Landesinformation down

Namibia liegt im Südwesten Afrikas und wird im Norden von Angola, im Osten von Botswana und im Süden von Südafrika begrenzt. Im Westen bildet ein 1600 km langer Küstenstreifen die Grenze zum Atlantik, der durch den Beluga-Strom das Meerwasser auch im Sommer nicht erwärmen lässt. Das Land ist unterteilt in die wasserreicheren Gegenden des Nordens und die von Trockenheit geprägten Südregionen. Namibia ist ein sehr dünn besiedeltes Land. Nur rund 1,5 Millionen Menschen leben in dem 824.292 km² großen Staat, davon ca. 200.000 in Windhoek (1700m über Null), der kleinsten Landeshauptstadt der Welt. Namibia besitzt eine faszinierende große Ethnienvielfalt: Herero, Himba, Nama, Owambo, Kavango, San, Damara sowie die Namibier europäischer Herkunft gehören dazu. Ebenso vielfältig wie die Volksgruppen sind die Sprachen in Namibia. Neben Afrikaans, Englisch und Deutsch gibt es etwa dreißig weitere Sprachen, die innerhalb der einzelnen Völker gesprochen werden. Die beiden Hauptgruppen sind Bantu und Khoesan. Diese Sprachenvielfalt hat einen hohen kulturellen Wert.
Schon heute stehen ca. 15% der gesamten Landesfläche unter Naturschutz - eine Fläche, rund dreimal so groß wie die Schweiz. Alle bedeutenden afrikanischen Groß- und Kleinwildarten haben hier einen Schutzraum gefunden und können in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden.

Sehenswert sind folgende Regionen und Städte:

Der Norden:

Im Caprivi-Zipfel:
Die Popa-Falls und die 4 Naturreservate: Caprivi Wildpark (5.715km²), Mahango-Reservat (246km²), Mudumu National Park (1.009km²), Mamil (320km²)

Etosha-Nationalpark (22.270km²):
Der Etosha-Nationalpark ist wohl das bedeutendste Naturschutzgebiet Afrikas mit Hunderten von Tierarten, sehr seltenen Büschen und Bäumen und grandiosen Landschaftsformen. Zentrum des Parks ist die Etosha-Pfanne (129km lang, bis zu 72km breit). Insgesamt 114 Säugetier- und 340 Vogelarten sind in Etosha beheimatet. Darunter z.B. 3.000 Elefanten, 30.000 Springböcke, 2.000 Giraffen, 2.000 Sträuße, 500 Löwen und 300 Nashörner. Regen verwandelt die majestätische Ebene alljährlich in einen metertiefen See, der zahlreiche Wasservögel zum Nisten anlockt. Am attraktivsten ist ein Besuch während der Trockenzeit von Mai bis Oktober: Riesige Tierherden versammeln sich dann in der Morgen- und Abenddämmerung an den wenigen Wasserlöchern.

Die Landesmitte

Windhoek:
Viele Plätze und Gebäude sind noch heute Zeitzeugen der deutschen Kolonialzeit. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind sicherlich das Reiterdenkmal und die Christuskirche und der 30km westlich gelegene Daan-Viljoen-Wildpark.

Waterberg-Plateau-Park (405km²):
Das Plateau ragt wie eine Festung aus der Hochebene Zentralnamibias empor mit bis zu 30m hohen senkrecht schroffen, roten Sandsteinfelsen. Auf dem Waterberg (8-16 km breites Plateau) leben seltene Nashornarten, Pferdeantilopen, Büffel, Giraffen, Kudus, Impalas, Leoparden, Geparden und über 200 verschiedene Vogelarten.

Gross Barmen:
Ruinen der Rheinischen Missionsgesellschaft und der frühere Otjikango („große Quelle“) ist als Thermalbad und Naherholungsziel mit dem fluorid- und sulfidhaltigen 65°C heißen Quellwasser bekannt.

Der Süden

Der Hardap-Stausee (25km²)
Größter Stausee des Landes mit einem Wildschutzgebiet (Strauße, Zebras, Kudus, Springböcke, Antilopen und zahllose Vögel).

Der Fischfluss-Canyon
Zählt zu den größten Naturwundern Afrikas. Die gewaltige Schlucht ist 161km lang, bis zu 27km breit und teilweise bis zu 550m tief. Die steilen Felsen fallen abrupt vom Plateau ab. Der Fischfluss bildet den größten Canyon der südlichen Hemisphäre, seine Großartigkeit wird nur vom Grand Canyon in den USA übertroffen. Eine 25km lange Aussichtsstraße führt am Ostrand entlang und bietet einen einmaligen Blick über dieses atemberaubende Naturschauspiel.
Der Wanderweg in den Canyon ist eine Herausforderung für jeden sportlichen Wanderer. Doch der atemberaubende Blick über die vom Canyon zerschnittene Landschaft lässt alle Strapazen schnell wieder vergessen. Binnen kurzem nimmt die wilde, gigantische Mondlandschaft jeden Besucher gefangen.

Die heißen Quellen Ai-Ais
Am Südende des Canyons, liegt das Thermalbad Ai-Ais. Aufgrund seiner 60°C heißen Quellen ist es zu einer wahren Oase der Erholung geworden.

Das Namibgebiet
Am südlichen Wendekreis zwischen 15 und 30 Grad südlicher Breite zieht sich die älteste Wüste der Erde, die Namib, in einem Gürtel von durchschnittlich 200km Breite an der Atlantikküste entlang.

Der Namib-Naukluft-Park(50.000km²):
Das größte Naturschutzgebiet des Landes und das viertgrößte der Welt präsentiert sich mit einer immer wieder wechselnden, überaus beeindruckenden Landschaft: erhabene Gebirgsmassive, weite Wüstenebenen, hohe Dünen, tiefe Schluchten und eine den Gezeiten ausgesetzte Lagune.
Den absoluten Höhepunkt bietet die Region im Sossusvlei. Oryxantilopen, Springböcke und Strauße ziehen das ganze Jahr über in die Senke.

Durch weite, offene Ebenen und durch die unwirtliche Mondlandschaft am Swakop-Fluss führt die Welwitschia-Panoramastraße. Die Welwitschia mirabilis, eine fossile Pflanze, die mehrere hundert und auch tausend Jahre alt werden kann. Ein besonders großes Exemplar wird gar auf 1500 Jahre geschätzt.

Nordwestlich von Maltahöhe, an der Straße nach Swakopmund, liegt die Naukluft, die das gebirgige Plateau sowie den Randbereich der Namib umfasst. Zahlreiche Bergzebras und andere Tierarten haben dort ihre Heimat. Bei Sandwich-Harbour, ca. 42km südlich von Walvis Bay, liegt eine gewaltige, von Schilf und majestätischen Dünen umgebene Lagune - die Sandwichbucht. Sie ist nicht nur Zufluchtsort für tausende Meer- und Süßwasservögel, es laichen dort auch viele Fischarten

Die Lüderitzbucht:
Die Hafenstadt Lüderitz liegt zwischen den Dünen der Namib und den stürmischen Fluten des Atlantischen Ozeans. Gegründet durch den Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz war sie die erste deutsche Siedlung im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Viele Jugendstilbauten zieren noch heute die Stadt und geben dem Ort einen einmaligen Charme. Ein paar Kilometer außerhalb von Lüderitz befindet sich die im Wüstensand versinkende Geisterstadt Kolmanskuppe. Zerfallene Gebäude, in deren Räume der Sand mittlerweile meterhoch liegt, zeugen von der einst wohlhabenden Diamantenstadt.

Nationales Erholungsgebiet Westküste
Diese Region umfasst einen 200km langen und 20km breiten Küstenstreifen nördlich von Swakopmund. Nördlich des Erholungsortes Henties Bay befindet sich das Kreuzkap (Cape Cross), wo sich unzählige Pelzrobben im kalten Atlantikwasser tummeln. Entlang der Küste gibt es zahlreiche Inseln und geschützte Buchten, die den rund 100.000 Robben zur Paarung und zur Aufzucht des Nachwuchses dienen. Neben unzähligen Seevögeln an der Küste trifft man im Landesinneren mit ein wenig Glück auf Springböcke und Antilopen und manchmal sogar auf den legendären Wüstenelefanten.

Der Skelettküstenpark:
Der für Besucher nur teilweise zugängliche, abgeschiedene Naturpark erstreckt sich zwischen der Mündung des Ugab im Süden und dem Kunene-Fluss im Norden, mit zahlreichen Schiffswracks und verlassenen Minen. Die bizarre Schönheit zieht jeden Besucher in ihren Bann. Oft kommen in der Wüste lebende Tiere an die Wasserstellen im Park.

