Landesinformation down

Tunesien hat ca. 9,6 Mio. Einwohner, davon sind 98.2% Araber, 1.2% Berber, 0.2% Franzosen, 0.1% Italiener und 0.3% sonstige Bevölkerungsgruppen.

Die größte Stadt ist Tunis mit ca. 1,4 Mio. Einwohnern, Staatsreligion ist der Islam, die Staatssprache ist arabisch, wobei viele Menschen als Zweitsprache französisch sprechen.

Die westlichen Ausläufer des Atlasgebirges teilen das Land in einen Nord- und einen Südteil. Die Bergregion heißt Dorsale und erstreckt sich von der algerischen Nordostgrenze bis zu den Höhenzügen am Golf von Tunis. Der Süden ist anfangs durch Hochlandsteppen und Hügelland bestimmt, wird dann aber zunehmend flach und trocken und reicht bis in das Dünengebiet der Sahara. Die wenigen Wasserläufe führen nur nach Regenfällen Wasser, das Land ist durchsetzt von salzhaltigen Becken, die Schotts. Im Norden hingegen fließt der größte Fluß Tunesiens, der Medjera. Er entspringt im Dorsale und bewässert ein fruchtbares Tal, das aus einer urzeitlichen Seenkette entstanden ist.

Der höchste Berg in Tunesien ist der Djebel Chambi mit 1544m, der tiefste Punkt liegt im Chott El Jend mit -23m.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten:
Währung:

Reiseverlauf up down

1.Tag
Heidelberg - Genua
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Wir starten noch nach Feierabend und erreichen Genua spät abends. Im Hafenviertel ergattern wir ein Zimmer in einer einfachen Pension, das Motorrad stellen wir in einer bewachten Garage ab, sicher ist sicher.

2.Tag
Genua - Tunis
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Frühzeitig geht es zum Schalter der SNCM, um die Tickets zu kaufen. Leider nimmt man nur Bargeld und zwar italienische Lire (der Euro ist ja leider noch nicht eingeführt), Plastikgeld will man nicht. Sie legen uns die Tickets für eine Stunde zur Seite und wir hasten in die Innenstadt zum Geldtausch. Es ist Samstag und somit klar, dass alle Banken geschlossen sind. Nach hektischem Suchen finden wir am Bahnhof eine Wechselstube. Wir tauschen das Geld und fahren zurück zum SNCM Schalter. Die Tickets sind tatsächlich noch da und wir müssen uns beeilen, um noch aufs Schiff zu gelangen. Das alte Fährschiff „Habib“ ist ein echter Seelenverkäufer und rappelvoll.
Ich habe heute Geburtstag und Günter überrascht mich mit einem „Yes-Törtchen“. Mit ein paar Dosen Bier vom Duty Free-Shop feiern wir ihn „ausgiebig“. Eine weitere Abwechslung ist das Ausfüllen der „Carte de Visite“, die man sich im Unterdeck abholen kann.
Die Nacht im Gemeinschaftssaal wird hart. In einer Ecke breiten wir unsere Iso-Matten mit den Schlafsäcken aus. Eine tunesische Mutter schiebt mich von meiner Matte und legt ihre kleine Tochter darauf. Ich erobere mir die Matte wieder, aber zur Ruhe kommen wir nicht und sind froh, als wir am Morgen in den Hafen von Tunis La Goulette einlaufen.

3.Tag
Tunis - Bizerte
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Die Passkontrolle geht zügig und fehlende Informationen auf dem Einreise-Kärtchen werden mit Gelassenheit eingetragen. Kurz mulmig wird es uns nur, als der Beamte den arabischen Text in Günters Pass nicht lesen kann. (Die Woche „Zollhaft“ in Kairo sitzt uns wieder im Nacken, siehe Reisebericht Ägypten). Wir erklären ihm, dass dieser Eintrag bei der Einreise damals in Ägypten gemacht wurde. Ich spreche etwas arabisch mit ihm und er ist erfreut, dass wir schon viele arabische Länder besucht haben. Nach diesem Small-Talk vergisst er den Eintrag und heißt uns mit „mar habann fi tunis“ herzlich willkommen in Tunis. Bei der anschließenden Zollabfertigung fehlt uns ein komplettes Antragsformular. Während ich wieder den Beamten mit meinen Arabischkünsten verzaubere, füllt Günter das Papier aus und im Nu sind wir durch den Zoll und haben alle Papiere fürs Motorrad zusammen. Wir sind erleichtert und erstaunt wie zügig und unkompliziert die Einreise nach Tunesien ist.
Auf der Dammstraße fahren wir Richtung Tunis und biegen kurz vorher auf die P8 nach Bizerte (ca. 65 km) ab. Kurz vor Bizerte schlagen wir unser Zelt auf dem Platz der Jugendherberge in Remel auf (wir sind die einzigen Gäste).
Am Nachmittag besichtigen wir Bizerte. Sehenswert sind der Hafen mit den blau-weißen Häusern und bunten Booten, das Kasbah-Viertel mit der mächtigen Kasbah, der Kasbah-Moschee und dem kleinen Fort El Hani sowie die Medina mit ihren Souks und Madrasas.

4.Tag
Bizerte
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Morgens besuchen wir den Fischmarkt am Hafen und machen einen Ausflug zum Cap Blanc (nicht sehenswert aber der nördlichste Punkt Afrikas) und zum Djebel Nador. Am frühen Nachmittag kehren wir in die Stadt zurück und essen gemütlich in einem kleinen Lokal in der Medina. Dort werden wir von einem deutschsprechenden Tunesier eingeladen, sein Haus zu besichtigen. Wir fahren hinter ihm her und er zeigt uns unterwegs ein riesengroßes Haus, das aussieht wie ein Schiff. Weiter geht es in einen kleinen Ort und wir erreichen schließlich sein stattliches Haus, das im europäischem Stil erbaut ist. Er bewirtet uns mit Tee und erzählt von seiner Arbeit in Deutschland und dass er dieses Haus alleine gebaut hat. Wir bewundern sein Haus, dass er uns voll Stolz zeigt. Er fährt mit uns zurück nach Bizerte zu einem Touristen-Hotel, wo wir im Garten sitzen und uns mit einer Einladung zum Glas Bier bei ihm revanchieren können. Er erklärt uns ein wenig vom (pragmatisch gelebten) Islam, in dem Alkohol nur ein wenig verboten ist und in der Dunkelheit darf man sowieso alles, da Allah nachts nicht sehen kann. Mit dieser kurzen Belehrung über den Islam fahren wir zu unserem Zelt nach Remel zurück.

5.Tag
Bizerte - Tabarka
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Wir verlassen Bizerte auf der P7 nach Tabarka (136km). Der Norden Tunesiens ist bewaldet und erinnert eher an das europäische Festland. Ein Abstecher auf der 19km langen Piste zum Cap Negro lohnt schon alleine wegen der berauschenden Aussicht. In Tabarka angekommen nisten wir uns in das Hotel „Les Aiguilles“ (gutes Restaurant, 14TD fürs Doppelzimmer mit Frühstück) ein.
In Tabarka lohnt der Besuch des 25m hohen bizarren Aiguilles Felsen mit der Graffiti-Mauer und über die Dammstraße erreicht man die Genuesen-Festung aus dem 16. Jahrundert.

