Landesinformation down

Die Landschaften des Sultanats Oman sind sehr verschieden. Der nördlichste Teil des Landes ist die Halbinsel Musandam (Enklave Omans), die sich fjordähnlich weit in die Straße von Hormuz hineinzieht. Nordoman wird beherrscht vom Hadjar-Gebirge, das fast alle Phänomene der Erdgeschichte offen zeigt. Im Westen grenzt der Oman an die große Wüste Rub al Khali (Leeres Viertel). Zwischen dem Hadjar-Gebirge und Südoman erstreckt sich eine 800 Kilometer lange, plane Kieswüste. In der Region Dhofar im Süden Omans erhebt sich das knapp tausend Meter hohe Dhofar-Gebirge.
Die Halbinsel Musandam ist vom restlichen Staatsgebiet des Sultanats durch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) getrennt. Sie liegt an der Straße von Hormuz und die Felswände des Hadjar-Gebirges fallen steil ins Meer. Aufgrund der wild zerklüfteten Fjordlandschaft wird dieser Landesteil auch „Norwegen des Mittleren Osten" genannt. Die Omanis nennen ihn ruus al-djibal: Köpfe der Berge. Von den etwa 28 000 Menschen die in dieser Region leben, leben die meisten in der Regionalhauptstadt Khasab. Viele von ihnen sind Halbnomaden, die im Sommer an der Küste und im Winter in den Bergen leben. Während ihrer Abwesenheit verstauen Sie Ihre Vorräte in den sogenannten bait al-qafl
Die Batinah-Ebene liegt zwischen dem westlichen Hadjar-Gebirge und dem Golf von Oman als ein rund 400 km langer und etwa 30 km breiter Küstenstreifen. Sie ist der Gemüsegarten des Sultanats, wo an dem küstennahen Grünstreifen Bananen, Mangos, Limonen, Tomaten und weiteres Gemüse angebaut werden. Hier entstanden zum Schutz der Bevölkerung gegen fremde Invasionsheere viele kleine Festungen. Eine der ältesten Anlagen ist in Sohar.
Das Hadjar-Gebirge verläuft von der Musandam - Halbinsel bis zu seinen südlichen Ausläufern auf einer Länge von rund 600 Kilometern entlang der Nordküste des Sultanats. Ein natürlicher Durchgang, der Sumail - Graben, trennt das Gebirge in einen östlichen und einen westlichen Teil. Im westlichen Hadjar liegt im Djebel Akhdar Massiv der höchste Gipfel, der Djebel Shams mit 3009 Metern. Durch seine Höhe fängt sich viel Regen, der durch das uralte Bewässerungssystem (Faladj) hunderte kleine Bergoasen auch heute noch mit Wasser versorgt. Zum westlichen Hadjar gehören die Städte Bahla, Djabrain, al-Hazm, Rustaq und Nizwa. Das östliche Hadjar-Gebirge erreicht nicht die Höhe des westlichen Teils. Tief in seinen Schluchten finden sich Wadis, die das ganze Jahr über Wasser führen. Zu den schönsten gehören u.a. Wadi Shab, Wadi Tiwi und Wadi Bani Khalid. Am nordöstlichen Rand des Gebirges liegt die alte Hafenstadt Sur.
Die Capital Area erstreckt sich vom ehemaligen Fischernest Seeb, wo sich heute der gleichnamige internationale Flughafen befindet, auf über 60 Kilometer bis hin zur ebenfalls historischen Küstensiedlung Matrah. In einer kleinen, von schroffen Felswänden eingekesselten Bucht liegt die historische Hafenstadt Masqat.
Die Region Dja'alan liegt an den Ausläufern des östlichen Hadjar-Gebirges. Bei Ras Al-Hadd, liegt das Naturschutzgebiet von Ras al-Djunayz. Hier kommen Meeresschildkröten das ganze Jahr über zur Eiablage an den Strand und können dabei beobachtet werden. Im Westen der Dja'alan liegt die Wahibawüste. Im Süden reichen die Dünen der Wüste bis an den Indischen Ozean, im Norden wird sie durch die regelmäßigen Fluten des Wadi Batha an ihrer Ausbreitung gehindert. Am Rand des Wadi Batha liegen die Oasen von Bilad Bani Bu Ali und Bilad Bani Bu Hassan.
Der Zentraloman erstreckt sich südlich des Hadjar-Gebirges auf 800 km Länge als öde Wildnis bis zum Dhofar-Gebirge. Es gibt kaum Vegetation, an der Küste nur einige wenige Fischerdörfer und im Innern die Arbeitersiedlungen im Ölfördergebiet. Im Westen, an der Grenze zu Saudi-Arabien, liegen die Dünen der Rub al Khali. Ihre Ausläufer verlieren sich in den Geröllebenen der Djiddat al-Harasis durch die die Schnellstraße von Masqat nach Salalah verläuft. Der Küstenstreifen ist sehr viel abwechslungsreicher. Lange Sandstrände wie bei Al-Khaluf oder Ras Al-Duqm, zerklüftete Küstengebirge wie bei Ras Madrakah oder herrliche Buchten und Wadis wie in Shuwaimiyah wechseln einander ab.
Die Dhofarregion bedeckt mit 100 000 km ein Drittel des Landes. Zu diesem abwechslungsreichen Gebiet gehören das Dhofar-Gebirge mit den sehr sensiblen Weihrauchbäumen, die hohen Dünen des Leeren Viertels, die unerforschten Höhlen, die zahlreichen Quellen in den Bergtälern und der große Strand der zweitgrößten Stadt Omans, Salalah. Dhofar ist berühmt für seine Duftkultur, wo neben Weihrauch auch Myrrhe, Sandelholz oder Moschus verwendet wird. Während des Monsun, von Juni bis August, wird die Region in dichten Nebel und Nieselregen eingehüllt. Zu dieser Zeit herrscht auf dem Rest der Arabischen Halbinsel sengende Hitze, hier liegt sie bei lediglich 32°C. Viele Gäste aus den Emiraten und Saudi-Arabien verbringen ihren Urlaub daher in Dhofar.

Reiseverlauf up down

1. Tag
Frankfurt - Dubai
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Abflug von Frankfurt mit der Swiss-Air (guter Service) und pünktliche Landung. Es dauert eine Stunde bis die lange Schlange am Flughafen in Dubai zur Einreise abgearbeitet ist. Klaus Demel holt uns ab und wir fahren mit dem Taxi ins Country Hotel im Stadtteil Deira. In einer Seitenstraße gibt es dann Abendessen in einem indischen Schnellimbiss.

2. Tag
Dubai
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Um 5.00 werden wir vom Muezzin geweckt, der Lautsprecher befindet sich direkt gegenüber unseres Fensters. Mageres Frühstück im Hotel um 9.00 für 10 DH extra. Eine Stunde später erfährt Demel, dass die Mopeds frühestens heute Abend aus dem Zoll sind. Also machen wir uns auf zur Stadtbesichtigung. Zu Fuß gehen wir an den Creek, dort eine kleine Pause im Cafe mit frischgepressten Säften. Danach setzen wir mit dem Wassertaxi für 8 DH für 6 Personen zum schräg gegenüberliegenden Ufer über. Hier laufen wir durch den neuen Souq Richtung Meer, vorbei am großen Einkaufszentrum Carrefour und zurück durch die Stadt zum Creek. Wir wandern ein Stück den Creek entlang mit einem fantastischen Ausblick auf die gegenüberliegenden neuzeitlichen Hochhäuser. Zum Übersetzen ans andere Ufer zahlen wir diesmal, nach langen Verhandlungen, 10 DH für 6 Personen und werden dafür am Warenumschlagsplatz rausgelassen. Über Kisten und Säcke kletternd gelangen wir zur Uferstraße. Durch den Souq zurück und etwas fußlahm erreichen wir das Hotel. Von Demel gibt es schlechte Nachrichten: Die Zollpapiere stimmen nicht, ein Motorrad steht nicht auf der Liste und wir fragen uns, wieso das nicht früher aufgefallen ist, schließch hatte man 4 Wochen Zeit, die Papiere zu überprüfen. Jetzt braucht der Zoll neue Papiere aus Deutschland. Heute ist Sonntag und folglich kann es erst morgen weitergehen. Wir beschließen, uns ein Auto für den nächsten Tag zu mieten. Die Rezeption ruft bei einer Autovermietung an, die ganz in der Nähe sein soll. Nach 2 Stunden erscheint dann der Vermieter mit dem Auto. Er sagt, dass er eine falsche Adresse hatte und eine längere Irrfahrt durch Dubai hinter sich hat. Wir bekommen einen kleinen Bus für 9 Personen und fahren noch zum Borj al Arab für ein paar Fotos.

3. Tag
Dubai - Hatta - Al Ain - Dubai
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Wir werden um 8.00 vom Hotelpersonal geweckt und bekommen das fade Frühstück vor die Türe gestellt. In einer Nebenstraße frühstücken wir dann richtig und machen uns auf Richtung Hatta. Die Schnellstraße führt durch ein Dünengebiet, dass allerdings eingezäunt ist und die hohen Dünen sind mit Fahrzeugspuren übersäht. In Hatta fahren wir erst zum Staudamm und finden dann endlich das Heritage Village, eine restaurierte Festungsanlage, die als Museum umgebaut ist. Eigentlich wollten wir noch zu den Hatta-Pools, aber man sagt uns, dass man dazu ein Allradfahrzeug braucht. Außerdem seien diese zur Zeit ausgetrocknet. Also fahren wir auf der Schnellstraße zurück Richtung Dubai und biegen dann auf die langweilige Schnellstraße nach Al Ain ab. Buraimi mit Al Ain ist eine riesengroße Oase. Wir fahren lange bis wir das Südende erreicht haben und folgen den Hinweisschildern zum Jebel Hafeet. Die Straße windet sich den Berg hinauf mit traumhaften Ausblicken. Oben auf dem Aussichtsplateau (mit Café) angelangt, bietet sich ein herrlicher Rundumblick in die Wüste und die umliegenden Berge. Die Sonne steht schon tief und wir machen uns auf nach Dubai zum Panalpina-Büro, dass mit der Zollabwicklung unserer Motorräder beauftragt ist. Dort erfahren wir, dass der Agent mit Klaus Demel noch unterwegs ist und wir überbrücken die Zeit mit einem Abendessen in einem Restaurant in der Nähe. Zurück im Panalpina-Büro erfahren wir, dass die korrigierte Zollliste nun vorliegt, aber noch nichts weiter passiert ist. Die nächsten zwei Tage, Dienstag und Mittwoch, sind Feiertage, dann kommt das muslimische Wochenende, d.h. donnerstags wird nur bis 12.00 gearbeitet und freitags ist wieder frei. Somit ist mit der Herausgabe der Motorräder erst am Samstagmittag zu rechnen. Sie versuchen es allerdings morgen noch mal, falls man jemand arbeitswilliges am Zoll findet. Wir sind sauer und traurig, eine Woche komplett verloren! Andrea trifft es besonders hart, denn sie fliegt schon nach 2 ½ Wochen wieder zurück. Wir fahren zurück zum Hotel, Günter und ich bringen das Auto zurück und an der Straßenecke im Café besprechen wir die Lage mit Klaus Demel. Wenn bis morgen Mittag die Mopeds nicht aus dem Zoll sind, wollen wir mit dem Jeep Richtung Musandam. Klaus Demel ist mit der Übernahme der Hotelkosten und Kosten fürs Auto einverstanden, die wir ja jetzt zusätzlich haben.

4. Tag
Dubai - Ras Al Khaima
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Die Jungs fahren mit zum Zoll, wir Mädels warten im Café in der Nähe unseres Hotels. Um 9.30 rufen sie an, dass es heute, wie schon erwartet, nichts mehr wird. Treffpunkt ist der Flughafen zwecks Automiete. Wir schleppen unsere Koffer aus den Zimmern an die Straße. Vom indischen Hotelpersonal hilft uns keiner, sie sitzen da und schauen uns zu. Die Taxis wollen uns mit dem vielen Gepäck nicht mitnehmen. Ein alter Emirati organisiert uns einen Pickup und wir fahren damit für 30 DH zum Flughafen. Die Miete eines Jeeps ist schweineteuer und „but not for off road“. Also rufen wir den Autovermieter vom Vortag an und mieten uns den Bus wieder. Wir dürfen aber nur in den VAE fahren, es gibt keine Genehmigung für den Oman. An der unattraktiven Küste entlang fahren wir nach Norden über Ras Al Khaima bis zum Grenzort As-Shams. Es ist schon dunkel und wir suchen ein Hotel. In den kleinen Orten gibt es aber nichts, wir fahren bis Ras Al Khaima zurück. Das Ras Al Khaima Hotel mit 400 DH fürs DZ ist uns zu teuer. Wir finden in der Stadt das Nakheel Hotel, durchstreifen ein wenig den kleinen Souk und essen etwas zu Abend. Anschließend geht es in die Bar, wo eine Asiatin Karaoke singt.