Reiseverlauf up down

1.Tag
Heidelberg - Windhoek
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Abflug von Frankfurt am späten Abend. Wir starten zu unserer ersten Tour ins südliche Afrika.

2.Tag
Windhoek-Dan Viljoen (25km)
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Nach ca. 10 Stunden Nachtflug landen wir morgens früh auf dem in der Einöde gelegenen Flughafen von Windhoek. Die Einreise verläuft problemlos und unser Autovermieter erwartet uns. Nachdem die Formalitäten für das Auto erledigt sind, fahren wir zuerst zur Tourist-Information in Windhoek. Leider spricht man hier kein Englisch (Englisch ist doch die Amtssprache??) sondern nur Afrikaans und wir trollen uns mit ein paar Informationsblätter weiter. In einem Einkaufscenter in der Kaiser Straße decken wir uns mit Campinggas und Lebensmittel wie Konserven, Nudeln, Reis und vor allem mit mehreren 5-Liter Kanister Trinkwasser ein. Die Stadtbesichtigung ist nur kurz, wir wollen diese ausgiebiger am Ende unserer Reise machen. Wir fahren nach Westen auf der C20 zum Daan Viljoen Game Park. Nach dem Zeltaufbau richten wir unser Auto für die nächsten 5 Wochen ein und fahren auf die Nachmittagspirsch. Ein prächtiger Oryx , ein paar Warzenschweine, ein Elend und ein paar Gnus sind unsere ersten Pirschergebnisse. Nach unserem ersten Grillabend geht es zeitig ins Zelt zum Schlafen.

3.Tag
Daan Viljeon- Swakopmund (über Tinkas und Welwitschia-Plains ca. 400km)
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Gegen 5 Uhr morgens früh sind wir erbost, dass die Müllabfuhr um diese Tageszeit die klappernden Blechmülleimer leeren muss. Doch der Blick aus dem Zelt zeigt uns naiven und unerfahrenen Erstlings-Safari-Touristen, dass eine Horde Paviane „Müllabfuhr“ spielt. Leider ist es noch zu dunkel für erste Fotos, die Sonne fängt gerade an, aufzugehen. Nachdem die Paviane eine verwüstete Mülllandschaft hinterlasen haben, ziehen sie wieder weg und eine Herde Gnus und Zebras zieht durch das ausgetrocknete Flussbett direkt vor unserem Zelt entlang. Wir sind begeistert, soviel Wild am zweiten Afrika-Tag hatten wir nicht erwartet.
Nachdem die Sonne erwacht ist, frühstücken wir und anschließend ziehen wir weiter auf der holprigen Schotterpiste C28 nach Westen. Am Straßenrand beeindrucken uns riesige Webervogelnester und die niedlichen Erdhörnchen (wie schon erwähnt, wir sind das erste mal im südlichen Afrika). Der Bosua-Pass geht in einer Gefällstrecke hinunter zur Namib mit herrlichen Blicken in die Ebene. Danach heißt die Straße C28. Kurz nach der Parkgrenze fahren wir rechts ab zur Tinkas-Fläche und Blutgruppe. Diese Piste (nur für 4x4) verläuft nördlich der C28 und stößt nach 85km wieder auf die C28. Bei Archer’s Rock gibt es beindruckende Felsformationen zu sehen. Zurück auf der C28 geht es nach 16km wieder ab nach Norden zu den Welwitschias, den uralten Pflanzen, die nur hier existieren. Die Straße führt weiter zu dem Aussichtspunkt über das Moon Valley, dem schwarz zerklüfteten Tal des Swakop-Rivers. Die D1991 stößt wieder auf die C28 und wir erreichen Swakopmund. Hier glaubt man in Deutschland zu sein: deutsche Straßenschilder und deutsche Läden sind in den Fachwerkhäusern untergebracht. Nach der Stadtbesichtigung schlagen wir unser Zelt auf dem Campingplatz „Mile 4“ 4km nördlich der Stadt auf. Auf der 4X4 Piste fahren wir nach Walvis Bay zur Wattenmeerlagune, wo sich Flamingos, Pelikane und Kormorane tummeln. Zum Abend kehren wir für einen Kneipen- und Restaurantbesuch in die Stadt zurück.

4.Tag
Swakopmund - Brandberg (ca. 300km)
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Vom Campingplatz fahren wir am Meer entlang auf der C34 Richtung Norden. Der Atlantik lädt zum Baden ein, aber der eiskalte Benguela-Strom lässt dem Meer auch im Sommer keine Chance, sich zu erwärmen. Über Hentiesbaai gelangt man zum Cape Cross, wo sich Tausende von Robben befinden. Gegen eine Eintrittsgebühr kann man ganz nah an die Robbenkolonie herangehen. Allerdings sollte man eine unempfindliche Nase haben, denn diese Masse von Tieren erzeugt einen stechenden und beißenden Gestank. Zur Zeit befinden sich viele Jungtiere hier, die heulend und piepsend auf die Rückkehr ihrer Mütter warten. Die männlichen Robben wälzen sich ziemlich unsensibel durch das Gelände und drücken dabei manchmal Jungrobben zu Tode. So liegen immer wieder Kadaver von jungen Robben zwischen dem quirligen Gedränge. Nachdem wir unsere Atemwege überstrapaziert und genügend Fotos geschossen haben, zieht es uns weiter zum Campingplatz „Mile 108“. Dieser Platz ist allerdings wenig attraktiv, ziemlich voll, gänzlich ohne Schatten und die sanitären Anlagen äußerst überstrapaziert. So beschließen wir, einfach weiter zu ziehen und zwar weg von der Küste auf der D2303 ca. 65km nach Nordosten und dann auf der D2342 südlich des Brandberges nach Osten. Nach weiteren ca. 40km finden wir einen optimalen Platz für die Nacht, etwas abseits der Straße, im Schatten des mächtigen Brandbergs. Beim Sonnenuntergang färbt sich der Berg rot, als ob er glühen würde. Hier soll es Leoparden geben und wir verziehen uns nach dem Sonnenuntergang ins Zelt.

5.Tag
Brandberg - Vingerklip - Twyfelfontain (ca. 410km)
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Der morgendliche, vorsichtige Blick aus dem Zelt bietet uns eine weidende Herde von Springböckchen und eine flüchtende Straußenfamile . Nach ca. 40km erreichen wir Uis Myn und biegen auf die C35 nach Norden und erreichen nach ca. 150km Khorixas. Hier machen wir einen lohnenden Abstecher zu den Ugab-Terassen und der Vingerklip. Von Khorixas geht es 6km auf der C39 nach Osten und dann führt der Rundweg D2743 70km entlang der Ugab-Terassen und zu der Vingerklip (35m hoher Felsbrocken) mit fantastischem Panorama. Diese Felsformationen erinnern ein wenig an die Landschaftsformen in Arizona. Wieder auf der C39 geht es zurück nach Khorixas (30km) und dort über die D2620 vorbei am „versteinerten Wald“ und über die D3254 erreichen wir nach ca. 110km Twyvelfontain. Hier gibt es einen wunderschönen einfachen Campingplatz mit schattigen Plätzen und originellen sanitären Anlagen. Dieser Campingplatz ist der einzige uns bekannte Platz, der der einheimischen schwarzen Bevölkerung gehört. Nach dem Zeltaufbau und Abendessen begeben wir uns an die kleine Bar. Wir könnten unser Bier hier kalt stellen, aber man empfiehlt uns, den Creme-Likör „Amarulla“ zu probieren. Aus den Amarulla-Früchten, Lieblingsfrucht der Elefanten, wird ein Schnaps gebrannt und mit Sahne verfeinert. Wir sind begeistert und dieses Getränk gehört nun zur Standard-Ausrüstung bei jeder Afrika-Tour. Wir sind die einzigen Gäste und die Campingplatz-Crew mit Freunden fangen an zu trommeln und singen. Wir sind begeistert über soviel Lebensfreude und es wird wunderschöner Abend.