6.Tag
Tabarka - Teboursouk
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Über die C65 (44km) fahren wir durch üppige Wälder über Ain Draham und Bulla Regia nach Jendouba. Dort geht es auf der P6 (49km) nach Beja. Hier fragen wir nach der Römerbrücke Pont de Trajan, die aber niemand kennt. So versuchen wir es auf der C76 am Beja-Flüsschen entlang und finden tatsächlich die Brücke. Ein paar Angler sitzen darauf und sind erstaunt, dass man sich für die alte Brücke interessiert. Die Brücke ist nicht besonders sehenswert, dafür aber die Landschaft mit den vielen Farbschattierungen der Felsen. Wir fahren das kleine Sträßchen über verwegene Brücken weiter bis nach Teboursouk. Da es auch hier keinen Campingplatz gibt, nehmen wir für die nächsten beiden Nächte ein Zimmer im „Hotel Thugga“ (dreckige Zimmer mit vielen Kakerlaken, wir bauen das Innennzelt auf und schlafen darin).
Teboursouks Medina zieht sich den Hang hinauf mit verwinkelten und bogenüberspannten Gässchen.

7.Tag
Teboursouk - Dougga - Teboursouk
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Heute besichtigen wir die größte, sehenswerteste und besterhaltene Römerstadt Tunesiens: Dougga (Eintritt 1 TD, Fotoerlaubnis 1 TD) Wir sind die einzigen Touristen und genießen es in Ruhe umherzuschweifen und Fotos zu machen.
Sehenswert sind der Saturntempel, der Tempel der Pietas Augustus, der kleine Merkurtempel, der Tempel der Juno Calestis, die Viktoriakirche, das Kapitol, der Platz der Windrose, der Alexander-Severus-Bogen, die drei Zisternenanlagen und die Kanalisation, die Licinius-, Sommer- und Zyklopenthermen, das Haus des Trifoliums und das Mausoleum.

8.Tag
Teboursouk - Sbeitla
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Auf der P5 geht es nach Süden. Nach 51 km trifft man auf die P17 und wir fahren weiter auf der P5 nach El Kef (17 km). In der alten Medina, die von der gewaltigen Kasbah überragt wird, machen wir einen kurzen Mittagsstopp. Nach 10 km biegen wir von der P5 auf die P17 Richtung Kasserine ab. Nach ca. 30 km gibt es hinter dem Ort Tajerouine eine Abfahrt (nach Westen) auf die P18 zum Grenzort El Felta. Nach ca. 15km biegen wir auf die C79 nach Süden ab und erreichen nach ca.10km den kleinen Grenzort Kalaat Es Senan. Der mächtige Tafelberg „Table de Jugurtha“ (1271m hoch und ca. 100ha groß) liegt vor uns und man zeigt uns die Piste, die hinaufführt. Auf steiniger und steiler Piste mit üblen Felsstufen quält Günter die vollbepackte BMW hinauf, bis die Piste an einer Felsentreppe endet. Über diese Treppe gelangt man nach ca.10 Minuten auf das Plateau. Hier auf 1271m Höhe hat man einen herrlichen Fernblick. Auf dem Plateau selbst gibt es nur Felshöhlen, die heute von den Schafhirten und ihren Tieren bewohnt werden und Reste von undefinierbarem Mauerwerk. Zurück geht es auf dem gleichen Weg bis wir wieder die P17 erreichen. Nach ca. 80km geht es nach Kasserine wo man laut Reiseführer bei der Jugendherberge campen kann, aber die Jugendherberge ist geschlossen. So fahren wir auf der P13 weiter nach Sbeitla (38km) und kehren in das „Hotel Bakini“ ein, wo wir wieder wegen der vielen Kakerlaken das Innenzelt aufstellen und nach dem anstrengenden Tag ruhig schlafen.

9.Tag
Sbeitla - Touzeur
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Von Sbeitla fahren wir zurück nach Kasserine und dort auf der P17 nach Gafsa (ca. 105km). Nach einem kurzem Stopp in der kleinen Medina geht es auf der P3 nach Touzeur. Wir campen in Degache auf dem „Bedouina Camping“ im Oasengarten. Bei der Einfahrt nach Touzeur werden wir von 2 Polizisten angehalten. Sie wollen eigentlich nur was schwatzen. Heute hat Deutschland gegen Tunesien Fußball gespielt. Es war ein 1:1, wie wir stolz von den beiden erfahren können. Ich spreche etwas arabisch mit ihnen und als sie erfahren, dass ich auch lesen und schreiben kann, muss ich etwas aus der Zeitung vorlesen. Dann sperren sie die Straße für uns ab, viele Autos sind eh nicht da, und wir müssen beim Pfiff ihrer Trillerpfeife losfahren. So hat das eintönige Berufsleben der beiden heute einen Höhepunkt erfahren.
Touzeur: Tor zur Wüste und direkt am Chott el Djerid gelegen. Ein Spaziergang am späten Nachmittag durch das Altstadtviertel Ouled el Hadef ist empfehlenswert. Man fühlt sich wie in alte Zeiten zurückversetzt, wenn man durch die verwinkelten engen Gässchen mit den Lehmziegelfassaden, den schönen Torbögen und den Tunnelwegen bummelt. In den Straßencafes kann man sich vom Stadtbummel ausruhen und der Blick wird nicht müde, die belebte Straße mit ihren Menschen zu beobachten.

10.Tag
Touzeur - Tamerza - Touzeur
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Heute machen wir eine Tour zu den Gebirgsoasen (Tamerza, Chebika, Mides) nahe der algerischen Grenze, mit den Gebirgspässen, den atemberaubenden Schluchten und und kleinen Wasserfällen. Wir fahren raus auf der P16 Richtung Tamerza. Der Himmel ist blau aber irgendwo muss es geregnet haben. Die Senken der P16, die durch den Chott El Gharsa führt, sind z.T. mit reißenden Fluten überschwemmt. Die Altstadt von Tamerza ist verlassen, von ihr sind nur noch zerfallene Lehmbauten übrig. Von einem Jugendlichen, der hier schöne Steine verkauft, erfahren wir, dass man hier ein Hotel mit Blick auf die Altstadt bauen will. Wir fahren zum Wasserfall, wo man uns abfängt und den falschen Weg zeigen will. Wir wimmeln den lästigen Jungen ab und gelangen dem Geräusch folgendend zum Wasserfall. Danach wandern wir durch den engen Canyon, der durch seine Felsszenerie beeindruckt. Hier müssen wahrlich einmal riesige Wassermassen durchgeflossen sein. Wir hoffen, dass es nicht heute sein wird. Nach der Wanderung geht es auf der C201 und C122 wieder auf die P3 nach Touzeur. Dort stehen wieder unsere beiden Polizisten. Heute muss ich etwas auf arabisch schreiben. Dann sperren sie die Straße wieder für uns und beim Pfiff der Trillerpfeife fahren wir los in die Stadt. In einem der vielen kleinen Restaurants essen wir hervorragenden Couscous und einige leckere Vorspeisen. Wir treffen auf 4 Motorradfahrer (2 Pärchen) aus dem schwäbischen Raum mit denen wir uns für den nächsten Nachmittag verabreden.