5. Tag
Ras Al Khaima - Fujaira
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Wir fahren Richtung Osten und finden irgendwann den Einstieg ins Wadi Bidah. Die Straße ist geteert und führt durch eine tolle Berglandschaft. Kurz vor dem VAE-Grenzposten beginnt der Schotter. Ein unfreundlicher Zöllner weist uns barsch ab und wir fahren zurück bis Ras Al Khaima. Dort geht es Richtung Flughafen und weiter auf einer neuen Straße nach Dibba. Sie ist bis zum Pass geteert und fertig. Die nun folgende Umleitung in der Baustelle geht über Schotter und wir fahren uns eine dicke Macke in den Hinterradreifen. Danach gibt es wieder Teerstraße bis Dibba.
Dibba hat eine imposante große Moschee, ansonsten bietet es wenig. Nach einer Pause im Café am Strand, geht es dann die Inlandsroute durchs Hajar-Gebirge nach Masafi. Nach der Abzweigung nach Hail beginnt eine schlechte Schotterpiste und die Sicht auf die Berge ist durch das trübe Wetter schlecht. Also zurück Richtung Fujeira. Entlang der Straße gibt es tiefe Wadigräben mit Palmen. In Fujeira fahren wir Richtung Süden bis Kalba und kommen an einem Bullenkampf vorbei. Die Männer sitzen auf einer Böschung und die vermummten Frauen schauen aus den Autos heraus diesem Treiben zu. Wir fahren bis Khor Kalba zum Breeze Motel. Während dem Abendessen im gleichnamigen Restaurant kommt ein Anruf von Klaus Demel. Unsere Mopeds wären am nächsten Morgen aus dem Zoll und in der Lagerhalle von Panalpina in der Freezone abzuholen. Die Stimmung ist gut und so sitzen wir noch lange draußen vor der Tür unserer Zimmer zusammen, trinken etwas von unserem mitgebrachten Alkohol auf die gute Nachricht. Er war eigentlich für die einsamen Zeltnächte gedacht.

6. Tag
Fujaira - Dubai - Buraimi
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Wir wechseln noch den Reifen und fahren über die Schnellstraße nach Dubai zum Panalpinabüro, wo Klaus Demel mit seinem bepackten Motorrad auf uns wartet. Weiter geht es gemeinsam zur Freezone, dort bepacken wir ebenfalls unsere Motorräder und Günter und ich bringen das Auto noch zurück zur Mietstation. Die Stadt ist voll und so brauchen wir 2 Stunden für das Wegbringen, Bezahlen und zurück mit dem Taxi im Stau zur Freezone. Gegen 14.00 Uhr sind wir endlich startklar für die Reise mit den Motorrädern. Wieder geht es über die öde Schnellstraße nach Al Ain und dann weiter nach Buraimi, omanisches Gebiet ohne Grenzübertritt, zum Dahra Hotel. Wir sind umringt von neugierigen und freundlichen Menschen. Die Motorräder fahren wir auf Anweisung des Hotelpersonals durch den Außenbezirk eines Cafés in die Einfahrt des Hotels. Hamsters Gespann lässt nur noch einen schmalen Weg frei, aber das macht nichts. In einem kleinen Restaurant essen wir arabisch mit Suppe, Salat, Hommes, Fleischspieße, Schauwarma und frische Säfte für 90DH alle zusammen. Anschließend schlendern wir noch durch den Stadtteil und werden überall neugierig begrüßt.

7. Tag
Buraimi - Sohar (Wadi Hibi)
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Wir suchen den Weg raus aus der Oase Richtung Sohar. Nach ca. 45 km erreichen wir die omanische Grenze. Freundliche Zöllner weisen uns darauf hin, dass der Ausreisestempel von der VAE fehlt. Aber wir sind an keinem Grenzposten vorbeigekommen. Sie schicken uns zurück. Nach 20 km soll ein Kreisverkehr kommen, an dem wir uns links halten sollen. An diesem Kreisel sind wir voher von rechts gekommen. Hinter dem Kreisel entdecken wir nach einigem Suchen den unscheinbaren, in einem Container untergebrachten, Grenzposten der VAE. Muffelige Beamten geben uns den Ausreisestempel und wir werden 20 DH pro Person los. Dann wieder zum omanischen Grenzposten. Hier werden wir wieder herzlich begrüßt und sie freuen sich, dass ich ein wenig arabisch spreche. Das Visum kostet 6 RO pro Person und es dauert einige Zeit, bis sie die Daten der Pässe in den Computer eingetippt haben. Währendessen holen sich die Jungs die Versicherung für die Mopeds, 3 Monate gültig für 19 RO. Das Versicherungsbüro ist auch in diesem neuen Zollgebäude untergebracht. Danach geht es mit den Motorrädern zum Zoll. Der Wagen vor uns wird gründlich untersucht und jeder Koffer durchwühlt. Unseren Alkohol haben wir in die Trinkflaschen gefüllt und außen an die Tagesrücksäcke geschnallt. Ich begrüße den Zöllner und erkläre auf arabisch, was so alles in unseren Koffern ist. Er ist uns wohlgesonnen und schaut bei jedem Motorrad nur oberflächlich je einen Koffer an. Kurz hinter der Grenze machen wir einen Kaffeestopp. Die Leute in den vorbeifahrenden Autos winken uns zu, manche halten an und fragen uns, was wir machen. Eine Ralley? Nein, nur eine Urlaubsreise durch den Oman. Und sie freuen sich, dass wir den Oman bereisen. Durchs Gebirge geht es dann bis zu Küste nach Sohar. Es ist Nachmittag und der Freitagsmarkt ist schon vorbei. Wir fahren zur blendend weißen Burg, die heute leider geschlossen ist, aber bis in den Burghof auf die Toilette dürfen wir. Der Einkauf für unsere erste Zeltübernachtung gestaltet sich schwierig, da jetzt zur Mittagszeit alle Läden zu sind. Wir finden dann doch noch einen und fahren am Sohar-Kreisel Richtung Ibra ins Wadi Hibi. Die Straße ist frisch geteert und nach ca. 20km biegen wir rechts ab hinter eine kleine Hügelkette zum Zelten. Zelte aufbauen, Feuerholz suchen, kochen, essen und gemütlich bei einem Absacker am Feuer sitzen bis wir in unsere Zelte verschwinden. Nicht weit ist ein Camp von Arbeitern, die die ganze Nacht hindurch noch „Disco“ machen.

8. Tag
Sohar - Wadi Bani Ghafir
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Morgens geht es zurück nach Sohar, dann ein Stück auf der Schnellstraße Richtung Süden. Wir biegen zum Meer ab und fahren auf einer kleinen Straße direkt am Meer entlang durch kleine Ortschaften. Alle winken uns zu, wir halten an und dürfen sogar die Frauen mit Gesichtsmaske fotografieren. Dann ist der Teer zu Ende und wir erreichen den Ort Saham. Dort ist Fischmarkt, wo wir herzlichst und neugierig begrüßt werden. Man zeigt uns alle möglichen Fische, die wir mit den Verkäufern fotografieren sollen. Nach einer Stärkung im Café und Beantwortung aller Fragen, warum wir hier im Oman sind, geht es weiter nach Süden bis Al-Khaburah. Von dort auf guter Schotterpiste ins Wadi Al-Hawasina bis zum Ort Ghaizayn, wo wir im einzigen Dorfladen einkaufen. Umringt von freundlichen und neugierigen Menschen erkundigen wir uns, wo man Wasser auffüllen kann. Man zeigt uns den Weg, vorbei an der verlassenen Altstadt zu den Gärten. Hier können wir vom Falaj, der in ein großes Becken fließt, unsere Wasserbehälter auffüllen.
Die Piste wird etwas ruppiger und wir machen einen kleinen Abstecher zum Ort Sadam, der aus zwei Häusern besteht. Mangels Café fragen wir den Dorfältesten, ob wir uns in den Schatten setzen dürfen. Die Ziegen werden weggescheucht, man legt gleich Bastmatten auf die Erde und bringt uns frisches Wasser. Wir packen unser Essen aus und machen hier Mittag. Ein Junge bringt uns Reis mit Huhn, Soße und Brot. Wir werden neugierig aber auch ein wenig schüchtern begutachtet. Motorradfahrer kommen hier wohl selten vorbei. Ich bedanke mich in arabisch beim Dorfältesten und den Frauen für das leckere Essen und dass wir hier eine Rast machen konnten.
Wir fahren weiter und im allgemeinen erkennt man die Hauptpiste recht gut, aber manchmal sind wir uns nicht mehr ganz sicher, zumal die Kilometerangaben aus dem Reise-Know-How nicht stimmen. Es gibt nur kleine Dörfer, die nicht auf unserer Karte sind. Da laut Reiseführer der Abzweig längst hätte kommen müssen, fahren wir an einer größeren „Kreuzung“ ab. Aber im nächsten Dorf erklärt man uns, dass wir falsch sind. Ein Mädchen macht heimlich ein Foto von uns und huscht schnell zurück ins Haus. Also zurück und weiter geht es ein gutes Stück bis zum nächsten Abzweig. Aber wir sind uns nicht sicher und fragen einen Lastwagenfahrer, der uns gerade entgegenkommt. Wir halten uns links und gelangen in eine enge Wadischlucht. Es wird langsam schon dunkel, aber zum Zelten eignet sich diese Schlucht nicht. Nach einigen Kilometern weitet sich dann das Wadi zu einem riesigen Kessel und nach langer Suche finden wir einen leicht erhöhten Platz am Rand des Wadis. Da wir nicht weit von der Straße sind, hupen uns die vorbeifahrenden LkW’s stets zu.

9. Tag
Wadi Bani Ghafir - Nakhl
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Heute ist es bewölkt und nicht weit nach unserem Lagerplatz kommt endlich der Abzweig mit einem Wegweiser nach Rustaq. Günter und ich sind die Ersten an einem kleinen Fluss, der durchquert werden muss. Wir fahren hindurch und halten an, um Fotos von den Anderen zu machen, wenn sie ebenfalls den Fluss durchqueren. Wir warten und warten, aber es kommt niemand. Schließlich fahren wir zurück. Wir müssen nicht weit fahren, um sie zu finden. Das Gespann macht Probleme, der Zahnkranz für den Impulsgeber des ABS am Vorderrad hat sich gelöst und muss abgeschraubt werden - es geht auch ohne ABS. Wir fahren weiter. Nicht viel später fehlen Edelgard und Hamster schon wieder und Günter fährt zurück, während wir warten. Ein Omani in einem Pickup kommt ca. 30 Minuten nach Günters Abfahrt und berichtet uns, dass es ein Problem gibt und die drei mit dem Werkzeug arbeiten. Nach einer Stunde kommen sie endlich und wir erfahren, dass sich alle Befestigungsschrauben des Beiwagenantriebes verabschiedet hatten. Also haben sie alles wieder neu mit Sicherungsscheiben versehen und neu verschraubt. Kurze Zeit später gibt es wieder einen Stopp. Der Kardanantrieb des Beiwagens macht nun merkwürdiege Geräusche. Bei der Demontage stellt sich heraus, das sich ein Lager im Kardangelenk in seine Einzelteile aufgelöst hat und es bleibt nichts anderes übrig, als diesen auch abzuschrauben. Also geht es ohne Beiwagenantrieb weiter. Etwa 10km vor Rustaq gibt es wieder Teer, wir tanken und essen etwas im Restaurant, bevor es weiter geht bis Nakhel. Günter und ich suchen einen Punkt im Ort, von wo aus man einen guten Blick auf die gewaltige Burg hat. Dabei geraten wir in die riesigen Oasengärten und verfransen uns total, schaffen es aber dann doch noch wieder aus den verwinkelten Gassen zurück zu den anderen zu gelangen.
Die große Festung mit 6 Wehrtürmen liegt in gigantischer Bergkulisse. Eine Burgbesichtigung lohnt schon alleine wegen des Ausbklickes auf die riesige Oase. Die heißen Quellen sind im Ortsteil At-Thowara. Ein schmaler gepflasterter Weg führt zum Picknickplatz und dahinter ist die in Beton eingefasste heiße Quelle. Wir setzen uns an die überdachten Tische, sehen dem regen Treiben der Dorfbewohner zu, die nach und nach zum Baden kommen. Wir hoffen, dass der Andrang bei Dunkelheit aufhört.
Als es dunkel wird, bauen wir unsere Zelte auf dem Picknickareal auf. Es bleibt nur noch ein schmaler Gang für die Badegäste als Durchgang. Aber niemand stört sich daran. Die Solomaschinen holen wir ebenfalls dorthin, das Gespann ist zu breit. Die Jungs baden mit den männlichen Dorfbewohnern, Frauen sind keine zu sehen. Als nur noch ein hartnäckiger Omani im Pool sitzt wagen auch wir Mädels uns, mit langer Hose und T-Shirt bekleidet, in den Pool. Nach den zwei Zeltübernachtungen tut die Wäsche gut und die Kleidung wird auch gleichzeitig noch mal gereinigt. Der Omani verlässt dann auch den Pool und als wir denken, den Pool für uns alleine zu haben, kommen erneut schon wieder einige Leute und wir verlassen das Wasser. Wir kochen und essen etwas während ständig Leute kommen und gehen. Mit zwei Jugendlichen, die etwas englisch können, unterhalten wir uns. Dann gehen wir ins Zelt, doch der Strom der Badegäste reißt nicht ab.