6.Tag
Twyfelfontain - Palmwag (ca. 100km)
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Wir stehen zeitig auf und fahren zu den Felsgravuren, wo uns ein Führer das „Steinzeit-Bilderbuch“ zeigt, eine wirklich fantastische Galerie sehr alter Kunstwerke. Von hier machen wir noch einen Abstecher zum „Verbrannten Berg“, ein mit schwarzem Wüstenlack überzogener Fels. Wir fahren zurück zum Camp, packen unser Zelt ein und fahren Richtung Norden über die D3254 und dann über die D2620 zur Palmwag Lodge. Nach dem Zeltaufbau holen wir uns das Permit zur selbständigen Erkundung und erhalten noch eine Karte für die Wege im Park. Unterwegs sehen wir Springbockherden und ganz in der Ferne unsere ersten Giraffen. Um zur empfohlenen Wasserstelle zu fahren müssen wir ein ausgetrocknetes Flussbett überqueren. Die Einfahrt geht steil hinunter und wir fahren uns unseren Kuhfänger ab. Notdürftig halten wir ihn mit Gurten und entdecken im Flussbett frische Spuren von Elefanten. Im sicheren Auto suchen wir ringsherum nach diesen Elefanten, können aber keine finden.
Am Wasserloch angekommen, warten wir eine lange Zeit, aber hier kommt niemand vorbei und wir fahren zurück zum Camp. Am Flussbett angekommen sehen wir nun eine Elefantenkuh mit einem kleinen und einem jugendlichen Elefanten. Unsere ersten Elefanten! Aber wir sind zu nahe an ihnen, denn die Elefantenkuh kommt drohend auf uns zu. Wir setzen etwas zurück, sie akzeptiert dies und verschwindet hinter Bäumen. Nun ist diese Gruppe verschwunden, hinter Bäumen und Büschen und nicht mehr zu sehen. Wir sind erstaunt, wie gut auch solche großen Tiere getarnt sind. Kein Wunder, dass wir sie vorhin nicht entdeckt haben. Unser Auge muss wohl noch ein wenig safarimäßig geschult werden.
Auf der Palmwag Lodge werden wir nach unserer „Ausbeute“ gefragt und es wird uns jetzt erst bewusst, welche Sensation wir entdeckt haben: Diese Elefanten sind die seltenen Wüstenelefanten und seit Monaten nicht mehr in der Nähe der Lodge gesichtet worden, auch nicht von den offiziellen Wildhütern. Hier erhalten wir noch Tipps für unsere künftigen Safarifahrten und nach dem Abendessen geht es ins Zelt.

7.Tag
Palmwag - Sesfontain - Palmwag (220km)
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Morgens reparieren wir, zusammen mit den Jungs von der Palmwag Lodge, den Kuhfänger notdürftig und fahren dann auf der D3706 nach Sesfontain. An der einsamen Piste liegen ein paar Rundhüttendörfer und kurz vor Sesfontain biegt nach Norden ein Abzweig zum Ongono- Wasserfall mit einem kleinen See und Heißwasserquelle ab. Obwohl dieser Ort zum Baden einlädt, verkneifen wir uns dies wegen der Bilharziosegefahr, die in allen afrikanischen Gewässern lauert. In Sesfontain kehren wir um und es geht zurück Richtung Palmwag, wo wir am späten Nachmittag noch mal nach den Elefanten Ausschau halten. Außer ein paar Springböcke und Webervogelnester entdecken wir diesmal nichts weiteres.

8.Tag
Palmwag - Oukaukuejo (Etoscha) (ca. 390km)
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Wir verlassen Palmwag auf der D2620 nach Osten und erreichen nach ca. 130km Kamamjab und auf der C40 geht es weiter nach Outjo. Dort finden wir eine Autowerkstatt, die uns unseren Kuhfänger wieder ordentlich repariert. Die Reparatur dauert ca. 3½ Stunden, da unser Mietwagen von einem vorherigen Unfall leicht verzogen ist und die Reparatur dadurch Schwierigkeiten macht. Aber in diesem Land ist nichts unmöglich und für ca. 80DM wird dann doch noch alles gerichtet.
Eine Frau fragt uns, ob sie mit zur Etoscha fahren kann und wir willigen ein. Wir haben noch nicht ganz die Heckklappe geöffnet, da hüpfen noch weitere 7 Menschen mit hinein, die alle anscheinend das gleiche Ziel haben. Da die Fahrerkabine unseres Autos keinen Zugang zum Laderaum hat, können wir uns leider nicht mit ihnen unterhalten, doch durch den Rückspiegel sehen wir, dass trotz der Enge des Raumes die Menschen sehr viel Spaß haben müssen, den sie singen und klatschen.
Schon kurz vor dem Eingangstor zum Etoscha-National-Park stehen 2 Giraffen ganz dicht am Wegesrand. Am Tor bezahlen wir unsere Gebühr und erhalten detaillierte Wegekarten des Parks. Unsere Mitfahrer bedanken sich bei uns und verschwinden dann in alle Richtungen. Wir machen uns auf zum Campingplatz, wo wir die nächsten 3 Nächte bleiben werden. Durch die Reparatur haben wir viel Zeit verloren und es reicht nicht mehr zur Pirschfahrt, denn man muss vor der Dunkelheit (18:00 Uhr) im Camp zurücksein. In Namibia sind alle Camps der Nationalparks mit elefantensicheren Zäunen versehen. Hier sind die Menschen und nicht die Tiere eingesperrt. Wir machen einen Erkundungsrundgang im Camp, kaufen Gnufleisch zum Grillen und genießen vom Turm aus den Rundumblick. Unser Grillabend findet schon in der Dämmerung statt und wir haben alle Mühe, unser Grillfleisch vor den diebischen Schakalen zu verteidigen. Trotz Zäune huschen vor allem kleinere Tiere wie Schakale und Warzenschweine durch die Tore und auch mit den nicht ungefährlichen Pavianen muss gerechnet werden.
Das Wasserloch, außerhalb und unmittelbar am Zaun des Camps gelegen, ist beleuchtet und in der Trockenzeit kommen hier fast alle Tiere des Parks zum Trinken. Nach ca. 2 Stunden ziehen die meisten Leute sich zurück und wie abgesprochen kommen nun die Tiere, trinken und verlassen dann das Wasserloch wieder während die nächste Gruppe aus dem Wald sich nähert. Zuerst sind es alle möglichen Böcke und Antilopen, dann folgen Zebras, Warzenschweine, Nashörner, Giraffen und Elefanten. Ein beeindrucksvoller Abend geht zu Ende, uns ist es kalt und wir verkriechen uns ins Zelt.

9.Tag
Etoscha-National-Park
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Gegen 4.00 Uhr schrecken wir vom Löwengebrüll im Zelt zusammen, vorsichtig schauen wir aus dem Zelt und realisieren, dass er eigentlich nur am Wasserloch sein kann, wir sind doch im sicheren eingezäumten Gelände. Der Schrei ist wirklich enorm und wir hasten zum Wasserloch. In der tiefen Morgengrauen sehen wir einen Löwen mit mehreren Weibchen, die hier trinken. Schließlich haben sie genug getrunken und verziehen sich wieder. Wir frühstücken und machen uns um 6.00 Uhr, wenn das Tor öffnet, auf die Pirsch. Stets nach Wild suchend fahren wir gemütlich einige Wege ab. Unsere Ausbeute am Vormittag ist enorm: Springbock- und Zebraherden, Warzenschweinfamilien, trinkende Giraffen, Schakale und ein Geier, die sich über die spärlichen Reste eines Gnugerippes (wahrscheinlich heute morgen von Löwen erlegt) hermachen, zwei Fleckenhyänen im Gras, mehrere Greifvögel und Gelb- und Rotschnabeltokos, Busch- und Steinbock und eine Tsessebe-Antilope mit Jungem.
In der Mittagshitze, wo sich alle Tiere in den Busch zurück ziehen, nutzen wir die Zeit für Wäschewaschen und relaxen im Swimmingpool. Nachmittags gegen 15.00 Uhr machen wir uns wieder in eine andere Richtung auf den Weg. Es gibt zwei Höhepunkte am Nachmittag: 3 junge Löwen liegen direkt am Wegesrand im Schatten eines Baumes, dösen vor sich hin und räkeln sich. Und die zweite Attraktion ist etwas gefährlicher: Ein einzelner Elefantenbulle überquert unseren Weg zu einem kleinen See. Die vielen Flamingos, die ständig in Schwärmen aufsteigen und sich wieder im Wasser niederlassen machen ihn etwas unruhig. Als wir nach langer Pause und vielen Fotos weiterfahren wollen, sieht er seinen Fluchtweg zum Wald durch unsere Fahrt wohl abgeschnitten und jagt mit einem Gebrüll und aufgestellten Ohren auf unser Auto los. Günter rast mit Vollgas rückwärts den holprigen Weg entlang. Irgendwann gibt der Elefant auf oder akzeptiert unseren Rückzug und dreht ab. Gerade noch mal mit dem Schrecken davon gekommen, ist es Zeit zum Camp zurückzukehren. Im Camp-Shop gibt es Oryxsteaks und wir wissen, was wir heute Abend grillen werden. Unsere Nachbarn sind ein älteres Paar aus Südafrika, die schon viel Safari-Erfahrung haben und wir diskutieren über unsere Erlebnisse. Sie erzählen uns, dass es schon mehrere Unfälle mit Elefanten gegeben hat und dass man nie das Auto verlassen sollte bei einem solchen Angriff. Die Chance im Auto zu überleben, wenn der Elefant es zertrümmert ist größer, als der Fluchtversuch zu Fuß, denn er ist immer schneller.
Wir erhalten noch nützliche Tipps und nach unserem Grillschmaus, wieder mit Schakalen, geht es natürlich nochmal mit Chips und Bier zum beleuchteten Wasserloch, wo sich fast alle möglichen Tiere noch mal zeigen, die wir im Laufe des Tages gesehen haben.