11.Tag
Touzeur - Nefta - Touzeur
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Wir fahren zeitig nach Touzeur und die beiden Polizisten haben wieder ihren Spaß mit uns und ihrem Spielchen. Auf dem Markt kaufen wir die berühmten Deglet-Datteln und schlendern durch die Gassen. Lohnenswert ist auch ein Spaziergang durch die Oase, wo, wie noch zu alten Zeiten, die 3-stufige Oasenwirtschaft mit der komplizierten Wasserverteilung betrieben wird. Dann geht es zurück in die Altstadt, wo wir auf die Schwaben treffen. Nach einem leckeren Mittagsessen in einem der kleinen Restaurants, verlassen wir die Stadt in westlicher Richtung. Am Ortsrand werden neue Hotels gebaut, die den Palmen das Grundwasser entziehen. Ein riesengroßer Teil des Palmenhains ist abgestorben. Die Hotels, die wegen des schönen Blicks auf die Palmenoase hier gebaut wurden, zerstören sich selbst diesen Blick.
Wir fahren weiter auf der P3 nach Nefta mit seinen 24 Moscheen und über 100 Marabouts. Von den kuppelbedeckten und mit Lehmziegelornamenten verzierten Häuser ist nach den heftigen Regenfällen vergangener Jahre nicht mehr viel übrig geblieben. Dafür lohnt wieder ein Bummel durch die Oasengärten. Dann geht es noch ein wenig auf Sand- und Schotterpisten rund um Nefta.
Zurück an unserem Campingplatz erwartet uns eine Überraschung. Die Jungs vom Campingplatz zeigen uns, wie in einen Erdofen Fleisch, Gemüse und Kartoffeln geschichtet werden. 2 Busse mit Touristen aus den großen Hotels in Touzeur steigen aus und versammeln sich im Beduinenzelt. Wir können dort bleiben und dem „Spektakel“ zusehen. Neben verschiedenen Musikdarbietungen und Folklore-Tänzen kommt der Höhepunkt mit einer Bauchtänzerin, die wirklich gut ist. Dann wird der Erdofen vor den Augen der Gäste geöffnet und portionsweise verteilt. Die Jungs vom Campingplatz zweigen uns eine Portion zum probieren ab. Es schmeckt wirklich köstlich.

12.Tag
Touzeur - Douz
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Am Morgen fahren wir zusammen mit den 4 Schwaben über die P16 (94 km bis Kebili) die befestigte Dammstraße durch den Chott. Irgendwann sieht man um sich herum nur noch den Salzsee und ist erstaunt, wenn auf einmal, mitten auf dem Chott, ein Cafe auftaucht. Hier gibt es Souvenirhändler, die Salzrosen in allen Größen und Farben anbieten. Weiter geht es in der Mittagshitze, wo wir einige Fata Morganas sehen, die sich beim Näherkommen in kleine Salzgrasbüschel oder ähnliches auflösen. Über Kebili geht es auf der C206 (28 km) nach Douz. Auf dem Campingplatz „Desert Club“, von einem Italiener geleitet, treffen wir auf 5 weitere Motorradfahrer: 2 Jungs aus Siegen (ein Fahrlehrer mit seinem Schüler) und 3 Franzosen. Wir streifen noch ein wenig durch den Ort und essen vorzüglichen Couscous in einem kleinen Restaurant, wo man auf dem Boden sitzt und mit den Händen isst. Zurück auf dem Campingplatz sitzen wir alle noch zusammen mit dem Besitzer in der Bar. Die 3 Franzosen wollen am nächsten Tag nach Ksar Ghilane und der Campingplatzbesitzer zeichnet ihnen den Weg auf.

13.Tag
Douz - Nefzaua Oasen - Douz
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Die drei Franzosen brechen zeitig auf. Wir machen eine Rundfahrt in die Nefzaua Oasen, über Zaafrane, Sabria, El Faouar geht es raus auf den Chott. Formationen aus Sand und Salz sehen aus wie zerklüftete Felsen. Über eine Chott-Piste geht es nach Blidet, wo wir von einem Sandsturm übelster Sorte überrascht werden und uns schnellstens über Nouil wieder nach Douz retten. Auf dem Campingplatz erfahren wir, dass der Besitzer losgefahren ist, die 3 Franzosen zu holen, denn ein Motorrad hat einen Radlagerschaden. Kurze Zeit später treffen sie ein. Sie bestellen das Radlager in Frankreich und müssen sich mindestens eine Woche gedulden, bis es da ist. Die Jungs sind geknickt, sie wollten doch noch ein wenig durch die Wüste fahren. Wir haben im Ort zufällig einen Laden gesehen, der Unmengen von Ersatzteilen aller möglichen Maschinen hat. Den haben die beiden Jungs aus Siegen auch gesehen. Die Franzosen sind skeptisch, warum sollten die gerade das passende Radlager für eine japanische Suzuki haben? Aber der Fahrlehrer aus Siegen schnappt sich den Franzosen und beide düsen los. Im Laden greift der Besitzer ins Regal und hat tatsächlich ein passendes Radlager. Die Freude ist groß und der Campingplatz wird zur Freiluftwerkstatt, wo alle mithelfen und das gesamte Werkzeug hervorkramen. Mit lustigen Kommentaren in allen möglichen Sprachen sitzen wir nach gelungener Reparatur wieder alle im Restaurant zusammen.

14.Tag
Douz
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Heute brechen alle außer uns nach Ksar Ghilane auf. Wir bleiben noch hier, denn heute ist Wochenmarkt in Douz, der größte Krämer- und Viehmarkt Südtunesiens, den wir uns nicht entgehen lassen wollen. Hier wird (noch) kein Touristenkram angeboten, sondern jede Menge Obst und Gemüse, Schafe, Ziegen, einige Kühe und Kamele, aber vor allem Dinge für den täglichen Gebrauch. In dem kleinen Restaurant essen wir wieder zu Mittag und fahren hinaus zu den Dünen von El Hofra. Günter genießt es, ohne Gepäck durch die Dünen zu fahren. Schnell hat man selbst in diesen kleinen Dünen die Orientierung verloren. Der hohe Sendemast zeigt uns den Weg zurück auf die Straße. Dort haben sich zum späten Nachmittag die Kameltreiber eingefunden und Busladungen von Touristen in „einheimischer Kleidung“ mit Galabiya und Turban lassen sich auf Kamelen in die Dünen tragen. Wir tanken und füllen unsere beiden 5-L-Ersatzkanister noch mal voll und besorgen uns genügend Wasser. Im Camp lassen wir uns den Weg nach Ksar Ghilane aufmalen. Der Besitzer selbst ist schon oft dort gewesen und gibt uns Tipps, dass wir stets bei mehreren Fahrspuren, die rechte nehmen sollen. Denn mit der schweren Maschine, 2 Personen und voll bepackt wird dies nicht einfach werden. Nach einem Abschlusstrunk in der Bar legen wir uns früh ab.

