einem Kiosk. Wir trauen unseren Augen nicht, das Hotel ist von außen nicht beleuchtet und sieht wie eine Abbruchbude aus. Da es aber schon sehr spät ist, gehen Edelgard und ich trotzdem hinein, die Eingangshalle macht einen guten Eindruck und auch die beiden Zimmer, die wir und ansehen. Wir bleiben erst Mal für diese Nacht hier. Die Mopeds können nebenan auf einem bewachten Parkplatz abgestellt werden. Nach kurzer Erfrischung geht es in 2 Taxis Richtung Jamaa el Fna. Man kommt nur bis zur Kutubia, die Straße zum Platz ist für Autos gesperrt und Menschenmassen tummeln sich hier Richtung Platz. Wir mischen uns unter diese und genießen den Rummel auf dem Platz und schlagen uns auf die Dachterrasse des Cafes durch. In der 2. Reihe genießen wir hier bei einem Getränk und Pommes Frites den Blick auf den Platz. Dann geht es zurück zum Hotel, wir sind müde.
Marrakesch up down
Jamaa el Fna Wir haben gut und ruhig geschlafen und nach dem Öffnen der Gardinen fällt unser Blick von unserem Balkon hinunter in einen Palmengarten mit Swimmingpool. Wir sind positiv überrascht und frühstücken üppig im Garten am Pool und verlängern unseren Aufenthalt um eine Nacht. Anschließend geht es mit dem Taxi zur Koutubia. Wir gehen zum Platz Jamaa el Fna, der zu unserem Erstaunen nun vollständig gepflastert ist und trinken erst mal einen frisch gepressten Orangensaft. Durch die Souks schlendern wir durch die nördliche Medina bis zur Ben Youssouf Moschee. Hier gibt es eine Naturmedizin-Apotheke. Der Besitzer, den ich aus meinen vorhergehenden Besuchen kenne, ist leider heute nicht im Hause. Edelgard und ich lassen uns in einem speziellen Raum massieren und kaufen unseren Safran, der hier gut und günstig ist (10 DH pro Gramm). Auf einer anderen Route durch die Souks geht es zurück zum Platz auf die Dachterrasse vom Cafe France. Nach einer kleinen Stärkung und dem Genießen des quirligen Treibens auf dem Platz von oben, lassen wir Hamster und Edelgard entscheiden, was wir am Nachmittag noch so alles besichtigen wollen. Wir beiden waren schon öfters hier und kennen die Sehenswürdigkeiten schon. Die beiden sind angetan von dem Sightseeing-Tour Bus, der neuerdings die Touristen durch Marrakesch führt. Für stolze 130 DH pro Person besteigen wir den Bus an der Kutubia und lassen uns durch die Neustadt nach Menara und an der Stadtmauer entlang bis zum Bab Agneau fahren und steigen bei unserem Hotel aus. Nach kurzer Erfrischung im Pool und ein paar Postkarten schreiben nutzen wir diesmal das Busticket, das 24 Stunden gültig ist, als Taxi zur Koutubia und stürzen uns auf den nun mit Essensbuden und Gauklern vollgestopften Platz Jamaa el Fna. Der Platz ist rappelvoll mit Menschen und es ist schwierig einen Blick zu den Trommlern, Märchenerzählern und Akrobaten zu erhaschen. Nur die Wasserverkäufer drängeln auf ein Foto, natürlich gegen Geld. Leider ist der alte Schlangenbeschwörer nicht mehr da, den ich von all den anderen Besuchen her kenne. Ich hoffe, er lebt noch und hat heute Nachmittag seinen freien Tag. Die Bratereien sind nun alle einheitlich und ich suche meinen Stand Nr. 25, wo ich bei meinem letzten Besuch so gut und günstig gegessen habe. Während ich nur nach den Schildern schaue, spricht mich der Mann an. Er hat mich wiedererkannt und freut sich riesig. Er hat nun den Stand Nr. 90 und weiß noch, dass ich zuletzt mit 3 Mädels hier war. Ich bin erstaunt, er hat jeden Abend so viele Touristen und erinnert sich nach 5 Jahren an uns 4 Mädels. Wir nehmen Platz, quatschen ein wenig, machen Fotos und essen hier unser Abendessen. Die Preise (24 Euro für alles zusammen) auf dem Platz sind nun so hoch wie in den kleinen Restaurants, die wir sonst so aufsuchen. Nach dem Essen geht es wieder auf die Dachterrasse und wir schauen dem Treiben von oben zu. Nur Günter treibt sich noch im Gewühle herum und fotografiert. Danach geht es zurück zur Koutubia und wir steigen in den Sightseeing-Bus, haben nun die Tour bei Nacht und steigen bei unserem Hotel aus.