10.Tag
Etoscha-National-Park
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Heute werden wir nicht vom Löwengebrüll geweckt. Doch wir schauen trotzdem am Wasserloch vorbei, wo sich ein paar Elefanten und ein Spitzmaulnashorn befinden. Dann geht es auf die Morgenpirsch, diesmal die Wege Richtung Norden. Springbock- Gnu- und Zebraherden sind unsere Ausbeute. Wir steuern wieder ein Wasserloch an. Hier zahlt sich Geduld aus, denn so nach und nach finden sich in der Trockenzeit viele Arten zum Trinken ein: Giraffen, Oryx, Zebras, Warzenschweine, Strauße und schließlich eine Herde Elefanten. Diese vertreibt allerdings alle anderen Tiere. Nach einer langen Badeaktion verziehen sich auch die Elefanten und wir fahren zum Camp zurück, um die Mittagshitze im Pool zu verbringen. Günter vertreibt sich die Zeit mit dem Fotografieren von Vögeln. Hier auf dem Campingplatz werden die Wasserpfützen an den Wasserhähnen als Tränke von vielen kleinen Vögeln, aber auch von Tokos und Adidas benutzt. Gegen 15.00 Uhr brechen wir wieder auf und steuern direkt ein Wasserloch an. Wieder beherrscht eine Elefantenherde das Wasserloch. Wir fahren noch ein paar Schleifen ab und unsere Ausbeute sind eine Schakalmutter mit ihrem Jungen, eine Riesentrappe und ein Sekretär, Kudus und einige Greifvögel. Auf dem Heimweg entdecken wir dann, allerdings noch ca. 20m vom Wegrand entfernt, ein Löwenmännchen unter einem Baum. Beim längeren Betrachten hebt sich auch noch der Kopf einer Löwin aus dem Gras hervor. Ein schöner Abschluss am Nachmittag. Am Camp-Shop gibt es wieder Grillfleisch und der Abend gestaltet sich wie zuvor.

11.Tag
Oukaukuejo - Namutomi (Etoscha-National-Park)
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Zeitig brechen wir das Lager ab und nutzen die Fahrt als Game-Drive und fahren auf Umwegen nach Halali. Am Wasserloch von Halali, wo gerade eine Elefantenherde ihren Durst löscht, kommen wir am Mittag an. Auf dem Felsen sitzend ist man sehr nahe an den Elefanten, die die Nähe der Menschen gewohnt sind und sich daran nicht stören. Weiter geht es nach Namotoni und auf der sich in der Mittaghitze spiegelnden Salz-Pfanne entdecken wir ein Spitzmaulnashorn, einige Zebras und Gnus. Wir bauen unser Zelt auf und verschaffen uns einen Überblick vom Dach des Kolonial-Forts aus, bevor wir noch eine kurze Fahrt auf die Salzpfannen hinaus machen. Heute ist Heilig Abend und wir essen zur Feier des Tages im Restaurant.

12.Tag
Namutomi (Etoscha-National-Park)
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Auf der Morgenpirsch entdecken wir eine Schildkröte auf der Fahrbahn. An einem flachen See tummeln sich eine Riesenkolonie von Flamingos, ein Sekretär trinkt Wasser, verschiedene Reiherarten und Störche sind auch zu sehen. Auch am Nachmittag bleibt die Ausbeute spärlich, die meisten Tiere sind wohl eher in der westlichen Hälfte der Etoscha-Pfanne. Heute grillen wir noch mal und genießen den 1. Weihnachtsabend draußen mit ein paar Mangusten und Schakalen.

13.Tag
Namutomi - Popa Falls (ca. 635km)
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Wir verlassen Namutoni sehr zeitig auf der B38 und über die B1 erreichen wir nach 117km Tsumeb. 20km vor Tsumeb machen wir einen kurzen Halt an dem Otjikoto-See. Auf der C42 geht es nach Grootfontain (58km) und von dort über die B8 auf guter Teerstraße immer gerade aus und eintönig nach Rundu (260km). Ab hier fahren wir durch grüne Felder und vereinzelt liegen kleine Kraldörfer am Wegesrand. Nach 200km erreichen wir die Popa-Falls. Das Thermometer ist auf über 40°, im Schatten wohlgemerkt, angestiegen und uns verschafft auf dem Campingplatz nur noch nasse Kleidung etwas Kühlung. Manchmal kommen nachts die Flusspferde ins Camp, aber heute Nacht anscheinend nicht.

14.Tag
Popa Falls - Katima Mulilo (ca. 300km)
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Vom Camp aus machen wir noch einen kurzen Besuch der Popa-Falls, die allerdings mehr Stromschnellen als Fälle sind. Nach der Riesenetappe vom Vortag, geht es heute gemütlicher auf dem „Caprivi-Highway“ weiter. Bald ist die Teerstraße zu Ende und der Wellblechterror beginnt. Allerdings werden wir durch eine exotische Szenerie mit Schwarzafrika-Einschlag entschädigt, denn rechts und links des Weges sieht man die hier typischen Kraldörfer. Cola-Buden und kleine Stände offerieren am Straßenrand ihre Waren wie Obst, Gemüse und Feuerholz. Kongola ist eine hässliche Versorgungstätte mit Tankstelle. In Katima quartieren wir uns auf dem Campingplatz der Zambesi-Lodge ein, der langgestreckt am Fluss liegt. Anfangs sind wir die einzigen Gäste auf dem Camp und die kleinen Baumhörnchen sind so zutraulich, dass sie die Schalen eines Apfels vom Holztisch mopsen. Dann kommen Rotel-Tours und platzieren sich direkt neben uns, obwohl der der gesamte Platz noch frei ist. Die Ruhe ist vorbei und die Duschen und Toiletten sind ab jetzt ununterbrochen belegt. Fast wären wir noch umgezogen, aber auf dem Grill an unserem Platz brutzelt schon das Game-Steak. Wir schnippeln den Salat und kochen Kartoffeln. Die Rotel-Leute, die Aldi-Ravioli mit einem Stück Salatgurke als Abendbrot bekommen haben, sind ganz neidisch auf unser leckeres Mahl und kriechen uns fast in den Kochtopf. Wir bekommen hautnah ihr gruppendynamisches Verhalten mit: es gibt zwei Gruppen, die gegeneinander hetzen und dann gibt es noch zwei Außenseiter, die ihr eigenes Zelt mitgebracht haben und sich direkt hinter uns platziert haben. Der Grund: Sie haben Angst vor Krokodilen und Hippos in der Nacht. Sie hoffen, dass wir zuerst gefressen werden, da wir näher am Ufer sind. Muss so eine Reise doch schön sein!!. Wir erfahren, dass sie auf der Durchreise durch die Etoscha-Pfanne kaum Tiere gesehen haben und auch ansonsten alles viel zu kurz und zu hektisch ist. In der Nacht gibt es keine Ruhe, denn einer von den 26 Rotel-Leute muss immer aufs Klo und so rappeln und klappern Türen und Reisverschlüsse.