15.Tag
Douz - Ksar Ghilane
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Zeitig brechen wir auf, bepackt mit viel Benzin und Wasser für 2 Tage und erfahren, dass der Besitzer (mit dem Jeep) heute selbst schon unterwegs nach Ksar Ghilane ist. Die 54km bis zum „Cafe Tarzan“ sind äußerst anstrengend, da die Sandpiste neu geschoben wurde und keine festgefahrene Fahrspur vorhanden ist. Im Cafe machen wir eine kurze Rast. Hier geht eine Piste nach Kebili und Matmata ab. Den Hinweisen des Campingplatzbesitzers folgend, halten wir uns auf den Pisten stets rechterhand des Berges. Nach 21km sandiger Fahrt erreichen wir die Pipeline-Piste. Auf ruppiger Wellblechpiste geht es gerade aus nach Süden. Die Sonne brennt erbärmlich und die Pausen werden häufiger. Wir ziehen dann die Motorradsachen aus, damit die nassgeschwitzte Kleidung untendrunter trocknet und uns für ein paar Minuten eine kühle Erfrischung bringt. Nach 24km gibt es eine Abfahrt nach Bir Soltane. Nach weiteren 25,5km gibt es eine Pistenabfahrt nach Beni Kheddache. Günter ist müde und bei einem Schlagloch, dass er nicht rechtzeitig gesehen hat, legen wir uns hin. Mensch und Motorrad haben nur leichte Blessuren abbekommen. Wir rappeln uns wieder auf und werden kurz vor der Abfahrt nach Ksar Ghilane von 2 Jeeps überholt. Sie raten uns die 2. der vielen Einfahrten zu nehmen. Nach noch mal 17km übelster Sandpassage erreichen wir den tristen Ort Ksar Ghilane. Nach rechts geht die Piste zur Oase von Ksar Ghilane ab, die mit ihren heißen Quellen mitten im Dünenmeer gelegen ist. Dort treffen wir auf einen der Franzosen, der uns rät, an allem vorbei zufahren, bis ganz hinten zu den heißen Quellteichen, zu den anderen Motorradfahrern. Am Weg stehen „Einweiser“ ins Beduinencamp, die stinke sauer werden, als wir weiterfahren. Am Ende, wo ein paar Cola-Buden und ein Teich sind, werden wir jubelnd empfangen, von den Franzosen, den Siegenern, dem Campingplatzbesitzer aus Douz mit seinen italienischen Freunden und den tunesischen Jungs vom Quellteich. Wir sind baff, ein Empfang wie für Prominente. Alle freuen sich, dass wir offensichtlich wohlbehalten angekommen sind. Als erstes springen wir in den Teich und lassen unsere müden Glieder relaxen. Dann bauen wir im Sand unser Zelt bei den anderen Motorradfahrern auf. Wir erfahren, dass die 4 Schwaben heute Morgen schon wieder weiter sind, dass sich die Franzosen und auch die beiden Siegener auf der Piste z.T. heftigst gewickelt haben und einige Schäden an Mensch und Maschine abbekommen haben. Nach einem gemeinsamen Abendessen im Freiluftrestaurant sammeln wir getrocknete Palmwedel auf und wandern ein wenig in die Dünen. Hier genießen wir (die Italiener, Franzosen, die Siegerländer, die tunesischen Cola-Buden-Besitzer und wir) am Lagerfeuer einen herrlich lustigen Abend mit einem Kauderwelsch aus italienisch, französisch, deutsch, tunesisch-arabisch und siegerländisch. Die beiden Siegener bringen den Tunesiern ein paar spezielle Wort aus dem Siegerland bei, die diese auch bald akzentfrei beherrschen. Die Angst vor Skorpionstichen schüren wir ein wenig, indem wir uns ab und zu mit den spitzen Palmwedeln pieksen. Eine Schnapsflasche macht die Runde. Der herrliche Abend geht erst vorbei, als das Feuer aus ist und unsere Bauchmuskeln vor lachen überstrapaziert sind.

16.Tag
Ksar Ghilane
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Morgens begrüßen uns die Tunesier in siegerländisch und wir brechen in ein Gelächter aus. Die Jungs aus Siegen verlassen Ksar Ghilane Richtung Chenini. Die Franzosen jagen früh morgens noch mit ihren leichten Motorrädern in die Dünen zur Festung. Sie schaffen es nicht ganz, dann fahren sie auch Richtung Chenini. Wir wissen, dass wir mit der dicken BMW zu zweit nicht durch die Dünen zur Festung fahren können und mieten für den Nachmittag einen Kamelritt dorthin. Die Festung selbst ist eine Ruine, aber der Weg dorthin mitten durch die hohen Dünen ist es wert. Am Abend essen wir wieder mit den Italienern im Freiluftrestaurant. Wir erfahren, dass vor ein paar Tagen ein Pärchen auf einer BMW den Weg nach Chenini nicht gepackt hat. Die Dünen waren zu hoch und sie mussten umkehren. Der Campingplatzbesitzer aus Douz macht uns Mut und zeichnet uns den Weg auf. Er ist sicher, dass wir es schaffen, wenn wir die Tour nach Ksar Ghilane auch gepackt haben. Wichtig sei die Richtige „Einfahrt“ bei der Pipeline-Piste zu erwischen. Abends genießen wir wieder ein lustiges Zusammensein mit den Italienern und den tunesischen Jungs am Lagerfeuer in den Dünen.

17.Tag
Ksar Ghilane - Ksar El Hallouf
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Beim Zeltabbau gibt es einen Überraschung: zwischen dem dünnen Zeltboden und der Unterlegplane liegt ein lebendiger Skorpion. Dass wir ihn nicht zerdrückt haben wundert uns. Er verdrückt sich schnellstens unter einen Stein. Danach füllen wir das Benzin aus den Ersatzkanistern in den Tank um, verabschieden uns wie von einer Familie und fahren los. Es gehen massenhaft viele Spuren Richtung Pipeline. Wir folgen einer frischen Autospur im Sand, die sich immer rechts hält (so wie uns angeraten wurde) und erreichen die Pipeline-Piste. Wir überqueren die Piste und sehen sowohl ca. 100m nördlich eine Einfahrt aber auch ca. 50m südlich eine Einfahrt nach Osten. Wir nehmen die südliche Route und gelangen nach anfänglich leichten Sandpassagen zu einer Bergpiste mit z.T. holprigen dicken Steinen und Felsplatten. Wir kommen gut voran und fragen uns, wann die harte Passage anfangen wird. Es kommen zwar noch ein paar tiefe Sandfurten, die aber ohne mein zusätzliches Gewicht und mit viel Schwung zu meistern sind. Vor uns liegt das Dahargebirge (und wir fragen uns immer noch, wieso mussten die anderen Motorradfahrer umdrehen?) und die Straße wechselt zu einer landschaftlich schönen Strecke und wir erreichen nach ca. 80km Chenini. Im Ort halten wir am Brunnen, wo gerade bunt gekleidete Berberfrauen und viele Kinder ihre Wasservorräte auffüllen. Fotos von den Frauen sind nicht erlaubt, wir respektieren dies und fahren weiter.
Das Berberdorf Chenini liegt malerisch am Hang mit der, in der Bergsenke gelegenen, weißen Moschee. Von hier fahren wir weiter durch die herrliche Berglandschaft ca. 20km bis Ghomrassen, hier gibt es Treibstoff und wir tanken auf. Von dort geht 25km auf der C207 witer, bis wir in das Tal des Wadis El Hallouf Richtung Bayra abbiegen. Nach ein paar Kilometer sind wir in einem Palmenhain mit ein paar Häusern und hoch über diesem Dorf, auf einer Plattform, liegt der Ksar El Hallouf. Von deutschen Touristen, die wir unterwegs getroffen hatten, hatten wir den Tipp für diese Übernachtungsmöglichkeit bekommen. Der Besitzer (Pächter) dieses Ksars will ihn zu einer Touristenunterkunft mit Verpflegung ausbauen.
Wir fahren den Berg hinauf zum Ksar und als wir in den Hof des Ksars hineinfahren steht auch schon der Besitzer, der vom Dorf den Berg hinaufgelaufen ist, völlig außer Atem vor uns. Er zeigt uns stolz den Ksar, wobei von den ca. 70 Ghorfas bis jetzt nur einige Außenfassaden und ein Raum renoviert sind. Dieser dient sowohl als Schlaf- und Essraum. Ein Cafe ist im Bau. Wir bestellen Couscous bei ihm und schlagen derweil unser Zelt mitten auf dem Platz im Schatten einer Ghorfananlage auf. Bis der Besitzer mit dem Essen und Geschirr, das er nach und nach vom Dorf hoch holt, fertig ist, schauen wir uns ruhig die Anlage an. Als das Essen in dem einzigen Raum aufgetischt wird, setzen wir uns auf die Erde nieder und genießen einen herrlichen Couscous. Derweil strömen immer mehr Männer aus dem Dorf herauf und setzen sich mit in den Raum. Wir werden ausgefragt über unsere bisherige Reise, denn anscheinend kommen hier noch nicht viele Touristen hin. Sie rauchen gemütlich Wasserpfeife und sind nicht müde heimzugehen. Wahrscheinlich sind wir die Attraktion des Monats. Wir verabschieden uns höflich und sind froh unser Schlafgemach im Zelt zu haben, denn sie gehen erst gegen Mitternacht heim.