Marrakesch - Taroudant (240 km) up down
Marokkanisches Bier Nach dem Frühstück bezahlen wir unser Hotel (760 DH fürs DZ mit Frühstück für 2 Nächte), dann müssen wir noch bei dem Parkwächter etwas für die Mopedbewachung zahlen und nun geht es an der Stadtmauer entlang Richtung Süden ins Gebirge. Eine kurvenreiche Straße schlängelt sich auf den 2100m hohen Pass Tiz-in-Test hinauf mit immer wieder tollen Ausblicken in den Hohen Atlas. Hier sind die Temperaturen wieder angenehm. Doch je weiter wir wieder herunterkommen wird es zusehends heißer. Schon kurz vor dem Ort Taroudant ist das Hotel Taouit ausgeschildert. Es liegt in der Altstadt und kostet 345 DH fürs DZ mit Frühstück. Wir ziehen noch mal in ein anderes Zimmer, da ein Bett völlig kaputt ist. Dann schlendern wir durch die Gassen der Medina vorbei an der großen Moschee zum Markt. In einem Cafe kann man vom 1. Stock aus von der Terrasse das Treiben auf dem Platz beobachten. Dann geht es auf die Suche nach einem Restaurant durch die Altstadt. Gegenüber der alten Kasbah werden wir fündig: Das Chez Nada. Es ist noch etwas früh und wir sitzen alleine auf der Dachterrasse. Nach und nach kommen weitere Gäste und wir genießen ein sehr gutes marokkanisches Essen zu zivilen Preisen (323 DH für alle mit Getränke). Danach geht es um die Kasbah herum zur Stadtmauer und schließlich zum Hotel.
Taroudant - Tafraoute up down
Abhängen im Schatten Zuerst geht es an der Stadtmauer entlang ein paar Kilometer Richtung Agadir. Dann biegen wir in Oulad-Teima Richtung Süden ab. Die anfangs geteerte Straße wird auf einmal ziemlich unerwartet zur Schotterpiste bis wir auf die S509 einmünden. Ab hier geht es in das Gebirge des Antiatlas und die Landschaft wird wieder abwechslungsreich. An den Gebirgshängen kleben die Dörfer wie Schwalbennester an den Felsen und sind durch ihre farbliche Anpassung an den Stein in die Landschaft integriert. Die Speicherburg Taoulilt liegt exponiert und sehr fotogen auf einem kleinen Kegelberg.
In Tafraoute brennt die Sonne vom Himmel herab und die Suche nach einem schattigen Campingplatz erweist sich als nicht so einfach. Wir essen und trinken erst mal im Restaurant Etoile d’Agadir und kaufen Essen für den Abend in den kleinen Läden ein. Dann fahren wir 2,5 km zurück zum Hotel Armandra, wo es ebenfalls einen Campingplatz gibt. Unter den Bäumen des Parkplatzes dürfen wir nicht zelten, so verkriechen wir uns erst mal zum einzigen Baum, der direkt an der Hauswand und den Sanitäranlagen liegt. Wir können uns einen Tisch und 2 Stühle vom Gartenrestaurant holen und verbringen einen ruhigen Nachmittag im Schatten des Baumes: Wäsche waschen, Duschen, faulenzen und neue Routen in der Umgebung ausarbeiten. Erst am Abend, als die Sonne hinter der Mauer des Hotels verschwindet, bauen wir unsere Zelte auf. Wir brutzeln uns noch etwas, trinken einen Absacker und legen uns schlafen. Es bleibt nachts über 20° warm.