10. Tag
Nakhl - Al Hazm
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Auch am frühen Morgen gibt es keine erneute Chance für ein Bad, der rege Badebetrieb hat schon längst wieder begonnen oder vielleicht hat er während der Nacht gar nicht erst aufgehört. Wir packen zusammen und machen eine traurige Entdeckung: das Werkzeug aus dem Gespann ist geklaut. Wir sind entsetzt, so etwas haben wir in einem muslimischen Land noch nicht erlebt. Die Koffer mit dem Werkzeug waren allerdings nicht abgeschlossen und viele Kinder haben nachmittags auf dem Motorrad rumgeturnt. Nach dem Schock überprüfen wir, was Günter und Pickel noch an Werkzeug haben und beschließen, dass wir damit auch notdürftig zu Rande kommen können. Etwas getrübt verlassen wir diesen Ort. Diesmal können wir uns gar nicht über die winkenden Menschen freuen. In jedem sehen wir den Werkzeugdieb. Wir fahren wieder Richtung Rustaq und biegen zuvor ins Wadi Bani Kharaus ab bis zur engen Schlucht, die gar nicht so spektakulär eng ist, wie im Reiseführer beschrieben. Dann machen wir noch einen Abstecher ins Wadi Hajir bis zur ersten Felszeichnung. In Rustaq sind wir überwältigt von der riesigen Festungsanlage Qualat al Kesra mit vier Türmen. Wir umfahren einmal die Stadtmauer. Im Café versucht Hamster die Gespannfirma zu erreichen wegen den Daten des Kardanantriebs. Wir machen einen Gang durch den Markt, kaufen ein und anschließend gehen wir noch in die Burg. Danach fahren wir nach Al Hazm. Das Fort besichtigen wir diesmal nicht, umwandern dieses nur und suchen uns abseits der Straße einen Zeltplatz für die Nacht. Das Federbein unserer Maschine fängt an zu ölen. Heute gibt es Folienkartoffeln aus dem Feuer mit Kräuterquark und einen kleinen Absacker. Wir müssen uns den wenig hinübergeschmuggelten Alkohol ja einteilen für die noch vielen kommenden Zeltnächte.

11. Tag
Al Hazm - Masqat - Bandar Yissar
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Heute geht es zurück zur Küste und dann nach Barka. Auch hier gibt es eine Burg. Wir schlendern durch den Gemüsemarkt und fahren dann weiter ein wenig an der Küste entlang Richtung Capital Area. Etwa 50km vor Maskat gelangen wir auf die vierspurige Einfallstraße. Uns fällt sofort das viele Grün rechts und links der Straße auf, verschiedene Bäume, Blumenarrangements und Rasenflächen. Alles künstlich angelegt und bewässert. Die Verkehrskreisel sind besonders aufwendig gestaltet, Türme, ganze Landschaften mit Tieren und Wasserfällen, überdimensionale Schatztruhen, Kannen u.v.m. zieren deren Insel in der Mitte.
Wir entdecken einen VW-Händler, er sagt uns, dass der passende Kardanantrieb fürs Gespann in der Hauptniederlassung vorhanden ist. Wir finden auch diesen Händler und werden erst mal zum Kaffee eingeladen. Aber jetzt fängt gerade die Mittagspause für die Mechaniker an und so fahren wir raus zum Einkaufszentrum und essen im Pizza-Hut, dreimal so teuer wie die örtlichen Restaurants und nur halb so gut. Dann geht es zurück zur Werkstatt. Das Schrauben wird länger dauern, so fahren Pickel, Andrea, Günter und ich schon mal raus zum Campingplatz von Bandar Yissar, ca. 15km südlich von Masqat. Obwohl der Platz völlig überteuert ist, bleiben wir hier, denn wir wollen zwei Tage in der Masqat-Area bleiben, ohne unsere Campingausrüstung für die Stadtbesichtigung mitschleppen zu müssen. Nach dem Zeltaufbau, duschen wir, waschen etwas Wäsche und anschließend setzen wir uns auf die Terrasse des Restaurants. Wir sind die einzigen Gäste und bestellen teures Bier für 1,9 RO. Um 21.00 kommen Hamster und Edelgard. Ein Arbeiter hat sie hier rausgefahren, denn das Motorrad ist noch nicht fertig. Morgen werden sie wieder abgeholt. Ein echter Service der VW-Werkstatt!

12. Tag
Capital Area
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Hamster und Edelgard warten auf dem Campingplatz darauf, dass sie abgeholt werden. Wir vier fahren erst mal auf einer neuen Straße ein wenig nach Süden und gelangen auf den Berg, den wir vom Zeltplatz aus auf der anderen Seite der Bucht gesehen hatten. Von hier oben hat man einen schönen Blick auf die Bucht mit dem Campingplatz und die restliche Küste. Die Straße dient als Zugang zu einem neuen Hotelkomplex, der idyllisch auf die vorgelagerte Spitze gebaut wird. Dann fahren wir über die Küstenstraße nach Masqat, von der es herrliche Ausblicke auf die bizarre Küste gibt. Dabei passieren wir Quantab und das Al Bustan-Hotel, das wir aber nur von außen besichtigen. Weiter geht es über Sidab in das verschlafene kleine Nest Masqat. Die Hauptstadt ist schnell zu Fuß erwandert und wir kaufen schon mal Briefmarken bei der Post. Dann fahren wir nach Matrah, eine Hafenstadt mit Corniche und schönen Häusern mit Holzbalkonen. Wir entdecken Klaus Demels Moped und treffen ihn auch kurz. Dann laufen wir durch den Souk, der mit schönen Kassettendecken überdacht ist. Andrea findet ein paar Mitbringsel für ihre Kinder und sich selbst. An Postkarten gibt es nur ganz wenige äußerst vergammelte Exemplare. Hamster ruft an, dass das Gespann fertig ist und so fahren wir zur VW-Werkstatt. Dort hat man alles repariert und wollte keinen Arbeitslohn, sondern nur die Materialkosten. Wir seien schließlich Gäste in diesem Land. Nur wiederwillig nehmen sie etwas für die „Kaffeekasse“. Wir fahren wieder zum Einkaufszentrum und essen diesmal im „indischen Pizza-Hut“ nebenan. Vom Buffet kann man sich viele arabische und indische Leckereien zusammenstellen. Noch ein kurzer Einkauf und erfolglose Suche nach Postkarten, dann geht es weiter über Matrah und der alten Passstraße nach Masqat, an der Küste entlang zum Al Bustan-Hotel. Vielleicht gibt es hier in den Souvenirshops Postkarten. Wir fahren dreckig und speckig vor den Haupteingang und werden höflich gebeten, die Motorräder an die Seite zu fahren, da gerade eine dicke Limousine mit Gästen ankommt. Wir können alle hineingehen, der Portier passt auf unsere Mopeds auf - Hamster hatte ihm von dem geklauten Werkzeug erzählt. Er bedauerte dies sehr und meinte mit einem Zwinkern, dass könnte nur die AL-Kaida gewesen sein. Das von außen eher unattraktive Gebäude ist im Innern das totale Gegenteil. Eine bombastische Eingangshalle mit riesiger Kuppel empfängt uns und niemand stört sich an unserer dreckigen Motorradkluft. Leider ist gerade Mittagszeit und die Läden sind alle zu. Wir machen ein paar Fotos und unterhalten uns noch etwas mit dem Portier. Er versucht auch noch an Postkarten ranzukommen, aber leider vergebens. Also fahren wir zurück zum Camp.

13. Tag
Capital Area - Sur
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Da man nicht an der Küste weiter nach Süden kann, müssen wir erst nach Ruwi zurück und dann Richtung Quriat. Die Teerstraße führt durch unwirklich anmutende Mondlandschaft und über den Pass mit Ausblick auf Meer und Quriat. Kurz vor Quriat beginnt die Piste mit zum Teil einigen heftigen Steigungen. Unterwegs treffen wir auf eine Motorradgruppe des Veranstalters „Edelweiß“, die etwas unbeholfen auf der Piste fahren. Pickel und Günter machen sich einen Spaß daraus, die Biker, die im Gegensatz zu uns, Solo und ohne Gepäck fahren, zu versensen. Bei dem Spaß bemerken wir erst spät, dass schon wieder Edelgard und Hamster fehlen. Eine Edelweiß-Bikerin berichtet, dass sie Probleme haben. Günter und ich fahren ca. 10 km zurück. Der neue Kardanantrieb hat sich ebenfalls schon wieder verabschiedet und die beiden haben ihn schon abgebaut, als wir ankommen. Das sieht nach einem Konstruktionsfehler aus, also müssen sie für den Rest des Urlaubs ohne ihn auskommen. Wir fahren weiter und Edelgard schafft mit Bravour die vor uns liegende kurze aber heftige Steigung. Etwa 25km vor Tiwi beginnt wieder der Teer. An der Küste entlang geht es zu den beiden Wadis Shab und Tiwi, die nur zu Fuß erkundet werden können. Sie sind mit Wasser gefüllt und von hohen Bergen umringt. Nach Tiwi beginnt wieder Schotter bis Qalhat. Dort steht am Wegesrand die Ruine des Grabmals der Bibi Mariyam. Danach beginnt wieder Teer und wir erreichen Sur: tanken, einkaufen und Richtung Al Kamil in das Gebirge, um einen Schlafplatz zu finden.

14. Tag
Sur - Ras al Junayz
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Wir fahren zurück nach Sur. Es ist nicht ganz einfach, das Zentrum des langgezogenen Ortes zu finden. Schließlich gelangen wir an der Burg entlang zum Meer und ein wenig südlich finden wir den Fischereihafen. Dort fährt gerade die Edelweiß-Gruppe weg. Wir machen ein paar Bilder vom Hafen mit den Dhaus und fahren zur Dhau-Werft. Vor dem Eingang stehen die Edelweiß-Biker. Ein Fahrer des Begleitfahrzeuges passt auf unsere Motorräder mit auf, so können wir alle mit hinein. Wir sind etwas enttäuscht, es sieht aus wie auf einer Müllhalde. Heute ist Freitag und die Arbeiter sind nicht da. Nur eine Gruppe Omanis sitzt vor einer Hütte und trinkt Tee. Wir fahren ein paar hundert Meter weiter zu einem Café, von wo man einen herrlichen Blick auf den Ort Al Ayjah hat, der idyllisch an der Küste liegt. Am Meer sind ein paar Fischer mit ihrem Fang, der dort direkt verkauft wird.
Um die große Lagune herum geht es Richtung Ras Al Hadd. Bis Al Ayjah ist geteert und dann beginnt die Piste, die erst am Meer entlang und später durchs Gebirge führt. Erst ist noch Ras al Junayz ausgeschildert, dann nicht mehr. Wir biegen ab nach Süden, da es nach Norden nach Ras Al Hadd geht. Die Piste führt durch tolle Landschaft mit schönen Felsformationen, wird aber zusehends sandiger. Wir sind weit weg vom Meer und irgendwie glauben wir nicht, dass wir noch richtig sind. Also zurück und an der Kreuzung doch Richtung Ras Al Hadd. Wir erreichen eine neue Teerstraße, dann den Abzweig nach Ras Al Junayz, der ebenfalls geteert ist. Am Camp-Eingang erledigen wir die Formalitäten und zahlen 3 RO pro Person für Eintritt und Camping. In einer Wanne zeigt uns der Campingwart kleine frischgeschlüpfte Schildkröten. Er erklärt uns, dass der Strandbesuch nur von 9.00 bis 17.00 erlaubt ist. Um 22.00 Uhr kommt ein Guide mit dem wir dann an den Strand dürfen. Man darf fotografieren, aber nicht blitzen, aber morgens um 5.00 wird er mit uns wieder an den Strand gehen und dann darf man auch blitzen.
Auf dem Zeltplatz sind überdachte Häuschen mit Sitzbänken. Jeder sucht sich ein Häuschen und baut sein Zelt jeweils daneben auf. Dann geht es zum Strand. Wir sind entsetzt: in den Kuhlen der Schildkrötengelege sitzen spielende Kinder, die Leute trampeln überall herum. Der Schutz ist also nur etwas halbherzig. Wir schwimmen etwas und wandern am Strand entlang. Anschließend säubern wir uns in den etwas seltsamen Duschen: Wasserhähne auf einer Höhe von einem Meter über einer Rinne.
Der Wind ist stärker geworden und die Luft ist voller Sand und wir sind froh, dass wir in einem Häuschen unser Abendessen brutzeln können. Sogar das Licht geht und wir warten bei einem Glas Cola-Rum auf den Guide. Kurz nach 22.00 Uhr trifft er ein und wir wandern mit ihm und noch anderen Touristen zum Strand. Zuerst erklärt er uns die Verhaltensregeln, zeigt uns eine frisch geschlüpfte Schildkröte und führt uns dann mit der Taschenlampe zu einer Kuhle, wo gerade eine Schildkröte ihre Eier ablegt. Dann löst sich die Gruppe auf und jeder sucht sich „seine“ Schildkröte. Dann müssen wir zurück.