18.Tag
Ksar El Hallouf - Matmata
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Wir klettern den Berg hinauf und können von dort die gesamte Ghorfa-Anlage mit Blick in die Umgebung genießen. Derweil bereitet der Besitzer das Frühstück im Freien mit Blick auf das Dorf vor. Wir verabschieden uns und fahren weiter entlang des Wadis bis wir auf die C104 stoßen. Von Dort geht es durch die landschaftlich schöne Gegend des Daharbebirges bis Matmata.
Matamata: Ca. 3000 Einwohner, Marktzentrum und wohl größtes und bekanntestes Höhlendorf Tunesiens. Die Höhlen bestehen aus 10m tiefen und ca. 8-15m runden Schächten, die senkrecht in den Boden getrieben sind. Der Schachtgrund bildet den nach oben offenen Wohnhof, von dem die Wohn- und Schlafräume sternförmig in den Lehmboden getrieben sind.
In Matmata treffen wir auf die 4 Schwaben, sie sind von Ksar Ghilane wieder die Pipeline-Piste zurück und beim Cafe Tarzan über die C105 nach Matmata gekommen. Einer der Jungs hat angefangen ein paar Kinder auf dem Motorrad durch den Ort zu fahren. Im Nu sind alle Kinder der Umgebung da und die anderen erbarmen sich ebenfalls, die Kinder rumzukutschieren. Schließlich ist Schluss und wir nisten uns alle in dem Höhlenhotel „Sidi Driss“ ein. Das Hotel besteht aus verschiedenen ehemaligen Höhlenwohnungen, die miteinander verbunden wurden. Die Zimmer haben 6-8 Betten. Doch da wir die einzigen Übernachtungsgäste sind, nimmt jedes Pärchen ein Zimmer mit der Option zusammenzurücken, wenn noch weitere Gäste kommen. Es sind kühle und angenehme Schläuche, deren Regale und Schränke einfach in die Wand gegraben sind. Die Duschen und Toiletten sind in einer separaten Höhle untergebracht. Zudem gibt es noch eine Restaurant-Höhle mit Bar und Rezeption. Dieses Hotel diente u.a. als Kulisse für einen Starwars-Film.
Es ist noch früher Nachmittag und wir machen noch einen Dorfbummel. Bei manchen Höhlenwohnungen kann man von oben in den Hof hineinschauen. Am Abend gibt es im Hotel eine Folklore-Veranstaltung mit Couscous-Essen, Tanz und Musikdarbietungen. Da man sonst abends nichts weiteres im Ort machen kann, melden wir uns für den Rummel an. Es werden eigens ein paar Busse mit Touristen aus umliegenden Luxushotels angekarrt, die nach der Veranstaltung Matmata wieder verlassen.

19.Tag
Matmata
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Die 4 Schwaben ziehen weiter und wir machen eine Tour durch die Bergwelt. In einem kleinen Ort vor einem Cafe sehen wir die Motorräder der drei Franzosen. Die Welt ist doch klein. Sie sind neugierig, wie wir es nach Chenini geschafft haben. Sie haben nämlich erhebliche Probleme gehabt über die Berkette des Dahargebirges zu kommen. Die Piste bestand aus grobem Schotter mit hohen Steinstufen und eine feinen Sanschicht darüber, was das Ganze zu einer Rutschpartie machte. Teils haben sie die Motorräder einzeln über schwierge Passagen schieben bzw. tragen müssen. Sie haben 2 Tage bis Chenini gebraucht und dabei an uns gedacht, dass wir das nicht schaffen könnten, zu zweit, mit der dicken BMW. Sie sind erstaunt, dass bei uns alles so glatt ging. Es stellt sich dann heraus, dass wir mit unserer Route totales Glück hatten, sie sind wohl ca. 1km weiter nördlich der Pipelinepiste Richtung Chenini gefahren und haben diese schwierige Strecke erwischt. Nach einem Cafe und dem Schwätzchen verabschieden wir uns, denn die 3 sind auf dem Sprung nach Norden. Wir setzen unsere Fahrt durchs Dahargebirge fort und trudeln erst am späten Nachmittag wieder im Hotel ein. Diesmal haben wir das Hotel für uns alleine. Heute gibt es auch keinen Folkloreabend und so trinken wir noch ein paar Absacker in der Bar und unterhalten uns mit dem Personal über die damaligen Dreharbeiten. Man ist sehr stolz daruf und erklärt und zeigt uns alles bis ins kleinste Detail.

20.Tag
Matmata - Djerba
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Wir verlassen Matmata und fahren über die C104 Richtung Medenine. Metameur und Medenine sind malerische Ghorfa-Orte, allerdings auch reichlich von Touristen besucht. Auf der P1 winken überall Männer mit Geldscheinen. Sie wollen libysches Geld schwarz tauschen und lassen einen kaum durchfahren. Sie glauben nicht, dass wir nicht nach Libyen wollen. Auf der C118 fahren wir bis Zarzis und weiter auf der C117 über den Damm nach Djerba. An der Ostküste reiht sich ein Hotel nach dem anderen aneinander. Wir schlagen als einzige Gäste auf dem Campingplatz des Hotels Sidi Slim (bei Aghir) unser Zelt auf (1,5 TD pro Person, Motorrad und Zelt). Entlang der Ostküste fahren wir an den Hotels vorbei bis zum Hauptort Houmt Souk und kaufen uns unser Abendessen ein. Während der Zubereitung unseres Essens auf dem Zeltplatz setzen sich nach und nach Musiker, Tänzer und Bauchtänzerinnen zu uns, die sich am Rande des Platzes in einem Beduinenzelt für einen bevorstehenden Folklore-Auftritt im Hotel, umgezogen haben. Die Musiker packen ihre Instrumente aus und üben in unserem Beisein. Eine schöne Exklusiv-Vorstellung bei unserem Campingabendessen. Wir unterhalten uns noch ein wenig und dann müssen sie zu ihrem Auftritt. Nach unserem Essen wandern wir rüber zum Hotel und trinken ein wenig. Ständig wuseln Animateure um einen herum, wollen einen zu irgendwelchen Spielchen auffordern. Wir nehmen unser Bier mit und gehen zurück zum Zeltplatz. Dort können wir es in Ruhe genießen.