Tafraoute - Talate-N-Issi - Tafraoute up down
Kunst Die Halbtagestour führt uns zunächst Richtung Süden, zu den blau angemalten Steinen. Eine Schotterpiste führt durch eine wunderschöne Landschaft mit bizarren Felsformationen dorthin. Die verblassten Farben an den Steinen beeindruckt uns nicht sonderlich.
Zurück auf der Teerstraße geht es dann durch Flussläufe und durch kleine Oasendörfer durch einen engen Canyon. Nach 35km beginnt die Geröllpiste. In einem kleinen Cafe trinken wir frisch gepressten Orangensaft und genießen weiterhin Richtung Süden das enge Oasental mit den steil emporragenden Bergen zu beiden Seiten. Die Piste ist zum Teil vom Wasser weggespült worden, das ab und an hier gewaltig durchfließen muss. Flussbette mit weichem Geröll müssen wir durchfahren und überqueren, bevor wir uns dann in Souk al Hadd erst mal Richtung Nordosten fahren. Es geht zunächst über ein Stück Teerstraße, die zu den Minen führt, doch dann biegen wir nach Norden ab und fahren an der Rückseite der Begrkette durch eine wunderschöne Landschaft zurück Richtung Tafraoute. Irgendwann beginnt eine sehr löchrige und teils weggeschwemmte Teerpiste. Während wir auf der Solo weitestgehend die dicken Schlaglöcher umfahren können, wird es für das Gespann zur Tortour, denn mit einem Rad muss man immer durch ein Schlagloch.
Am frühen Nachmittag erreichen wir wieder Tafroute und stärken uns im Restaurant l’Etoile. Anschließend kaufen wir im Ort fürs Abendessen ein, tanken und fahren zurück zu unserem Campingplatz. Im Schatten des Baumes arbeiten wir für den nächsten Tag eine neue Strecke aus, die in keinem Reiseführer beschrieben ist. Wir brutzeln unser Abendessen und lassen den Tag so ausklingen.
Tafraoute - Ait Ittene - Tafraoute up down
1500 Jahre alte Eiche Erst fahren wir wieder auf der landschaftlich schönen S509 nach Norden Richtung Agadir und biegen dann nach Westen Richtung Khemis-des-Ida ab. Hier stärken wir uns in einem kleinen Café. Die Straße ist die ersten 10km noch geteert und nach 20km Piste sind wir mitten in einer wunderschönen Gebirgslandschaft mit einigen hohen Pässen. In Ait Ittene fragen wir ein paar Männer nach dem weiteren Weg. Wir müssen erst in das Tal und dann gibt es 2 Wege über spektakuläre Pässe, wobei man uns zu dem linken rät. Mit dem Fernglas erahnen wir, wie sich eine schmale Piste den Berg zum Pass hinaufschlängelt. Also geht es zuerst ins Tal und dann schlängelt sich tatsächlich die sehr steile Piste in engen Kurven den Berg hinauf. Manche Kurven sind mit Beton etwas befestigt. Immer wieder ergeben sich herrliche Blicke ins Tal und in die Bergwelt. Nach dieser spektakulären Passüberquerung erreichen wir dann den Ort Tanalt. In einem kleinen Restaurant machen wir dann einen Mittagsstopp. Hier spricht niemand arabisch oder französisch, aber irgendwie bekommen wir doch leckere Eiertajine zu Mittag. Die Straße ist hier geteert und weitere 34km fahren wir durch die grandiose Bergwelt über zahlreiche Pässe und dann durch das Tal der Ammeln zurück nach Tafraoute. Nach dem obligatorischen Stopp im Cafe-Restaurant l’Etoile und dem Einkauf im Ort geht es zurück zum Campingplatz. Im Schatten des Baumes überprüfen wir anhand des Tracks im GPS, wo wir nun heute überall gewesen sind.
