Landesinformation down

Sambia liegt im südlichen Afrika und wird von Tansania, Kongo, Angola, Namibia, Botswana, Zimbabwe, Mozambique und Malawi umschlossen. Ca. 11 Millionen Menschen, bestehend aus über 70 verschiedenen Völkerstämmen und genauso vielen verschiedenen Sprachen, leben in Sambia. Die wichtigsten Völkergruppen sind die Bemba im Norden und Nordosten, die Tonga, Lozi, Luvale, Lunda und Kaonde im Westen und Zentrum und die Ngoni im Osten. Die offizielle Amtssprache ist englisch. Die Hauptstadt Lusaka zählt ca. 1,3 Millionen Einwohner. Der größte Teil des Landes liegt auf einem Hochplateau zwischen 1000 und 1600m. Die höchste Erhebung bilden die Makutu-Mountains mit 2301m im Nordosten.
Sambia ist eines der wasserreichsten Ländern Afrikas. Es besitzt den Südzipfel des Lake Tanganyika, die östliche Hälfte des Lake Mweru und die nördliche Hälfte des Kariba Staussee, sowie den gesamten Lake Mweru Wantipa, Lake Bangweulu und viele kleinere Seen. Der Zambesi fließt 1550km (bei einer Gesamtlänge von 2700km) alleine durch Sambia. Die beiden großen Flüsse Kafue und Luangwa führen ebenfalls das ganze Jahr Wasser und speisen den Zambesi. Die Sumpfgebiete von Mweru, Bangweulu, Barotse, Busanga Plains und Lukangasümphe weiten sich während der Regenzeit zu riesigen Seen aus.
Attraktionen von Sambia sind neben den vielen Seen, die Wasserfälle wie Victoria Falls (110m), Kalombo Falls (221m), Kundalila Falls (70m), Ngonye Falls (21m) und Lumangwe Falls (30 m), das Überschwemmungsgebiet des Zambesi, von den 17 Naturparks vor allem der South Luangwa NP und Kafue NP und die wenig erhaltenen Felsmalereien. Vor allem beeindruckt das Land durch seine freundlichen Menschen, die außer in den wenigen Städten, noch traditionell im Großfamilienverband im Kral (einer Ansammlung von verschiedenen Rundhütten) leben. Sambia ist noch gering touristisch erschlossen und dadurch erlebt man hier noch das ursprüngliche Afrika.

Reiseverlauf up down

1.Tag
Frankfurt - Windhoek
up down

Start ab Frankfurt 19:25 Uhr mit Air Namibia nach Windhoek (Namibia)

2.Tag
Windhoek - Victoria Falls
up down

Ankunft in Windhoek um 5:45 Uhr und warten in der Transithalle, die z.Z. renoviert wird, auf den Weiterflug nach Victoria-Falls Stadt. Mit etwas Verspätung startet die kleine Maschine, Platz für 19 Personen in 2 Reihen, um 11:30 Uhr. Nach anfänglich ruppigem Flug geht es dann mit geringer Höhe erst über die weiten flachen Ebenen von Namibia, dann über das Okavango-Delta in Botswana nach Zimbabwe und wir erreichen gegen 15:00 Uhr den Flughafen von Victoria Falls Stadt. Von weitem sieht man die Gischt der Victoria Fälle. Die Einreise nach Zimbabwe ist problemlos und das, für uns notwendige, Double-Entry-Visa kostet 25 US $. Wir werden von der Auto-Verleihfirma erwartet und erledigen in der Stadt alle notwendigen Formalitäten fürs Auto, das Equipment wird auf 3 Personen reduziert. Unser erstes Lager schlagen wir wieder auf dem „Inyata Camp Motel“ auf (7 US $ p P/N). In der Einkaufsmall neben dem Spar-Supermarkt gibt es gutes und preiswertes Essen bei einem indischen Take-Away. In der Bar im Untergeschoss genießen wir bei einer Flasche Zambesi-Bier eine zimbabwische Tanz- und Musik-Gruppe. Das Afrika - Feeling hat sich eingestellt.
Die Milch-Bar „Vanilla Falls“ (in der Reise von 1999 beschrieben) existiert leider nicht mehr.

3.Tag
Victoria Falls - Livingstone
up down

Früh morgens geht es zu den Victoria-Falls, zum dritten Mal, diesmal allerdings bei Hochwasser. Das Wasser stürzt über die gesamte Länge in die Schlucht, die aber bei dieser Gischt nicht einsehbar ist. Dafür werden wir mehrmals vom Gischtnebel kalt geduscht und haben unsere Mühe, die Kamera im Trockenen zu behalten.
Zelte zusammenpacken und zum Spar. Dort treffen wir den Türsteher mit den vielen Plaketten auf seinem Jackett wieder. Wir haben ein Foto vom letzten Besuch mitgebracht und er freut sich riesig. Hier decken wir uns mit allem ein, was man unterwegs nur schwerlich bekommt, wie Trinkwasser in Kanistern, Reis, Nudeln, Gewürze, scharfe Soßen, Dosenfisch, Käse, Brot und ein paar Konserven.
Weil die Victoria Fälle soviel Wasser haben, machen wir nochmals einen Helikopterrundflug vom „Elefant Rock Hotel“ aus über die Wasserfälle. Da zur Zeit kein Großandrang herrscht, haben wir den Hubschrauber für uns alleine. Die Aussicht ist berauschend. Danach geht es nur kurz zum Craft-Center hinter der Post, wir haben dort ebenfalls Fotos abzugeben, diesmal an die Folkore-Gruppe.
Die Ausreise aus Zimbabwe geht zügig. Über die Zambesi-Brücke, mit nochmals tollem Blick auf einen Teil der Fälle, geht es zur sambischen Grenzstation. Die Einreise geht zügig, Visum für einen Monat für 25 US $ (siehe
Tipps). Bei der Zollabfertigung des Auto gibt es erst Schwierigkeiten, die Zollbeamtin ist genervt und sie meint, dass noch Papiere fehlen würden. Nach einer halben Stunde hin und her hat sie Feierabend und ihre Nachfolgerin ist lockerer. Wir erhalten das Zollpapier und für 19 US$ eine Versicherung fürs Auto.
Heute ist Samstag und Livingstone erscheint uns als verschlafenen Nest. Keine Wechselstube hat auf. Da wir nun einmal hier sind, besuchen wir die Victoria Falls von der sambischen Seite aus: 10US$ Eintritt und 3 US$ für das Auto. Die Szenerie ist hier ebenfalls berauschend und ohne geliehenes Regencape hätten wir hier die Kamera nicht trocken behalten. Unser Nachtlager haben wir diesmal auf der „Maramba River Lodge“ (5 US$ pro Person). Die sanitären Anlagen sind sauber und geschmackvoll hergerichtet. In der Bar gibt es leckeres Essen und das hiesige Mosi-Bier.

4.Tag
Livingstone - Otter Bay
up down

Im „The Falls“, ein Hotel mit Läden und Wechselstube, das zwischen Grenzestation und Livingstone liegt, können wir am Schalter Geld tauschen, der vorhandene Kartenautomat funktioniert nicht. Durch das verschlafene Livingstone geht es nach Norden (Tankstelle in Zimba), die Teerstraße ist ok, zwischen Kaloma und Choma ist die Teerdecke neu. Wir kaufen unsere ersten Souveniers in dem netten Craft-Centrum der Tonga in Choma. Die Straße hinter Choma ist noch im Bau. An der Abzweigung Kafue-Chirundu, mit kleinem Markt, gibt es eine Tankstelle und ein Hinweisschild auf das „Otter Bay Camp“ Richtung Chirundu. Ein weiteres Schild zum Camp geht dann ein wenig später links ab, Richtung Kraftwerk. Eine uns endlos erscheinende Straße windet sich den Berg hinauf und endet für uns an dem Tor des Kraftwerkes. Niemand kennt das Camp hier und aufgrund der hereinbrechenden Dunkelheit fragen wir bei einem Dorf, ob wir am Ortseingang eine Nacht stehen bleiben können. Wir bauen die Dachzelte auf und bereiten unser Abendessen. Währendessen entpuppt sich unser Rastplatz als Tummelplatz der Dorfbewohner, die Kinder spielen um uns herum Fußball und ein reger Transportverkehr (mit allem möglichen beladene Fußgänger) zieht bei uns vorbei zur Hauptstraße. Wir sind die Attraktion des Rundhüttendorfes. Um 8.00 Uhr legen wir uns schlafen, es ist stockfinster und nur noch einzelne Fußgänger bewegen sich im Dunkeln durch die Nacht.

5.Tag
Otter Bay - Lusaka
up down

Nach dem Frühstück unter den Augen der Dorfbewohner und Zusammenpacken der Dachzelte geht es zurück zur Straße nach Chirundu. 500m vor der Abfahrt nach Siavonga sieht man rechts im Wald direkt an der Straße versteinertes Holz liegen. Ein Kilometer hinter der Abfahrt Richtung Chirundu ist das eigentliche National-Monument „Fossil Forrest“ zu besichtigen. Da das versteinerte Holz mitten in einem Dorf liegt, erhält man einen guten Einblick in das Dorfleben.
Die Straße nach Siavonga ist voller Schlaglöchern. Für die Besichtigung des Kariba-Staudamms müssen wir an der Grenzstation einen Pass abgeben. Siavonga hat eine Tankstelle, aber keinen Ortskern mit Läden oder ähnliches. Es ist ein verschlafenes Nest mit ein paar Übernachtungsmöglichkeiten. Weiter draußen befindet sich das Camp „Eagles Rest“. Es macht einen guten Eindruck und liegt am See. Da es aber erst Mittag ist und wir uns nicht vorstellen können, was man den lieben langen Tag in diesem Ort anfangen kann, fahren wir nach Lusaka. In Kafue gibt es mehrere Tankstellen und ca. 10 km südlich von Lusaka kehren wir auf das „Eureka Camp“ ein (nur 2 Damenklos und kalte Duschen).

6.Tag
Lusaka
up down

In Lusaka gibt es für uns viele organisatorische Dinge zu erledigen. Erster Anlaufpunkt ist das Emmigration Office, wegen der Verlängerung unseres Visums. Man sagt uns, dass das Visa erst frühestens einen Tag vor dem Ablaufdatum verlängert werden kann. Das könnten wir dann in Mongu oder Solwesi machen.
Zur Tourist-Information: Sie sind sehr nett und man versichert uns, dass wir auch in die Grenzgebiete zu Kongo und Angola ohne Problem fahren können.
Mit der Visa-Card kann man an der Standart Chartert Bank Geld abholen, maximal 400 000 Kwacha, für die Master-Card gibt es nichts.
Unser Gaskocher funktioniert nicht richtig, entweder ist die Gasflasche leer oder die Düse defekt. So lassen wir bei „Boc Gas“ die große Campinggasflasche auffüllen, kleine Kartuschen, für den von uns aus Deutschland mitgebrachen Gaskocher, gibt es hier nicht. Dann Richtung Great East Road zum “Mana Hills Shopping Center”. Im „Shoprite“ füllen wir unsere Vorräte wieder auf und auch im Kaufhaus „Game“ gibt es keine kleinen Gaskartuschen, aber eine Düse für den großen Kocher. Nach dem wir einige e-Mails im Internet-Cafe versendet haben, geht es zur WCS (Wildlife Society ) und wir besorgen uns dort für 35 US$ eine einjährige Mitgliedschaft. Sie erkundigen sich bis morgen, ob es noch Platz im WCS - Camp in South Luangwa gibt, da es meistens voll sei.
Zurück am Campingplatz grillen wir und zum Ausklang des Tages geht’s an die Bar.