21.Tag
Djerba
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Wir fahren zeitig nach Houmt Souk, denn hier ist heute Markttag. Zuerst besuchen wir allerdings den allmorgendlichen Fischmarkt, wo die Fische versteigert werden. Anschließend schlendern wir durch die Soukgassen der Altstadt und entdecken noch alte Funduks, die Zaouia Sidi Brahim, das Hammam, die Moschee der Fremden und die Türkenmoschee sowie eine katholische Kirche. Nach und nach kommen mehr Touristen und wir verlassen die Stadt, um die Insel zu erkunden. Zuerst fahren wir am Bordj el Kebir vorbei. Auf der C117 besuchen wir Hara Seghira, eine jüdische Siedlung mit der Synagoge La Ghriba und weiter zum Töpferdorf Guellala. Dann geht es zur Westküste, ausgehend von dem kleinen Ort Ajim auf einer Piste nach Norden. Hier treffen wir noch auf traditionell gekleidete Frauen. Wieder in Houmt Souk angekommen fahren wir auf kleinen Straßen kreuz und quer zurück zu unserem Zeltplatz. Nach dem Abendessen setzen wir uns wieder auf die Hotelterrasse, um uns ein Bierchen zu genehmigen. Aber auch heute lässt man uns keine Ruhe, es ist Bingo-Tag. Wir nehmen uns unser Bier wieder mit zum Zelt. Schade, dass heute die Folklore-Truppe nicht da ist.

22.Tag
Djerba - Sfax
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Auf der Dammstraße verlassen wir Djerba und fahren auf der C118 nach Medenine und von dort auf der P1 nach Gabes (ca. 150km). Hier lohnt kein Stopp, es sei denn man interessiert sich für den Palmengürtel am Strand. Weiter geht es auf der P1 nach Sfax (137km gute Teerstraße). Wir gehen ins Hotel „Des Oliviers“ (16TD DZ und Frühstück). Die Medina ist von einer mächtigen 2 km langen Stadtmauer umgeben. Hier ist noch weitgehend unverfälschtes orientalische Leben zu finden, auch Touristen sind so gut wie keine anzutreffen. Man entdeckt kunstvoll geschnitzte Holztüren, geschmiedete Fenstergitter und prächtige Sandsteinportale. In einem kleinen Restaurant bestellen wir mal wieder Couscous, er ist in jeder Region anders und immer wieder lecker. Während wir auf das Essen warten, entdecke ich an dem leeren Nachbartisch, dass alle vier Tischbeine voll sind mit ca. 1cm großen Kakerlaken. Uns ist klar, dass es unter unserem Tisch ebenfalls wimmeln wird. Meine größte Sorge besteht darin, dass einige Tierchen in meine offenen Motorradstiefel fallen könnten. Das Essen, das sicherlich ebenfalls in einer kakerlakenverseuchten Küche zubereitet wurde, war köstlich und preiswert. Draußen schütteln wir die Schuhe aus und klopfen unser Hosen ab. Wir schlendern durch die Gassen zurück ins Hotel, dort können wir noch einen Absacker trinken.

23.Tag
Sfax - Sousse
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Von Sfax erreichen wir auf der P1 nach 64 km El Jem. In der alten Römerstadt Thysdrus, dem heutigen El Jem, wurde 230 nach Christus das drittgrößte Amphitheater des römischen Imperiums gebaut. Es ist mit seinen Ausmaßen von 148m Länge, 122m Breite und 36m Höhe fast so groß wie das Kolosseum in Rom aber viel besser erhalten. Der ovale Bau bot 30-40.000 Zuschauern Platz. Die Stadt selbst hat sonst nichts zu bieten.
In einem Cafe mit Blick auf das Amphitheater stellen wir unser Motorrad ab. Da es voll bepackt ist, geht Günter alleine zum Theater, während ich bei einer Cola mit Blick aufs Motorrad mit dem Cafebesitzer etwas arabisch spreche. So wird die Zeit sehr kurzweilig bis Günter alles fotografisch festgehalten hat. Dann gehe ich los und besichtige ebenfalls das beeindruckende Monument. Wir verabschieden uns und fahren auf der P1 noch mal ca. 50km bis Sousse. Da es mal wieder keinen Campingplatz gibt, nisten wir uns für 3 Nächte etwas nördlich von Sousse in Port El Kantaoui in der Ferienanlage „Les Palmiers“ (15,5 TD mit Frühstück) ein.
Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, geht es noch kurz in die Stadt. Wir bummeln ein wenig durch die Altstadt, wo sich Massen von Touristen durchwälzen. In einem netten Restaurant nehmen wir unser Abendessen ein. Anschließend geht es zurück zur Ferienanlage.
Sousse:(300.000 Einwohner) Die gesamte Region um Sousse (Port El Kantaoui, Skanes, Monastir), mit mildem und gemäßigten Mittelmeerklima, gehört zu einem der größten Touristenzentrum Tunesiens. Die wunderschöne Medina ist vollständig mit einer Stadtmauer (im Jahre 859 erbaut und 2,25 km lang) umzogen und windet sich in vielen engen Gassen vom Hafen den Hang hinauf bis zur Kasbah. Von den einst sechs Stadttoren sind noch 3 erhalten: Bab el Djedid, Bab el Gharbi und Bab el Khabli. Sehenswert sind, außer einem Bummel durch die Gassen, die Große Moschee (Innenhof kann besichtigt werden), das Ribat mit dem auffälligen Turm, die türkische Zaouia Zakkak mit dem achteckigen Minarerett, Kalaut el Koubba, die römische Zisterne La Sofra, die Markthalle und vor allem die als wehrhafte Festung erbaute Kasbah.

24.Tag
Sousse
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Heute machen wir einen ausgiebigen Stadtbummel bzw. -besichtigung. Zuerst steuern wir das Ribat an. Vom Turm hat man einen herrlichen Blick über die Altstadt. In Tunesien darf man als Nicht-Muslime in keine Moschee. In der Großen Moschee darf man zumindest in den Hof. In den Souks herrscht drangvolle Enge und die Händler im Souk sprechen zielsicher jede Touristengruppe in ihrer Landessprache an. Wir grüßen stets auf arabisch und flaxen mit ihnen herum, bald kippt die nervige Anmache in lustige und lockere Gespräche um. Wir bummeln die Gassen hinauf bis zur Kasbah, die an der höchsten Stelle der Altstadt liegt. Der 30m hohe Turm Khalef el Fatah, das Wahrzeichen von Sousse, wird auch heute noch als Signalturm verwendet. Man darf ihn nicht besteigen, hat aber von einer Dachterrasse einen schönen Blick über die Altstadt. Wir wandern zurück durch die engen Gassen und ich muss unbedingt bei einem Parfum-Händler stoppen. Dort decke ich mich mit Flakons, Ölen und kleinen Souvenirs ein (etwas muss man ja mit nach Hause bringen). Am Bab el Djedid gib es einen kleinen Gemüse- und Fischmarkt. Wir finden wieder ein kleines Restaurant zum Essen und fahren mit dem Motorrad am Hafen entlang und umrunden noch die Medina, bevor wir in unser Hotel zurückkehren.