Tafraoute - Sidi Ifni (215 km) up down
überfüllter Campingplatz Nach dem Frühstück, Zelte abbauen und Campingplatz bezahlen fahren wir auf der S7074 erstmal Richtung Südwesten. Anfangs führt die Teerstraße noch durch wunderschöne Gebirgslandschaft. Doch nach der Überquerung des Antiatlas beginnt eine langweilige flache Landschaft. Am Gespann bricht der Stoßdämpfer und wir fahren gemächlich bis Tiznit. Hier finden wir eine kleine Werkstadt. Wir zeigen den Mechanikern das Problem und zusammen mit Hamsters Idee schweißen die Jungs den Stoßdämpfer wieder. Nach dem Einbau machen wir in einem Restaurant Mittag bevor es weiter nach Sidi Ifni geht. Die beiden Campingplätze in Sidi Ifni liegen zwar am Meer, aber auch hier wieder ohne Schatten und sie sind auch sonst wenig ansprechend. Wir fahren wieder 10km zurück Richtung Norden und können bei Lezirga hoch über dem Meer für 30 DH für alle zusammen auf einem einfachen und bewachten Campingplatz (nur Toilette) campen. Wir bauen unsere Zelte auf und steigen auf der Treppe hinunter zum Meer. Hier gibt es mittlerweile einige Auberges mit Restaurants. Am späten Nachmittag wandern wir den Strand entlang Richtung Süden zu den bizarren Felsentoren. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir wieder die Restaurants und Essen dort zu Abend. Wir machen noch ein paar kitschige Sonnenuntergangsbilder, bevor wir uns die vielen Stufen hinauf zu den Zelten aufmachen.
Sidi Ifni - Bou Jerif (80 km) up down
Jeder parkt anders Nach dem Abbau der Zelte fahren wir zuerst nach Sidi Ifni zum Frühstücken in einem kleinen Cafe. Dann suchen wir noch die Tanke und weiter geht es zum Hafen, wo gerade unzählige Fischerboote einlaufen. Der Hafen ist abgesperrt, aber ich kann dem Wärter im Häuschen klar machen, dass wir deutsche Touristen sind und uns die Fischerboote ansehen wollen. Unmengen von Fischen und Meerestieren werden hier nach alter Sitte mit einer Menschenkette und Körben vom Schiff an den Kai gebracht. Dort warten schon die Zwischenhändler mit Karren voll Eis. Nachdem wir dies ausreichend fotografiert haben suchen wir den Einstieg in die Piste nach Süden. Die Piste ist frisch gestoßen und breit wie einen Autobahn. Nur dort, wo mal Brücken hinsollen, sind noch etwas matschige und ruppige Umgehungen zu fahren. Aber überall stehen die Baufahrzeuge und die Arbeiter sind unermüdlich, sodass die Trasse bald fertig und zudem geteert sein wird. Die Piste läuft nicht entlang unserer ausgearbeiteten Route, aber sie führt nach Süden, und kann eigentlich nur zum Plage Blanche gehen. Wir kommen rasch vorwärts und überlegen schon, was wir mit dem Nachmittag am Fort noch alles so anfangen können. Aber nach ca. 30km und kurz vor der Überquerung des großen Oued Noun ist die Ausbaustrecke beendet. Wir fahren zum Oued hinunter und können ihn auch mühelos überqueren. Danach geht eine sehr felsige Piste den Berg hinauf. Laut ausgearbeiteter Route müssten wir also nun nach Osten am Flusslauf entlang, das Fort liegt ca. 10km Luftlinie entfernt. Aber die Piste in diese Richtung geht nicht weiter und eine andere Piste geht noch weiter auf den Berg. Als wir fast oben sind, müssen wir feststellen, dass es hier auch nicht weiter geht. Eine