7.Tag
Lusaka - Sinda
up down

Zusammenpacken, Tanken und zum WCS - Büro. Dort sagt man uns, dass es noch ein Plätzchen im South Luangwa Nationalpark. Dann geht es raus aus der Zivilisation auf der „Great East Road„ Richtung Chipata. Bis Nymbia (Tankstelle, 339 km von Lusaka) ist die Straße noch gut, das Wetter zieht sich zu und an der Lunagwa Bridge regnet es. Einen Vorteil hat das diesige Wetter: der Polizeiposten winkt uns vorbei, weil er nicht aus seinem trockenen Häuschen will. Ab hier wird die Straße schlechter und das Umfahren der tiefen Schlaglöcher wird immer schwieriger. Wir fahren an Petauke (Tankstelle) vorbei bis Sinda. Am Motel können wir im Garten campen, 10.000 Kwacha pro Zelt, die Privat-Toilette, ohne Licht und in verheerendem Zustand, kann mitbenutzt werden. Wir kochen unser Essen unter grosser Anteilnahme der Dorfbewohner und genehmigen uns anschließend ein Mosi-Bier in der Bar.

8.Tag
Sinda - South Luangwa National Park
up down

Um 6.00 Uhr werden die Gäste der umliegenden Zimmer mit einem zur Glocke umfunktionierten Topf geweckt, wir natürlich mit. Die Straße nach Chipata ist weiterhin voller Schlaglöcher. Etwa 20km nach Katete suchen wir nach den Rockpaintings von „Mkoma Unterstand“. Es gibt kein Hinweisschild, keiner kennt es und wir finden es auch nicht. Die nächsten Rockpaintings „Thandwe Rock Shelter“ haben wir als GPS-Punkt im Internet gefunden. Dadurch ist die Suche einfacher, auch wenn der Punkt nicht stimmt - finden wir doch ca. 500m vom Punkt entfernt einen Baum mit einem Schild als Hinweis auf die Zeichnungen (Punkt (WGS 84): S13°48’50.1’’, O032°27’10.0’’). Hier steht, dass man Hupen soll, bis der Caretaker kommt. Der Caretaker kommt jedoch nicht alleine, sondern bringt gleich das halbe Dorf mit und alle wollen im Auto mitfahren - ca. 500m bis zu den Zeichnungen. Ein letztes Stück muss man hochklettern. Das Ergebnis ist traurig: statt des angegebenen Ausgrabungsplatzes sind nur noch schwach erkennbare Felsmalereien zu erkennen und zusätzlich neuzeitliche Schmierereien wie z.B. ein Auto. Es gibt keinen Zaun und das halbe Dorf ist nun da und ihre Feld- und Waldwerkzeuge, die sich seit eh und je nicht geändert haben, nehmen wir als Ersatz für die fehlenden Ausgrabungsstücke unter die Lupe. Das, laut Reiseführer, geringe Entgelt entpuppt sich als 5.000 KW pro Person. Viel besucht ist dieser Platz nicht, denn an Hand der Eintragungen im Besucherbuch sehen wir, dass die letzten Touristen 1998 hier waren.
Wir fahren weiter nach Chipata. Der Ort sieht wie eine Westernstadt aus und mitten im Ort gibt es eine riesige Moschee. Die Leute in den Läden sind sehr freundlich und wollen stets fotografiert werden. Sie stellen sich in den unmöglichsten Posen vor die Kamera. In einem Grocery decken wir uns mit Wasser und Brot ein. Da es erst Mittag ist, beschließen wir, noch weiter bis Mfuwe zu fahren. Anfangs gibt es noch ein kurzes Stück Teerstraße, dann ausgewaschene Schotterstraße mit tiefen Schlaglöchern. Die 135 km schafft man nicht, wie im Reisehandbuch von Hupe beschrieben, in 2 Stunden, sondern man muss mit ca. 4 Stunden rechnen und für uns wird es langsam knapp, das WSC-Camp noch vor der Dunkelheit zu erreichen. Ab der Abfahrt zum Flughafen ist die Straße dann endlich geteert. Vor dem Eingang zum South Luangwa Nationalpark geht es links ab zum WSC-Camp, erst ein kleines Stück auf Teer, dann auf ausgewaschener und ruppiger Piste. Das Camp liegt idyllisch am Ufer des Luangwa und es gibt neben dem Hauptcamp seit neuem noch einen zusätzlichen Campingplatz, etwa 300m entfernt. Außer uns sind noch 3 Südafrikaner mit 2 kleinen Zelten auf dem Platz. Die Reservierung war also gar nicht notwendig. Hier gibt es offene Boomas mit Tischen und Bänken, Grill, Feuerholz, saubere sanitäre Anlagen mit warmen Duschen, eine Bar mit offener Booma und Blick auf den Fluss, Pool mit Wasser und zusätzlich auf der Zeltwiese jede Menge Hippo-Spuren. Man versichert uns, dass die Hippos nachts auf der Wiese grasen, aber hier wären sie sehr freundlich. Wir ziehen es vor, die Dachzelte aufzubauen. Nach unserem Mahl setzen wir uns in die Bar-Booma und genießen den Sonnenuntergang am Luangwa mit eigenem Bier, da die Bar noch nicht eröffnet hat. In der Dunkelheit erkennen wir durch das lichtstarke Fernglas, dass die Hippos schon aus dem Wasser und 2 schon ganz nahe an der Bar sind. Hinter der Theke klappert etwas und wir schrecken mächtig zusammen. Es ist der Wächter, der hier ein Nickerchen gemacht hatte. Er schickt uns zu den Zelten, da die Hippos nun kommen und 2 Nächte zuvor 3 Löwen hier waren. Wir sollten nur auf den beleuchteten Wegen zu den sanitären Anlagen gehen. Neugierig schaue ich bei jedem Geräusch in der Nacht von meiner sicheren Dachzeltposition auf die Zeltwiese und die Hippos laufen tatsächlich überall herum und grasen. Die Löwen kommen leider nicht.

9.Tag
South Luangwa National Park
up down

Durch die Kälte der Nacht sind die Dachzelte nass und wir können sie noch nicht zusammenbauen. Deshalb beschließen wir, doch unsere Zelte auf dem Boden aufzubauen. Was die Südafrikaner können, können wir auch und der Wächter versichert uns, dass die Hippos hier so nett sind und nicht auf die Zelte trampeln. Er sagt, so was machen nur die Hippos in Botswana und Zimbabwe. Nach dem Frühstück sind die Dachzelte halbwegs trocken und wir fahren etwas spät raus in den Park zum Morning Drive (Eintritt 20 US $ pro Person und 15 US $ fürs Auto, gültig für 24 Stunden). Aufgrund des hohen Grases und dem dicht belaubtem Wald ist die Ausbeute spärlich. Nur an dem Flusslauf sehen wir ein paar kleine Elefantenherden, Hippos und Krokodile. Des weiteren gibt es 2 Warane und Böckchen jeglicher Art, Zebras und ein paar Giraffen.
Zurück im Camp, erkundigen wir uns nach einer mehrtägigen Walking-Safari. Leider finden die jetzt noch nicht statt, das Gras ist zu hoch und die Bäume zu belaubt, die Gefahr ist zu groß, weil die Guides die Tiere nicht früh genug erkennen, die aber uns.
Wir probieren den neuen Swimmingpool aus und stellen uns vor, ob vielleicht des nachts mal ein Hippo dort drin baden könnte? Der Nachmittagsdrive ist auch nicht ergiebiger. Nach unserem Abendessen sitzen wir wieder eine Zeit in der Bar-Booma, bis uns der Wächter wieder ins Zelt schickt. Er erklärt uns, dass die Paviane heute Abend aufgeregt bellen. Dies sei ein untrügliches Zeichen, dass eine Großkatze in der Nähe sei. Na vielleicht wird es noch was mit dem Löwenbesuch. Auf jeden Fall grasen heute Nacht die Hippos um uns herum, aber sie sind wirklich nett und berühren unsere Zelte nicht. Außer dem ständigen Hippo-Gelächter gab es nur ein Brüllen des Löwen in weiter Entfernung.

10.Tag
South Luangwa National Park
up down

Diesmal machen wir uns zeitig auf den Weg - unser Eintrittsticket von gestern ist noch bis 9.15 Uhr gültig. Es ist noch sehr kalt und unsere Ausfahrt zum Gate wird von einem Elefanten versperrt, der mitten auf dem Weg steht und keine Absichten macht, sich weiter zu trollen. Langsames Vorfahren, um ihn vielleicht zum Weitergehen zu bewegen, erwidert er mit einer Drohgebärde und der Rückwärtsgang muss benutzt werden. Irgendwann hat er genug an dieser Stelle gefuttert und er verschwindet spurlos im Wald. Nur noch frischer Elefantenschiss und abgerüsselte Zweige und Blätter zeigen, dass er da war.
Auch die frühe Fahrt in den Park war leider nicht ergiebiger. Wir fahren nach Mfuwe. Der kleine Ort hat einen schönen Freiluftmarkt und wir decken uns mit frischem Obst und Gemüse ein. Auch die weitere Dorfbesichtigung ist für beide Seiten interessant. Es kommen wohl nicht viele Touristen hierhin. Wir tanken noch an der BP-Tankstelle und schauen uns in dem danebengelegenen Art-Shop die teueren Exponate an.
Zurück im Camp, machen wir eine eigene Walking-Safari. Nachdem wir mit den Ferngläsern das Ufer nach Hippos und Krokodilen abgesucht haben, laufen wir am Fluss entlang zum Hauptcamp. An der Bar genehmigen wir uns ein kühles Bier und erkundigen uns nach der „05 Road“. Sie ist noch gesperrt, aber wir sollten am Gate noch mal nachfragen. Wir reservieren uns das Abendessen und buchen einen Nightdrive - die Südafrikaner hatten die Nacht zuvor Leoparden mit Jungen und eine erfolgreiche Jagd von einem Leoparden auf ein Zebra verfolgen können. Außerdem gibt es eine über 90 % Gewähr, Leoparden zu sehen. Wir wandern zurück am Fluss entlang und trauen uns mutig bis in die morastigen Gebiete direkt am Ufer. Zurück in der Booma spähen wir das Ufer erneut mit unseren Ferngläsern ab und sehen, dass es im Wasser, in Ufernähe, von fetten Krokodilen wimmelt, die wohl bei unserem Spaziergang nur kurz abgetaucht waren.
Nachmittags um 16.00 Uhr werden wir 3 abgeholt zum Nightdrive. Zuerst gibt es viele interessante Erklärungen zur Fauna und Flora. Bis zur Dunkelheit ist auch hier die Ausbeute nicht anders als bei unseren eigenen Drives. Dann gibt es einen Mosi-Bier als Sundowner mit einem sehr schönen Sonnenuntergang. Die beiden Jungs bemühen sich sehr und ihre geübten Augen erspähen einige Tiere, aber unser „Jagderfolg“ erweitert sich nur um ein paar Zibet- und Gennet-Katzen. Auch die intensive Suche in den Baumkronen bieten uns leider nicht die erhoffte Katze. Plötzlich geht der Motor aus, das Benzin ist alle. Weder mit Funk noch mit Gewehr ausgerüstet sitzen wir im offenen Wagen mitten im Park. Mit der Nachtsichtlampe funzelt unser Guide in den Himmel, vielleicht sieht es ja jemand. Die Gate-Wächter und die Leute vom WSC-Camp werden uns schon irgendwann vermissen und einen Suchtrupp losschicken. Die Frage ist nur wann und die Nacht wird immer kälter. Eine Hyäne trabt gemütlich an unserem Wagen vorbei, wenigstens ein Highlight. Nach ca. 20 Minuten hat ein anderer Nightdrive-Fahrer die Lichtsignale gesehen und nimmt uns alle mit. Er ist mit Funk ausgerüstet und informiert das WSC-Camp. Und wir kommen noch zu unserer Katzen-Beobachtung und können dicht am Wagen einen Löwen beobachten. Am Ausgang des Parks warten wir dann auf den angeforderten Wagen des WSC-Camp und erfahren dabei, dass die „05-Road“ noch gesperrt ist. Es hat dieses Jahr sehr viel geregnet, so dass die Flüsse noch zu hoch und die Uferzonen zu morastig sind. Zurück im Camp gibt es ein herrliches, etwas verspätetes Abendessen und unsere Nightdrive-Jungs werden mächtig vom Chef zusammengeschissen. Zumal der Chef vorher noch nach dem Benzin gefragt hatte. So ist das halt in Afrika.