25.Tag
Sousse - Kairouan - Sousse
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Wir machen uns zeitig auf den Weg. Auf der P1 geht es Richtung Süden, nach 13km biegen auf die P12 ab und erreichen nach 55km Kairouan.
Kairouan: das geistig-religiöse Zentrum des Landes und die viertwichtigste Stadt der Muslime. Man sagt, dass ein viermaliger Besuch der Sidi Oqba Moschee (große Moschee) einer Hadsch entspricht. Sehenswert ist die fast unversehrte Medina mit der Stadtmauer (20 Wachtürme und mehrere Tore).
Wir stellen unserer Motorrad beim Bab el Chouhada auf einem bewachten Parkplatz ab und erkunden die Stadt zu Fuß. Wir lassen uns treiben vorbei an der Koranschule Zaouia Sidi Abid el Ghariani zum Brunnen Bir Burtata, wo ein Kamel mit verbundenen Augen das Schöpfrad dreht und stets im Kreise umherlaufen muss. Man sagt uns, dass der Brunnen mit Mekka verbunden ist und somit dieses Wasser heiliges Wasser ist. Man bietet uns Wasser an, es würde uns vor Krankheiten beschützen. Wir tun nur so, als ob wir trinken, denn wir wissen nicht, ob unser Magen und Darm dies ebenfalls als gesund empfinden wird. Von hier ist es nicht weit bis zur Moschee der drei Türme, die Zaouia Sidi Tleta Bibane. Als Nicht-Muslime darf man nur die 3 Tore bewundern. Von hier wandern wir kreuz und quer durch die Gassen bis zum anderen Ende der Medina, zur Großen Moschee, der Djama Sidi Oqba. Sie ist die älteste und größte Moschee Tunesiens und architektonisches Vorbild für viele Moscheen des Maghreb. Das dreistufige wuchtige Minarett ist eines der ältesten Nordafrikas. Wir dürfen nur den mit Marmor ausgelegten Innenhof mit den beeindruckenden säulengestützten Bogengängen besichtigen und können von dort ein paar Blicke in den 75m langen und 40m breiten Gebetsraum erhaschen.
Wir bummeln nun durch die dunklen und überwölbten Soukgassen weiter und können von einem Dach aus das System der Überdachung bewundern. Vorbei an der Kasbah erreichen wir die Säbelmoschee, ein Bau mit sechs gerippten Kuppeln. Von hier geht es zurück über die Zitouna Moschee und dem Bab Jedid zum Bab el Chouhada. Wir fahren ein wenig kreuz und quer durch die Stadt und finden dann die Barbiermoschee und weiter zu den Bassins der Aghlabiden (Touristeninformation). Auf dem Rückweg nach Sousse machen wir einen Abstecher zum Sebkhet de Sidi El Hani, wo es eine Flamingokolonie gibt.

26.Tag
Sousse - Monastir - Sousse
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Wir fahren nach Monastir, dass auf einem felsigen Kap am Meer liegt. Die Medina ist von drei Seiten von einer massiven, turmbewehrten Stadtmauer mit mehreren Toren umgeben. Die Gassen der Medina wirken steril und die Souks sind vollständig auf den Tourismus eingestellt. Sehenswert ist das außerhalb der Medina gelegene Ribat, eine Festung direkt am Meer auf einer kleinen Anhöhe erbaut. Es gilt als eines der bedeutendsten Profanbauten des islamischen Nordafrikas. Von dem Rundturm hat man einen schönen Überblick auf die Stadt. Über den gepflasterten Vorhof erreicht man den großen islamischen Friedhof Sidi-el-Mezzeri. Am Nordrand des Friedhofs steht der monumentale Kuppelbau des Bourguiba Mausoleums. Für diesen Bau wurden zahlreiche Gräber, zum Teil aus dem 12. Jahrundert stammend, einfach plattgemacht. Der Kuppelbau dient als letzte Ruhestätte Bourguibas und seiner Familie. Wir fahren zurück nach Sousse und genießen einen Nachmittag am Strand.

27.Tag
Sousse - Hammamet
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Heute geht es weiter. Von Sousse fahren wir auf der P1 40km bis Enfida, wo wir auf die P2 abbiegen und nach 36km Hammamet erreichen.
Hammamet: (20.000 Einwohner) Touristenzentrum mit kleinem Fischerhafen und einer hübschen fast vollständig ummauerten Medina, die auf einem Landvorsprung liegt. Die Souks der Stadt sind zumeist überdacht und die imponierende Kasbah liegt direkt am Meer. Trotz Touristenrummel ist der orientalische Flair erhalten geblieben.
Wir stellen unser Zelt auf dem Campingplatz „Ideal“ (2,50TD pro Person , 1,5TD fürs Motorrad) ab. Das Tor zum Eingang in die Medina ist nicht weit vom Campingplatz und wir stürzen uns in das Gewühle der Gassen. Noch nicht ganz in der Medina, drücken zwei Männer aus einem Souvenirladen Günter einen vollen Karton in die Hände zum Tragen. Sie freuen sich der Last erledigt zu sein und wir albern rum, dass der Lohn aber ein Kamel werden wird. Wir unterhalten uns noch einwenig und schlendern weiter durch die Gassen. Außerhalb der Medina in einer Seitenstraße finden wir ein kleines Restaurant zum Abendessen. Es gibt einen guten und preiswerten Couscous, im Gegensatz zu den Angeboten der Hotels, wo er dreimal so teuer ist und geschmacklich auf europäisch Bedürfnisse angepasst wird.

28.Tag
Hammamet
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Zuerst gehen wir zur Markthalle und von dort wieder in die Medina. Als wir an dem Laden vorbeikommen, geht es sofort wieder um das Kamel. Wir albern rum, wie wir es am besten nach Deutschland bekommen. Wir besichtigen die Kasbah, die aus dem 15. Jahrhundert stammt und vorbildlich restauriert ist. Lohnenswert ist vor allem die Aussicht von der Wehrmauer, wo man übers Meer und über die Kuppeln und Dächer der Altsstadt sehen kann. Wir kehren zurück auf den Campingplatz, wo drei Motorradfahrer aus Österreich (ein Paar mit ihrem Freund) angekommen sind. Sie haben eine dreiwöchige Tour durch Libyen hinter sich und viel zu erzählen. Sie sind auf dem Rückweg nach Hause und das Pärchen will im Souk noch einen Teppich kaufen. Wir gehen mit ihnen noch mal in die Medina. Nach der obligatorischen Verhandlung um das Kamel (an diesem Laden kommt man einfach nicht vorbei) kehren die drei in einen Teppichladen ein und wir hinterher. Während einer der Ladenbesitzer die beiden berät, wird uns derweil Pfefferminztee angeboten und wir quasseln mit dem Ladenbesitzer über Gott (Allah) und die Welt in einem Gemisch aus englisch, französisch und arabisch. Zum Beweis, dass ich auch arabisch lesen und schreiben kann, muss ich mal wieder etwas aus der Zeitung lesen. Die beiden haben sich für keinen Teppich entscheiden können und setzen sich auch noch in die Runde. Kundschaft, die den Laden betritt wird höflichst mitgeteilt, dass zur Zeit nichts verkauft wird. Wir sitzen noch lange zusammen im dunklen Teppichladen, wo stets der Tee wieder aufgefüllt wird. Wir verabschieden uns nach einem langen und lustigen Nachmittag und uns ist es peinlich, die Gastfreundschaft ohne Gegenleistung in Anspruch genommen zu haben. Doch die Antwort des Ladenbesitzers hat mich bis heute sehr nachdenklich gemacht. Er sagte, dass es nicht wichtig ist, heute etwas verkauft zu haben, sondern dass es nichts schöneres gäbe, als einen Nachmittag mit netten Freunden verbracht zu haben.