15. Tag
Ras Al Junayz - Wadi Bani Khalid
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Um 5.00 aufstehen und Günter, Andrea und ich warten auf den Guide. Aber es kommt keiner, nur ein Auto mit Fahrer und zwei Touristen kommt. Wir schließen uns denen an und können diesmal alleine auf Schildkrötensuche gehen. Jetzt sind nur noch wenige da, die ihre Eier ablegen. Dafür schlüpfen überall die kleinen aus und wandern zum Meer. Als es hell wird kommen schon die Möwen, um die verspäteten Schildkrötenbabies zu fangen. Andrea und ich sammeln fleißig die quirligen Schildkröten ein und tragen sie zum Meer. Überall finden wir noch vereinzelte und sammeln sie auf. Es ist ein mühsames Unterfangen. Dann helfen wir einer großen Schildkröte aus dem Loch. Sie hatte ihre Vorderflosse irgendwie verknickt unter sich und rotierte dadurch nur noch im Kreis. Irgendwann kehren wir zurück zum Camp, frühstücken, packen zusammen und machen uns auf der Teerstraße auf nach Ras Al Hadd. Dort suchen wir die unscheinbare Tankstelle, wo das Benzin erst in Kannen gepumpt und dann in die Motorradtanks umgefüllt wird. Dann geht es auf der neuen Teerstraße nach Süden an der Steilküste entlang. Doch leider sehen wir nichts, da die Luft voller Sand ist. Der Sandsturm hat sich über Nacht leider noch verschlimmert. Nach 50km wird eine Tankstelle neu gebaut, nach weiteren 40km am Abzweig nach Al Askarah und im Ort, neben dem gleichnamigen Hotel, gibt es wieder eine Tankstelle. Wir fahren die 9km zurück zum Abzweig und 26km bis Bani Bu Ali, alles im Dunst des Sandsturms ohne Sicht. Im arabischen Spezialitäten-Restaurant Awo, im Reise-Know-How empfohlen, können wir von 72 Menues der Speisekarte aber nur 2 indische Gerichte auswählen. Der mufflige indische Kellner spricht kaum verständliches englisch, geschweige denn arabisch. Nach dem Essen suchen wir noch die Moschee mit den 32 Kuppeln. Aber jeden den wir fragen, schickt uns in eine andere Richtung. Am Abzweig zum Wadi Banu Khalid werden wir von zwei Zeitungsredakteuren interviewt und mit den Mopeds fotografiert. Dann geht es ins Wadi Richtung Muqal Pools. Die Schotterpiste wird immer schwierieger zu befahren, schließich kommt eine sehr steile Abfahrt und wir haben Bededenken, dass wir auf der Rückfahrt hier wieder hinaufkommen. Unten angekommen geht die Piste im Wadibett über große runde Kieselsteine weiter und endet irgendwann. Ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Nach 5 Minuten Fußmarsch erreicht man die Freizeitanlage mit riesigen Pools, überspannt von 2 Brücken, mit Sonnenschirmen und Liegeplätzen. Ein kurzes Bad, ein paar Fotos und dann zurück zu den Mopeds. Am Rande des Wadis, etwas erhöht, stellen wir unsere Zelte auf dem steinigen Untergrund auf und fragen die neugierig herbeigeeilten Einheimischen, ob es heute Nacht regnen wird. Sie verneinen es und der Himmel sieht auch nicht danach aus. Die Einheimischen verziehen sich und wir brutzeln im Lagerfeuer Kartoffeln. Nur ein Jeep kommt noch zum Wasserauffüllen und später ein einsamer Wanderer mit Taschenlampe, der in den Gärten verschwindet. Dann legen wir uns schlafen und nachts sollen noch einige Autos gekommen sein, ich habe fest geschlafen und nichts gehört.

16. Tag
Wadi Banu Khalid - Al Mudhabi
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Nach dem Zusammenpacken wandern wir noch mal zu den Pools, während Andrea und Edelgard zurückbleiben. Hier gibt es herrliche Zeltplätze, nur man müsste alles mühsam herschleppen und die Mopeds alleine da unten stehen lassen. Einen Tag könnte man es hier schon noch aushalten. Genug des Traums und zurück zu den Motorrädern und den beiden Mädels. Nachdem wir das Wadibett mit den Kieseln durchfahren haben, kommt das Steilstück, das wir dann doch ohne größere Mühe schaffen. Die Sicht ist heute besser, es ist nur noch ein wenig diesig. Wieder auf der Hauptstraße biegen wir dann nach Mintirib mit einem alten Fort, einem alten Ortskern und einem Internetcafè ohne Internet ab. Weiter geht es nach Al-Hawaiyah, der Bilderbuchoase mit alter zerfallener Lehmfestung und Palmengärten. Sandige Pisten führen durch den Ort an dessen Rand sich die Dünen der Wahiba-Wüste auftürmen. Wir klettern in der Mittagshitze nicht die Dünen hinauf, sondern fahren wieder durch den Ort mit Einblick in die Oasengärten zurück zur Hauptstraße. Den nächsten Abstecher machen wir in den Ort Al Qabil. Vor der Kulisse der schönen Altstadt machen wir eine Mittagpause. Die nächste sehenswerte Altstadt ist die Oase Al Mudayrib, die eingebettet zwischen mehreren Wachtürmen liegt. Der alte Souk und die anderen Gebäude sind verlassen und verfallen, wie fast überall im Oman. Kurz vor Ibra biegen wir Richtung Nizwa ab. Die Straße ist neu geteert, danach geht es Richtung Sanaw, ebenfalls auf Teer. Kurz hinter Al Mudhabi finden wir weit abseits von der Straße unseren heutigen Schlafplatz.

17. Tag
Al Mudhabi - Nizwa - Wadi Marhan
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Wir sind so weit weg von der Hauptstraße und sind gestern Abend vielfach kreuz und quer gefahren, dass es uns schwer fällt, auf dem gleichen Weg zurück zu gelangen. Statt dem toten Kamel vom Abend passieren wir nun einen Sarg und eine stinkige Müllhalde. Irgendwann hat uns die Hauptstraße wieder und wir erreichen Sanaw. Die beiden Altstädte sind arg verfallen, dafür gibt es ein großes Soukgelände. Ein alter Omani setzt sich aufs Gespann und Edelgard fährt eine Runde mit ihm. Es ist ihm nicht ganz geheuer, dass eine Frau ihn kutschiert, aber der Stolz ist größer als die Furcht. Dann geht es auf einer neuen Schnellstraße nach Nizwa. Am Ortseingang, direkt bei der ersten Al Maha-Tankestelle, gibt es ein Arab World Restaurant, wo wir ein vorzüglich schmeckendes arabisches 3-Gänge-Menü und frisch gepressten Säften bekommen. Alles zusammen für 13,40 RO für 6 Personen. Wir lassen Nizwa sozusagen links liegen und fahren auf der alten Straße Richtung Masqat. Zuerst nach Birkat al Mauz, eine malerische Oase mit einer Altstadt und zentralem Wohnviertel, das man durch ein enges Tor erreicht. Dann fahren wir die im Bau befindliche neue Passstraße Richtung Saiq-Plateau hoch. Am Militärposten müssen wir stoppen und alles reden in arabisch, wir wollten zum Hotel, nützt nichts. Er erklärt uns in arabisch, dass man beim Maktab Al Wali ein Permit bekommt. Ohne geht nichts. Also zurück und zum Maktab, dass nur arabisch beschriftet ist. Der Hüter dieses Hauses ist draußen und verweist uns zu einer Reiseagentur im Ladenviertel auf der anderen Straßenseite. Die Agentur ist geschlossen, es klebt ein Zettel im Fenster mit einer Telefonnummer. Ein englischsprechender Omani erklärt uns, der Herr der Agentur spricht nur arabisch und er übernimmt für uns das Telefonat. Aber er erreicht ihn nicht, das Handy ist abgeschaltet. Also beschließen wir, das Saiq-Plateau später auf unserer Reise noch mal anzugehen.
Weiter geht es durch die Berge Richtung Masqat. Die Straße entwickelt sich zur vierspurigen Schnellstraße und wir fahren ab auf die neue Teerstraße ins Wadi Marhan. Es geht ins Gebirge und hinter dem Pass suchen wir uns einen Zeltplatz. Diesmal haben wir Riesenmengen an Holz zusammengesucht und am großen Feuer trinken wir unseren letzten Alkohol, den Amarulla, der eigentlich für Weihnachten bestimmt war.

18. Tag
Wadi Marhan - Ibra
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Zurück zur Hauptstraße und dann Richtung Masqat. Wo immer es geht fahren wir auf der alten Straße durch die Ortschaften, die parallel zur neuen Schnellstraße verläuft. Dann müssen wir wieder kurz auf die Schnellstraße, bevor wir in die Sumail-Oase abbiegen. Wir verpassen die Abfahrt und fahren ins Gelände ab, irren ein wenig herum bis wir einen nicht eingezäunten Einstieg auf die Straße finden. Wir durchfahren diese langgestreckte und riesige Palmenoase, in der häufig alte Türme und Häuser aber auch prunkvolle Villen liegen, allerdings im Gegenlicht - besseres Licht zum Forografieren also am Nachmittag. Weiter geht es durch tolle Berglandschaft nach Ibra wo wir uns im Ibra-Hotel einquartieren. Wir fahren nach Sufalat und fragen dort nach dem alten Stadtteil Minfazah. Ein Junge soll uns führen, aber zuvor werden wir Mädels eingeladen in ein Haus. Eine gut englisch sprechende Krankenschwester mit zwei Kindern lädt uns in ihr Wohnzimmer zum Kaffee mit Kardamon, zu Äpfeln und Datteln ein. Wir unterhalten uns über alles mögliche. Der Wohnraum liegt im neuen Teil des Hauses, der Rest wird gerade restauriert. Nach und nach kommen noch Schwestern und Schwägerinnen mit ihren Kindern dazu. Wir bedanken und verabschieden uns. Der Junge fährt auf dem Gespann mit und zeigt uns stolz den Weg nach Minfazah, den wir alleine nie gefunden hätten. Er erklärt alles in arabisch und ich versuche es zu übersetzten, was nicht immer einfach ist: Die alte Stadt ist verlassen, zu erkennen ist der alte Souk mit dem kleinen Platz davor, er führt uns durch die Handwerkergassen, und Wohnhäuser und erklärt wo welcher Onkel von ihm gelebt habt. Die alte Kasbah ist schon sehr zerfallen aber es gibt noch schöne Ornamente und geschnitzte Holzbalken. Nach der ausführlichen Besichtigung geht es zurück zum Ausgangspunkt. Wir geben ihm etwas Geld, was er nur zögernd annimmt. Für ihn war es wohl Ehre genug, auf dem Motorrad mitzufahren und uns alles zeigen zu dürfen. Zurück in Ibra, suchen wir noch vergeblich das Krankenhaus, bei dem morgen früh der Frauenmarkt sein soll. Im Hotel essen wir als einzige Gäste im hoteleigenen chinesischen Restaurant. Danach gehen wir zur Bar. Für 500 Baiza Eintritt können wir wählen: links die indische Disco, wo schon überlaute Musik herausdröhnt und rechts die arabische Disco, wo es noch ruhig ist. Wir entscheiden uns für die arabische Disco. Für ca. 20 Minuten können wir unser Bier noch in Ruhe genießen, bevor auch hier die überlaute Live-Musik beginnt. Der Raum hat sich gefüllt und offensichtlich gefällt den Omanis, was hier geboten wird: vier mollige und für arabische Verhältnisse leicht bekleidete Damen stehen auf der Bühne und bewegen ab und zu gelangweilt ein Bein oder ein Arm. Sie fühlen sich sichtlich unwohl in der Kleidung und versuchen unentwegt, den Minirock etwas länger zu ziehen. Sie schneiden ein Gesicht, als ob sie hofften es wäre alles bald vorbei. Nachdem uns die Ohren schmerzen wechseln wir zu indischen Disco. Dort läuft die Musik vom Band, ist aber keineswegs leiser. Auch hier hibbeln vier Mädels in indischer Kleidung auf der Bühne. Eine der Damen tanzt sogar aktiv und lächelt, ansonsten kein Unterschied zur Disco nebenan. Also, bevor die Ohren ganz kaputt sind, gehen wir hoch in unsere Zimmer. An Schlafen ist dort allerdings nicht zu denken, da unsere Zimmer direkt über der Disco liegen. Außerdem dringt das Geschrei von den Leuten vor der Disco auch noch hierher hinauf.