11.Tag
South Luangwa National Park - Petauke
up down

Wir bauen unser Lager ab, denn dadurch, dass die „05 Road“ nicht befahrbar ist, müssen wir über Chipata und Lusaka zurück auf die Great North Road, ein Umweg von ca. 1200km. Wir bezahlen fürs Essen und das Camp, den Night-Drive müssen wir, zu unserer Verwunderung, nicht bezahlen. Am späten Nachmittag erreichen wir Petauke und kehren auf dem von außen schmuddelig aussehenden Campingplatz „Zula Kraal Camp“ ein. Der Platz entpuppt sich als nett gemacht, mit guten sanitären Einrichtungen. Wir sind die einzigen Gäste und die heiße Dusche wird extra für uns in Betrieb genommen. In der offenen Bar schaltet man den Fernseher für uns auf CNN-Nachrichten um und bei ein paar Mosi-Bier lassen wir den Tag ausklingen.

12.Tag
Petauke - Fringilla Farm
up down

Weiter geht es über Nymbia bis zur Luangwa Bridge. Diesmal ist sie nicht im Regendunst verschwunden. Der Polizeiposten ist freundlich. Kurz hinter der Brücke gibt es einen Freiluft-Markt, wo wir einen kurzen Fotostopp machen und uns mit leckeren Einback versorgen. In Lusaka kehren wir im Mana-Hills Shopping Centre ein, verschicken e-Mails, tanken und kaufen noch ein paar Sachen im Shoprite. Ca. 50 km nördlich von Lusaka übernachten wir auf der Fringilla Farm. Die sanitären Anlagen sind nicht berauschend. Auch hier sind wir z.Z. die einzigen Gäste. Doch zur Sonnenfinsternis werden hier Massen erwartet. Wir fragen uns, wie die 2 Toiletten und Duschen dies verkraften sollen. Im Restaurant gibt es heute ein Buffet und die Vorbereitungen des SOFI-Events, für das auch im Internet geworben wird, werden hier gemacht.

13.Tag
Fringilla Farm - Kundalila Falls
up down

Uns drängt es weiter nach Norden und der Straßenzustand lässt eine schnellere Fahrweise zu. Kurz vor Kabwe geraten wir in eine Radarkontrolle und müssen für unsere gefahrenen 83km/h, statt der vorgeschriebenen 60km/h, 67.500 Kwacha bezahlen. Nach diesem Schock, wer rechnet schon mit so etwas in Sambia, gibt es ein wenig später bei Kapiri Mposchi die nächste Überraschung an einer Polizeikontrolle. An unserem Wagen fehlen die Reflektorstreifen vorne und hinten, das kostest 74.000 Kwacha. Dann will man noch die 2 Warndreiecke sehen. Uns treibt es den Schweiß auf die Stirn, denn wir haben nur ein Dreieck. Günter greift hinter die Rückbank und zeigt unser einziges Warndreieck einfach zweimal aus verschiedener Position hoch. Der Trick hat funktioniert und uns weitere Strafgelder erspart. An der nächsten Tanke kaufen wir für 10.000 Kwacha die so wichtigen Streifen, Warndreiecke gibt es keine. Es ist reine Schikane bei ausländischen Autos. Denn bei den sambischen Autos ist das alles nicht so wichtig. Als wäre der Tag nicht schon übel genug, gibt es kurze Zeit später die nächste Kontrolle in der Nähe zur Grenze zum Kongo. Hier werden die Pässe und das Zollpapier des Autos überprüft. Das Datum auf dem Zollpapier ist abgelaufen, Statt dem 30.06.2001 steht 03.06.2001. Den Zahlendreher haben wir beim Zoll in Livingstone nicht bemerkt. Nach langem Verhandeln bezahlen wir 20.000 Kwacha Bestechungsgeld an den Beamten. Er hat ein Einsehen, dass die Rückfahrt nach Livingstone (denn dort ist das Original-Papier) wohl zu weit ist und wir Sambia doch als ein tolles Urlaubsland in Erinnerung behalten wollen. Wir könnten in Mpulungu versuchen, eine Verlängerung zu erreichen.
Kurz vor Kanone geht die beschilderte Schotterstraße zu den 11km entfernten Kundalila Falls ab. Nach einer Schranke kommt der Parkplatz. Wir wandern zu dem Wasserfall, von dem man nur das obere Drittel sehen kann. Zurück am Parkplatz erwartet uns der Caretaker. Wir müssen uns ins Buch eintragen (hier waren sogar vor einer Woche ein paar Touristen) und 3US$ pro Person und fürs Auto Eintritt bezahlen. Fürs Camping auf dem Parkplatz sollen wir noch einmal pro Person 3 US$ bezahlen. Er versichert uns, dass es nicht seine Preise, sondern, die vom Tourismusbüro wären. Wir sind etwas verärgert, denn es gibt außer einem stinkenden Steh-Klohäuschen nichts weiter. Wir handeln ihn auf 1US$ herunter, zähneknirschend akzeptiert er dies. Es war wohl einer der teuersten Tage in Sambia mit Straf-, Bestechungs-, Eintritts- und Übernachtungsgelder. Danach beginnt unser allabendliches Ritual mit Zeltaufbau, kochen, essen und zum Sundowner etwas Bier und Amarulla.

14.Tag
Kundalila Falls - Shiwa Ngandu
up down

Früh morgens ist unser Caretaker wieder da und verabschiedet sich von uns. Doch bevor wir uns auf den Weg machen, „verlängern“ wir uns unser Zollpapier bis zum 03. August, indem wir kurzerhand aus der 06 eine 08 machen.
Zurück geht es über die Schotterstraße zur Great North Road und dann Richtung Mpika (guter Straßenbelag bis Mpika). Kurz vor Mpika zweigt links eine beschilderte Straße zu den „Nachikufu Caves“ ab. Direkt hinter dem Bahnübergang erwartet uns schon der Caretaker mit Buch und er fährt die ca. 2 km mit zu den Caves. Hier gibt es 3 Höhlen, die eingezäunt sind. In der untersten Höhle ist eine Vitrine mit Werkzeugen ausgestellt und schwache Felsmalereien sind zu sehen. Man sieht noch die Rauchspuren und Gänge der ehemaligen Höhlenbewohner. Auch in der 2. Höhle gibt es ein paar Zeichnungen. Von der 3. Höhle hat man einen schönen Blick auf das bewaldete Hochplateau. Wir tragen uns ins Buch ein (auch hier war schon lange kein Tourist mehr) und müssen ebenfalls 3 US$ pro Person bezahlen. Ein offizielles Schreiben vom Tourismusbüro zeigt uns, dass wir eigentlich noch 3 US$ für das Auto bezahlen müssten und eine Übernachtung auf dem Parkplatz würde 10 US$ kosten. Wir verstehen nicht, was sich die Tourismusbehörde dabei denkt. Dies entspricht in keiner Weise dem Preis-Leistungsverhältnis.
Es ist noch früher Vormittag und wir fahren weiter. In Mpika gibt es eine Tankstelle und Bank und kleine Lebensmittelläden. Dort geht es Richtung Isoka weiter. Die Straße ist wieder voller Schlaglöcher. Nach ca. 90 km geht eine beschilderte ruppige und mit tiefen Schlaglöchern versehene Piste nach Shiwa Ngandu. Für 5.000 Kwacha führt uns eine Angestellte durch das renovierungsbedürftige Anwesen - vor allem das kaputte Dach erschreckt uns. Manche Zimmer sind angeblich fertig renoviert, allerdings sehr unordentlich, unfachmännisch und mit zum Teil alten bzw. gebrauchten Sanitärteilen bestückt. Wir überlegen, dass sich das Anwesen als Luxushotel gut eignen würde. Es liegt herrlich (die Straße müsste gemacht werden) oberhalb eines Sees und man könnte im Wald als Attraktion Wildtiere ansiedeln. 19km weiter erreichen wir die Farm mit Campingplatz (2.500 Kwacha oder 5 US$ pro Person). Der Platz liegt am Fluss auf einer hügeligen Wiese mit einfachen Sanitäranlagen. Dafür werden wir durch ein Bad in den heißen Quellen entschädigt. Es ist herrlich, in dem heißen Pool zu liegen. Ringsherum gibt es exotische Palmen und Gewächse. Danach wandern wir zum Haupthaus und sitzen bei kühlem Bier zusammen mit dem Besitzer am Lagerfeuer. Dort erfahren wir, dass er Shiwa Ngandu renovieren lässt und ein Hotel für reiche Amerikaner daraus bauen und Tiere im Wald ansiedeln will.

15.Tag
Shiwa Ngandu - Mpulungu
up down

Wir fahren über schlechte Piste Richtung Westen, bis wir nach 50km die Great North Road erreichen. Die Straße ist in einem sehr schlechten Zustand, mit endlos vielen und tiefen Schlaglöchern. In Kasama decken wir uns im Shoprite wieder mit Wasser, Brot, Reis, Nudeln und Brotbelag ein. Auch hinter Kasama wird die Straße nicht besser und wir erreichen am späten Nachmittag Mpulungu am Lake Tanganyika. Die „Nkubi Lodge“ ist nicht ausgeschildert und nur über eine sehr schlechte Piste am Freiluftmarkt am See vorbei zu erreichen. Der Campingplatz (9.000 Kwacha pro Person) wird renoviert und hat saubere Sanitäranlagen mit warmen Duschen. In der Bar kann man auch Essen bestellen und für uns wird für diesen Abend ein Fisch und 2 mal Hähnchen, etwas indisch gewürzt, lecker und frisch zubereitet. Für den nächsten Abend bestellen wir wieder Fisch, dann hat man mehr Zeit, alles zu besorgen.

16.Tag
Mpulungu
up down

Wir machen uns zeitig auf zum Hafen, denn heute früh läuft die Tanganyika-Fähre „MV Liemba“, ein ehemals deutsches Kriegschiffs, ein. Der Hafen ist abgesperrt und Gelegenheitsarbeiter warten auf Einlass. Man sagt uns, dass wir gegen 9.00 Uhr noch mal kommen sollten. Derweil fahren wir Richtung Nkubi Lodge zum großen Freiluftmarkt am See. Hier herrscht es buntes Treiben von kleineren Booten. Fracht wird ein- und ausgeladen und stets kommen neue Boote mit Menschen an, die mit festlichen Frisuren und Kleidern, Gepäck und Kindern auf dem Rücken vom Boot zum Ufer durchs Wasser kommen. Dann schlendern wir durch den Markt und unsere Nasen wittern zwischen all den kleinen Garküchen frisches Hefegebäck. Nach der kleinen Zwischenmahlzeit kaufen wir noch ein paar der typischen Stoffe, die im ganzen Land als Wickelrock oder Tragetuch verwendet werden. Hier in Mpulungu sind sie besonders preiswert und in vielen Mustern vorhanden. Anschließend versuchen wir es am Hafen noch mal und für 3.000 Kwacha pro Person können wir das legendäre Schiff besichtigen. Dort ergattern wir eine frische Ananas, die wir zu Mittag essen. An der Finance Bank können wir kein Geld tauschen, dafür mit sehr viel bürokratischem Aufwand in der kleinen Bank an der Bushaltestelle.
Nachmittags fahren wir über Mbala zu den Kalambo Falls. Kurz hinter Mbala hört die Teerstraße auf und eine Straße in äußerst desolatem Zustand führt nach 36km zum Wasserfall (wir brauchen gut 2 Stunden, Allrad ist zumindest auf dem letzten Stück erforderlich). Der Eintritt kostet wieder 3 US$ pro Person und fürs Auto. Auch hier würde eine Übernachtung auf dem grobsteinigen Parkplatz (mit Stehklo) 10 US$ kosten. Der Wasserfall ist wahnsinnig hoch und man hat eine gute Sicht bis fast ins Tal.
Den Campingplatz in Mpulungu erreichen wir erst in der Dunkelheit und unser bestelltes Essen, köstlich gegrillter Fisch mit Nschima und Salat und Mosi-Bier, steht schon bereit. Ein Ingenieur aus Pakistan, der auf dem Campingplatz wohnt, nutzt die Gelegenheit zu einem Austausch mit uns. Er arbeitet an einem, von der EU geförderten, Hafenprojekt.