weitere Piste, die eigentlich nur aus Felsensteinen besteht, führt weiter den Berg hinunter zum Strand. Doch bevor Hamster sich mit dem Gespann hinunterwagt, fährt Günter erst mal mit der Solo hinunter und parkt im morastigen Oued-Bett ein. Die Sonne brennt erbärmlich heiß auf uns nieder und weit und breit gibt es keinen Schatten. Wir beratschlagen, wie es weiter gehen soll. Wir nehmen alles Gepäck von der Solo und Günter soll mal erkunden, ob es Richtung Süden weiter geht. Nach einer Weile kommt er Auf harter Piste zurück und meint, dass es eine befahrbare Piste geben würde. Also muss jetzt erst noch Hamster die felsige Piste hinunter. Nach ein paar Bemühungen und einem dicken Aufsetzer ist das schließlich auch geschafft. Wir beladen die Solo wieder und ich laufe ein wenig voraus, bis der Boden nicht mehr so tiefsandig und morastig ist und steige dann wieder auf. Es geht bis fast ans Meer und dann wieder auf einer steilen Piste den Berg hinauf. Hier oben machen wir noch mal kurz ein paar Fotos vom Strand und fahren erst mal zu weit Richtung Süden bis wir merken, dass wir vorher hätten abbiegen müssen, Also wieder etwas zurück und nun sehen wir eine Piste, die Richtung Osten abgeht. Die Piste teilt sich immer wieder und wir fahren immer Richtung GPS-Punkt des Forts. Nach 40km sehen wir dann endlich das Fort Bou Jerif. Dann sind es nur noch ein paar Kilometer bis zum gleichnamigen Campingplatz. Dieser ist der erste, der in etwa den europäischen Vorstellungen entspricht: Es gibt einen Pool und jede Menge saubere und funktionierende Sanitäranlagen. Das hat natürlich auch seinen Preis: 102DH für alle ohne Poolbenutzung. Die kostet noch mal extra. Wir speisen fürstlich im Restaurant, es gibt nämlich Dromedar-Tajine und kühles Bier. Es gibt noch ein paar Touristen hier, die wenigen Ausnahmen, wo wir mal nicht alleine sind. Ein kleines Berber-Museum kann besichtigt werden und nach dem Essen macht ein Schlangenbeschwörer noch einen Exklusiv-Vorstellung mit hautnahem Kontakt zu den Schlangen für uns und die weiteren Gäste.
Bou Jerif - Agadir up down
Beim abendlichen Bier Wir fahren nicht den gleichen Weg zurück, sondern erstmal 9km auf guter Piste Richtung Osten, dann beginnt der Teer und nach weiteren 30km erreichen wir Guelmin und nach weiteren langweiligen 40km den Ort Boulzakarne. Hier machen wir einen Stopp und nach weiteren 80km sind wir in Agadir. Wir fahren zur Festung hinauf und haben von hier einen Blick auf Agadir und die Küste. Viele Touristenbusse und entsprechenden Touristenrummel gibt es hier oben.
Die Suche des abgelegenen Campingplatzes Nomad Paradise Camping 15km von Agadir in den Bergen gestaltet sich trotz bekannter GPS-Koordinaten nicht ganz einfach. Die Wege, die wir in diese Richtung fahren enden meist oder gehen dann in die falsche Richtung ab. Irgendwann haben wir es dann doch geschafft und finden dort einen schönen schattigen Platz. Wir bauen die Zelte auf, genießen die sauberen Sanitäranlagen und essen zu Abend. Dann lassen wir den Abend am Pool mit ein paar Bieren und Pastice ausklingen. Der Besitzer gesellt sich zu uns und erzählt von seinen Abenteuern, die er als Teilnehmer mehrer Paris-Dakar-Rallayes mit seinem LKW hatte.