29.Tag
Hammamet - Tunis
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Die Österreicher machen sich zur Fähre nach Tunis auf. Wir packen ebenfalls zusammen und fahren auf der P1 nach Tunis (63 km). Wir suchen nach einem Hotel in der Innenstadt und finden keins, wo wir sicher das Motorrad abstellen können. Da heute Freitag ist, ist die Stadt ziemlich leergefegt und wir entschließen uns in die Ferienanlage in Soliman zu fahren, die uns von den Österreichern empfohlen wurde. Es ist wieder eine der schrecklichen Touristenanlagen mit Bingo-Spielen, Anmache und Aufenthaltsräumen, in denen laute Fernseher deutsches (Fußball-) Programm ausstrahlen. Da es hier draußen keine Restaurants gibt, nehmen wir das Hotel-Abendessen zu uns. Man bekommt einen Tisch zugewiesen und kann zwischen einem tunesischen und deutschen Gericht auswählen. Wir entscheiden uns für das tunesische Essen, das allerdings nicht viel anders aussieht als das deutsche. Unsere Tischnachbarn verbringen 14 Tage in dieser Anlage und verlassen diese auch nicht, da außerhalb nur die „bösen“ Araber lauern. Sie machen noch nicht mal eine kleine Touren mit, die der Reiseveranstalter anbietet. Sie sind entsetzt, dass wir mit dem Motorrad durch das Land fahren. Ob wir keine Angst hätten, dass wir von den „Wilden“ zusammengeschlagen und ausgeraubt würden. Mit solchen Menschen diskutiert man besser nicht und eigentlich bin ich froh, dass sie sich selber in der Anlage einsperren und nicht unter die „Wilden“ gehen.
Wir verziehen uns aufs Zimmer.

30.Tag
Tunis
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Wir fahren zeitig nach Tunis und stellen unser Motorrad am Porte de France (Bab El Bhar) ab. Von hier geht es in das Labyrinth der Medina. Durch das Gasengewirr gehen wir nach Westen und erreichen die Große Moschee, die Djamaa ez-Zitouna. Sie ist nach der Sidi-Oqba-Moschee in Kairouan die größte und bedeutendste Moschee des Landes. Für Nichtmuslime ist nur der Innenhof zugänglich. Auf einer der Dachterrassen der umliegenden Häuser, die sehr schön mit bunten Mosaikfliesen versehen sind, kann man einen Blick in die Moschee und über die Dächer der Medina genießen. Hier sieht man auch deutlich die Gewölbe der gedeckten Soukgassen. Hier, rings um die Moschee, sind die wichtigen Souks gelegen: Souk Attarine, Souk Blaghjia, Souk des Etoffes, Souk des Femmes, Souk de Laine, Souk el Kachachine. Gleich neben der Großen Moschee liegt der einstige Gästepalast das Dar al Bey, das heute Sitz des Ministerpräsidenten ist. Die Kasbah wurde abgerissen, überlebt hat nur die Kasbah-Moschee. Von hier aus bummeln wir in die südliche Medina, wo es einige Moscheen, prachtvolle Stadtpaläste, sowie Krämer- und Handwerkermärkte zu sehen gibt. Beim Bab el Djedid, dem ältesten Tor der Stadt, sollte man sich die ohrenbetäubend lauten Schmiedewerkstätten ansehen. Wir finden ein kleines Restaurant in der Stadt, um unser Abendessen zu uns zu nehmen, denn auf die Essensveranstaltung in der Ferienanlage haben wir wenig Lust.

31.Tag
Tunis - Sidi Bou Said - Tunis
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Heute fahren wir zum Bilderbuchdorf Sidi Bou Said, das auf dem über 100m hohen zum Meer hin steil abfallenden Cap Carthage liegt. Das Dorfbild ist geprägt von den blendend weißen Häusern mit ihren blauen Fensterläden und verzierten blauen Türen. Die engen, winkligen Gassen sind mit steilen Treppen verbunden. Vom Cafe des Nattes (von Macke gemalt) gehen wir die ansteigenden Gassen bis zum Leuchtturm hinauf. Wir besteigen den Leuchtturm, von dem man eine wundeschöne Aussicht über den Yachthafen und die Bucht hat. Weiterhin ist das Palais Ennejma Ezzahra und das zum Hotel umgebaute Da Zarrouk sehenswert, von dessen Terrasse man ebenfalls eine grandiosen Ausblick hat. Wir fahren an Karthago vorbei und, da wir heute keine Lust auf „alte Trümmer“ haben, beschleißen wir lieber das pralle Leben in der Altstadt von Tunis zu genießen. Nach einem Bummel durch die Medina kehren wir noch ein Restaurant ein.

32.Tag
Tunis - Hammamet
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Da wir die Ferienanlage nur als ätzend empfinden, beschließen wir den Rest unseres Urlaubs in Hammamet zu verbringen. Die Rundfahrt vom Cap Bon können wir auch von dort machen. Also geht es zurück über die Autobahn zum Campingplatz in Hammamet. Nach dem Zeltaufbau machen wir uns auf zum Strand. Auf dem Rückweg kaufen wir unser Abendessen ein und bruzzeln uns etwas auf dem Campingplatz. Neue Gäste sind dort und es gibt viel zu erzählen.

33.Tag
Hammamet
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Wir gehen wieder zum Strand und Nachmittags in die Medina, wo man uns freudestrahlend empfängt. Man hat auch wieder Kisten zum Schleppen für Günter und wir verhandeln über ein weiteres Kamel. Nur der Transport nach Hause ist immer noch nicht geklärt. Wir essen wieder in einem der kleinen Restaurants. Es so günstig hier, dass sich das Selberkochen nicht lohnt.

34.Tag
Hammamet - Cap Bon - Hammamet
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Heute machen wir die Cap Bon Rundfahrt und fahren auf der C27 über Nabeul, Korba bis Menzel Temime (58 km). Ab hier beginnt die Landschaftlich schöne Strecke über Kelibia und Kerkouane hinauf zum 393m hohen Djebel Sidi Abniod (hervorragenden Aussicht) und dem vorgelagerten Cap Bon. Weiter geht es an der zerklüften Nordwestküste entlang.

35.Tag
Hammamet
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Dies ist unser letzter richtige Urlaubstag in Tunesien. Und so relaxen wir ein bisschen am Strand und zum Abschied geht es noch mal in die Medina. Da wir auf dem Motorrad keinen Platz für die 2 Kamele haben, verzichten wir darauf und verabschieden uns herzlich. Doch so ganz ohne Lohn will man uns dann doch nicht gehen lassen und man schenkt uns zum Abschied noch einen kleinen tunesischen Glücksbringer.

36.Tag
Hammamet - Genua
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Wir stehen sehr früh auf und packen zusammen, denn heute geht es nach La Goulette zur Fähre. Die Ausreiseformalitäten sind schnell und problemlos erledigt. Die Fähre ist nicht ganz so voll wie auf der Hinfahrt, was wir als sehr angenehm empfinden.

37.Tag
Genua - Lausanne
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Früh morgens, nach einer einigermaßen guten Nacht, erreichen wir Genua. Von dort fahren wir an den Genfer See zu meiner Cousine. Der Empfang in Europa ist ungemütlich, auf den Pässen liegt bereits Schnee, es ist sehr neblig, wir frieren und freuen uns auf eine warme Badewanne in Lausanne.

38.Tag
Lausanne - Heidelberg
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Es ist stupides Kilometerfressen auf der Autobahn angesagt, es geht von Lausanne zurück nach Heidelberg.