17.Tag
Mpulungu - Mporokoso
up down

Wir packen zusammen und fahren wieder Richtung Süden. Das GPS zeigt uns eine zugewachsene Piste als Abzweigung nach Mporokoso an. Ein paar Männer bestätigen uns, dass das der Weg sei, aber er sei noch unpassierbar. Wir sollten den Umweg über Kasama nehmen. Also geht es weiter auf der Schlaglochstraße. In Kasama ist der Weg nach Kawambwa ausgeschildert und nach einem kurzen Teerstück folgt eine breite Wellblechpiste mit großen Schlaglöchern. Nach der Abzweigung nach Mporokoso bleibt die Piste weiterhin schlecht. Die Hütten sind hier oft viereckig und bunt bemalt. Die Tankstelle in Mporokoso ist nicht mehr in Betrieb und ein Guesthouse gibt es auch nicht, so fahren wir weiter Richtung Kawambwa. Nach ca. 20km biegen wir von der Straße ab auf eine Lichtung und bauen unsere Dachzelte auf. Ein Fahrradfahrer kommt vorbei und da er kein englisch versteht, machen wir mit Zeichensprache verständlich, dass wir hier übernachten möchten. Er gibt sein o.k. und fährt davon. Etwas später, wir haben uns gerade an den Abendtisch gesetzt, kommt ein Mann und weist daraufhin, dass wir noch den Dorfältesten um Erlaubnis fragen müssen. Er fährt mit seinem Fahrrad los, ihn zu holen. Wenig später kommt er mit einem Sekretär und ein paar anderen Leuten aus dem Dorf wieder. Erst als der Sekretär unsere Pässe gesehen hat, glaubt er uns, dass wir deutsche Touristen sind (unser südafrikanischen Auto stößt offensichtlich auf tiefe Ablehnung). Nachdem Moni in ihre Geschenkkiste gegriffen hat und Rasierer, Taschenrechner und Kulis an die Abordnung verschenkt, dürfen wir im Dorf übernachten. Jedoch nicht an diesem Platz, denn die Menschen hätten Angst vor uns und wir müssen ihnen vorgestellt werden. Wir packen grob zusammen und Günter fährt im Schritttempo los, während Moni und ich mit der Abordnung zusammen hinterherlaufen. Im Ort wird uns vor dem „Rathaus“ ein Platz an der Feuerstelle zugewiesen und das gesamte Dorf schaut uns aus sicherer Distanz beim Aufbau der Zelte zu. Nachdem es dunkel ist, kommt eine Gruppe junger Frauen mit Babys. Ich gehe langsam auf sie zu und wir tauschen unsere Namen aus. Moni kommt ebenfalls hinzu und wir versuchen mit Händen und Füßen ein paar Informationen auszutauschen. Verlegenheit herrscht auf beiden Seiten.

18.Tag
Mporokoso - Nchelenge
up down

Nach dem Frühstück packen wir zusammen und der Sekretär verabschiedet sich herzlich von uns. Kurz vor der Fähre über den Kalungwishi zweigt rechts eine beschilderte 10km lange Piste zu den Lumangwe Falls ab. Der Wasserfall ist sehr imponierend und soll ein kleines Abbild der Victoria Fälle sein. Hier kann man bis an die Abbruchkante gehen. Ein Mann sitzt vor dem ehemaligen Campinggebäude und schält Cassava. Er lässt uns etwas probieren. Eintritt verlangt er nicht. (Campen ist hier sicher möglich, wenn man ihn fragt). Wir verabschieden uns und fahren weiter. Wieder auf der Straße, kommt nach 2km der handbetriebene Ponton. Die Brücke ist noch im Bau und, wie es ausschaut, so bald noch nicht funktionsfähig. Die Auffahrt auf die Fähre ist etwas schwierig und die Höhe der Gebühr ist frei. Wir geben 10.000 Kwacha. Ca. 15 km vor Kawamba fängt die neue gute Teerstraße an. Kawambas Tankstelle ist außer Betrieb. Nach 38 km stoßen wir auf die Teerstraße von Mansa nach Nchelenge. Hier gibt es eine richtige große Steinkirche. In Nchelenge können wir im Hof des Mweru Waterfront Guesthouse unsere Dachzelte aufbauen und die sauberen sanitären Anlagen im Haus mitbenutzen (40.000 Kwacha zusammen). Das Haus liegt direkt am Lake Mweru. Da noch früher Nachmittag ist, fahren wir nach Kashikishi. Dort gibt es einen bunten Freiluftmarkt und unsere Nasen wittern frisches Hefegebäck. Man ist sehr erstaunt, das sich hierher Touristen wagen und auch noch Gebäck einkaufen.
Zurück in Nchelenge tanken wir für 100.000 Kwacha vom teuren Benzin. Unser eben noch so ruhiges Guesthouse hat sich gefüllt. Ein Wagen vom UNHCR mit bewaffneten Soldaten ist eingetroffen und sie haben sich in den Zimmern einquartiert. Wir sind hier halt nahe an der Grenze zum Kongo. Ein LKW mit Kindern kommt in den Hof hereingefahren. Die singen, trommeln und tanzen und ziehen wieder ab. Wir sitzen auf der Veranda des Gueshouses und genießen das Treiben der heimkehrenden Fischer auf dem See und später den Sonnenuntergang bis wir, von den Mücken zerstochen, ins Innere flüchten. Im Salon versinken wir in den riesigen ausgelutschten Sofas und wissen nicht, wie wir wieder hochkommen können. Dann gibt es Trubel, die anderen Gäste kommen und der Video-Recorder wird angemacht - es läft Rambo III. Wir sind heilfroh, als wir zu unserem bestellten Abendessen ins Nebenzimmer gerufen werden. Es gibt köstlich gegrillten Fisch mit Nshima und Gemüse (6 Bier und 3 Essen zusammen für 67.000 Kwacha). Danach ziehen wir uns in unsere Zelte zurück. Bis 10 Uhr fahren ständig Autos vor und wieder ab. Das Guesthouse scheint auch die Bar und Kino des Ortes zu sein.

19.Tag
Nchelenge - Samfya
up down

Auf guter Teerstraße geht es nun, dicht entlang der Grenze zum Kongo, Richtung Mansa. Außer dem Wagen des UNHCR und der Passkontrolle bei Mwense (hier gibt es eine Tankstelle) merken wir hier nichts davon, dass wir uns im Grenzgebiet befinden. Der Polizeiposten will, dass wir einen Mann bis Mansa mitnehmen. Wir müssen arg zusammenräumen, da der 4. Sitz der Rückbank auch noch zur Gepäckaufbewahrung dient. Unser Mann ist nicht sehr gesprächig.
Hinter der Brücke über den Luonga (ca. 35km vor Mansa) zweigt rechts eine 10km lange, holprige Piste zu den Mambilima Falls ab. In drei kleineren Stufen fällt der Fluss in die Tiefe. Frauen mit Kindern waschen am Ufer ihre Wäsche. Sie kommen auf uns zu und zeigen uns den Weg zu einem anderen Aussichtspunkt auf die Fälle.
In Mansa (Bank und alle Versorgungsmöglichkeiten) setzen wir unseren Gast ab, tanken und kaufen im Shoprite ein. Die weiterhin gute Teerstraße führt uns bis Samfya. Der kleine Ort, mit wenig Versorgungsmöglichkeiten, liegt direkt am Lake Bangweulu. Ca. 1km nördlich des Ortes übernachten wir auf dem Campingplatz (10.000 Kwacha pro Person) der „Bangweulu Lodge“ (ehemals Beach Hotel). Die Lodge ist unter südafrikanischer Leitung und wird z.Z. renoviert und mit Neubauten erweitert. Sie liegt ebenfalls direkt am Strand und der See lockt zum Baden. Das Hinweisschild auf Krokodile und die Bilharziose-Gefahr halten uns jedoch vom Badevergnügen ab. So sitzen wir auf der Strandmauer und schauen den Kindern beim Fußballspiel zu. Eine Gruppe junger Mütter kommt dazu und sie spielen mit ihren Kindern auf dem Rücken einen Art Völkerball. Die Kinder auf dem Rücken stört das springen nicht, ab und zu muss das Tuch neu festgebunden werden, da es sich bei den heftigen Bewegungen immer wieder lockert. Da wir einiges Gemüse zu verarbeiten haben, kochen wir selbst, statt Fisch im Restaurant zu essen und gehen zum Tagesabschluss in die Bar. Die Stühle sind wie im Kino zum Fernseher hin aufgereiht, es läuft ein Baseball-Spiel.

20.Tag
Samfya - Forest Inn Camp
up down

Im kleinen Souvenir-Laden, bei der Rezeption, gibt es vor allem Tontöpfe aus der hiesigen Gegend und ich kaufe mir einen. Die Straße nach Süden führt nun durch das Sumpfgebiet. Rechts und links sind noch Gräben und Seen übrig, auf denen die Fischer mit Einbaumkähnen durch das Wasser staken. Die Rundhütten sind verschwunden und an ihre Stelle sind zeltartige kleine Unterkünfte aus Schilf entstanden. Die Menschen im Sumpfgebiet ziehen je nach Wasserstand durch die Sümpfe und bauen diese einfachen Unterkünfte. Die 3km lange Brücke über den Luapula ist wirklich eine Meisterleistung. Die Wachhäuschen der Brücke sind nicht besetzt, also keine Kontrolle und man kann Fotos machen. 40km nördlich von Serenje erreichen wir die Great North Road wieder. Auftanken in Serenje und unser gefälschtes Zollpapier (siehe 13. und 14. Tag) übersteht die scharfe Polizeikontrolle. Auch Günter schafft es mal wieder unser einziges Warndreieck zweimal zu zeigen. 60km vor Kapiri Mposchi liegt das „Forest Inn Camp“ (18.000 Kwacha pro Person). Ein schön angelegter Campingplatz mit heißen Duschen, Grill und Booma mit Tischen und Bänken. Wir sind wieder die einzigen auf dem Platz und nutzen das heiße Wasser zur großen Wäsche. Abends grillen wir die hier erworbenen T-Bone Steaks und sind froh, in der geschmackvoll eingerichteten Bar, am Kaminfeuer sitzen zu können. Es ist sehr kalt geworden.