Agadir - Essaouira (240 km) up down
Zu Besuch bei Mustafa Wir packen zusammen, frühstücken und zahlen 102DH für den Campingplatz und 260DH für die Getränke. Erst geht es wieder 15km den Berg hinunter nach Agadir und dann an der Küste entlang Richtung Norden. Dann windet sich die Straße ab von der Küste. Wir machen einen kurzen Zwischenstopp und erreichen mittags Essouira. Vor dem Tor parken wir die Mopeds und Edelgard und ich laufen in die Medina zum Riad Nakhla, wo ich vor 2 Jahren schon mal war. Raschid freut sich riesig, mich wieder zu sehen. Leider hat er kein freies Zimmer. Aber zum Riad gibt es nun ein weiteres Haus 50m weiter. Durch das überdachte Gassengewirr erreichen wir das frisch renovierte Riad. Ursprünglich kosten die Zimmer 600DH, Raschid lässt es uns für 400DH und ich handle dort noch mal 50DH herunter. Wir laufen zurück zu den Jungs, mieten uns einen Mann mit Gepäckkarre und laden alles von den Motorrädern hinein. Die Motorräder werden hier bewacht zurückgelassen. Wir beziehen die originell eingerichteten Zimmer und erkunden dann die Medina. Zuerst geht es über den großen Platz zum Hafen und zur Festung. Oben von der Festung aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadtmauer und Altstadt. Die von den Portugiesen beeinflusste Stadt erstrahlt in der Nachmittagssonne ganz in weiß. Die Fischerboote sind alle blau und liegen dicht gedrängt im Hafenbecken. Vorbei an den Fischbratereien gehen wir zurück zum großen Platz, essen und trinken eine Kleinigkeit und laufen dann auf der Stadtmauer entlang zum Tor. Von dort geht es durch die Souks zum Fotogeschäft, Günters Kamera hat mehrere kleine Schrauben verloren und die können wir hier bekommen. Dann suche ich den kleinen Laden von Mustafa. Wir laufen den Souk zweimal ab, aber ich finde ihn nicht. Dann gehen wir zum Laden von Driss, den ich auf Anhieb finde, da er ja gleich neben dem Riad Nakhla liegt. Leider ist Driss gestern abgereist. Schade, ich hatte mich so auf seine Trommelsession gefreut. Die Jungs, die zur Zeit den Laden bedienen rufen sofort bei Driss an und ich spreche mit ihm. Er erinnert sich an mich und bedauert ebenfalls, dass wir uns nicht sehen können. Vielleicht das nächste Mal - Inschaala. Dann suchen wir den Laden von Mustafa erneut und jetzt finden wir ihn. Er freut sich riesig, lädt uns sofort auf einen Tee und Datteln ein. Ich habe Fotos vom letzten Treffen mit ihm in Ouarzazate nachmachen lassen und übergebe diese und bestelle die Grüße der anderen Mädels. Dann schlendern wir noch etwas durch die belebten Gassen und kehren in ein Restaurant ein. Nach dem Abendessen gehen wir zum Hotel.
Essaouira - El Jadida (250 km) up down
In der Zisterne Nach dem Frühstück packen wir zusammen und verabschieden uns recht herzlich von Raschid. Dann organisieren wir uns einen Karrentransporter, der unser Gepäck zu unseren Mopeds vor der Stadtmauer bringt. Die Mopeds wurden für ein paar Dirham wohl behütet. Nachdem wir alles Gepäck wieder aufgepackt und verzurrt haben geht es auf der N1 durchs Landesinnere Richtung El Jadidia. Hier gibt es einen großen bewaldetem Campingplatz, auf dem wir ausnahmsweise mal nicht alleine sind. Allerdings verlieren sich die wenigen weiteren Camper auf dem Gelände. Nach dem Zeltaufbau machen sich Hamster, Günter und ich auf zur Medina. Edelgard bleibt zurück, da sie sich nicht gut fühlt. Wir parken auf einem von einem Jungen bewachten Parkplatz direkt an der Stadtmauer. El Jadida ist vollständig von einer Stadtmauer umgeben. Durch das große Stadttor gehen wir hinein und besichtigen als erstes die von den Portugiesen erbaute Zisterne. Sie ist nur mit wenig Wasser gefüllt, sodass man komplett am Außenrand laufen kann. Das wenige Wasser reicht allerdings aus, um wunderschöne Fotos von den sich spiegelnden Pfeilern machen zu können. Von der herrlichen Kühle im Innern schlendern wir weiter durch die Medina in der Nachmittagshitze. Auf der Stadtmauer laufen wir einmal komplett um die Medina herum und haben so immer wieder Einblicke in die Stadt und auf den Hafen. Anschließend kaufe ich im Souk, der außerhalb der Stadtmauer liegt, alle Zutaten fürs Abendessen ein, während die Jungs geduldig auf meine Rückkehr warten. Dann geht es zurück zum Campingplatz und wir verarbeiten unsere Mitbringsel zum Abendessen.