15.Tag
Katima Mulilo - Victoria Falls (210km)
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Genervt von der lauten Nacht brechen wir zeitig auf und besuchen einen schönen Craft-Market am Straßenrand. Günter verliebt sich in eine große Holztrommel, die wir auf dem Rückweg mitnehmen wollen. Nach ca. 70km auf der Schotterstraße B8 gelangen wir an die Grenze zu Botswana. Die Formalitäten für die Pässe und das Transit fürs Auto gehen zügig voran. Kurz danach beginnt der Chobe Nationalpark und wir stören den Wärter bei der Gartenarbeit. Nach der Eintragung ins Buch ist noch eine Gebühr für den Park zu entrichten. Namibische Dollar will er nicht, wir sollten bei der Ausreise bezahlen und so fahren wir weiter. Dicke Baobab- und Leberwurstbäume säumen den Weg und plötzlich steht ein Elefantenbulle am Wegesrand und versperrt uns die Weiterfahrt. Genüsslich weidet er am Wegesrand und die 2m Abstand, um an ihm vorbeizufahren, sind uns zu knapp. Nach einer Stunde verschwindet er im Wald und wir fahren weiter. Die Straße ist sandig mit vielen Spurrillen. Nach 64km erreichen wir die Grenze zu Zimbabwe. Auch hier gehen die Pass- und Autoformalitäten schnell voran und nach weiteren 70km guter Teerstraße kommen wir in Victoria Falls Stadt an. Von der Einsamkeit und Leere des Caprivizipfels sind wir nun im Touristenrummel angekommen. Wir stellen unser Zelt auf den städtischen Campingplatz ab, tauschen Geld und fahren zum Elephant Hills Hotel raus. Dort machen wir einen Hubschrauber-Rundflug über den Victoria-Fälle. Trotz Niedrigwasser sind die Fälle, der Sambesi und die Schluchten beeindruckend. Anschließend geht es zurück auf dem Campingplatz, wo eine Horde Warzenschweine gerade Müllabfuhr spielt. Der Platz ist total voll, so was sind wir gar nicht gewöhnt, in Namibia waren wir oftmals die einzigen Gäste eines Camps. Wir duschen in den überstrapazierten Sanitäranlagen und kochen unser Abendessen, danach gibt es noch Zambesi-Bier in der Kneipe. Dort sausen riesengroße schwarze Käfer durch die Luft, die sogar Biergläser umwerfen, wenn sie dagegen fliegen.
Zurück auf dem Camp erwartet uns der Horror. Eine Gruppe weißer Südafrikaner rasen mit ihren Autos sturzbetrunken durch den Campingplatz. Sie fahren haarscharf an unserem Zelt vorbei. Uns bleibt der Atem stehen. Einige Gäste versuchen mit den Männern zu reden, aber sie werden nur noch aggressiver. Sie terrorisieren den ganzen Campingplatz. Gegen Mitternacht ziehen sie mit ihren Autos ab und es herrscht endlich Ruhe.

16.Tag
Victoria Falls
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Zeitig stehen wir auf und fahren zum Parkplatz der Victoria-Fälle. In den frühen Morgenstunden wandern wir durch den Park zu den Fällen. Dadurch, dass nur wenig Wasser fließt, kann man bis auf den Grund der Schlucht schauen. Der Sambesi fällt nicht auf der ganzen Länge in die Tiefe, manche Teile sind zur Zeit trocken. Doch wo nach Wasser in die Tiefe fällt, wird man ganz schön nass durch die aufsteigende Dampfwolke. Die Fälle sind von hier unten genauso beeindruckend wie aus der Luft. Wir beschließen, noch einmal hierher zu kommen, wenn der Sambesi Hochwasser hat.
Auf der Sambesi-Brücke kann man dem Bungy-Jumping zusehen. Nach dem Besuch der Fälle machen wir eine Fahrt am „Sambesi Drive“ entlang zum großem Boabab-Baum. Anschließend lassen wir uns auf der Krokodil-Farm alles von der Aufzucht erklären und erfahren, dass ein Drittel der gezüchteten Krokodile in den Sambesi freigelassen werden. Ich darf ein kleines Krokodil in die Hand nehmen. Dann geht es weiter in den „Sambesi National Park“, wo wir neben ein paar Warzenschweine, Böcke, Meerkatzen und Paviane unsere ersten Hippos sehen, die genüsslich im Fluss dösen. Zurück in der Stadt geht es auf den Campingplatz zurück, duschen und kochen. Heute Nacht wird es ruhiger, es kommen keine Betrunkene auf den Platz.

17.Tag
Victoria Falls - Katima (210km)
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Auch diesmal gehen die Grenzformalitäten von Zimbabwe nach Botswana und von dort nach Namibia schnell und unproblematisch vor sich. Kein Elefant versperrt uns den Weg und auch sonst geschieht nichts aufregendes auf der Fahrt. Der Craft-Market hat heute geschlossen, es ist Samstagnachmittag. Also gibt es keine Trommel. Na vielleicht auch besser so, so stellt sich das Transportproblem im Flugzeug nicht. Heute gibt es auch keine Rotel-Tours und wir können den Platz am Fluss genießen.

18.Tag
Katima Mulilo -Rundu (500km)
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Weg von der hässlichen Versorgungsstadt Katima geht es anfangs wieder über Sand- und Wellblechpisten Richtung Westen. Wir nehmen eine Herero-Frau mit ihrem Kind mit. Sie müssen mit ihren schönen Kleidern in den Laderaum, da vorne in der Kabine kein Platz ist. Aber das macht nichts, Hauptsache man wird mitgenommen. Irgendwann beginnt die Teerstraße und es geht zügig voran. Am frühen Nachmittag erreichen wir Rundu und unsere Passagiere steigen ebenfalls aus. Wir quartieren uns auf dem Zeltplatz der Kaisosi Lodge ein. Günter vertreibt sich den Nachmittag mit dem Fotografieren von Fröschen und Schmetterlingen, die in den Pfützen der tropfenden Wasserhähne trinken. Heute ist Silvester und wir essen im Freiluftrestaurant. Außer uns ist noch ein Paar beim Abendessen. Wir quasseln und merken gar nicht, dass die Bar auf einmal heimlich geschlossen hat. Es ist 22.00 Uhr und wir können noch nicht mal eine Dose Bier für Mitternacht organisieren. Nirgendwo ist auch nur das geringste Anzeichen für ein Neujahrsfest zu finden. Wir stehen noch einige Zeit unschlüssig und alleine auf dem Campingplatz herum und legen uns, mangels Alternativen, ins Zelt und schlafen prompt ein. Um 1 Uhr werden wir von Trommeln und Gesang geweckt. Er kommt allerdings nicht aus Namibia, sondern von der anderen Seite des Flusses, aus Angola. Dort ist wohl eine Stunde später Neujahr und so können wir dem Trubel ein wenig zuhören, bevor wir wieder in einen tiefen Schlaf fallen.

19.Tag
Rundu - Waterberg (ca. 500km)
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Wir fahren auf der schnurgeraden Teerstraße nach Grootfontein, dort auf die C2859 wo man nach ca. 30km den Hoba-Meteoriten besichtigen kann. Er ist ein Eisenklotz aus dem Weltall, der etwa vor 80.000 Jahren zur Erde fiel. Von hier geht es weiter auf der D2860, die wieder auf die B8 trifft. Wir überqueren die B8 und fahren auf der D2612 und erreichen nach ca. 150km den Waterberg-Park. Im Bernabé-de-Bat-Rastlager bauen wir unser Zelt auf dem Campingplatz auf. Das Plateau darf man nur geführt besichtigen und so buchen wir für den nächsten Tag eine Morgenpirsch.

20.Tag
Waterberg
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Auf der Morgenfahrt sehen wir vor allem alle möglichen Antilopenarten, Klippschliefer und Vögel. Und man hat einen herrlichen Blick vom Plateau ins Land. Den Nachmittag nutzen wir zur Säuberung unserer Kleidung. Günter hat es fotografisch auf ein Widehopfpärchen abgesehen, dass abwechselnd in ihre Baumhöhle fliegt und die Jungen füttert. Es dauert ganze zwei Stunden bis endlich sein Bild im Kasten hat.

21.Tag
Waterberg - Karibib (ca. 460km)
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Nach ca. 30km Richtung Westen erreichen wir die C22, die nach 41km auf die B1 trifft und nach weiteren 22km nach Otjiwarongo führt. Dort geht es nach Süden auf der C33 bis Kalkfeld (ca. 70km), wo wir auf der D2414 (29km) zu einer Farm gelangen, auf der Dinosaurier-Fußabdrücke zu sehen sind. Zurück nach Kalkfeld geht es auf der C33 weiter bis Omururub (73km), wo wir auf die D2315 abbiegen. Nach 24km auf der D2316 erreichen wir die Abzweigung der Ameib-Ranch. Am Eingangstor steht ein Schild, dass die Farm über Weihnachten und Neujahr geschlossen hat und erst wieder am Montag, den 8.Januar öffnet. Wir disponieren um und fahren weiter Richtung Süden nach Usakos (ca. 20km), wo wir an einer Tankstelle von 2 Jungs selbstgebastelte Draht-Fahrzeuge kaufen. Es gibt hier keine Campmöglichkeiten, auch nicht in Karibib, das wir auf der B2 (30km) erreichen. Also fahren wir noch weiter auf der C32 nach Süden und finden kurz vor Einbruch der Dunkelheit nach weiteren ca. 50km ein Plätzchen zum Übernachten etwas abseits der Straße.