19. Tag
Ibra - Masqat - Bandar Yissar
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Um 7.00 Uhr stehen wir auf und fahren Richtung Sufalat. Der Frauenmarkt liegt direkt gegenüber dem Alltagsmarkt. Er ist eigentlich nichts besonderes, nur dass hier Frauen für Frauen ihre Waren anbieten. Das sind hauptsächlich Kleidung, selbstgemachte Haushaltsartikel, Parfüm- und Weihrauchmischungen. Also gehen nur wir drei Mädels dort hin. Ich grüße auf arabisch und werde herzlichst zurückgegrüßt, meist mit Handschlag aber auch mit Nasenkuss. Von drei Frauen werden wir auf ihren Teppich zu Kaffee mit Kardamon und zu Datteln eingeladen. Nach einer kleinen Unterhaltung, wollen sie fotografiert werden. Ich bin nicht sicher, ob ich sie richtig verstanden habe, denn hier ist doch Fotografierverbot. Ich frage noch einmal nach. Doch, sie wollen, dass wir Fotos von ihnen machen. Edelgard zeigt ihnen sofort das Bild aus der Digitalkamera und sie sind begeistert, als sie sich darauf wiedererkennen. Wir bedanken uns für den Kaffee und verabschieden uns herzlichst. Edelgard ergattert noch ein besticktes typisches Käppchen und wir finden dann unsere Jungs auf dem Alltagsmarkt wieder. Ein Kamel wird gerade im Fleischsouk zerlegt und wir sind beeindruckt, wie groß Leber, Lunge und Herz eines solchen Tieres sind. Nach dem Frühstück fahren wir zurück zum Hotel. Da das Büro für die Kreditkartenbezahlung erst um 11.00 Uhr öffnet, zahlen wir mal wieder bar. Wir fahren Richtung Masqat und kommen an der Sultan Qaboos Moschee vorbei. Leider ist nur vormittags für Nicht-Muslime der Eintritt gestattet. Also weiter zum Einkaufszentrum um Grillsachen für heute Abend einzukaufen. Wir finden jedoch keine Postkarten und das Internet-Café ist auch geschlossen. Also nach Bandar Yissar zum Public Beach, Zeltaufbau, Schwimmen und Duschen. Andrea packt ihre Sachen für die Heimreise um. Dann machen sich Andrea und Pickel und wir beiden noch mal auf nach Masqat. Wir schreiben Mails vom Internet-Café aus und finden einen Postkartenladen. Dann fahren wir zurück zum Zeltplatz, grillen und verabschieden Andrea. Sie und Pickel fahren zum Flughafen nach Seeb und Günter begleitet sie. Auf dem Rückweg machen sie noch ein paar Nachtaufnahmen.

20. Tag
Masqat - Al Hajj
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Da wir wieder über Ruwi müssen, versuchen wir es noch mal mit der Sultan Qaboos Moschee. Aber irgendwie ist der Wurm drin: gerade ist „Messe“ und sie lassen die Jungs nicht durch. Edelgard und ich gehen mit Kopftuch und Motorrad-Klamotten (kaum zu unterscheiden von Musliminnen ??) zu einem anderen Eingang. Dort dürfen wir zumindest in den Innenhof. Dieser ist alleine schon fantastisch genug. Wie mag es erst im Innern aussehen? Weiter geht es auf der Schnellstraße bis Bidbid und dort erst mal Richtung Sur, danach Abfahrt nach Samad und Al Mudhaybi. Dort tanken wir und weiter geht es bis Sanaw, wo die landschaftlich langweilige neue Teerstraße nach Muhoot (192km) beginnt. Trotz Nähe zur Wahiba Wüste hat man keinen Blick auf die Dünen, sondern ringsherum ist nur platte Regwüste zu sehen. In Muhoot finden wir kein Muhoot Hotel auch keinen Hinweis dazu. Es gibt eine Tankstelle und wir füllen diesmal auch den Ersatzkanister mit auf. Ab hier beginnt eine Strecke, die in keinem Reiseführer beschrieben und in den Karten unterschiedlich eingezeichnet ist. Auch im Reise Know How gibt es hierzu nur wage Informationen. Wir wissen also weder die genaue Trassenführung, noch die Beschaffenheit der Piste und welche Versorgungsmöglichkeiten es gibt. Die Teerstraße geht noch weiter, Tafelberge in allen Formationen machen die Landschaft attraktiver und bieten die Möglichkeit, einen guten Zeltplatz zu finden.

21. Tag
Al Hajj - Ras Al Suqra
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Weiter geht es auf guter Teerstraße und 100km nach Muhoot gibt es wieder eine Tankstelle. Die neue Trasse der Straße führt weit weg von der Küste wieder durch langweilige Landschaft. Andreas zieht es unentwegt nach Süden und er fährt und fährt, als ob so die Zeit schneller vergehen würde, bis er wieder bei Andrea sein kann. Lohnende Abstecher zur Küste werden völlig ignoriert. Bei Duqm, Außenposten an der neuen Teerstraße gelegen, gibt es wieder eine Tankstelle und kleine Versorgungsmöglichkeiten. Nach Ras Duqm will außer mir keiner. Am Abzweig nach Ras Madrakah gibt es wieder eine Tankstelle. Also diesbezüglich braucht man sich anscheinend keine Sorgen zu machen. Diesmal kann ich alle überreden nach Ras Madrakah rauszufahren. Nach 25km erreichen wir das langweilige Arbeiterdorf. Von der fantastischen Vulkanlandschaft, die in einigen Reiseführern als Foto zu sehen ist, keine Spur. Wahrscheinlich muss man da noch etwas weiter an der Küste nach Norden fahren. Wir machen im Schatten einer Mauer eine Essenspause und fahren wieder zurück zur Hauptsstraße und dann weiter Richtung Süden. Die neue Teerstraße führt wieder durchs Landesinnere, bis sie kurz vor Ras Suqrah (Tankstelle) das Meer erreicht. Die neue Straße endet hier an der Passauffahrt auf das Plateau, ist aber weiter im Bau. Hier oben finden wir keinen Zeltplatz und so fahren wir ca. 10km zurück ans Meer zum zelten. Zwischen Akazienbäumen finden wir einen Platz für die Zelte und genügend Feuerholz.

22. Tag
Ras Suqra - Marmul
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Durch das Landesinnere geht es nach Shalin (Tankstelle und Versorgungsmöglichkeit). Nur mit Mühe überzeuge ich die anderen, die 35km lange Piste nach Shuwaymia zu fahren. Diesmal hat sich der Abstecher gelohnt. Die Landschaft ist grandios mit tiefem Canyon und steiler Abbruchkante. Wir fahren noch an der Küste entlang zum Ort, aber es gibt keinen Rundweg wie auf einer Karte eingezeichnet. Also wieder zurück nach Shalin, dort auf die ausgeschriebene zum Teil ruppige Piste nach Marmul. Rechts und links der Piste tauchen auf einmal Ölfördertürme auf. Wir kreuzen einige Pisten ohne Beschilderung und merken, dass wir uns mitten im Ölfeld befinden. Das Pistengewirr wird immer schlimmer und keine Hinweisschilder weit und breit. Es gibt keine Absperrungen zu den Bohrtürmen, man kann sich alles genau ansehen. In der Ferne sehen wir eine Piste, auf der hin und wieder Autos fahren. Wir wollen dort hin, aber Pipelines versperren den Weg. Schließlich erreichen wir sie doch und halten dort einen LKW an. Der Fahrer sagt uns, dass wir noch ein wenig nach Norden müssten, dann wäre es wieder ausgeschildert. Nach ca. 5km Richtung Norden stoßen wir tatsächlich auf eine Teerstraße und Hinweisschilder gibt es auch: Rechts geht es nach Marmul und links nach Salalah. Wir fahren erst auf einer löchrigen Teerstraße nach Marmul zum Tanken, dann wieder zurück Richtung Salalah auf einer Piste. Ca. 70km vor Thumrait suchen wir uns einen Schlafplatz.

23. Tag
Marmul - Salalah
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Morgens haben wir Besuch von einem Kamel. Edelgard lockt es mit Fladenbrot, das es gerne annimmt. Erstaunlicherweise mag es die Möhre nicht. Es ist zutraulich und lässt sich sogar streicheln. Neugierig beschnuppert es unsere Sachen, auf der Suche nach Essbarem.
Weiter geht es auf der Piste Richtung Salalah und in Thumrait erreichen wir die Teerstraße wieder. Hier beginnt eine landschaftlich schöne Strecke. Die Straße nach Salalah windet sich in vielen Kehren und mit herrlichen Ausblicken vom Plateau hinunter ans Meer. In Salalah fahren wir durch die gesamte Stadt Richtung Mughsail und Hilton Hotel. Ca. 2km vor dem Hilton liegt das Tourist-Village. Hier beziehen wir ein Drei-Zimmer-Appartement (Beschreibung siehe Tipps /Unterkunft). Die Waschmaschine wird sofort bestückt und verführt uns, so nach und nach mal alles durchzuwaschen. Wir fahren in die Stadt und suchen im alten Stadtteil Al-Hafah den Weihrauchsouk. Überall werden uns Rauchproben vorgeführt und ich kaufe Weihrauch und andere Duftmischungen. Nach einer kurzen Rast mit leckerem Saft fahren wir zum Asser-Restaurant, wo wir Kamelfleisch bestellen. Wir erhalten ein Mehrgänge-Menü mit Suppe, Hommes, Brot, verschieden zubereitete Kamelfleischstückchen, Obst zum Nachtisch und Kaffee für insgesamt 12,5 RO. Dann geht es zurück zum Appartement und wir gehen in die Bar des Hilton Hotels. Der Barkeeper aus Nepal ist sehr nett und empfiehlt uns Amstel Bier, das heute im Angebot ist: Halber Liter für 1,2 RO. Nach einer kleinen Weile der Ruhe, wir sind noch früh dran, gibt es wieder überlaute indische Life-Musik mit Sänger und Sängerin und vier Tanzmädels. Der Saal füllt sich mit Omanis, die mit Kunstblumenkränzen die Tänzerinnen beschenken. Lange halten wir die überlaute Musik nicht aus und fahren zurück zu unserem Appartement.

24. Tag
Salalah - Jebel Qara- Salalah
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Günter und ich fahren morgens zum Fischmarkt und kaufen einen großen Thunfisch für 1 RO. Zurück im Appartement, nehmen wir ihn aus und schneiden ihn in große Scheiben. Danach fahren wir beide wieder in die Stadt in den „Reifen- Souk“, um unseren mitgeschleppten Hinterradreifen wechseln zu lassen. In zwei Buden will man das nicht machen, obwohl wir versichern, dass das wie bei einem Auto ist. Erst bei Pirelli können wir die Jungs überzeugen. Günter schraubt das Rad selbst ab und der Reifen wird für 1RO gewechselt. Auf dem Weg zum Appartement kommen uns die vier anderen entgegen. Sie wollen an die Beach zum Schwimmen. Wir erzählen, wo wir Schweißerfachgeschäfte gefunden haben, da an Hamsters Gespann die Rückenlehne des Beiwagensitzes abgebrochen ist. Während sie das Moped schweißen lassen und an den Strand fahren, machen wir eine kleine Tour in die Berge. Wir fahren die im Reise Know How beschriebene Jebel Qara-Rund-Tour. Der Abstecher nach Ain Gazit ist nun geteert und als Picknickplatz ausgebaut. Danach schlängelt sich die Straße den Berg hinauf mit spektakulären Blicken auf die Küste. Bei Nabi Ayoub gibt es einen Abstecher zum Grabmal des Hiob. Immer wieder sind Kamele am Wegesrand oder liegen gemütlich auf der Straße. Die Berge sind durch tiefe Canyons eingeschnitten und vereinzelt stehen dort verkrüppelte Weihrauchbäume. Die Piste zum Canyon von Ayon führt durch ein sehr steiniges Wadibett. Die Schlucht und das Wasserbecken liegen schon im Schatten. Wieder zurück zur Teerstraße und irgendwann erreichen wir dann die Hauptstraße nach Salalah. Dort fahren wir noch einmal am Fischmarkt vorbei, weil wir heute morgen keine Zeit für Fotos hatten und dies nun nachholen wollen. Im Appartement braten wir einen Teil des Thunfisches, dazu gibt es Bratkartoffeln und Salat. Nach dem köstlichen Mahl schreiben wir endlich mal die Postkarten und lassen den Abend vor der Glotze enden.

25. Tag
Salalah -Jebel Qamar - Salalah
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Wir stehen früh auf und fahren nach Mughsail zu den Blueholes. Das ganze Areal wird mit befestigten Spazierwegen und Picknickgelegenheiten touristenmäßig präpariert. Wegen mangelnder Brandung kommt nur ab und zu etwas Dampf durch die Löcher, die mit Eisengittern versehen sind. Also geht es weiter Richtung jemenitische Grenze durch eine grandiose Berglandschaft. Am Straßenrand stehen ein paar Weihrauchbäume, die wir näher inspizieren. Dann kommen wir zu der wohl spektakulärsten Bergstraße im Oman. Bis auf 1042m schraubt sich diese neue Straße in Serpentinen und mit wunderbaren Ausblicken hoch. Danach erreichen wir den omanischen Grenzposten, der weit vorgezogen worden ist. Nach einem kleinen Schwätzchen dürfen wir noch 20km weiter fahren. Allerdings bewegen wir uns hier auf dem Hochplateau ohne spektakuläre Blicke. Wir trinken in einem kleinen Ort einen Kaffee und sind dort natürlich wieder die Attraktion. Wir kehren um und es geht wieder vorbei am Grenzposten und auf die Bergstraße. Wir genießen noch einmal die imposante Gebirgslandschaft. Erst überlegen wir am langen Strand von Mughsail ein wenig zu baden, fahren dann aber doch zum Appartement zurück und machen einen gemütliche Pool- und Strandnachmittag. Anschließend fahren wir in die Stadt und suchen dort vergeblich die Post, aber wir finden wenigstens einen Laden, der Briefmarken verkauft. Im großen Einkaufszentrum Lulu decken wir uns wieder mit allem Nötigen ein und im Café nebenan trinken wir frische Fruchtsäfte. Im Appartement machen wir mit den Resten des Thunfisches vom Vortage ein herrliches Fischragout mit Nudeln und Salat.