El Jadida - Rabat (123 km) up down
Happy Birthday Heute habe ich meinen 50. Geburtstag und Edelgard hat eine Banane liebevoll mit 5 Kerzen gespickt. Wir frühstücken und packen dann zusammen. Zuerst fahren wir auf der Landstraße Richtung Casablanca, wechseln dann aber auf die Autobahn, da uns das ständige hinterher tuckern und riskante Überholen der vielen LKW’s zu mühsam wird. Lange zieht sich der Weg auf der Stadtautobahn von Casablanca zum Zentrum hin. Kurz vor Erreichen der großen Moschee fährt Günter seine KTM trocken. Nach Schütteln und seitlichem Kippen des Mopeds, geht es noch ein paar Hundert Meter bis zur nächsten Tankstelle. Vor der Moschee parken wir die Mopeds und Edelgard und ich bleiben dort. Ich habe die Moschee schon 2 mal besichtigt und Edelgard fühlt sich nicht gut. So gehen die beiden Jungs zur Moschee. Nach gut 2 Stunden kommen sie zurück. Dann geht es weiter auf der Autobahn nach Rabat. Am späten Nachmittag erreichen wir den Campingplatz in Rabat Salé. Auf diesem großen Platz sind wir nicht alleine. Eigentlich hätte man einen guten Blick von hier auf Rabat, aber das diesige Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung.
Edelgard geht es nicht gut und Hamster bleibt mit ihr auf dem Campinplatz während wir uns zu Fuß auf machen, denn ich will meinen Geburtstag noch mit einem leckeren Essen beenden. Das Restaurant, das wir nachmittags gesehen hatten, ist nun leider geschlossen. Wir steigen aufs Moped und versuchen zu erst in Rabat Salé etwas zu finden, dann fahren wir nach Rabat. Der Hassan Turm ist angeleuchtet und der Nebel hat sich etwas gelichtet, also fahren wir dort hin und machen ein paar Fotos. Dann geht es Richtung Medina, wo vor den kleinen Stadttoren sich viele Garküchen befinden. Die Stadtmauer mit ihren Toren ist angeleuchtet, also wird diese Inszenierung ebenfalls fotografiert. Dann versuchen wir in Rabat ein Restaurant zu finden, doch wir finden irgendwie nichts und landen schließlich in einer kleinen Imbissbude, die draußen Fischtajine angekündigt hat. Leider gibt es die dann doch nicht und wir begnügen uns mit einer Hühnertajjine. Irgendwie hatte ich mir mein Geburtstagsessen anders vorgestellt.
Anschließend geht es zurück zum Campingplatz, wo die beiden schon schlafen.
Rabat up down
Am Mausoleaum Wieder ist der Blick auf Rabat vom Nebel verhüllt. Günter und ich fahren zum Souk von Salè und kaufen frisches Brot und Brotbelag fürs Frühstück ein. Den ganzen Vormittag lichtet sich der Nebel nicht. Mittags fahren Hamster und wir beiden zur Kasbah. Dort durchstreifen wir die engen Gassen der Medina und in einem kleinen Café genießen wir dann den im Moment freien Blick auf Rabat Salé. Dann fahren wir zum Königspalast. Es ist nicht einfach, den Einstieg in diesen mit Mauern umgrenzten Bereich zu finden. Bei einem Polizeiposten müssen wir dann die Mopeds abstellen und dürfen nach einer kurzen Erklärung, dass wir den Palast sehen möchten, dort hinlaufen. Ich gehe auf das Wachpersonal zu, um zu fragen, ob wir fotografieren dürfen. Wir dürfen, aber ich darf nicht so nahe auf sie zu kommen. Dann fahren wir zum Hassan-Turm mit dem riesengroßen Gelände mit dem Mausoleum und der nie fertiggestellten großen Moschee. Das ganze Gelände ist zu unserem Erstaunen kostenlos zu besichtigen und man darf überall fotografieren. Auch das Wachpersonal drängt sich förmlich auf, das wir es fotografieren. Dann suchen wir einen Imbiss und essen etwas, bevor wir zurück zum Campingplatz fahren. Edelgard erwartet uns schon ungeduldig, denn wir waren den ganzen Nachmittag weg. Nebenan in einer Bodega trinken wir dann noch einen Tee zusammen und wandern ein Stück am Meer entlang.