22.Tag
Karibib - Sessriem (ca. 287km)
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Bei Sonnenaufgang werden wir durch einen singenden Mann geweckt, der zu seiner Arbeitsstelle auf der nahegelegen Farm wandert. Wir schauen aus dem Zelt und er grüßt freundlich. Zusammenpacken und dann geht es im Zickzack-Kurs nach Süden: erst noch 40km auf der C32 nach Süden, dann 26km nach Westen auf der C28, anschließend 22km auf der D1985, nun 12km auf der D1982 nach Westen und gleich wieder 28km auf der D1998 nach Süden, nach weiteren 37km auf der C26 nach Osten erreichen wir die C14, die uns in 64km nach Solitär führt. Hier tanken wir noch einmal auf und versorgen uns mit Lebensmitteln bevor wir nach 61km den Abzweig zum Campingplatz von Sessriem (13km) erreichen. Nach dem Zeltaufbau erkunden wir das Camp ein wenig und treffen auf einen Lehrer aus Deutschland mit einem Freund, der jetzt hier in Namibia an einer Schule unterrichtet. Sie laden uns ein, zusammen zu grillen. Wir gehen zu unserem Zeltplatz zurück, um die Grillsachen und ein paar Dosen Bier zu holen. Dort sehen wir, dass unser Platz von einem mächtigen Oryx „bewacht“ wird. Als er uns kommen sieht, verzieht er sich dann doch und wir können getrost unsere Sachen holen. Zurück bei dem beiden, erfahren wir etwas von dem schulischen Alltag, von der Wichtigkeit der Fleischportionen (einem Lehrer stehen zweimal am Tag zwei große Stücke Fleisch zu) und mit welchem Holz man grillt. Dann erzählt er uns, dass er eine der vielen Sprachen der San gelernt hat mit den für uns so lustig wirkenden Klick-Lauten. Da die beiden kein Allrad-Auto haben, werden wir sie morgen früh zu der Fahrt ins Soussusvlei mitnehmen.

23.Tag
Sessriem
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Zeitig brechen wir auf, um vor der großen Hitze das Dünengebiet zu erkunden. Nach ca.80km Wellblech und einfacher Sandpiste entlang wunderschöner Szenerie erreicht man den Parkplatz. Ab hier kommen nur noch die Allradfahrzeuge in das Dünengebiet mit der Tonpfanne weiter. Wir erklimmen eine der großen Sanddünen und unsere Anstrengung wird belohnt durch einen herrlichen Blick über das Dünenmeer. Nach dem Genuss der Rundumsicht zwingt uns die beginnende Hitze zum Abstieg. Wir nehmen die lustige und kurze Variante: einfach auf den Hosenboden setzen, Füße hoch und runterrutschen. Der Rückweg wird etwas gemütlicher, mit etlichen Fotostopps, wo wir heute Morgen keine Zeit zu hatten. Natürlich wird auch die berühmte „Düne 45“ ausgiebig bewundert. Kurz vor dem Camp sehen wir eine riesige Windhose über das Land rasen, die Kurs auf das Camp macht. Unser Zelt wurde leider nicht verschont: ein riesiger Ast der Akazie ist abgebrochen und ist auf unserem Zelt gelandet. Die Stangen haben gehalten (hier macht sich ein gutes Iglu-Zelt bezahlt) aber die Akaziendornen haben ein paar Löcher in das Zeltdach gebohrt.
Am frühen Nachmittag machen wir uns auf zum Sessriem-Canyon. In seinem Innern erreicht das Thermometer knappe 50° und die schwüle Hitze lässt uns kaum atmen. So verlassen wir diesen unwirtlichen Ort, der in dieser Jahreszeit, wenn überhaupt, wohl nur frühmorgens zu besuchen ist. Zurück im Camp, grillen wir wieder zusammen mit den beiden Jungs und teilen uns unsere letzten Bierdosen.

24.Tag
Sessriem - Lüderitz (ca. 470km)
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Wir fahren auf der Piste D826 entlang der Namib nach Süden. Herrliche Ausblicke auf Sanddünen und schwarze Berge entschädigen für die furchtbare Wellblechpiste, die uns einen platten Reifen beschert. Nach dem Wechsel, wir haben zwei Ersatzreifen mit, geht es noch schnurgerade weiter bis die D826 nach ca.90km nach Osten abknickt. Nach insgesamt 158km steht zur Linken das Schloss Duwusib, das aus dunklen Sandsteinen erbaut wurde und gar nicht so recht in die Einöde passt. Nach der Besichtigung geht es weiter und nach ca. 20km biegen wir auf die D831 nach Süden ab, die nach 27km die C14 erreicht. Von hier sind es 60km bis Helmeringhausen und wir biegen auf die C13 ab, die nach 100km auf die B4 trifft. Nach weiteren 125km mit Sandsturm und Sandverwehungen auf der Teerstraße sind wir in Lüderitz. Hier bläst ein arger Sturm und wir haben alle Mühe, unser Zelt aufzustellen. Den verbleibenden Nachmittag nutzen wir als Stadtbummel durch die überschaubare kleine Hafenstadt mit einzigartiger Architektur. Hier trifft man wie in Swakopmund auf viele deutsche Spuren und abends schmeckt ein Bier in einer deutschen Kneipe.

25.Tag
Lüderitz - Kolmanskuppe - Witputz (ca. 415km)
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Wir packen zusammen und fahren zur Kolmanskuppe. In der heute verlassenen Diamantenstadt kann man sich den Diamantenrausch der damaligen Zeit noch gut vorstellen. Wir verbringen den gesamten Vormittag in der beeindruckenden Geisterstadt.
Wir verlassen Lüderitz Richtung Süden und erreichen nach insgesamt 210km auf der C14 Goageb. Im Iwanowski Reiseführer ist ca. 50km südlich von Goageb die Sehenswürdigkeit „Singende Klippen“ als Abstecher beschrieben und auch auf der Freytag & Berndt-Straßenkarte eingezeichnet. So fahren wir auf der D459 weiter nach Süden, wie im Reiseführer beschrieben. Wir gelangen zwar zu der besagten Farm, aber da weiß man von nichts und wir können auch keine Steine diesbezüglich erkennen. Also zurück zur D459 und nach 84km hinter Goageb stoßen wir auf die D463, eine einsame Piste mit schönem Berg-Panorama. Die Dunkelheit rückt näher und nach ca. 80 km suchen wir uns etwas abseits der Straße einen Platz für die Nacht. Der Rest des Abends sind Kochen, warmes Bier trinken und dann früh ins Zelt.

26.Tag
Witputz - Fish River Canyon (ca. 450km)
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Heute machen wir uns früh auf und treffen nach ca. 20km bei Witputz auf die C13. In Rosh Pinah (47km) gibt es kein Benzin. Zum Glück haben wir die Ersatzkanister voll, denn die folgende Piste am Oranje entlang nach Noordoewer ist auf keiner Landkarte eingezeichnet und wir wissen daher nicht, ob wir eventuell wieder zurück müssen. Die Strecke wird im Tourenmanual beschrieben und dort gibt es einen Kartenausschnitt mit ungefährer Streckenführung. Also: in Rosh Pinah geht es weiter südlich bis an den Oranje und dort immer dem Fluss folgend. Die Straße ist teils sandig und mit großen Schlaglöcher übersäht. Belohnt werden wir mit Blicken auf den Fluss und einigen Fischreihern und anderen Wasservögeln. Nach ca. 110km verlässt die Piste den Fluss, heißt jetzt D212 und nach weiteren 60km erreichen wir Noordoewer, wo kurz zuvor die Teerstraße beginnt. Auf der B1 fahren wir nun 37km nach Norden und biegen dann auf die D316 ab und erreichen nach ca. 80km Ai-Ais. Dort ist das Camp geschlossen und wir müssen noch weitere 60km auf der D324 zum Hobas Camp. Nach der Einsamkeit sind wir auf einem sehr frequentiertem Campingplatz gelandet, denn es gibt viele Gruppen, die den zweitgrößten Canyon der Welt besichtigen wollen. Wir bringen unsere Wäsche wieder auf Vordermann und genießen den Tag am Pool.