26. Tag
Salalah - Mirbat - Salalah
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Heute machen wir einen Ausflug von Salalah aus Richtung Osten. Die Ruinen von Sumhuran (Khor Rori) des historischen Weihrauchhafens sind eingezäunt und werden bewacht. Für Touristen sind sie nicht zugänglich. Das was man von außen sehen kann, macht keinen spektakulären Eindruck, obwohl es zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Wir verabschieden uns vom einsamen Wächter und fahren weiter durchs Wadi Darbat und sehen von weitem die Kalksteinklippen. Wir machen einen kurzen Abstecher ins Fischerdorf Taqah, in dem es an den alten Häusern verzierte Holzfenster gibt. Die Fahrt geht weiter bis kurz vor Mirbat, wo wir an dem berühmten weißen Marabut, dem Grab des Bin Ali, das in allen Reiseführern abgelichtet ist, einen Stopp machen. In Mirbat selbst gibt es ein kleines Fort direkt am Meer und die Altstadt enthält z.T. jemenitisch aussehende Häuser. Nach einer Kaffeepause fahren wir zurück Richtung Salalah, machen dann aber einen Abstecher auf die Rundtour nach Tawi Attair. Die Piste windet sich von der Küstenstraße in steilen Kehren den Berg hinauf. Unterwegs gibt es Baobab-Bäume mit Früchten zu bewundern. Das im Reiseführer beschriebene Sinkhole und auch die Rundhütten der Jebalis sind nicht unbedingt der Bringer. Ab hier gibt es Teerstraße, die den Berg wieder hinunterführt und wir erreichen wieder die Küstenstraße. Danach machen wir noch den kurzen Abstecher nach Ain Razat. Die Straße dort hin ist geteert und in Ain Razat gibt es einen öffentlichen Garten und Picknickareale. Ein Hirte bietet uns Ziegenmilch in einer Kürbisschale an. Wir lehnen dankend ab, da sie ziemlich verschmutzt aussieht. Also zurück zum Tourist Village und ein wenig an den Pool, vor allem genießen wir den Whirlpool. Dann fahren Günter und ich wieder zum Fischmarkt, wir sollen Barrakuda für unser Heiligabendessen besorgen. Barrakuda gibt es aber heute nicht, so nehmen wir statt dessen einen halben Kingfisch mit, den der Händler für uns ausnimmt und in Scheiben schneidet. Nach unserem köstlichen Weihnachtsmahl fährt Günter noch mal in die Stadt, um Nachtaufnahmen zu machen. Danach gehen Pickel, Günter und ich auf ein Bier in die Bar des Hilton. Wir werden herzlichst vom Kellner empfangen. Die mitgebrachten Ohrstöpsel sind wieder extrem hilfreich. Lange halten wir es hier aber auch heute nicht aus und fahren mit den Motorrädern vor den Haupteingang und besichtigen das Haupthaus. Dort gibt es eine Disco mit westlicher Musik, aber auch nicht leiser als die andere und eine Bar ohne Musik. Für die Ruhe und Möglichkeit sich zu unterhalten, zahlt man aber drei mal so viel. Dann geht es zurück zum Tourist Village.

27. Tag
Salalah - Shisr
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Günter und ich fahren noch mal zum Hilton. Wir hatten gestern Abend in einer Vitrine das Parfüm Amouage entdeckt und Günter will es mir zu Weihnachten schenken. Wir warten eine ¾ Stunde auf die Dame, die es verkauft. Immer wieder versichert uns der Portier, dass sie gleich da ist. Wir fahren schließlich unverrichteter Dinge zum Appartment zurück, wo die anderen schon zum Aufbruch bereit sind. Also schnell die gepackten Koffer aufschnallen und los, erst mal die Hauptroute bis Thumrait. Als es hinter Salalah den Berg hinauf geht, nimmt unsere Kiste kein Gas mehr an. Zuerst denken wir, dass der Tankrucksack vielleicht eine Leitung abklemmt. Wir fahren ein Stück ohne Tankrucksack. Es hat sich nicht gebessert. Wir checken alles erdenkliche durch und bemerken nebenbei, dass auch der Kofferträger gebrochen ist. Die Ursache dafür, dass das Motorrad nur unwillig Gas annimmt finden wir nicht. Wir fahren erst mal weiter bis Thumrait. Hier lassen wir den Kofferträger für 1 RO schweißen. Wir fragen Günter ob er sich mit dem Motorrad den geplanten Abstecher zu den Sandünen der Rub al Khali zutraut. Der meint nur, dass ihn dieses Motorrad noch nie im Stich gelassen hat.
10km hinter Thumrait geht die Piste nach Shisr zu den Sanddünen ab. Das Wellblech rappelt and Mensch und Maschine und ca. 15km vor Shisr geht unser marodes Federbein ganz kaputt. Alles Öl ist nun ausgeflossen. Der Federweg mit vollem Gepäck beträgt nur wenige Millimeter, sodass es bei der kleinsten Bodenwelle durchhaut. Als erste Maßnahme übernimmt Hamster unsere beiden Koffer und Pickel die große Rolle. Mit etwas mehr Federweg und langsamer Fahrt erreichen wir Shisr. Hier suchen wir vergebens eine Werkstatt. Wir versuchen über Handy Freunde, ADAC und den BMW-24-Stundendienst zu erreichen, was sich angesichts des Tages, heute ist der erste Weihnachtstag, als schwierig erweist. Die Leute von BMW raten uns, zur nächsten BMW Werkstatt zu fahren und wissen noch nicht mal wo der Oman liegt. Also ist das wenig hilfreich.
Ich schlendere kurz über das offene Gelände der Ausgrabung. Da niemand hier ist, erfahre ich nichts über die wenigen Mauerreste und einen Betonklotz in einer Aushöhlung. Wir brechen unser Vorhaben, weiter nach Fasad in die Wüste zu fahren ab und fahren die Piste Richtung Norden nach Dhauka. Nach 20km finden wir einen Nachtplatz.

28. Tag
Shisr - Gharba
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Wir packen schnell zusammen und fahren vor den anderen los. Den leichteren Koffer schnallen wir wieder an unser Motorrad, da sonst Edelgard kaum sitzen kann. Nun haben wir zwei Probleme, die Kiste zieht im unteren Drehzahlbereich nicht mehr und schnell können wir nicht fahren, da sonst das Federbein durchhaut. Aber irgendwie geht es doch und wir erreichen wieder die Teerstraße. Auch hier ist Vorsicht geboten. Kleine Bodenwellen lassen das Motorrad aufschaukeln und es tänzelt unkontrolliert auf der Straße. An der Raststelle in Quitbit tanken wir auf und warten im Restaurant auf die anderen. Wir erzählen von unserem Problem und ein Omani fährt mit Günter durch den Ort, um eine Autowerkstatt zu finden die unser Probleme beheben kann, aber sie kommen unerrichteter Dinge zurück. Die Chancen sind auch sehr gering, ein passendes Federbein zu finden. Wir sitzen mit den Omanis zusammen und unterhalten uns über alles Mögliche. Pickel kommt und wir warten noch auf Hamster. Der war erst vorbeigefahren, hat uns dann aber doch noch gefunden. Wir trinken alle Kaffee und als wir bezahlen wollen, haben das unsere Omanis schon erledigt. Wir fahren noch bis ca. 40km vor Gharba. Dort gibt es eine große Sanddüne im schönen Licht unweit der Straße. Eine kleine Entschädigung für die verpasste Rubb Al Kahli. Nach einer ausgiebigen Fotosession suchen wir dort eine Übernachtungsmöglichkeit. Der Sand ist aber zu weich und wir fahren noch ein Stück nach Norden auf der Teerstraße und dann ab ins Gelände. Wir haben wieder genügend Feuerholz und brutzeln Kartoffeln im Feuer.

29. Tag
Gharba - Nizwa
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Über Gharba erreichen wir die Oase Adam. Dort suchen wir die Altstadt. Ein 14-jähriger Rollerfahrer zeigt uns stolz die Altstadt, dann den Weg durch die Oasengärten zum alten Fort, den wir wohl alleine nie gefunden hätten. Er zeigt uns auch das Fort von innen und die Moschee. Draußen vor dem Eingang lädt uns eine alte Frau zum Kardamon-Kaffee ein und erzählt uns, dass aus diesem Ort der Sultan kommt. Irgendwie ist sie auch noch mit der Sultansdynastie verwandt. Der Junge führt uns auch wieder aus dem Gassengewirr hinaus und wir fahren weiter nach Nizwa. Dort quartieren wir uns im Tanuf Residency ein. Alle Hotels von Nizwa liegen an dieser Straße, 10km vom eigentlichen Zentrum entfernt. Wir fahren in die Stadt und suchen den Eingang des Forts. Es ist Nachmittag, kurz vor 17.00 Uhr und das Fort ist schon geschlossen, der angrenzende neue Souk schließt auch gerade. Die Stadt ist wohl auf Tagestouristen eingestellt, die nachmittags den Ort wieder verlassen. Überhaupt ist dies der Ort mit den meisten Touristen. Gegenüber des Souks auf der anderen Seite des Wadis essen wir in einer Schauwarma-Bude. Danach fahren wir zum Falaj Dariz Hotel und genießen in der Bar am Pool ein Bierchen für 1,3 RO.

30. Tag
Nizwa - Jabrain - Tanuf - Nizwa
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Wir fahren über Nizwa nach Bahla. Eine neue imposante Moschee im marokkanischen Stil mit zwei Türmen liegt rechterhand, kurz vor dem Abzweig zum Jebel Shams. Kurz vor Bahla sehen wir eine große „Prozession“ mit völlig in weiß gekleideten Omanis. Es sieht nach einer Beerdigung aus. Das Fort von Bahla, das größte des Omans (UNESCO-Weltkulturerbe), ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, da es immer noch restauriert wird. Gegenüber auf der anderen Straßenseite liegt der Souk. Viele Läden sind zu, die sind wohl alle auf der Beerdigung. Auch die Läden im alten, noch zum Teil überdachten Souk, sind geschlossen. Wir fahren weiter zum sehenswerten Wohnschloss von Jabrain, das wir besichtigen. Auf dem Rückweg fahren wir zum Ort Tanuf ab und suchen auf einer Schotterpiste entlang der Oasengärten den Einstieg ins Wadi Tanuf. Wir fragen einen Mann, der uns den Weg vorbei am alten Qasr ins Wadi erklärt. Diese enge Schlucht mit hohen Felswänden zu beiden Seiten ist fantastisch, aber fotografisch äußerst schwer festzuhalten. Auf dem Rückweg treffen wir an der Altstadt von Tanuf den Omani wieder. Er ist mit seinem Sohn unterwegs in die Schlucht. Die Ziegen, die wir dort gesehen haben, gehören zu seiner Herde. Er erzählt uns, dass er 5 Kinder hat und wie hart sein Leben ist, soweit ich ihn verstehe, denn sein Dialekt ist oftmals unverständlich für mich. Danach fahren wir nach Nizwa und besichtigen das große Fort. Von den Bastionen hat man einen herrlichen Blick über Nizwa und die grüne Oase und auf die blaugoldene Sultan Qaboos Moschee. Den sehenswerten großen Freitagsmarkt können wir leider nicht miterleben. Noch ein kurzer Einkauf im neuen Souk und dann geht es zurück zum Hotel. Von dort gehen wir zu Fuß zum Pizza-Hut, der ca 1km nördlich liegt und auf dem Heimweg machen wir noch mal einen kleinen Stopp im Falaj Dariz Hotel.