21.Tag
Forest Inn Camp - Chimfunshi
up down

Die weiterhin gute Straße führt bis zur Abzweigung nach Kapiri Mposchi. Dort fahren wir nach Norden in den Copperbelt. In Ndola gibt es einen Shoprite, das billigste Benzin des Landes, Banken, Post und allerlei weitere Versorgungsmöglichkeiten. Wir tauschen noch mal Geld und fahren auf der äußerst schlechten Straße zur Autobahn nach Kitwe. Die Autobahn ist vierspurig mit vereinzelten Schlaglöchern und dicht am Straßenrand sind überall Verkaufsstände. Fußgänger und Fahrradfahrer kommen uns auf der Autobahn entgegen. Auch in Kitwe ist das Benzin billig und wir tanken noch mal voll. Die Straße ist miserabel. Ndola und Kitwe sind typische Tagebau-Städte mit Abraumhalden und viel Industrie. Die Straße Richtung Chingola ist schlecht und an der Abzweigung nach Solwesi gibt es wieder einen Polizeiposten. Hier klappt unsere Ablenkung mit fragen nach allem Möglichen vorzüglich und wir werden nicht weiter kontrolliert. Die Teerstraße macht einen Eindruck, als wären hier überall Granaten eingeschlagen. Die Fahrt geht langsam voran. Die Abfahrt zur Chimfunshi Wildlife Orphanage ist ausgeschildert und eine 18km lange Schlaglochpiste führt bis zur Farm. Von dort sind es noch mal ca. 5km bis zur Orphanage. Ein Hippo liegt am Eingang der Orphanage und Frau Sheila Siddle teilt uns mit, dass es schon zu spät ist für eine Besichtigung. Wir fahren zurück zur Ranch auf den Campingplatz am Kafue. Für 5 US$ ist die schräge Kuhwiese, mit einfachsten sanitären Anlagen, eigentlich viel zu teuer. Wir schlucken es, da ein Teil des Geldes den Schimpansen zu Gute kommt. Nachts galoppieren die Kühe im Dunklen über die Weide und wir sind froh im Dachzelt zu schlafen.

22.Tag
Chimfunshi
up down

Gegen 9:30 Uhr sind wir bei der Orphanage. Das Hippo liegt im Hof und ist krank, es hat schon mehrere Tage nichts gefressen und enormen Durchfall. Die Tochter von Sheila empfängt uns und geht mit uns zu allen Käfigen. Sie kennt jedes einzelne Tier beim Namen und weiß zu jedem Tier eine lange Leidensgeschichte zu erzählen. Die Schimpansen werden mit Obst und rohem Gemüse und Breikugeln aus Süßkartoffeln und Käse gefüttert und erhalten Milch, da sie tierische Eiweiß brauchen. Die Tiere sind hier zuerst in den Käfigen mit geringem Auslauf ins Freie und können aufgrund ihrer psychischen Störungen nur langsam (manche nie) in kleine Schimpansengruppen integriert werden. Es gibt noch 2 weitere große Freigehege, in denen je eine große Schimpansengruppe mit bis zu 20 Tieren lebt. Hier wird dann versucht, nach und nach einzelne Schimpansen in einer dieser Gruppen zu integrieren. Doch das alles braucht viel Geduld und Mühe, einzelne Tiere, die selbst z.T. starke psychische Schäden haben, in die Gemeinschaft einzugliedern. Für 10 US$ pro Person können wir mit einem Guide zu den beiden Gruppen zur Fütterung rausfahren. 2 mal täglich werden hier die Schimpansen, die in den großen Freigehegen auch selbst Futter finden, gefüttert. Dies ist wichtig, um stets eine Kontrolle über den Gesundheits- und sozialen Zustand der Tiere zu erhalten. Hier an den Fütterungshäusern kann man vom Dach aus oder direkt am Zaun die Schimpansen sehen, wie sie zu den Fütterungszeiten nach und nach aus dem Wald kommen. Auch hier kennt die Pflegerin alle beim Namen, deren Leidensgeschichte und Eigenarten. Am Zaun sitzen sich Mensch und Schimpanse gegenüber und man weiß nicht, wer sein Gegenüber neugieriger mustert. Auf dem Weg zwischen Haupthaus und Freigehegen wird z.Z. ein Bildungszentrum und Unterkünfte gebaut. Hier will man vor allem die sambischen Kinder über die Schimpansen informieren. Denn freilebende Schimpansen gibt es in Sambia nicht mehr, sie sind alle in den Kochtöpfen gelandet. Wir fahren zurück zum Haupthaus. Dort ist ebenfalls Fütterung der Tiere. Wir schauen uns noch die Fotoalben über die Tiere und dem Hippo Billy, als es noch ein Baby war, an. Im dürftig sortierten Shop kaufen wir Postkarten und ein T-Shirt als Unterstützung für die Orphanage und fahren zurück zu unserer „Kuhwiese“. Leider gibt es auf der Farm kein Fleisch zu kaufen, also fällt das Grillen heute aus. Wir bekommen nur ein paar Eier aus dem Shoprite und Bier aus dem Kongo. Nach dem Essen machen wir Feuer und trinken aus Frust das Bier und unsere Reste von Amarulla und Zappa leer. Wir hatten durch die Beschreibung aus dem Internet und den Reiseführern von der Orphanage und dem Campingplatz eine andere Vorstellung.

23.Tag
Chimfunshi - Kasempa
up down

Zurück geht es über die Schlaglochpiste zur Hauptroute nach Solwesi. Bis Solwesi ist die Straße in einem katastrophalen Zustand. Solwesi hat Tankstellen und gute Versorgungsmöglichkeiten (Shoprite), Banken und einige Guesthouses. Ab Solwesi geht es auf einer neu geteerten etwas eintönigen Straße durch den Wald Richtung Kasempa. An der Abfahrt nach Mufumbwe sind es noch 50km bis Kasempa. Die ersten 17km sind noch geteert, dann folgt eine breite gute Piste, die allmählich wieder gewohnte Schlaglochqualität aufweist. Im Ort (Tankstelle, Versorgungsmöglichkeit) biegen wir links ab zum Rainbow Guesthouse. Nach kleiner Verhandlung können wir im Garten mit dem Auto und den Dachzelten stehen (20.000 Kwacha zusammen mit sauberer Toilette und Waschgelegenheit im Haus). Der Aufbau der Dachzelte ist die große Attraktion und der halbe Ort schaut zu. Nebenan gibt es ein paar Bars mit Essgelegenheit und wir sitzen in der Booma des DM-Guesthouse. Wir bestellen neben dem obligatorischen Bier etwas zu Essen (3.500 Kwacha pro Essen). Ein Schotte, der für ein halbes Jahr hier in einer Schule arbeitet, gesellt sich zu uns. Nach 1 ½ Stunden werden wir zum Essen gerufen und gelangen über den Hinterhof durch die Küche in einen kleinen Raum. Hier gibt es eine Waschschüssel mit Seife und Handtuch, dafür kein Besteck. Man isst traditionell das köstliche Huhn mit Nshima und Gemüse mit der Hand. Zurück im Rainbow Guesthouse sitzen wir um das kleine Öfchen mit dem Mädel von der Rezeption. Sie kann kaum glauben, dass es in Deutschland (weiß sie wo das liegt?) keine Löwen und Elefanten gibt, außer im Zoo. Sie hat auch etwas von der Sonnenfinsternis gehört, ist sich aber nicht sicher, ob dies wirklich passieren wird. Wir holen alle unsere Unterlagen und zeigen ihr den Vorgang, Kasempa liegt noch gerade am Rand des Kernschattens und schenken ihr eine SOFI-Brille. Sie ist total begeistert. Es ist langsam zu kalt und wir kriechen in unsere Zelte.

24.Tag
Kasempa - Kafue Nationalpark
up down

Weiter geht es auf einer einsamen und sehr schlechten Waldpiste Richtung Mumbwa. Nur selten begegnen uns ein paar beladene Fahrradfahrer. Das GPS zeigt uns die Abfahrt zum Northgate des Kafue Nationalparks. Es ist eine mit hohem Gras zugewachsene Piste. Unterwegs sehen wir auf einem Sportplatz einer Tanzprobe zu. Ein Mann hält uns an und fragt uns was wir wollen. Er hält uns wieder für Südafrikaner und ist sehr ungehalten. Erst als wir im verständlich machen können, dass wir deutsche Touristen sind, ist alles o.k. Er sagt uns, dass die Fähre über den Kafue z.Z. außer Betrieb ist. Wir wollen das nicht recht glauben, zumal von Mumbwa aus oberhalb des Flusses einige Lodges liegen. Wir fahren weiter, bis wir zur Lunga-Fähre gelangen. Die Fähre liegt am anderen Ufer und kein Fährmann ist zu sehen. Bald ist das ganze Dorf um uns herum und ein Mann weiß, wo der Ferry-Administrator wohnt. Günter geht mit ihm und kommt nach ca. ½ Stunde zurück. Der Administrator geht zum Fluss und versucht den Fährmann mit Trommeln und Rufen herbeizuholen. Die Menschen unterstützen ihn mit Rufen und wir hupen mehrmals. Nach einer Stunde hat sich immer noch nichts getan. Vielleicht kommt er heute gar nicht mehr, vielleicht morgen, man weiß das hier nicht so genau. Dann erzählen uns wieder einige, dass die Kafue-Fähre außer Betrieb sei. Falls das wirklich stimmt, müssten wir eh hierhin zurück. Also beschließen wir zurückzufahren und nehmen die zugewachsene katastrophale Waldpiste zum North-Gate. Hier ist schon lange keiner mehr hergefahren. Wir verlassen uns auf das GPS, dass uns die Richtung zeigt. Zu allem Überfluss setzen wir das Auto in einer tiefen Sandkuhle fest. Mit defekter Klappschaufel und Stöcken versuchen wir den Wagen wieder frei zu schaufeln. Unerwartet kommen 3 Fahrradfahrer auf dieser einsamen Piste entgegen. Ruckzuck haben sie aus ihren Allround-Hacken Schaufeln gemacht und wühlen uns schnell frei. Wir bedanken uns herzlich mit etwas Trinkgeld und können weiterfahren. Da das Gate laut GPS noch ca. 30km weit weg sein soll und es nun schon kurz vor der Dunkelheit ist, bereiten wir unser Nachtlager kurz neben dem Weg auf einer kleinen Lichtung. Es kommen nochmals 3 Fahrradfahrer vorbei, die wir fragen, ob wir eine Nacht hier stehen beleiben können. Wir dürfen bleiben und sie fragen uns, ob wir keine Angst vor den Tieren hätten, der Park sei nicht mehr weit. Die Nacht wird die ruhigste des gesamten Urlaubs, wir hören überhaupt kein Tier, noch nicht mal ein weitentferntes Löwengebrüll oder Hippo-Gelächter. Selbst Vogelgezwitscher hören wir keins.