Rabat - Tanger - Tarifa (Rio Jara) up down
Runter von der Fähre Wir frühstücken und zahlen 220DH für die 2 Nächte für alle zusammen und fahren auf der Autobahn nach Tanger. Nach einer Stunde Zollformalität sind wir dann auf der Fähre, die auch bald ablegt und nach gut 3 Stunden ist Algeciras erreicht. Wir fahren noch ein Stück Richtung Cadiz, wo wir in der Dämmerung das Camp Rio Jara erreichen. Für teure 40 Euro pro Nacht für uns alle können wir allerdings warme Duschen genießen. In einem guten Fischrestaurant in der Nähe des Camps essen wir vorzüglich und holen so mein Geburtstagsessen nach.
Tarifa (Rio Jara)- Motril (Salobrena) (386 km) up down
Heute geht es auf guten Bundesstraßen die Küste entlang, vorbei an Malaga, bis Motril, dann weiter an die Küste bis zum Campingplatz in Salobrena. Nach dem Zeltaufbau kaufen wir etwas fürs Abendessen und kochen.
Motril(Salobrena) - Almeria(Aguadulce) up down
Wir machen uns Richtung Granada ins Landesinnere auf, um zum Mulhaceen hinaufzufahren. In Orgiva machen wir Mittagspause und man sagt uns dort schon, dass der Pass gesperrt ist. Wir fahren trotzdem weiter den Berg hinauf bis hinter Capileira. Dort beginnt eine ca. 20km lange Schotterstraße den Berg hinauf bis der Naturpark Mulhaceen beginnt. Hier auf 1820m ist nun definitiv Schluss. Also zurück bis Pampaneia und über Portugas geht es durch die Sierra Nevada Richtung Almeria. In Aguadulce lassen wir uns dann auf dem Campinglatz für 34 Euro nieder.
Aguadulce - Narbonne (ca. 1000 km) up down
Die nun folgenden Tage fahren wir gemütlich Richtung Norden und steuern stets am frühen Nachmittag nach knappen 300km einen Campingplatz an. Am 35. Tag unserer Reise erreichen wir die französische Küste in Laceute Plage. Dort lassen wir uns für die nächsten 2 Tage nieder, relaxen, gehen schwimmen und sortieren das Gepäck um, damit wir die nötigen Sachen für den Autoreisezug mit ins Abteil nehmen können. Der Rest wird auf die Mopeds geschnallt.
Narbonne - Neu Isenburg - Heidelberg up
Autoreiseszug Mittags müssen wir in Narbonne auf dem Verladebahnhof sein und verzurren unsere Mopeds. Mit dem Bus werden wir dann zum Passagierbahnhof gefahren und warten dort auf den Zug. Dann geht es in unser Viererabteil und wir machen es uns gemütlich. Nach dem wir unsere Brote verspeist haben, schauen wir schon mal auf Hamsters Laptop unsere vielen Bilder an. Edelgard und ich sind müde und legen uns bald schlafen. Am frühen Morgen erreichen wir Neu Isenburg. Günter und ich verabschieden uns von den beiden, die noch bis Dortmund weiterfahren und sicherlich noch einen Mütze Schlaf nehmen werden. Wir nehmen nach einer Wartezeit unser Moped wieder in Empfang, schnallen das restliche Gepäck auf und ziehen uns warme Sachen an. Schließlich ist es Ende September in Deutschland. Müde erreichen wir am frühen Vormittag unser Zuhause.