31. Tag
Nizwa - Jebel Shams
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Wir verlassen Nizwa in nördlicher Richtung, vorbei an Tanuf, der „ marokkanischen“ Moschee zur Abfahrt nach Al Hamra und weiter auf der neugeteerten Straße nach Mizfah. Die Straße schraubt sich in einigen großen Kehren den Berg hinauf. Man hat einen schönen Blick auf Al Hamra, die Oasen und die umliegenden Berge. Kurz vor Mizfah gibt es einen Camping- und Picknickplatz mit vielen Tischen und Bänken. Anscheinend werden hier ab und an ganze Busladungen von Touristen ausgeschüttet. Heute sind wir zum Glück die einzigen. Fährt man rechts am Picknickplatz bis zum Ende der Straße weiter, so hat man einen wunderschönen Blick auf das Bergdorf, das vollständig aus Naturstein erbaut ist. Dann fahren wir zum Ort selbst, stellen vorerst unser Motorrad vor dem Ortseingang ab. Ich bleibe beim Motorrad und Günter wandert ein wenig hinunter. Er kommt zurück und wir fahren durch den oberen Teil des Ortes und erreichen nach der Brücke den Platz vor dem unteren Teil, wo wir unser Motorrad wieder abstellen. Der Zugang zum Ortskern ist nur durch ein schmales Tor möglich. Ich grüße die Männer, die vor einem Lebensmittelladen sitzen und frage, ob wir dort hineingehen dürfen. Sie bejahen das und wir gehen hinein. Die Häuser stehen dicht aneinander und sind mit schmalen Gassen und Treppen miteinander verbunden. Die Frauen des Ortes huschen vermummt an uns vorbei und verschwinden in dunklen Eingängen. Die Männer grüßen zurück und die Kinder sind eher schüchtern und ängstlich. Wir machen nur ein paar Fotos und verlassen den intimen Bereich wieder. Zurück geht es wieder über Al Hamra. Wir tanken auf und trinken noch einen Tee, bevor es auf der neu geteerten Straße ins Wadi Ghul weitergeht. Das alte Dorf Ghul klebt fast unsichtbar, verlassen und zerfallen, umgeben von einer Mauer an der gegenüberliegenden Seite des Wadis. Die Häuser wurden mit den gleichen Steinen wie der Fels gebaut und heben sich daher kaum von der Umgebung ab. Danach geht es dann recht steil den Berg hinauf. Da unser Moped im unteren Drehzahlbereich kein Gas mehr annimmt, geht sie manchmal in den steilen Kehren aus. Gut, dass die Strecke geteert ist, sonst wäre es fraglich geworden, ob wir das geschafft hätten. Etwa 11km vor dem Plateau endet der Teer, aber die gröbsten Steigungen sind nun hinter uns und ringsherum sehen wir in eine fantastische Bergwelt. Wir fahren immer gerade aus weiter und kommen zum Militärposten auf die Anhöhe. Sie sind sichtlich erfreut über unseren Besuch, begutachten in Schlafanzugshosen unsere Mopeds und lassen uns sogar fotografieren. Die Soldaten erklären uns, das wir zurück müssen und dass es dann links ab auf das Plateau hinauf geht. Dort angelangt, bietet sich uns ein grandioser Blick von verschiedenen Aussichtpunkten direkt an der Abbruchkante in den Canyon, der jetzt um die Mittagszeit noch von der Sonne beschienen wird. Nach eine ausgiebigen Fotosession suchen wir uns einen schönen Nachtplatz. Der hier angelegte neue Campingplatz liegt auch nicht schlecht, ist uns aber mit 3 RO pro Person zu teuer. Wir suchen reichlich Feuerholz und die Jungs fahren noch mal mit den Mopeds an die Abbruchkante. Edelgard und ich werden von den Kindern des kleinen Dorfes besucht. Sie haben versteinerte Muscheln, Seeigel usw. dabei. Wir kaufen ihnen welche ab und unterhalten uns ein wenig mit ihnen. Sie lernen nur ein paar Worte englisch in der Schule. Die Sonne steht schon tief und langsam wird uns kalt. Wir machen schon mal das Feuer an und die Kinder mit ihrer leichten Sommerkleidung wärmen sich gerne daran auf. Dann ziehen sie ab, weil neue Touristen angekommen sind. Unsere Jungs kommen wieder und wir brutzeln Kartoffeln im Feuer. Nur mit Mehl, Wasser und Salz knete ich einen Brotteig, den wir über dem Feuer auf dem Grillrost backen. Es schmeckt erstaunlich gut. Es ist sehr kalt, aber am Feuer lässt es sich dann doch noch ein wenig aushalten.

32. Tag
Jebel Shams - Wadi Hibi
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Günter steht sehr früh auf um den Sonnenaufgang zu erleben. Als er zurück kommt machen wir beiden noch mal ein paar Fotos an der Abbruchkante, dann fahren wir über Al Hamra zurück zur Hauptstraße. Der Abzweig nach Amla ist ausgeschildert und die ersten 4km sind geteert. Die Straße wird gerade neu gebaut. In Al Ayn halten wir an der Moschee an und sind sogleich umzingelt von allen Dorfbewohnern. Günter wandert zu den Bienenkorbgräbern. Dann fahren wir auf sehr schlechter Piste über Bat nach Al Dariz. Dort füllen wir unsere Lebensmittelvorräte noch mal auf und erkundigen uns nach der nächsten Tankstelle und über die Route nach Sohar. Kurz hinter Al Dariz Richtung Yankul kommt eine Tankstelle. Die gut ausgebaute Teerstraße führt durch eine herrliche Berglandschaft. In Yankul ist Sohar ausgeschildert, aber trotzdem endet nach 1km der Teer, die Straße ist ebenfalls im Bau, und die Schotterstraße beginnt. Die Piste wird immer schlechter und führt durch ein steiniges Wadibett. Dann kommt ein Hinweisschild nach Sohar 72km, dass etwas irreführend aufgestellt ist. So fahren wir erst mal weiter gerade aus durchs Wadibett. Die vier anderen kommen uns entgegen, wir hätten an dem Schild links gemusst. Also zurück und dem Hinweisschild folgend. Nun kommen aber auch noch kurz hintereinander weitere Schilder nach Sohar. Die Piste geht an einer Stelle fast senkrecht den Berg hinauf. Hamster schafft es beim 3. Anlauf, Edelgard muss hoch laufen. Also, muss ich auch runter vom Motorrad und laufen. Es ist so steil, dass man seitlich gehen muss. Die Piste windet sich durch tolle Gebirgslandschaft hinauf zum Pass. Es wird langsam schon dunkel, aber hier gibt es keine Möglichkeit zum Zelten. Erst ca. 10 km hinter dem Pass weitet sich das Tal und wir finden in einem Seitenwadi, das oben geschlossen ist, einen schönen Platz. Genügend Holz sorgt wieder für einen langen gemütlichen Abend am Feuer.

33. Tag
Wadi Hibi - Sohar - Dibba - Ras Al Khaima
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Pickel hat heute Geburtstag. Günter und ich fahren schon mal voraus, da wir auf der Piste wieder langsamer sind als die anderen. Nach ca. 10km hat uns der Teer wieder. Wir fahren bis kurz vor den Sohar-Kreisel und warten auf die anderen. Weiter geht es nach Norden bis zur Grenze der VAE. Die Ausreise aus dem Oman geht zügig, die Einreise in die VAE dauert wieder ein wenig, da alle Daten der Pässe in den Computer eingetragen werden. Nach einer Versicherung fürs Motorrad fragt keiner.
Wir wollen heute noch zur omanischen Halbinsel Musandam, also fahren wir auf der Küstenstraße Richtung Dibba. Die Straße führt an vielen Strandpromenaden und Hotels vorbei, in denen viel Geld steckt, die aber wenig einladend auf uns wirken, wir passieren große Containerhäfen und Indutrieanlagen. In Bidiyah kommen wir an der ältesten Moschee der VAE vorbei, an der wir einen Fotostopp einlegen. In Dibba angekommen, suchen wir vergeblich den Ausreisecheckpoint der VAE. Wir fahren ein wenig Richtung Khasab, Schilder begrüßen uns, dass wir willkommen im Oman sind. Wir fragen überall, ob wir nach Khasab durchfahren können. „No problem“, wir können einfach fahren. Aber irgendwie haben wir das Gefühl, dass sie gar nicht wissen, was wir wollen, denn ohne Ausreisestempel aus der VAE gibt es keine Einreise in den Oman, dessen Posten ist ca. 45km weiter im Gebirge ist. Also blasen wir das alles ab, schließlich ist heute Silvester und Pickels Geburtstag und eine Feier in einer Bar wäre nicht schlecht. Wir nehmen die bekannte 80km lange neue Strecke von Dibba nach Ras Al Khaima und mieten uns, diesmal für einen Sonderpreis, im bekannten Nakheel Hotel ein. Heute verlangt man 75 DH Eintritt in die Bar dafür kann man dann ein Flugticket nach Bombay gewinnen. Die Jungs entdecken einen Stock tiefer eine dunkle Spelunke. Erst wollen sie uns nicht reinlassen, es wäre nur für „locals“, d.h. für die indischen Gastarbeiter. Nach kurzem Überreden, dürfen wir bleiben. Hier laufen im Fernseher überlaute Hindi-Pop-Musik-Videos mit, für hiesige Verhältnisse, freizügigen Inhalten. Der Raum ist mit Luftballons geschmückt und es macht den Leuten Spaß diese mit der Zigarettenglut zum Platzen zu bringen. Zu dem Bier wird hier ständig frisches salziges Popcorn gereicht. Kurz vor Mitternacht werden alle Gläser und Popcornschüsseln abgeräumt. Unsere Biergläser dürfen wir behalten mit der Auflage, sie sorgsam fest zuhalten. Es werden auch alle Tische und Stühle, bis auf unsere, an die Seite geräumt. Um Mitternacht werfen sie alle vorhandenen Gläser, bis auf unsere, die wir brav festhalten, und Schüsseln auf den Boden, es geht dann ein Streit los, einige wollen Stühle klauen, manche prügeln sich. Wir schauen uns alles aus unserer Ecke an. Günter geht raus, er will wissen, ob draußen weitergefeiert wird. Aber da ist alles mucksmäuschenstill. Dann beruhigt sich langsam alles wieder, die Tische und Stühle werden wieder aufgestellt und das Trinken geht weiter. So wird in der VAE also Silvester gefeiert. Wir Mädels gehen ins Bett, die Jungs bleiben noch ein wenig.

34. Tag
Ras Al Khaima - Khasab - Al Khaldyah
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Nach dem Frühstück fahren wir nach Tibat zur Grenze. Auschecken aus der VAE und wieder 20 DH pro Person bezahlen. Einchecken in den Oman, Einreiseformular ausfüllen und es braucht wieder etwas Zeit, alle Daten in den Computer einzutragen, sowie 6 RO pro Person Visa-Gebühr. Danach geht es an der herrlichen Küstenstraße Richtung Khasab, rechts sind die steilen Felshänge und links das blaue Meer. Vorbei an den Orten Bukha, Al Harf und Quida. Hier biegen wir nach Tiwi ab. Nach 2km Schotterpiste erreicht man die Felszeichnungen. Wir haben mal wieder Pech, die schönsten sind mit weißem Zeug zugekleistert, englischsprechende Männer machen zur Zeit Abdrücke davon. Also wieder zurück und weiter in vielen großen Kehren und mit tollen Ausblicken nach Khasab. Einkauf und Weiterfahrt nach Al Khaldyah. Dieses große Picknickareal ohne Infrastruktur, nur ein Wassertank ist vorhanden, liegt in einem Kessel, umgegeben von hohen Bergen. Zwischen den vielen Akazienbäumen finden wir ein schönes Plätzchen. Zuerst sind noch viel Ausflügler da, die sich aber in dem großen Areal verlieren und nicht gegenseitig stören. Übrig bleiben dann noch ein Auto mit Zelt am anderen Ende und eine große Ziegenherde. Auf diese müssen wir verstärkt aufpassen, die klauen Klopapierrollen und alles andere von unseren Mopeds runter. Abends gibt es noch Besuch von ein paar neugierigen Jugendlichen aus dem Dorf am anderen Ende des Kessels. Ausländische Touristen verirren sich nur selten hierhin und dann auch meist keine mit Motorrad.

35. Tag
Al Khaldyah - Saih Plateau - Al Khaldyah
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Wir packen zusammen und machen uns auf zum Jebel Hafeet. Die Piste ist gut präpariert, nur einige Steigungen sind nicht ganz ohne. Es bieten sich immer wieder tolle Ausblicke in die Bergwelt mit kleinen Dörfern oder einzelnen Häusern, die oft an der Felswand kleben. Vorbei geht es am großen Saih-Plateau mit Obst- und Gemüse Plantagen bis auf den Pass von 1617m. Nach dem schmalen Felsdurchbruch geht es erst über einen Bergkamm und dann in vielen Kehren wieder hinunter ins Wadi Bidah. Am Omanischen Grenzposten ist dann Ende. Hier kommt niemand durch, weder von Dibba noch von Khasab aus. Alles bitten und betteln, uns ein wenig hineinfahren zu lassen, helfen nicht. Auch nicht unser Angebot, die Pässe hier zu hinterlegen. Also geht es wieder zurück. Zuerst noch einen kleinen Abstecher in ein Seitenwadi. Erstaunlich ist, dass es immer wieder kleine Dörfer in dieser Abgeschiedenheit gibt. Dann machen wir unser Mittagpicknick bevor wir uns den Berg wieder hinaufschlängeln. Wir fahren bis Khasab und suchen dort den Fischmarkt. Dabei durchstreifen wir die alten Stadteile und den Palmenhain der Stadt. Auch einen Weg weiter an der Küste nach Osten gibt es nicht. Hinter Khasab gibt es nur noch den Weg übers Meer. Wir fragen nach dem Fischmarkt und erfahren, dass es nur einen Laden gibt, der Fisch ab 17.00 Uhr verkauft. Allerdings muss man ganze Fische kaufen, sie werden auch nicht zerlegt oder geputzt. Ein Kingfisch ist uns zu groß, so kaufen wir zwei kleine Thunfische und einen Catfisch. Dann fahren wir wieder zum Picknickplatz nach Al Khaldyah. Nach dem Zeltaufbau zerlegen Günter und ich die Fische und waschen diese am Wassertank. Die Jungs holen mit dem Gespann ganze Baumstämme heran und am Lagerfeuer grillen wir dann unseren Fisch. Dazu gibt es Bier, das wir aus dem Nakheel Hotel von einem Inder gekauft und rausgeschmuggelt hatten. Wir stellen allerdings fest, dass er uns um drei Dosen beschissen hat.