27.Tag
Fish River Canyon
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Zeitig brechen wir auf zum Abstieg in den Canyon. Morgens liegt der Weg noch im Schatten und der Abstieg von 500m in die Tiefe geht relativ zügig voran. Unten am Fluss angelangt können wir für einen Moment den Fisch River und das Innere des Canyons für uns alleine genießen, bevor eine Gruppe von Franzosen eintrifft. Nach einer Pause und ein paar Fotos begeben wir uns wieder an den Aufstieg. Die Sonne hat nun schon den oberen Teil des Canyons erreicht und kommt unaufhaltbar tiefer und heizt den Canyon auf. Die große, gefüllte Wasserflasche mit 2½ Litern Inhalt, die wir mitgeschleppt haben, hilft uns, den Aufstieg ohne Kreislaufkollaps zu bestehen. Oben angelangt, stürzen wir uns auf den Wasservorrat im Auto. Von der Gruppe der Franzosen kommen einige nicht zurück und der Tourleiter macht sich mit Wasserflaschen auf den Weg, sie heraufzuholen. Man sollte diese Tour nicht unterschätzen und vor allem genügend Wasser mit sich führen.
Am späten Nachmittag fahren wir, ausgehend vom Hauptaussichtspunkt, Richtung Süden, oberhalb des Fish River Canyons entlang. Es bieten sich immer wieder schöne Einblicke auf den Canyon, der in der späten Nachmittagssonne besonders beeindruckend ist. Dann geht es zurück zum Camp.

28.Tag
Fish River Canyon - Keetmanshoop (144km)
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Auf der D601 erreichen wir nach 30km die C12 und biegen dort nach 49 km auf die D545 ab. Diese nun folgenden 33km führen am Naute Dam vorbei durch eine schöne und einsame Landschaft. Die letzen 32km auf der B4 führen nach Keetmanshoop, wo wir uns auf dem städtischen Campingplatz niederlassen. Nach der kargen Landschaft ist ein Bummel durch den beschaulichen Ort mit seinen schönen Kolonialbauten und blühenden Feuerbäumen und Mimosen eine Wohltat. Sehenswert sind vor allem das kaiserliche Postamt, die Kirche und der Bahnhof.
Wir füllen unsere Essens- und Wasservorräte wieder auf und am Nachmittag geht es auf einen Ausflug zur Farm Garganus, wo man den Köcherbaumwald bewundern kann. Der 15km lange Weg dorthin ist ausgeschildert und führt über die B1, C17 und D29. Auf der Farm gibt es Strauße zu bewundern und einen einfachen Campingplatz. Die schönsten Fotomotive der urigen Bäume ergeben sich besonders bei Sonnenuntergang.
Es ist wirklich ein wunderbares Naturschauspiel, das wir bis zur letzten Sekunde genießen und dann geht es zurück nach Keetmanshoop zum, aus fotografischer Sicht, lohnenswerten nächtlichen Stadtbummel. Zurück auf dem Campingplatz gibt es noch ein schnelles Abendessen. Zu viel Schlaf kommen wir nicht, die Straße ist sehr laut und Hunde bellen die ganze Nacht hindurch.

29.Tag
Keetmanshoop - Mariental (ca. 440km)
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Auf der C17 fahren wir raus nach Koes und machen einen Halt im Giant’s Playground. Dies ist ein Irrgarten aus erodierten Felsbrocken, wo man mit etwas Fantasie die unmöglichsten Figuren und Formen erkennen kann. Anschließend wird die Strecke etwas trostlos und wir erreichen nach 124km Koes und über die D24 und D3910 gelangen wir nach Tses (128km). Hier machen wir einen Abstecher nach Bukkaros, wobei wir auf der D29 über Berseba (39km) weiter auf der D3904 nach Norden fahren. Wir besichtigen den Krater und die Reste des Mukurob, den „Finger Gottes“. Er war ein Wahrzeichen Namibias, wurde aber 1988 durch einen Wirbelsturm umgestoßen.
Vorbei an trostlosen Wellblechhütten der Namas erreichen wir nach 49km die B1. Nach weitern ca. 100km lassen wir uns auf dem Campingplatz am Harddap Dam nieder.

30.Tag
Mariental - Okanhandia (310km)
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Wir verlassen Harddap Dam und machen Zwischenstation in Windhoek. Dort tauschen wir unseren defekten Reifen bei der Mietfirma aus (somit haben wir wieder 2 intakte Ersatzreifen) und versorgen uns mit Lebensmitteln. Unser nächstes Rastlager ist am Von-Bach-Dam. Um zum Zeltplatz zu gelangen, muss man ganz um den Staussee herum fahren. Hier relaxen wir und können wunderbar ein paar Vögel beobachten und fotografieren.

31.Tag
Okanhandia - Ameib Ranch (ca. 170km)
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Auf der B2 fahren wir über Karibib nach Usakos (139km). Von dort geht es nach Norden, erst 11km auf der D1935 und dann auf die Piste D1937, die nach 5km zum Tor der Ameib Ranch führt. Diesmal ist das Farmtor geöffnet und nach ca. 11km Fahrt durch das Farmgelände erreichen wir das Hauptgebäude, wo wir uns auf dem Campingplatz niederlassen. Das riesige Farmgelände liegt im Erongo-Gebirge und so machen wir uns am Nachmittag auf zu den Attraktionen dieses Erosionsgebirges: Bull’s Party und Elefantenkopf. Hier hat die Sonne, der Wind und der Regen aus dem Gestein riesige Felskugeln geschaffen und kuriose Formen sind entstanden. An dieser Stelle wurde u.a. der Film „Die Götter müssen verrückt geworden sein „ gedreht und für einen anderen Film wurden zusätzlich Felszeichnungen auf verschiedenen Steinen angebracht Die echten alten Felsmalereien wie der berühmte „weiße Elefant“ sind in der Philips-Höhle zu bewundern, die ebenfalls auf dem Farmgelände liegt und von der man einen herrlichen Ausblick genießt. Zurück auf der Farm, sehen wir in einem Freigehege einen kleinen Elefanten und einen Gepard. Es sind Tiere, die auf irgendwelchen Farmen gefangen genommen und hier abgegeben wurden. Heute kochen wir nicht, sondern essen in der offenen Booma zusammen mit noch ein paar Gästen, dem Farm-Manager und einem befreundeten Paar ein herrliches deftiges Essen mit Grillfleisch vom Wild. Der Manager, ein deutscher Zoologe und sein befreundetes Ehepaar, ein Lodge-Besitzer und Großwildjäger aus der Namib, planen einen Ausflug für den nächsten Tag und wir melden uns dazu an.

32.Tag
Ameib Ranch
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Früh geht es mit dem Jeep los und der Manager zeigt uns das riesige Farmgelände. Neben den Nutztieren wie Rinder und Schafe gibt es hier auch Wildtiere wie Oryx, Antilopen und Zebras und somit auch deren Feinde wie Geparden und Leoparden. Wir steigen einen Felsen hoch, wo ein Leopard sein Zuhause hat. Diesmal ist er nicht da, aber die Knochen und Reste eines Zebras sind noch zu bestaunen. Vom Manager erfahren wir viel Wissenswertes über die Wildtiere und das Leben auf der Farm. Es gibt viel zu sehen, denn das Gelände ist riesengroß und unsere Fahrt endet schließlich am späten Nachmittag bei Bull’s Party. Dort treffen wir auf das Lodge-Paar und ein paar schwarze Hausangestellte, die den Grill angeworfen haben und Salate zubereiten.
Hier sitzen wir gemütlich bei ein paar Bierchen zusammen und erfahren, was es mit dem Grillfleisch auf sich hat. Der Großwildjäger hatte vom Manager den Auftrag erhalten, einen Oryx für dieses Grillfest zu schießen. Er zog morgens los und war nach einer halben Stunde mit einem erlegten Oryx wieder da. Alle waren sehr erstaunt, wie schnell das doch gegangen war. Es stellte sich dann heraus, dass dies der zahme, zur Farm gehörende Lieblingsoryx der Chefin war, die sich z.Z. in Südafrika aufhält. Nun hängt es an dem Manager, dies der Chefin schonend beizubringen, wenn sie zurückkommt. Trotz bevorstehendem Ärger gibt es einen vergnüglichen Abend mit lecker eingelegtem und gegrilltem Oryx. Jetzt in der Dämmerung werden die Gesteine ringsherum rot und scheinen zu glühen. Ein sehr schönes Schauspiel. Nach dem üppigen Mahl geht es in der Dunkelheit zurück zum Farmhaus.