25.Tag
Kafue Nationalpark
up down

Wir hören Stimmen und wieder kommen 3 Fahrradfahrer vorbei (sind die immer zu dritt oder sind es immer die selben?), es gibt eine kurze und freundliche Begrüßung und wir frühstücken und packen dann zusammen. Nach ca. 10km sind wir mit etwas Verwunderung am Gate des Nationalparks. Das beste GPS nützt nichts, wenn man in Deutschland die falschen Koordinaten eingibt. Wir hatten großes Glück, dass der eigentlich gesetzte Punkt die gleiche Richtung hatte.
Das Camp sieht verlassen aus und ist in einem desolaten Zustand, doch aus einer Hütten kommt ein Mann auf uns zu. In einer mit Lehm zugeschütteten Hütte tragen wir uns ins Buch ein und er gibt uns die Tickets für den Kafue Nationalpark, 10 US$ pro Person und 5 US$ fürs Auto. Wir nehmen die Tickets nur für einen Tag, da wir nicht wissen, ob wir in dem überfüllten Park noch eine Unterkunft bekommen - bis zur Sonnenfinsternis sind es nur noch vier Tage und angeblich war schon vor einem halben Jahr alles ausgebucht. Glück haben wir auch noch, denn, so wie wir den Wächter verstanden haben, ist hier nicht immer jemand, um Einlass zu in den Park zu gewähren.
Die Straße im Park ist katastrophal. Hier haben in der Regenzeit Elefantenherden tiefe Fußstapfen hinterlassen, die jetzt knochenhart sind und man fährt mit den Rädern von einem Fußstapfen in den nächsten - ein Härtetest für Mensch und Material. Als dann endlich die Fußstapfen aufhören, ist die Straße wieder mit drei Meter hohem Gras zugewachsen und man fährt auf Verdacht durch zum Teil sumpfigen Untergrund. Wir kommen nur langsam voran. Man glaubt kaum, dass man im Park ist, denn wir sehen kein einziges Tier, dafür aber riesige Flecken von Brandrodung.
Wir erreichen Moschi, wo man sich anscheinend mit großen Zelten auf den Andrang der SOFI-Besucher einrichtet. Hier geht es noch mal über eine schmale Brücke mit lose rollenden Balken und durch eine tiefen Senke. Ab hier sind die Straßen nach der Regenzeit neu geglättet worden und zum größten Teil in Ordnung. Außer drei Hornraben, und einer riesigen Schar von Tsetsefliegen, die an den Fensterscheiben kleben und unbedingt ins Innere wollen, ist die Tierausbeute mager. Aussteigen wird zur Tortur, denn die Tsetsefliegen überfällen einen direkt.
Wir erreichen das Lufupa Camp. Auf dem Campingplatz stehen schon ein paar Zelte, aber voll ist der noch nicht. Hier hatten wir definitiv schon vor einem halben Jahr eine Absage wegen Überfüllung erhalten. Wir fahren weiter zum Kwafala Camp, da es dem WSC gehört und wir dort den Mitgliederrabatt bekommen. Die Abfahrt zum Kwafala Camp ist eine mit Gras zugewachsene Piste mit tiefen Elefantenfußstapfen. Es ist schon 16.00 Uhr und wir werden sicherlich 2 Stunden brauchen, was bedeutet, dass wir im Dunkeln auf dieser miesen und schlecht zu erkennenden Piste fahren müssen. Daher beschließen wir zurückzufahren und eine Nacht im Lufupa Camp zu bleiben und Morgen in Ruhe umzusiedeln. Im Lufupa Camp erfahren wir, dass es kein Problem ist, sogar bis nach der SOFI zu bleiben. Diese Nacht bleiben wir, aber angesichts der 15 US$ pro Person und Nacht, überlegen wir es uns noch für die weiteren Nächte.

26.Tag
Kafue Nationalpark
up down

Hippo Gelächter gab es die ganze Nacht hindurch und Löwengebrüll weit entfernt. Zeitig geht es auf die Pirsch, doch die Ausbeute ist neben Hippos, Böckchen und allerlei Vögel mager. Zurück im Camp erfahren wir von zwei Deutschen, dass sie zuvor in Kwafala waren. Die Straße dorthin ist komplett so schlecht wie wir sie am Anfang vorgefunden haben und im Camp gibt es weiter nichts, es ist mehr oder weniger verlassen. Also beschließen wir hier zu bleiben.
Nach dem späten Frühstück genießen wir den Blick auf den Kafue und schauen den Arbeitern zu, wie sie aus einfachen Blechtonnen und einem Astgerüst, verkleidet mit Schilf, neue und funktionelle Duschen- und Toiletten-Häuschen bauen. Man rechnet anscheinend doch noch mit Andrang für die SOFI. Mit ihren Allround-Hacken sitzen je zwei Jungs singend auf dem Boden und graben ein tiefes Loch. Die Anderen schauen zu, man wechselt sich ab und alles geht gelassen und fröhlich vor sich.
Irgendwann gehen wir zur Rezeption, bestellen frisches Brot und quartieren uns bis Freitag, den 22.06 ein. Auf der anschließenden Nachmittagspirsch erweitert sich unsere Ausbeute an Tieren nicht wesentlich. Zurück im Camp, das sich etwas mehr gefüllt hat, geht es zum allabendlichen Ritual: duschen, kochen, essen, den Sonnenuntergang am Kafue genießen und ein Absacker-Bier in der Bar.

27.Tag
Kafue Nationalpark
up down

Auch auf dieser Morgenfahrt hat sich leider wieder nicht unsere Tierausbeute erhöht. Zurück zum Camp und ausgiebig frühstücken. Die Toiletten- und Dusch-Häuschen nehmen immer mehr Gestalt an. Einige Camp-Nachbarn beschäftigen sich schon mal mit der Fotoausrüstung für die SOFI. Neben dem ganzen Equipment werden heiße Konstruktionen aus Campingtisch und Kisten zusammengebaut und stets wieder umarrangiert. Man will ja gerüstet sein.
Wir wandern Richtung Rezeption und setzen uns in die offene Booma am Fluss. Hier hat man einen herrlichen Blick auf den Zusammenfluss von Kafue und Lufupa. Außer einem Fischadlerpaar, dass gegenüber auf einem Baum nistet, und ein paar weitere Vögel gibt es keine Tiere am Fluss zusehen. Da wir in unserem Auto mit einem Nachtstrahler bestückt sind, beschließen wir, die Nachmittagsfahrt etwas später zu legen, um in der Dunkelheit zurückzukommen. Auf dem Rückweg über den Riverdrive kommen uns die Nachtfahrten des Camps entgegen. Sie melden uns per Funk an der Rezeption an. Bei der Einfahrt ins Camp hat man uns den Weg mit einem Jeep versperrt, es gibt hier keine Schranke. Die gesamte Lufupa-Camp-Belegschaft empfängt uns äußerst unfreundlich und weist uns in die Schranken. Schuldbewusst geben wir zu, dass unser Verhalten nicht korrekt war - Nachtfahrten auf eigene Faust sind verboten.

28.Tag
Kafue Nationalpark
up down

Wir geben die Hoffnung nicht auf und versuchen wieder eine Morgenfahrt, wieder ohne großen Erfolg. Die Tiere scheinen sich in dieser Jahreszeit in anderen Teilen des Parks aufzuhalten. Noch gibt es überall außerhalb der Flüsse Tümpel und gefüllte Seen, grünes Gras und Blätter reichlich. Warum sollten sie sich ausgerechnet im Umkreis des Camps und der wenigen Game-Drive Wege bewegen?
Das Camp hat sich weiter gefüllt, aber auf der Wiese ist noch überall Platz. Der Bautrupp mit den sanitären Anlagen ist nun auch fertig und man kann sie benutzen. Zwei Jungs sind extra dazu abgestellt, stets heißes Wasser zu produzieren. Sobald einer zur Dusche wandert, wir ein Eimer heißes Wasser in die Wassertonne geschüttet. Auf dem Camp erfahren wir von anderen, dass ihre letzte Nachtfahrt ein Erfolg war, also buchen wir für abends eine Nachtfahrt. Uns scheint das Glück nicht zu verfolgen. Trotz intensivem Bemühen der Crew gibt es außer ein paar Gannet- und Zibet-Katzen nur noch grasende Hippos und Böckchen.

29.Tag
Kafue Nationalpark
up down

Heute ist der große Sofi-Tag. Reges Treiben auf dem Camp, überall wird die Fotoausrüstung noch mal ausprobiert. Wir schenken den Jungs von der Dusche und Samson, er hat uns stets morgens und abends das Lagerfeuer am Leben erhalten, die noch übrigen Sofi-Brillen. Da sie anscheinend nichts davon wissen, erklären wir ihnen den Vorgang und den Zeitpunkt, wann es heute Nachmittag anfängt. Um 10 Uhr geht schon die erste Aufbruchwelle los. Die Gruppen packen alles zusammen und ziehen weg. Wir machen uns gegen 12.00 Uhr auf den Weg nach Norden, denn das Camp liegt noch ca. 30km südlich des Zentrums des Kernschattens. Wir suchen eine freie Fläche, offen nach Westen, weil wir uns erhoffen, den heranziehenden Schatten sehen zu können. Wir fahren bis Moschi, unterwegs treffen wir immer wieder auf kleinere Gruppen, die alle auf das Ereignis warten, ausgerüstet mit allerlei technischem Gerät. Von einer kleinen Anhöhe hinter dem Flugfeld von Moschi werden wir vertrieben, da dieser Platz für die Gäste der Moshi-Lodge reserviert wäre. Wir könnten aber direkt auf das Rollfeld fahren. Der Platz ist gar nicht schlecht, wir haben das gesamte Rollfeld im Westen vor uns, also ideal. Günter baut sein Sofi-Equipment auf, Moni und ich setzen uns auf das Dach des Autos. 13.40Uhr beginnt der Mond die Sonne zu berühren. Ein paar Impala-Böckchen grasen auf der Rollbahn und legen sich ab. Sie stören sich nicht an der immer dunkler werdenden Sonne. Es wird zunehmend immer kälter und wir ziehen uns langärmlige T-Shirts an. Um 15.10 ist es soweit, kurz bevor der Mond sich komplett vor die Sonne schiebt, sieht man für einen langen Moment den berühmten Brillianten und anschließend für ca. 3 ½ Minuten die Corona. Es ist sehr kalt und still. Die Stimmung und das Restlicht sind gespenstig. Rings um uns herum am gesamten Horizont ist ein dünner Streifen Abend (oder Morgen?)-Rot übrig geblieben. Den heranrollenden Schatten haben wir nicht gesehen, das Dunkelwerden war so plötzlich. Nach den ehrfürchtigen Minuten der Sonnenfinsternis sieht man erneut den Diamanten, bevor die Sonne wieder nach und nach hinter dem Mondschatten hervortritt. Die grasenden und liegenden Böckchen haben sich von dem Ereignis nicht stören lassen. Wir bleiben noch eine Weile, dann machen wir uns auf den Heimweg. Nur wenige sind unterwegs, wir hatten mit Kolonnenfahrt gerechnet. Zwischendurch halten wir noch mal an, denn der Austritt aus dem Mondschatten vollzieht sich noch ständig. Das Camp ist nun ziemlich leer. Die meisten sind wohl an diesem Tage noch weitergezogen. Wir genießen unser Abendessen und sitzen noch ein wenig am Feuer, bis es zu kalt wird und ziehen uns in die Zelte zurück.

30.Tag
Kafue Nationalpark - Koamo
up down

Wir bezahlen unser Camp, hier akzeptiert man Kreditkarte, 15 US$ pro Person und Nacht, 30 US$ pro Person für die Nachtfahrt, Brot und Briefmarken werden uns erlassen. Der Rezeptionschef verabschiedet uns äußerst herzlich. Auf dem Weg nach Süden erspähen Monis gute Augen zwei Geparden, die etwas entfernt vom Weg durchs Gebüsch gehen. Dann verschwinden sie im Dickicht. Wir sind überglücklich, doch noch ein paar Katzen im Park zu sehen, sie gibt es also wirklich. Am Gate, das direkt an der Transit-Straße liegt, zahlen wir den Eintritt für die restlichen Tage (10 US$ pro Person und 5 US$ fürs Auto pro Tag).
Wir fahren Richtung Kaoma weiter auf einer Teerstraße mit vielen Schlaglöchern. Hier sehen wir tatsächlich noch eine kleine Elefantenherde. Wir steigen aufs Dach des Autos, damit wir über das 3m hohe Gras am Straßenrand die Elefanten besser sehen können. Also es gibt auch Elefanten im Park! Am Ende der Transitstrecke gibt es noch mal eine lockere Kontrolle und die immer schlechter werdende Straße wird wieder belebt mit Menschen. Hüttendörfer säumen den Weg und wir decken uns wieder mit frischem Obst und Gemüse ein. Etwa 20 km vor Kaoma wird die Straße wieder gut. Doch bevor wir Koama errechen, müssen wir einen Benzinkanister umfüllen. (In Lufupa gibt es auch die Möglichkeit für teures Geld etwas Benzin zu bekommen). Koamo liegt etwas abseits der Straße und hat zwei Tankstellen und einfache Versorgungsmöglichkeit in der Ladenstraße. Am Ende der Straße biegen wir rechts ab und entdecken an der linken Seite das „Cassava Lima Guesthouse“. Wir können für 10.000 Kwacha (dreckige Dusche und Toilette, Wasseranschluss im Hof) im Hof, in einer Parknische, unsere Dachzelte aufbauen. Da es noch früher Nachmittag ist, schlendern wir noch durch die Ladenstraße und decken uns mit Eiern, Keksen und etwas Wasser ein. Wir werden mächtig bestaunt, hier verirren sich wohl kaum Touristen hin. Zurück an unserem heutigen Camp brutzeln wir unser Abendessen und sind erstaunt, dass sich das große Guesthouse zusehends füllt. In der Bar trinken wir noch ein paar Biere und legen uns ab. Zur Ruhe kommen wir allerdings noch lange nicht, es gibt noch viel Trubel und stets fahren betrunkene Gäste in den Hof und haarscharf an der Leiter zum Dachzelt vorbei. Wir sind froh, als die Nacht vorbei ist.