36. Tag
Al Khaldyah - Khasab
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Nach dem Zusammenpacken machen wir noch einen Abstecher nach Khor Najd. Eine kleine Piste schlängelt sich den Berg hinauf. Oben hat man einen tollen Blick, auf das untenliegende Dorf, die Serpentinenstraße dort hin und in die Fjordlandschaft. Leider liegen die Berge etwas im Dunst und die Sicht ist nicht so gut. Danach fahren wir zum neuen Appartement-Hotel. Für den nächsten Tag ordern wir im Hotel eine Dhaufahrt in die Fjorde. Dann packen wir unsere Schwimm- und Schnorchelsachen und suchen entlang der Küste einen Schwimmplatz. Hier genießen wir den Nachmittag mit schwimmen, schnorcheln und Muscheln suchen. Zum Abschluss fährt Hamster noch den Strand auf und ab. Wir kaufen im Ort noch etwas zu Essen und kochen dann im Hotel. Danach wandern Pickel, Günter und ich zum Khasab Hotel. Leider gibt es dort keine Bar und wir gehen wieder zurück.

37. Tag
Khasab -Fjordfahrt - Khasab
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Um 8.45 Uhr kommt der Hotelbus und fährt uns zum Dhauhafen. Dort werden verschieden große Dhaus mit Touristen bestückt. Wir haben eine Große Dhau und sind in Gesellschaft von noch knapp 30 anderen. Es gibt kleinere Dhaus von anderen Veranstaltern, die nur vier Personen an Bord haben, wir sind etwas neidisch. Das Wetter ist sehr diesig. Etwas verspätet legt die Dhau ab und fährt in einen großen Fjord, vorbei an einsamen Fischerdörfern, die nur mit dem Boot erreichbar sind. Doch auch diese Nester sind mit Strom versorgt und erhalten regelmäßig frisches Trinkwasser. Die Kinder werden mit dem Boot abgeholt und nach Khasab zur Schule gebracht. Wir legen an der Telegraph Island an, eine kleine Insel mit Resten einer Festung. Ihren Namen hat sie von den internationalen Telefonleitungen, die hier entlang laufen - soweit ich das durch ein Gespräch des Kapitäns mit einem arabsich sprechenden Gast verstanden habe. Es gibt keinen Guide auf dem Boot, der uns etwas mehr dazu erzählen könnte. Hier könnten wir schwimmen und schnorcheln. Aber das Wetter ist nicht sehr einladend, der Dunst hat sich leider nicht gelegt. Neben uns hat eine kleine Dhau des gleichen Veranstalters angelegt, wo ein Tauch-Guide mit zwei Touristen sich fertig machen für einen Tauchgang. Ganz vertrauenserweckend sieht das nicht aus. Nur einige wenige hüpfen ins Wasser. Dann geht es weiter bis zum Ende des Fjords. Mittagessen und wieder zurück. Günter entdeckt Delfine und die Crew fährt die Dhau dort hin. Die Delfine machen sich einen Spaß daraus neben der Dhau herzuschwimmen. Wir machen noch ein paar mal kehrt und jedes Mal begleiten uns die Delfine. Trotzdem ist es schwer, sie fotografisch zu erwischen. Sie wechseln die Seiten und zeigen sich meist nur kurz. Irgendwann ist dieser Spaß vorbei. Wir passieren nun die Dörfer der Nordseite des Fjords. Dann geht es zurück nach Khasab. Wir sind ein wenig enttäuscht: das Essen und die Getränke waren knapp und dürftig. Dann hatten wir noch Pech mit dem Wetter, die Berge sind den ganzen Tag im Dunst geblieben. Wir werden zurück zum Hotel gebracht. Pickel, Günter und ich fahren mit dem Motorrad zum neuen Golden Tulip Resort Hotel, das an einem Felsvorsprung vor Khasab erbaut ist. Hier ist die Lautstärke der Musik moderat aber das Bier (0,33 l für 2 RO) sehr teuer, sodass wir uns nur eines gönnen und zurück fahren.

38. Tag
Khasab - Wadi Bidah - Dibba - Dubai
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Wir fahren zur Grenze: Ausreise aus dem Oman und wieder Einreise in die VAE. Wieder kommen wir ohne Versicherung für die Motorräder in den VAE davon. In Ras Al Khaima suchen wir diesmal etwas länger, bis wir den Einstieg ins Wadi Bidah finden. Wir erreichen den Grenzposten der VAE, wo wir am Anfang der Reise schon mal mit dem Auto waren und weggescheucht wurden. Ich erkenne den Zöllner wieder, er uns aber nicht, da wir jetzt mit Motorrädern da sind. Ich sage ihm auf arabisch, dass wir nach Dibba wollen. Er ist hilflos, hat ein Formular, wo er offensichtlich Namen, Autokennzeichen u.s.w. der Durchreisenden notiert. Ich gebe ihm Günters Pass, er kann offensichtlich die lateinischen Buchstaben nicht lesen. Ich schreibe ihm den Namen auf arabisch auf. Er trägt ihn in das Papier ein. Ich will lesen, was er noch so alles braucht. Aber ich darf nicht hineinschauen. Er fragt woher wir sind. Aus Allemania. Er fragt: Inglesi? Nein allemani. Das geht mehrfach. Ich schreibe es auf arabisch auf. Er scheucht mich weg und möchte nicht, dass ich auf das Formular schaue. Wir sehen einen anderen Zöllner aus dem Haus oberhalb des Schlagbaumes kommen. Ich begrüße ihn und er kommt herunter. Ich erkläre ihm, dass wir unbedingt nach Dibba wollen. Er holt noch einen weiteren Zöllner, der drei Streifen auf seiner Jacke hat und anscheinend der Ranghöchste ist. Auch ihm erkläre ich wieder unser Anliegen. Ja, es ist möglich. Wir geben dem zweiten Zöllner alle unsere Pässe und er trägt nun alle Namen und die Kennzeichen der Motorräder ins Formular ein. Er kann wohl die lateinischen Buchstaben ins Arabische umsetzen. Wir verabschieden und bedanken uns und der Schlagbaum öffnet sich für uns. Anscheinend kommen hier wenig Touristen vorbei. Wir fahren durch das Wadi, das von hohen Steilwänden umschlossen ist. Nach ein paar Kilometer fahren wir südlich am omanischen Grenzposten vorbei. Nördlich des Schlagbaumes waren wir schon mal vor ein paar Tagen. Danach schlängelt sich die Piste in steilen Kehren den Berg bis auf 1030m hinauf. Es gibt auch hier immer wieder einzelne Häuser mit Gemüse- und Palmengärten. Hinter dem Pass treffen wir auf Touristen, die von einem indischen Fahrer und Führer begleitet werden. Von ihm erfahren wir, dass seit zwei Monaten der omanische Grenzposten ganz geschlossen ist. Früher kam man hier mal mit Sondergenehmigungen durch, also die Strecke Dibba-Khasab war fahrbar.
Jetzt geht nichts mehr. Also ist die gesamte Streckenführung nur noch, wie wir es gemacht haben, in zwei Teilschritten und von verschiedenen Ausgangspunkten aus möglich. Es geht den Pass hinunter und anschließend folgt eine atemberaubende Strecke durch ein enges Wadi mit steilen Felswänden. Danach kommt wieder Teerstraße und ab hier kennen wir uns ja aus, schließlich waren wir hier in Dibba schon öfters. Von Dibba aus fahren wir diesmal die Strecke Richtung Sharja und biegen dann Richtung Al Ain ab und fahren bis zur Querverbindung Al Hatta - Jebel Ali. Es geht wieder durch das Dünengebiet und wir halten am Freizeitzentrum an. Hier tummeln sich Auto- und Quadfahrer in den Dünen. In Jebel Ali versuchen wir an der Küstenstraße zum Borj Al Arab hoch zu fahren. Nördlich des Hotels gibt es einen öffentlichen Strand, vom dem man einen tollen Blick auf das Borj Al Arab hat. Nach ein paar Fotos fahren wir die Straße Richtung Dubai und kehren in das preiswerte Jumaira Beach Restaurant ein, wo es leckeres arabisches Essen gibt. In Dubai quartieren wir uns in der Nähe des Country Hotels ins Juba Hotel im Stadtteil Deira ein. Nach dem Duschen bummeln wir in den Goldsouk und rauchen im Straßencafé eine Schischa. Danach besuchen wir das Hyatt Hotel, dass neben einer riesigen Shopping Mall auch ein Eisstadion hat. Das Bier für 50 DH in der Bar ist uns zu teuer. Also geht es zurück zum Hotel.

39. Tag
Dubai
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Morgens besuchen wir noch den gegenüber dem Hotel liegenden großen Fisch- und Gemüsemarkt. Wir kaufen noch ein paar Datteln für die Heimreise. Anschließend kaufen Edelgard und Pickel im Souk noch Schischas. Danach fahren wir noch einmal zum Borj Al Arab, erst ein paar Fotos vom Strand aus, dann geht es vor das Hotel. Der Eintritt zum Restaurant soll 200DH pro Person kosten. Das ist es uns dann doch nicht wert.
Wir fahren zum World Trade Center, wo man für 10DH pro Person und mit Guide in der obersten Plattform in 189m Höhe eine schöne Rundumsicht hat. Dann noch ein kurzer Besuch im City-Center und zurück zum Hotel um die Motorräder für die Rückreise fertig zu machen. Die Jungs fahren zum Panalpina-Lagerhaus in der Freezone und geben dort die Motorräder ab. Edelgard und ich schlendern durch den Goldsouk und kaufen noch Souvenirs ein. Ein Goldarmband für Edelgard, Parfüm für mich und Flakons für uns beide. Als die Jungs zurückkommen erfahren wir beim Abendessen, was sich dort ereignet hat. Sie sind am Eingang der Freezone ohne Kontrolle einfach durchgewunken worden, ebenso am Lagerhaus von Panalpina. Sie stellen die Motorräder in der Halle ab und wollen gehen. Hamster meint, dass es von Vorteil wäre, wenn man eine Bestätigung hat, dass man die Motorräder auch abgegeben hat. Im Büro von Panalpina will man dann diese auch austellen, doch dazu braucht man eine Bescheinigung vom Eingangstor der Freezone, dass die Motorräder überhaupt in die Zone eingeführt wurden. So nebenher erfahren sie dann auch noch, dass es ohne diese Bescheinigung nicht möglich ist, die Motorräder wieder aus der Freezone herauszubringen. Also müssen sie mit den Motorrädern wieder zum Eingang, holen sich dort die Bestätigung und übergeben diese dann dem Chef des Panalpinabüros. Er geht ins Büro, die Bestätigung zu schreiben. Es vergeht eine Zigarettenpause und auch noch die zweite. Nach einer halben Stunde geht Günter hinauf ins Büro und trifft die Männer beim Kaffee-Klatsch und mit den Füßen auf dem Schreibtisch an. Die Bescheinigung hatten sie schon wieder vergessen. Das Ausstellen ging dann flott. Aber es muss immer einer daneben stehen. Ansonsten läuft hier nichts.
Nach dem Essen schlendern noch mal zusammen durch den Deira-Souk.

40. Tag
Dubai
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Wir packen unsere restlichen Sachen zusammen und bekommen das 3-Bett-Zimmer für den halben Preis, damit wir die Taschen dort bis heute Abend lagern können. Wir wandern zum Creek und erwischen diesmal eine normale Fähre für 0,50 DH pro Person. Am Anfang in Dubai sind wir teuerer gefahren, so lernt man dazu.
Durch den neuen Souk geht es durch enge Gassen zum Al Fahidi Fort, das als Museum umgebaut ist. Danach fahren wir mit zwei Taxis zum City Center. Dieses Einkaufszentrum bietet alles was das Herz begehrt. In einem großen Parfum-Laden bekomme ich auch das omanische Luxus-Parfum Amouage. Es macht Spaß, sich einfach hinzusetzen und den verschiedenen Leuten zuzusehen. Irgendwann haben wir genug und fahren mit zwei Taxis, sie nehmen nicht mehr als 4 Personen mit, zum Irish Village Center. Dort kann man draußen sitzen und im Irischen Pub bei Happy Hour verbilligtes Bier genießen. Gegen 19.30 Uhr fahren dann Edelgard und ich zum Flughafen und die Jungs zum Hotel. Sie holen die Koffer ab, bezahlen und wir treffen uns im Flughafen wieder. Dort essen wir ein tröges Schauwarma, checken ein und verbraten unser letztes VAE-Geld im Duty Free für Getränke, Schokolade und Parfum. Der Abflug ist um 2.30 Uhr in der Nacht.

41. Tag
Dubai - Frankfurt
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Wir haben individuelle Bildschirme pro Platz und können verschiedene, auch deutschsprachige Filme auswählen. Um 6.00 Uhr erreichen wir den Züricher Flughafen, müssen durch lange Gänge zur Abflughalle nach Frankfurt wandern. Um 9.00 landen wir pünktlich. Alle unsere Koffer sind da und wir trinken im Café noch mal gemütlich zusammen Kaffee. Die Blomberger fahren mit dem Mietauto heim und wir ergattern den nächsten Lufthansabus nach Heidelberg.