33.Tag
Ameib Ranch - Spitzkoppe (ca. 60km)
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Wir verlasen die Farm und biegen 5km hinter dem Tor auf die D1935 nach Norden ab. Dann geht es über die D1927 (22km), D1930 (19km) und D3716 zur Spitzkoppe. Hier versuchen Einheimische ein Camp zu eröffnen mit Toiletten- und Dusch-Häuschen am Eingang des Areals, das unter Naturschutz steht. Wir suchen uns einen herrlichen Campingplatz mitten in den Felsformationen, wo wir bunte Echsen und Vögel beobachten können. Dann bewundern wir die kuriosen Formen des erodierten Gebirges wie riesige Naturbrücken- und Bögen und auch ein paar verblasste Felszeichnungen. Das schönste Schauspiel zeigt sich kurz vor Sonnenuntergang, wenn sich die Steine und Felsen in ein tiefes Rot verfärben. Nach dem herrlichen Sonnenuntergang kochen und essen wir diesmal im Dunkeln.

34.Tag
Spitzkoppe - Ruacana (ca. 600km)
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Uns bleiben noch 5 Tage bis zum Abflug und wir entschließen uns, noch zum Kaokoveld hoch zu fahren. Zurück auf die D1930 erreicht man nach 75km Uis und dort geht es auf der C35 über Khoriaxas und Kamanjab nach Ruacana (525km). Hier quartieren wir uns auf dem sehr einfachen Campingplatz „Hippo Pool“ ein, wo wir die einzigen Gäste sind. Im Norden hat es viel geregnet, der Kunene hat viel Wasser und die Pisten sind aufgeweicht und schlammig. In der Nacht hören wir ständig das „Hippo-Lachen“, aber unser Zelt haben sie in Ruhe gelassen.

35.Tag
Ruacana - (fast) Epupa-Falls - Ruacana (ca. 250km)
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Wir fahren den Fluss entlang Richtung Westen auf der D3700. Die Piste ist ruppig und wir müssen mehrere kleine Flüsse durchfahren. Es bieten sich immer wieder herrliche Ausblicke auf den Kunene mit Fischadlern, Reihern und anderen Vögeln. Ab und zu treffen wir auf eine Herde mit abgemagerten Kühe, die von Himba-Jungen gehütet werden. Kleine Rundhüttendörfer säumen den Weg und die Himba-Frauen eilen zum Auto und bitten um Medizin. Wir verteilen Aspirin und Heilsalbe für eine Frau, die ein offenes Bein hat. Wir gelangen schließlich an einen trüben und breiten Fluss, den wir zu durchqueren hätten, wenn wir weiter zu den Epupa-Falls wollen. Es gibt keine Fahrspuren zum Fluss hinunter und durch den Regen ist er sehr angeschwollen. Wir sind sehr unschlüssig ob wir da durch kommen. Schließlich kommt ein Himba-Mann vorbei und zeigt uns mit Zeichensprache, dass wir nicht hindurch fahren sollen. Dies ist dann der Auslöser für den Entschluß zur Umkehr. So bleiben uns die Epupa-Falls verwehrt und wir kehren auf der ruppigen Piste zurück zum Hippo-Pool.

36.Tag
Ruacana - Algerus Lodge (ca. 455km)
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Wir fahren auf der D3618 nach Opuwo (116km), wo man krasse Gegensätze im Supermarkt bewundern kann: traditionell gekleidete Himba-Frauen kaufen im Supermarkt „westliche“ Sachen ein und Kinder spielen draußen mit selbstgebastelten Draht-Autos.
Von Opuwa fahren wir erst 16km auf der C41 und dann auf der D3710 in die Jubertberge und nehmen vier Himba-Frauen mit. Mitten auf der Strecke klopfen sie an die Glaswand und wir halten. Sie steigen aus und verschwinden im Nirgendwo. Das Dorf scheint entweder noch weit weg zu sein oder liegt so versteckt, dass man es von der Straße aus nicht sehen kann. Wir entdecken jedenfalls nichts.
Nach 75km erreichen wir den kleinen Ort Ombombo wo wir auf der D3708 Richtung Osten zur C35 wollen. Anfangs besteht noch eine Piste, die dann abrupt aufhört. Wir kehren um und fahren zurück auf der D3710 bis zur C41 und fahren dann auf der D3709 über Otjondeka bis zur C35 (73km). Hier geht es an der Grenze des Etoscha Parks vorbei. Die Bäume sind regelrecht bevölkert mit großen Greifvögeln. So viele Greifvögel an einem Ort versammelt haben wir noch nie gesehen.
Nach ca. 75km zweigen wir zur Algerus Lodge ab. Wir fahren zum Farmgebäude und melden uns an, erhalten noch ein schönes Stück Fleisch zum Grillen und fahren zu dem weit außerhalb gelegenen Campingplatz. Hier muss es letzte Nacht geregnet haben, denn überall sind noch Wasserpfützen. Der Farmer bringt uns noch Feuerholz und heizt das Wasser für die Dusche auf. Es ist schon spät und die Dunkelheit bricht an. Wir brennen das Feuerholz an und bereiten unser Abendessen. Ich laufe mit der Taschenlampe zum Wasserhahn, um Tomaten abzuwaschen und bekomme einen gehörigen Schreck: auf dem Boden wimmelt es von Skorpionen und Taranteln. Ich gehe vorsichtig zum Auto und hole erst mal unsere festen Schuhe, denn wir haben noch die Sandalen an. Wir vergessen vorerst das Abendessen und stürzen uns mit Taschenlampe und Fotoapparat auf die vielen Skorpionen, Taranteln und Käfer. Nun sind wir 5 Wochen in Namibia und sehen jetzt die ersten Skorpione und dann in solchen Mengen. Ich schreie auf, weil ich einen Stich am Bein spüre. Es ist aber zum Glück kein Skorpion oder eine Trantel sondern nur ein riesiger Käfer, der im Dunkeln eine Bruchlandung gegen mein Bein hingelegt hat und den Schmerz verursacht. Nach der ausgiebigen Fotosession gibt es dann doch noch ein Abendessen auf dem Grill. Und jeder Schritt wird an diesem Abend mit der Taschenlampe genau ausgeleuchtet.

37.Tag
Algerus Lodge - Windhoek (ca. 580km)
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Am nächsten Morgen ist der Platz leergefegt, als hätte es die Invasion der Skorpione nie gegeben. Wir fahren zum Farmhaus und erzählen von unserem Erlebnis. Die Farmersfrau klärt uns auf, dass nur die schwarzen Skorpione gefährlich aber nicht tödlich sind. Allerdings kann ein Stich neben den entsetzlichen Schmerzen für 1-2 Wochen Lähmungserscheinungen hervorrufen und es sei üblich, dass nach Regentagen die Tiere in solchen Mengen auftreten. Wir verabschieden uns und fahren auf der C40 und B1 nach Windhoek und weiter auf der C28 zum Dan Viljoen Park. Der Nachmittag wird nun genutzt zum Sortieren und Packen. Ein letztes Mal wird gegrillt und unsere Essensvorräte aufgebraucht. Den Rest verschenken wir an das Camping-Personal.

38.Tag
Windhoek - Frankfurt (ca. 200km)
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Zeitig fahren wir nach Windhoek zur Mietwagenfirma. Wir können den Wagen bis zum Nachmittag behalten, er fährt uns dann zum Flughafen. Also fahren wir zum großen Parkplatz und bummeln durch die Stadt. Wir besichtigen den Tintenpalast, das Reiter Denkmal, die alte Feste und die Christuskirche. Auf dem Parkgelände des Tintenpalastes bieten sich viele Motive von Menschen, die hier ihre Mittagsruhe genießen. In einem Straßencafe hat man ebenfalls herrliche Ausblicke auf die Vielfalt der Menschen hier in Windhoek. Es bieten sich viele Fotomotive vor allem auch von den kunstvollen Frisuren der Schwarzen, den Herero-Frauen in ihren Trachten und dem Gemisch der Moderne und der Tradition. Ein großer Craft-Market lockt noch einmal und dann geht es zur Mietfirma. Er fährt uns zum Flughafen, wo uns Windhoek mit einem faszinierenden Sonnenuntergang in Weltuntergangsstimmung verabschiedet.
Nach ca. 10 Stunden Flug befinden wir uns im Landeanflug auf Frankfurt. Der Pilot teilt uns mit, dass eine Landung in Frankfurt wegen starken Schneetreibens nicht möglich ist und wir weiter nach Köln-Bonn fliegen. Dort angekommen, wird uns mittgeteilt, dass nun eine Landung in Frankfurt möglich ist, doch zunächst muß noch das Flugzeug aufgetankt werden. Als wir dann endlich in Frankfurt aussteigen bekommen wir einen Temperaturschock - in Windhoek waren es beim Abflug ca. 30° in Frankfurt sind es nun -20°. Wir sind wieder in Deutschland.