31.Tag
Koamo - Mongu
up down

Weiterfahrt auf guter Teerstraße nach Mongu. Direkt an der Polizeikontrolle, beim Ortgseingang von Mongu, liegt rechts das „Hollywood Motel“ (kein Camping möglich ,Zimmer ab 30.000 KW). Etwas weiter im Ort können wir im „Lumba Guesthouse“ im Garten auf der Wiese unsere Zelte aufbauen (40.000 Kwacha für alle und Mitbenutzung der sauberen sanitären Anlagen eines freien Zimmers). Es gibt eine Booma mit Tisch und Stühlen im Garten. Wir suchen in der Stadt das Immigration-Office, es hat allerdings schon geschlossen und so füllen wir unsere Vorräte im Shoprite auf. Nach unserem Abendessen geht es in die Bar und dann ab ins Zelt. Die Bar ist gut besucht und es kommen noch viele Autos in den Hof gefahren. Nachts rast ein Besoffener mit seinem Auto knapp an unserem vorbei und kommt erst hinter der Einzäunung der Wiese zum stehen.

32.Tag
Mongu
up down

Wir Frühstücken und bestellen Fisch fürs Abendessen, dann machen wir uns nach Limalunga auf, zum Lozipalast und zum Lozi-Museum. Das Museum (2.000 Kwacha pro Person Eintritt) ist nett gemacht und das Mädel an der Kasse macht mit uns eine aufschlussreiche Führung. Gegenüber liegt der Lozipalast, der König residiert zur Zeit hier. Es gibt einen 2. Palast, den er mit seinem Gefolge während der Überflutung des Zambezi bewohnt und dort steht z.Z. auch seine königliche Barke mit der er und sein Hofstaat zur Kuombo-Feierlichkeit umzieht. Wir werden von einem Lozi angesprochen, ob wir rausfahren wollen zur Besichtigung der Barke und des Palastes. Eine schweizer Touristengruppe (14 Personen) hat das gleiche Interesse. Ein Sprecher der Schweizer Gruppe und Günter werden in das Gerichtsgebäude eingeladen, um dieses Anliegen mit dem Premierminister zu klären. Nach ca. 1 Stunde dürfen wir mit hinzukommen. Wir Frauen müssen durch einen anderen Eingang als die Männer eintreten und nach Lozi-Manier findet die Begrüßung in demütiger gebückter Haltung und mit Händeklatschen statt, bevor wir eintreten und uns auf wackelige Holzbänke setzen können. Nach einer weiteren Stunde mit Erklärungen des Premierministers über die Sitten und Gebräuche der Lozi können wir für einen kleinen Obolus zum Palast. Der „kleine“ Obolus stellt sich dann als 500 US$ dar. Wir haben alle geschluckt und abgelehnt für diesen Preis. Man lässt uns allein zum diskutieren. Dann bietet man uns dies für 500.000 Kwacha (ca. 320 DM geteilt durch 17 Personen) an. Das scheint uns gerade noch akzeptabel und wir wollen einlenken, doch da erhöht man wieder auf 1.000.000 Kwacha. Wir haben die Nase voll, für eine im Hafen liegende Barke und eine eventuelle, nicht garantierte Palastbesichtigung, soviel zu zahlen. Während die Schweizer noch untereinander diskutieren, fahren wir enttäuscht zurück nach Mongu. Unsere Enttäuschung liegt nicht bei der verpassten Besichtigung, sondern bei der Prozedur, wie man Touristen ausnehmen will. Im Ort besuchen wir noch ein paar Freiluftmärkte und anschließend fahren wir zum Hafen. Auf zwei Landzungen reihen sich die Hütten aneinander und bilden eine kleine Marktstraße. Wir sind hier die Attraktion und die Kinder stellen sich in allen möglichen Formationen auf, und wollen unbedingt fotografiert werden. Eine Gruppe spielt uns ein Ständchen auf Trommeln und anderen Rhythmus-Instrumenten. Einbaumboote und wenige Motorboote laden Waren und Menschen ab oder auf und staken durch das flache Wasser weiter. Wir fahren zurück zu unserem Guesthouse und freuen uns auf unser bestellten Fisch zum Abendessen. Der Manager des Guesthouse sagt uns, dass man sich zur Kuombaka mit dem Boot für wenige Kwacha rausfahren lässt und kann dann die imposante Feierlichkeit kostenlos beobachtet. In der Bar haben wir eine nette Unterhaltung während wir auf unser bestelltes Essen warten, doch man hat uns anscheinend vergessen, denn die Küche ist aufgerämt und verlassen. Aber das macht nichts, man räumt alles noch mal aus und nach 1 Stunde wird uns ein köstlicher Fisch mit Nshima und Gemüse in der Booma serviert.

33.Tag
Mongu - Senanga
up down

Wir werden vom Manager, den Mädels aus der Küche und dem übrigen Personal verabschiedet, als wären wir Familienmitglieder.
Zuerst geht es zum Immigration Office und ein netter und freundlicher Mann verlängert uns problem- und kostenlos das Visum. Wir unterhalten uns noch über die Sofi und er gibt uns seine e-Mail-Adresse mit, damit wir ihm Bilder der Sofi zusenden können. Bei der Poststation (Zamnet-Telecommunication, mit den 2 hohen Sendemasten in der Ortsmitte, einzige Möglichkeit für Internationale Telefongespräche im ganzen Ort) telefonieren wir nach Deutschland und konfirmieren den Flug in Windhoek bei Air Namibia. Kurz noch mal zum Shoprite und weiter geht es Richtung Senanga. Anfangs ist die 105km lange Strecke noch gut, im Mittelstück gibt es wieder riesige Schlaglöcher, der letzte Teil ist wieder gut befahrbar. Am Ortseingang von Senanga gibt es wieder eine Komplettüberprüfung durch die Straßenpolizei. Das Zollpapier besteht den Test, aber der Trick mit dem „Doppel-Warndreieck“ funktioniert nicht. Wir stellen uns unwissend und bis jetzt hätte noch niemand danach gefragt, in Deutschland brauche man nur eins, usw. Alles hilft nichts. 2 Dosen Sprite und ein 5 Liter Wasserkanister sind dann überzeugend genug.
Wir fahren zur „Senanga Safari Lodge“, sie liegt herrlich am Fluss, ein neuer Campingplatz wird gebaut, die sanitären Einrichtungen sind noch nicht alle fertig. Eine Gruppe irgendeiner christlichen Sekte ist auf dem Camp. Im Stuhlkreis sitzend, leiern sie ein Gebet nach anderen runter.
Wir bauen unsere Zelte auf und machen uns auf in den Ort und schlendern durch den großen Freiluftmarkt. Neben Obst und Gemüse ergattern wir noch ein paar der typischen Tücher. Hier sind anscheinend nur wenige Weiße gewesen, denn wir werden angesehen, als kämen wir von einem anderen Stern, jedoch werden wir überall freundlich gegrüßt. Jeder möchte, dass wir bei ihm einkaufen und wir versuchen unsere Einkäufe ein bisschen zu verteilen. Zurück im Camp kochen und essen wir und genießen an der Bar den Blick auf den Zambezi mit seinem bunten Treiben der heimkehrenden Fischer in ihren Einbaumbooten.

34.Tag
Senanga - Maziba Bay Lodge
up down

Kurz hinter Senanga verwandelt sich die Straße für ca. 20km in eine Schotter- und Sandpiste. Neben tiefen Sandpassagen geht es kurz vor der Fähre einige 100m durch ca. 50cm tiefe Schlammfurten. Uns ist ziemlich mulmig, denn man kann nicht erkennen wie tief es ist, wie der Untergrund sich weiterentwickelt und wie es hinter der nächsten Kurve weitergeht. Doch ohne Steckenbleiben erreichen wir das Ufer des Zambezi. Die Motorfähre liegt an der anderen Seite und kommt nach kurzer Zeit angefahren. Sie transportiert einen Traktor mit Anhänger, Kühe und Menschen. Um auf den Seelenverkäufer zu kommen, muss man erst ein Stück durchs Wasser und dann über die holprige Fährklappe. Das Vergnügen kostet uns 40.000 Kwacha. Am anderen Ufer geht das Herunterfahren von der Fähre etwas besser und wir sind froh, die Überfahrt überstanden zu haben.
Bis Sioma geht es ca. 60km durch teils tiefe und lange Sandpassagen. Ca. 10km hinter Sioma führt ein beschilderter Weg zu den Ngonye Falls. Das beschriebene Scoutcamp gibt es nicht mehr und es gelingt uns nicht in die Nähe der Wasserfälle zu kommen. So haben wir nur einen Blick aus der Ferne auf einen kleinen Teil der Sehenswürdigkeit.
Wir fahren weiter und nach ca. 5km kommen wir an die Abfahrt zur „Maziba Bay Lodge“. Für die Anfahrt und auf dem Terrain der Lodge ist Allrad notwendig, denn tiefe lange Sandpassagen müssen durchfahren werden. Das Camp liegt schön am Fluss und die einzelnen Campbuchten sind gut hergerichtet. Wir bauen unsere Zelte auf und werden von lästigen kleinen Sandfliegen durch und durch zerstochen. Das sonst bewährte Autan wirkt auf diese Viecher leider nicht. Wir wandern zur Bar, vielleicht lässt es sich bei einem Bier besser aushalten. Die Bar und alle anderen Einrichtungen der Lodge sind zu dieser Jahreszeit noch geschlossen. Wir sind etwas enttäuscht, da diese Lodge als Luxus-Lodge beschrieben ist und auch einen Luxuspreis fürs Campen nimmt (25.000 Kwacha pro Person). Vom Personal erfahren wir, dass man mit dem Boot rausfahren muss, wenn man die Ngonye Fälle gut sehen will, aber im Moment wird hier nichts angeboten. Da auf der Veranda der Bar die Mücken genau so stechen, wandern wir zurück und duschen. Es gibt nur eine Dusche mit Toilette. Da wir diesmal nicht alleine sind, sondern noch 8 Südafrikaner auf dem Platz sind, muss man sich halt in die Warteschlange einreihen. Am Abend geht dann das Wasser aus und die sanitären Anlagen sehen dann, bei einer Nutzung von 10 Personen, entsprechend aus. Wir machen Feuer, in der Hoffnung, dass dies die Mücken etwas fern hält, kochen, sitzen noch am Feuer und legen uns dann schlafen.

35.Tag
Maziba Bay Lodge - Sesheke
up down

Im mückenfreien Zelt haben wir gut geschlafen und wir packen zusammen. Als kleine Attraktion gibt es noch einen Besuch vom Elefanten, der halbzahm ist und zur Lodge gehört. Er frisst die Abfälle aus unserer Mülltonne. Beim Bezahlen handeln wir den Preis etwas herunter, da der Platz praktisch nichts weiter als eine Campgelegenheit mit katastrophalen sanitären Anlagen ist. Die Südafrikaner, die eigentlich 2 Nächte bleiben wollten, fahren ebenfalls weg, weil der Platz ein schlechtes Preis-Leistungsverhältnis bietet.
Nach der Sandpassage erwartet uns auf der Hauptroute eine immer schlechter werdende Piste. Die Schlaglöcher könnten ganze Esel verschlucken, so sagt man hier. Es ist was wahres dran. Eine Hütte mit der Aufschrift „Cold Drinks“ ist eine willkommene Abwechslung. Wir können tatsächlich unseren Biervorrat etwas auffüllen und mal ein paar Limos als Abwechslung zum öden Wasser trinken. Ein kleiner Plausch und Rundgang über den Hof mit den lustigen Hühnerhäusern lassen wir uns nicht entgehen.
Auf der Weiterfahrt gibt es ab und zu einen herrlichen Blick auf den Zambezi als Entschädigung für die desolate Straße. In Sesheke erreichen wir die Fähre über den Zambesi gerade noch, bevor sie ablegt. Für 40.500 Kwacha nimmt man uns mit. Die Fähre ist in einem besseren Zustand als die bei Sioma und auch die Auf- und Abfahrt geht besser. Am anderen Ufer fährt man noch ein Stück, bis man in Sesheke ankommt. Bei der Polizeikontrolle fragen wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit und können so wieder von unseren Papieren ablenken. Am Ortsausgang fahren wir rechts zum ausgeschilderten Resthouse (Sesheke District Council Resthouse) und können dort auf der Wiese, mit Blick über die Müllkippe auf den Fluss, campen (20.000 Kwacha für alle, Mitbenutzung der VIP-Santäranlagen).
Nach dem Essen gehen wir in die Bar und hoffen ein paar Jungs vom sambischen Tourismusministerium zu treffen, die hier im Resthouse untergebracht sind. Wir hätten einige Anregungen und Kritik, wie man den sambischen Tourismus etwas attraktiver machen könnte. Doch die Bar ist leer, bis auf eine Familie, die hier z.Z. logiert, da ihr Haus renoviert wird. So trollen wir uns zurück zum Zelt. Auf der anderen Seite des Flusses (Botswana) liegt eine Lodge, deren Musik bis zu uns herüberdringt. Dort wird wohl etwas mehr für die Touristen geboten.

36.Tag
Sesheke - Livingstone
up down

Wir machen uns auf in Richtung Livingstone. Die Straße ist furchtbar, Schotterpiste mit tiefen Schlaglöchern, Reste von Teer mit tiefen Löchern und übelstes Wellblech wechseln sich ab. Kurz vor Mwandi gibt es einen kleinen Craft-Shop am Straßenrand, der außer ca. 10 Holztierchen nur noch mit dem Verkäufer aufwarten kann. Bei der Abfahrt nach Mwandi ist ein Craft-Shop ausgeschildert. Im Shop sind Malereien und schöne Flechtarbeiten (alle möglichen Körbe und Haushaltsgegenstände) äußerst günstig zu erwerben. Wir kaufen ein paar Körbe und fahren weiter. Erst ca. 60 km vor Livingstone ist der Horror der Straße vorbei und eine gute Teerstraße beginnt.
Wir sind diesmal positiv erstaunt, als wir Livingstone erreichen. Das vor 5 Wochen so verschlafene Nest ist aufgewacht und zeigt sich als quicklebendiges Städtchen. Wir gehen in den Craft-Shop des Livingstone-Museums und können noch einige Souvenirs für die daheimgebliebenen ergattern. Dann entdecken wir einen riesigen Freiluft-Souvenir-Markt in der Stadtmitte, den einzigen in ganz Sambia. Man überfällt uns förmlich und will unsere Klamotten vom Leib weg eintauschen gegen die Souvenirs. Heute informieren wir uns nur und wollen morgen wiederkommen. In der Bäckerei gibt es wieder leckeren Einback und im Shoprite kaufen wir noch etwas Wasser. Dann geht es zur Maramba Lodge und wir trauen unseren Augen nicht: Der Platz ist rappelvoll, aber es gibt noch ein Plätzchen für uns. Vor 5 Wochen waren wir die einzigen Gäste, jetzt fühlen wir uns an Woodstock erinnert. Wir dachten die Hippies der 60iger wären ausgestorben. Sie kommen alle von der riesengroßen Eclipse-Fete der Frangilla Farm, alle ausnahmslos in bunten schillernden Klamotten und Weiblein wie Männlein mit Raster-Locken - war das Bedingung für die Teilname an der Fete?
Nach dem Essen ergattern wir noch ein Plätzchen in der Bar und wir lassen schon mal ein wenig den Urlaub Revue passieren.

37.Tag
Livingstone - Victoria Falls
up down

Nach dem wir die Zelte abgebaut haben, sortieren wir alte T-Shirts und Hosen aus und machen uns auf zum Souvenirmarkt. Wir kaufen noch ein wenig mit Kwacha und Klamotten und müssen trotzdem noch die restlichen Kwacha in US$ zurücktauschen. Dann fahren wir mit etwas mulmigen Gefühl zur Grenze, denn hier lagert das Original zu unserem gefälschten Zollpapier. Wir wenden wieder unsere Ablenktechnik an und erzählen über unsere 5 tollen Wochen in Sambia. Nebenbei stempelt die Zollbeamtin das Papier ab und wir verabschieden uns dann rasch. Wir genießen noch mal die Sicht auf die Fälle von der Zambezi-Brücke aus und die Einreise nach Zimbabwe ist ebenfalls unproblematisch. Über den Zambezi-Drive fahren wir zum Inyata-Camp. Nach dem Zeltaufbau geht’s in die Stadt. Dort verschicken wir noch mal eine e-Mail und schlendern durch das neue Einkaufszentrum von einem Souvenir-Shop zum andern. In der Snackbar genießen wir bei dem Gesang und Tanz einer Folklore-Gruppe leckere Crocktail- und Ostrich-Burger.
Abends, zurück auf dem Campingplatz, gibt es eine Überraschung. Ein Elefant hat die Umzäunung des Campingplatzes durchbrochen und betreibt reichlich „Gartenpflege“, frisst sich an den Bäumen und Blumenbeeten des Camps satt. Selbst vor den Blumen vor der Rezeption macht er nicht halt. Zuerst sind nur wir, zwei Einheimische und zwei weitere Touristen hier und wir können relativ nah an ihn heran. Doch nach und nach kommen alle Campingplatzbesucher dazu und kreisen ihn förmlich ein. Sie sind laut und manche klatschen, um ihn zu vertreiben. Er wird bei solchem Verhalten nervös droht mehrmals und ergreift schließlich die Flucht. Wir sitzen noch ein wenig draußen und genießen den vorletzten Abend des Urlaubs mit dieser Attraktion. Nachts weckt mich Günter, der Elefant ist wieder da und steht keine 3m vom Zelt weg. Er hat uns vors Zelt geschissen und rüsselt an einem kleinen Strauch neben unserem Zelt. Etwas mulmig ist uns schon. Er hat doch hoffentlich unser Zelt gesehen und geht nicht rückwärts. Nachdem er den Strauch vernichtet hat, trab er weiter und verschwindet wieder durch den Zaun nach draußen. Wir schlafen weiter.

38.Tag
Victoria Falls
up down

Wir fahren in die Stadt und schlendern durch die neuen Souvenir-Läden hinter der Post, die neben dem Craft-Center entstanden sind. Im Craft-Center treffen wir auf die Folkore-Gruppe vom letzten mal und sie bedanken sich noch mal herzlich für unsere Bilder. Eine Gruppe mit originellen Xylophonen spielt vor dem Craft-Center. Dann geht es auf den dahinterliegenden riesigen Freiluft-Souvenirmarkt. Die Preise haben, im Vergleich zum letzten mal, sehr angezogen. Trotzdem ergattern wir noch ein paar Souvenirs. Günter nutzt Monis und meine Souvenir-Jagd zum Fotografieren der Menschen und ihrer Waren. Anschließend besuchen wir das neue Luxus-Hotel „The Kingdom“. Es ist sehr geschmackvoll, originell und mit Liebe zum Detail erbaut und ähnelt dem „Lost-City-Hotel“ in Südafrika (Sun-City-Komplex). Es wurde anscheinend vom gleiche Architekten entworfen. Hier trinken wir einen Vanille-Shake und fahren anschließend zum Camp zurück und wir Mädels genießen den eiskalten Pool - ein bisschen Urlaub muss ja sein. Die „Müllabfuhr“ in Gestalt einer volldreisten Warzenschweinfamilie räumt den Platz etwas auf und grast direkt um uns herum. Wir fangen an, das Auto auszuräumen und sortieren aus, was hier bleiben soll und beginnen schon mal zu packen, was wir mitnehmen. Vor allem die Souvenirs werden sorgfältig eingepackt, damit sie die Heimreise gut überstehen. Nach diesem Aktionismus fahren wir zur Krokodil-Farm raus und wollen dort Abendessen bestellen. Leider wird dies nicht mehr angeboten. Für eine Stunde in den Zambezi-Park zu fahren, lohnt nicht mehr, also fahren wir über den Zambezi-Drive zurück. Hier machen wir halt am großen Baobab-Baum, der seit neuem zum Schutz eingezäunt ist, da der Baum von Elefanten ganz schön bearbeitet wurde. Der Wächter erzählt uns, dass gerade vor 10 Minuten mal wieder eine Gruppe Elefanten hier war. Zu seinem Schutz geht er dann hinter die Einzäunung des Baobabs. Der Wächter ist froh, etwas Unerhaltung zu haben und gibt uns eine Baobab-Frucht mit. Auf der Weiterfahrt sehen wir die Elefantengruppe noch.
Unsere Suche nach einem Lokal für unser Abendessen endet in der Kneipe unterhalb des indischen Restaurants, wo man gegrilltes Fleisch mit Nshima und Salat bekommt. Nach ca. 2 Stunden Wartezeit bekommen wir das nicht zu empfehlende fettige Fleisch .Wir wären wohl besser doch wieder zum Inder gegangen. Etwas enttäuscht über unser Abschlussessen fahren wir zurück zum Camp. Dort will gerade der Elefant wieder auf den Campingplatz, aber er wird durch die Inyata-Leute daran gehindert. Schade für uns aber verständlich für das Camp. Wenn der jetzt noch ein paar mal Gärtner spielt, kann man den Platz hier dicht machen. Wir sitzen noch ein wenig draußen und futtern unsere letzten Kekse und machen die Amarulla-Flasche leer.

39.Tag
Victoria Falls - Frankfurt
up

Wir packen nun endgültig zusammen, verschenken noch ein paar Sachen an das Personal und essen noch in der Stadt im Wimpy Fish and Chips. Dann geht es zur Wagenübergabe in die Ilala-Lodge. Die Abnahme ist locker und alles ok. Wir müssen noch etwas warten, bis uns jemand zum Flughafen fahren kann. Wir sitzen bei einer Limo in der luxuriösen Lodge und genießen den Ausblick. Dann werden wir zum Flughafen gefahren und, mit einem etwas größeren Flugzeug als auf der Hinreise, geht es zurück nach Windhoek. Nach nur einer Stunde Wartezeit fliegen wir mit der Namibia Air nach Frankfurt zurück.